Unter der Brücke ist die Straßengalerie – sich selbst schöpfend und selbstgenügend. Dort ist ein Porträt von Christus. Die Feuchtigkeit hat versucht, sich den Nimbus einzunehmen. Links ist ein Mädchen mit Schirm dargestellt. Sie hält ihre Hand vor, um zu prüfen, ob es regnet, aber der Regen ist nur unter ihr.
Rechts – die Silhouette eines kleinen Mädchens mit Ballonbündel, das versucht sich über einen Betonzaun emporzuheben. An der gegenüberstehenden Brückenwand – eine gemalte Treppe, die zu einem wirklichen Nest von Schwalben, die noch nicht abgeflogen sind, führt. Lesen Sie hier weiter →
Interview von Dessislava Berndt mit dem Musiker Jarle Bernhoft Übersetzung: Kornelia Weinert
Jarle, was bedeutet Musik für dich?
Ich denke Musik umfasst alles in meinem Leben und ist folglich der Sinn des Ganzen.
Foto: Fred Jonny Hammeroe
Wie und warum bist du zur Musik gekommen?
Ich hatte nicht wirklich die Wahl, da meine Eltern beide Musiker sind. Ich konnte mich also nur entscheiden, ob ich versuche etwas anderes zu machen und dann schlecht darin zu sein (ich bin wirklich talentfrei auf den meisten unmusikalischen Gebieten) oder etwas gut zu machen. Nun es war demzufolge die Musik.
Was sind deine anderen Leidenschaften?
Katzen und eine fantastische Frau hin und wieder und die Verbreitung von Frieden, Liebe und Verständnis im Allgemeinen.
Je mehr sich das Ende des Ersten Weltkriegs nährte, desto deutlicher wurde es, dass die österreichisch-ungarische Monarchie zerfallen würde. Seit langem war Österreich-Ungarn nicht mehr imstande, die nationalen Interessen der verschiedenen Nationen innerhalb der Monarchie zu vereinen.
Infolgedessen, haben die Führer der Kronländer entweder ihre eigenen nationalen Staaten proklamiert, oder sich an andere Staaten angeschlossen. So nannten letztendlich die Parlamentarier des letzten Reichsrats am 21. Oktober 1918 das von ihnen vertretene Gebiet offiziell “Deutschösterreich”. Lesen Sie hier weiter →
Ein Interview mit dem Cartoonisten und Illustrator Michael Cho von Jasmina Tacheva
Übersetzung aus dem Englischen: Kornelia Weinert
In seinem persönlichen blog, beschreibt sich Michael Cho selbst als “Freiberuflichen Illustrator, Cartoonisten und gelegentlichen Schriftsteller, mit Sitz in Toronto, Kanada.” Hinter dieser schlichten Beschreibung steht der Künstler, der sowohl für die Illustration, als auch für das Design der 25-jährigen Penguin-Jubiläums -Ausgabe von “White Noise” von Don DeLillo und Random House’s “The Amazing Absorbing Boy” von Rabindranath Maharaj verantwortlich ist. Er hat Illustrationen für die New York Times Book Review gemacht und ist der Schöpfer des Webcomic Papercut.
Deine Arbeit ist vielfältig und voller Kreativität. Was inspiriert dich?
Das ist eine sehr offene Frage. Ich denke einfach nur das Leben und Lebenserfahrung ist genug, um mich zu inspirieren. Ich genieße den Versuch Momente, die ich erlebt habe, auf das Papier zu übertragen. Madman and the Atomics von Michael ChoLesen Sie hier weiter →
Interview von Yana Radilova
Übersetzung: Aleksandra Ingilizova
Robbie Rowlands
Mit welchen Augen siehst du die Objekte?
In gewissem Sinne sehe ich Objekte wie Subjekte, so dass beide sich überlappen, wenn ich etwas verstehen will. Es ist schwer ein Material zu finden, welches nicht mit dem Menschen verbunden ist. Für mich ist es interessant, mit Objekten zu arbeiten, die diese Beziehung vertiefen und ein größeres Verständnis für meinen Platz, meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entfalten.
A new low-aluminium ladder Foto: Devika Bilimoria
Was ist die Botschaft deiner Kunst?
Je länger das Leben eines Kunstwerkes ist und je mehr ich mich in die Arbeit vertiefe, desto unsicherer wird die Botschaft in ihrer Klarheit, weil sie mehr Beugungen zeigt. Ich genieße es, gefundene Objekte herauszufordern. Ich beobachte, wie weit ich gehen kann, bevor ich die Idee vom ehemaligen Objekt verloren habe, und bringe ihm seine frühere Form wieder.
Too much for one – wheelbarrow
Im Arbeitsprozess gibt es eine gewisse Selbstdarstellung. Für mich ist dies der materielle Weg zu neuen Aspekten meiner Identität, die sonst unsichtbar wären. Die australische Geschichte, die aus der Zeit der ersten kolonialen Mächte stammt, ist eindimensional dokumentiert. Es fällt zu Lasten meines Jahrgangs, zu verfolgen und zu durchdenken, wie und auf wen wir Einfluss hatten. Deshalb spielt meine Praxis mit meinen Zielen und ist so auch ein Weg, die Geschichte und das, was mir bevorsteht neu zusehen. Ich denke, dass in diesem Prozess meine Arbeit für andere hilfreich sein könnte, das eigene Schicksal genauer zu beobachten und die Realität zu durchdenken.
Ein Weihnachtsbericht der Leser von Public Republic aus den vier Ecken der Welt
Weihnachten ist überall – ob mit Schnee oder nicht, der Geist der Weihnacht leuchtet in der Schönheit und Güte unseres Lebens.
Frohe Weihnachten an allen Lesern, Autoren und Redakteuren von Public Republic, die durch die Sprache der Kunst ständig zu der Schaffung einer besseren Welt – einer Welt der Literatur, Kunst und Kultur – beitragen!
1
fettige Kreise klaffen
durchstreifen die Oberfläche
Spiegel ohne Wurzeln
Miasmen
hunderte von verdünnten Pupillen
aus zwei Gruben entspringen Dichtströme verstreut
verziehen sich Schwarzschnürre gelichtete Anker
es lösen sich Finger in Erde gepresst
der Boden weicht auf
die Äpfel schon weg
2
die Glühbirne im Flur
fällt tief
verhängt bis zur Schläfe
daneben verhängt an der Wand
stehe ich dicht angeklebt
dran sperrt mich das Licht es erstarrt
unsichtbare Bretter
es gab für die Kiste nie einen Schlüssel
altes Streichinstrument
im Dunkeln vergessen
unvollendete Notierung unlesbare Seite
geschlossen
wie ein Gedanke dessen Ende gekommen ist
Gedanke von dem
Klumpen ausfallen
scharfe und dürre Klavesintöne
fassen die Luft schrauben die Saite
vertrocknen die Kehle
verstummen
zu
schroff
3
ich atme ein
drehe mir das Gesicht hin
es brennt meine Wange
die andere tot noch vor Geburt
ich drücke sie an die Wand es ist keine Kühle zu spüren
nur von innen gebohren sind glitschige Tunnel
schleimige Eisbahnen schwärzliches Harz
die Haut graut an der Stelle
bald wird die Spinnwebe umarmen den Hals
es werden von dort die Stimmbänder verrinnen
wird Schweigen von dannen einbrechen
ohne letztmaligen Schrei mit Händen im Bettrahmen gepresst
ohne letzte und erstliche Beichte
ohne Freisprüche Anklagen
bloß Schweigen das wächst das füllt den Raum
sperrt die Lippen vernichtet die Worte reißt den Hals
und beginnt erst dann aufzuflechten
Wirbel für Wirbel beknabberte Gräten Sabbergedanken
ringsum Trauerverdunstung schwarze Ballons verfliegen nach oben schwingen sich auf
schwierige Wolken Abschaum erhebt sich und züchtet die Larven
das Licht hat eine schöne gesunkene Gruft genau an der Augenhöhle gemeißelt
anstatt der Äpfel ein Brunnen anstatt des Schimmels ein Tintenfass
und es beginnt die Sepia zu wimmeln zu bekriechen die Zunge im Lazarusbrauch auf das Fleisch
Schuppen bekleben die Zelle aufs Gesicht sind die Schuppen
der See soll mich nicht schleudern
ich soll nicht erkannt sein bei der Rückkehr
Der Text hat den zweiten Preis des Literatur-Wettbewerbs “Schreiben ist Wahnsinn” in der Kategorie “Poesie” erhalten.
Vor Kurzem berichteten wir über die Wiederbelebung des Barmer Bahnhofs in Wuppertal durch die neuen Eigentümer – Ehepaar Riedl. Unter dem Motto “Tradition und Innovation” soll das neue Nutzungskonzept angeboten werden.
In der Rosenknospe ist alles vorbereitet,
aber Duft und Farbe entstehen erst im Licht. Berthold Auerbach, (1812 – 1882), deutscher liberaler Kulturpolitiker und Schriftsteller