Bettina Spoerri Neue Zürcher Zeitung 15. Dezember 2007
Der bulgarische Schriftsteller Vladimir Zarev auf Lesereise in Zürich
Vladimir Zarev präsentierte im Literaturhaus seinen Roman «Verfall», der dieses Jahr in Deutsch erschienen ist. Im Gespräch äussert sich der in Sofia wohnhafte Autor über westeuropäische Missverständnisse und die Hintergründe seines neuesten Romans, «Welten».
Es ist Vladimir Zarevs erste Reise nach Westeuropa. Nach Leipzig wurde er mit seinem Buch «Verfall» (Kiepenheuer & Witsch, 2007) eingeladen, nach Finnland, Österreich und nun auch in die Schweiz. «So weit ich sehe», sagt er mit sanfter Ironie nach einigen Stunden Aufenthalt in Zürich, «gibt es hier keinen Verfall.» Er wohnt in einem Hotel in der Altstadt, und die geschichtliche Kontinuität, die hier an den Gebäuden ablesbar ist, beschäftigt ihn sehr. Lesen Sie hier weiter →
Interview mit Leila Ataya von Galya Mladenova Übersetzung aus dem Englischen: Kornelia Weinert
Bild von Leila
Leila Ataya wurde 1979 in Russland, in der Stadt Moskau, geboren. Schon von klein an, wurde ihr Leben von der Kunst beeinflusst. 1995 wurde sie von der Kunsthochschule in Moskau aufgenommen und setzte so ihr Studium in Aquarell und Zeichnen fort.
1996 zog sie mit ihrer Familie nach Neuseeland und ging dort auf die “Elam School of Fine Arts”, der Universität von Auckland. 2001 graduierte sie mit dem Bachelor of Fine Arts in der Fachrichtung Malerei. Im selben Jahr gewann sie den „Telekom Kunst Preis“ mit ihrem Werk „ Die Schlüssel zu Neuseeland“, das auf dem Titel des Telefonbuchs in Auckland erschien. Nachdem sie ebenfalls den „Nokia Kunst Preis – Asien-Pazifik 2001“ gewann, besuchte sie 2002 Thailand und stellte ihre Arbeiten dort aus
Von diesem Zeitpunkt an, nahm Leila an verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen teil. Ihre Arbeiten sind Teil vieler privater Sammlungen in Neuseeland und anderen Ländern der Welt – wie Australien, England, Südkorea, Russland usw.
2006 wurden ein Profil und eine Auswahl ihrer Arbeiten, in dem Buch “Neuseelands Lieblings-Künstler” von Denis Robinson vorgestellt, das von “Saint Publishing“ herausgegeben wurde. 2007 gewann sie beim „Waitakere Trust “-Kunstpreis, den “Popular Choice Award” und 2008 beim “Morpeth Canada”-Kunstpreis den “People’s Choice Award”. Beim “Mazda-Preis 2008” belegte sie den dritten Platz. Im selben Jahr kehrte sie an die Universität von Auckland zurück und erhielt dort ihren PGDip in den bildenden Künsten.
Leila’s Arbeiten wurden in “Pop Surrealism What a Wonderfool World” vorgestellt – einem Buch, das der ersten bedeutenden Pop-Surrealismus-Ausstellung in Italien gewidmet ist und 2010 von Drago veröffentlicht wurde. Zurzeit ist sie Leiterin und Dozentin an der „LA Art School“.
Das Unterhaltsame an der menschlichen Verzweiflung: Vladimir Zarevs Roman “Zerfall”
“Verfall” heißt der erste ins Deutsche übersetzte Roman des renommierten bulgarischen Schriftstellers Vladimir Zarev, und bei diesem Titel weht einen gleich der muffig-strenge Geruch eines konservativen Weltbildes, mindestens aber des Kulturpessimismus an. Verfall ist ja gar nicht denkbar ohne einen positiven Bezug zu früher. Lesen Sie hier weiter →
Boriana Dimitrova (Saxophon, Flöte)
Lars Dahlke (Gitarre)
Jakob Dreyer (Bass)
Niels-Henrik Heinsohn (Schlagzeug)
Konstantin Svechtarov (Piano)
Das Quartett wird sowohl in der Besetzung mit Gitarre als auch mit Piano spielen.
Die bereits in ihrer Heimat erfolgreiche Saxophonistin Boriana Dimitrova hat nach ihrem Wechsel nach Hamburg Musiker gesucht und gefunden, mit denen sie ihre ganz eigene Spur durch die Jazzwelt legen kann. Seit 2007 arbeiten sie als Formation im Boriana Dimitrova Quartett zusammen. Mal in der Besetzung mit Gitarre, mal mit Piano, spielen sie Eigenkompositionen von Boriana Dimitrova, in denen zeitgenössischer Jazz mit Elementen der bulgarischen Musiktradition konfrontiert und verbunden wird. Ihre Mitstreiter im Quartett greifen diese Spannung virtuos auf und finden zu mitreißenden Improvisationen. Lesen Sie hier weiter →
Interview mit Sue Nichol von Galya Mladenova
Übersetzung aus dem Englischen: Kornelia Weinert
Sue Nichol ist eine britische Künstlerin. Sie malt Orte, zu denen sie eine starke Verbindung hat und die sie gut kennt. Sie fühlt sich hingezogen zu den “Kanten des Landes” – zu den sagenhaften und abwechslungsreichen Küstenlinien oder den felsigen Rändern, die sich in der britischen Landschaf finden lassen. Sie malt mit Öl, Akryl und Tinte und schwelgt in der Flexibilität dieser Medien. Sie nutzt Pinsel, Finger, Stöcke, Messer, Federn oder etwas anderes Greifbares, um die Leinwand zu bemalen. Mit verschiedenen Materialien – wie Sand, Leim oder See-Kohle – erzeugt sie Strukturen. Ihre Bilder sind eine Mischung aus schwungvollen Strichen und Impasto-Effekten mit weiteren subtilen Bereichen – erzeugt durch den Einsatz von Glasuren und feiner Pinselarbeit.
Seit sie als professionelle Künstlerin arbeitet, hat sie an vielen nationalen und internationalen Sammel- und Einzelausstellungen teilgenommen. Als Sonderkünstlerin stellt sie in drei Galerien in England aus und ihre Bilder lassen sich in privaten Sammlungen auf der ganzen Welt finden.
Wann hast du mit dem Malen begonnen und hast du schon immer davon geträumt Künstlerin zu werden?
Mit dem Malen hab ich schon als kleines Kind begonnen. Mein Vater war ein begeisterter Maler und konnte sehr gut zeichnen. Er erkannte meine Begabung und ermutigte mich dazu meine Fähigkeiten weiter zu entwickeln, indem er für mich die Teilnahme an einem Kunst-Abendkurs für Erwachsene arrangierte. Ich träumte also schon sehr früh davon, Künstlerin zu werden.
Übersetzung aus dem Bulgarischen: Rossitza Yotkovska
Foto: Albena Popova
***
Ich schaue
in die richtige Landschaft
und sie schaut auf mich.
Wenn sie eine Quelle ist,
sind wir satt getrunken,
wenn sie eine Brücke ist,
sind wir hinüber,
wenn sie ein Haus ist,
sind wir eingetreten. Lesen Sie hier weiter →
“Wenn etwas nicht Sprache wird, dann ist es tot. Es muss durch ein individuelles Lebewesen hindurchgehen, durch dein Leben oder durch meins! … Das mit dem kollektiven Gedächtnis ist doch Quatsch.”
Alles zerfällt im Bulgarien der Nachwendezeit. Gewerkschaften, Parteien, Verbände, selbst die Kirche. Die Koordinaten des Lebens haben sich aufgelöst. Als müssten sich die Figuren in einer surrealen Welt zurechtfinden, in der Farben, Formen, Wertungen, Begriffe ihre Zeichenhaftigkeit verloren haben, treiben sie dahin, die meisten orientierungslos, desinformiert, inbrünstig hoffend auf irgendwas oder irgendwen. Einigen Wendigen aber scheint eine Brücke gebaut zu werden durch schnelle Korrektur all dessen, was sie bisher vertraten, ihre grotesken Gedankensprünge werden nirgends in Frage gestellt, der eine oder andere hat sogar eine Idee. Für wieder andere findet sich eine Person, die einen Auftrag formuliert, die meisten aber taumeln von einem Gerücht zum anderen. Was ist wahr, was Phantasie? Lesen Sie hier weiter →