Archiv Juli 2009
Drei Briefe aus dem Oktober 2000
Photo: antistene
[An Michael Braun]
Lieber Michael,
für einen Literaturkritiker gäbe es hier zahlreiche Möglichkeiten, den Lebensunterhalt zu verdienen: ganz unten die schwere Sammel- oder Schmutzarbeit, die nichts einbringt und deshalb weitgehend von Zigeunern verrichtet wird: alte verschmierte Kartons flach zusammenlegen, Zeitungen dazu und Altglas, Holzbalken, das alles zu einem Altmaterial-Händler tragen. Alle [...]
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Übersetzung aus dem Bulgarischen: Rossitza Yotkovska
Es gibt nichts um uns, das sich nicht jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde ändert. Sogar wir sind nicht die gleichen. Und während ich heute den unruhigen Regen, der seine schweren Wassergitter über die durstige Sommererde verstreut, beobachtete, trug jeder an dem Glas hinabrinnende Tropfen den Duft der ewigen Dynamik. [...]
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Felix Froschhammer zu treffen war eine wunderbare Überraschung – ein sehr talentierter Fotograf und Musiker, mit fast fließendem Bulgarisch. Neben seiner Kreativität hinter der Kamera, spielt er Violine und konzertiert viel im Ausland. Das gibt ihm die großartige Möglichkeit, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen.
Wie würdest du dich in einem Satz beschreiben?
Weltenbummler und Künstler, immer [...]
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Photo: malkav
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“Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: wie weit ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen.”
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Photo: doug88888
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“Ein Junggeselle ist ein Mann, der nur ein einziges Problem hat – und das ist lösbar.”
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Die Kunst als Identifikation
Interview von Velina Vateva mit der Malerin Valentina Koleva-Vecerka
Übersetzung aus dem Bulgarischen: Dessislava Georgieva
Was bedeutet das Gefühl für dich, Bilder zu erschaffen und ihnen Sinn zu verleihen?
Bilder zu erschaffen ist mir ein inneres Bedürfnis. Es ist eine lebendige Realität, die „befriedigt“ werden muss. Ein Bedürfnis, ohne welches meine Seele und mein Körper [...]
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Maria Endreva, Universität Sofia
Foto: guldfisken
Das 13. Sonett
Rilke spürte mit seiner dichterischen Intuition die Wahrheit, die sich den einzelnen Dingen anmessen soll. In seinen Sonetten an Orpheus und in den Duineser Elegien setzt er den Dingen ein unvergleichliches dichterisches Denkmal, wo er eine Art Philosophie mittels der Dichtung zum Ausdruck bringt. Ein kleines Beispiel aus den [...]
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Übersetzung aus dem Bulgarischen: Rossitza Yotkovska
Jeder von uns, trägt ein Weltall in sich. Die Gesichter sprechen darüber…
Wer ist Vessy Borisova? Sie ist Fotografin, Filmproduzentin, Taucherin, Mutter und eine sehr kreative und positive Persönlichkeit, die das Leben, mit allen seinen Herausforderungen, liebt.
Was beeindruckt dich im menschlichen Gesicht?
Das Gesicht ist die wortlose Erzählung über das menschliche Leben. [...]
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Maria Endreva, Universität Sofia
Foto: Zevotron
Lauter Oberflächen zu formen aber wird von Rilke als Handwerk bezeichnet. Das Handwerkliche gründet somit in einer tieferen Sphäre des Verständnisses der Bedingungen für das Schaffen eines Kunstwerkes, sprich für Veranlassung einer Dingwerdung.
Bedenken Sie, wie der arbeiten mußte, der aller Oberfläche mächtig werden wollte; da doch kein Ding dem [...]
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Übersetzung aus dem Bulgarischen: Rossitza Yotkovska
Diese wunderschöne, kleine Darbietung, Tanz der Tausend Hände genannt (Thousand-Hand Guanyin), wird von chinesischen Tänzern gespielt. Er wurde zum ersten Mal auf einer internationalen Bühne während der Abschlusszeremonie der Paralympischen Spielen 2004 in Athen gezeigt. Alle 21 Tänzer sind volltaub. Für die unglaublich synchronisierte Darbietung des Tanzes sorgen ihre Trainer [...]
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Maria Endreva, Universität Sofia
Foto: takomabibelot
Das Ding bei Rilke ist das Ding für und an sich, es ist außerhalb dieser verschiedenen Wahrheiten, fixiert nur auf sich selbst, auf sein eigenes Sein. Jedes Ding unterscheidet sich von den anderen Dingen, sogar zwei gleich aussehende Dinge wie zwei Tische, die aus einer Fabrik kommen und aus dem gleichen [...]
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Interview von Mariana Velichkova mit dem Fotografen Karlos Garciapons
Übersetzung aus dem Englischen: Mariana Velichkova
Übersetzung aus dem Bulgarischen: Dessislava Georgieva
Was hat dich an der Fotografie fasziniert?
Die Möglichkeit, persönliche Momente des Lebens zu bewahren. Die Fähigkeit, beinahe unmittelbar eine Idee, eine Konzeption oder ein Gefühl zu übermitteln, die im Bild synthetisiert sind.
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Photo: ctot_non_def
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“Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.”
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Foto: Vanya Nikolaeva
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“Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.”
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Foto: Vanya Nikolaeva
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“Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.”
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Bulgarien im Mai 2002
Acht Gedichte und ein Stück Prosa
Foto: sol33
Eiskalt in Varna
Aus dem ruhigen Abend im Hotelzimmer wurde nichts. Mitten auf dem Platz vor dem Opernhaus sahen die beiden Männer sich plötzlich von zwei Zigeunertransen und ihrem Luden umringt. “Ficki! Ficki!”, schrien sie, griffen dem einen in den Schritt, zogen den anderen an den [...]
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Bulgarien im Mai 2002
Acht Gedichte und ein Stück Prosa
Foto: Jsome1
Nur superleichte Behinderung!
Es war ein Pflasterloch,
ein Sofioter Pflasterloch,
das fast ihm das Genicke broch.
Er tritt hinein, auf dem Weg
zum Bahnhof tritt er hinein,
gepäckbeladen, schon liegt er
da im Pflasterstaub, im
Sofioter Pflasterstaub.
Umgeben von bestürzten Blicken
rafft er sich auf, sammelt seine
Siebensachen, geht weiter.
2. Mai 2002
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Traditionslied der Massai
Die Massai, ein halbnomadischer Nilotenstamm*, sind die wohl bekannteste Volksgruppe Ostafrikas. Sie leben vorwiegend in Tansania und Kenia und existieren schon mehr als drei Jahrhunderte. Dem auf sie gerichteten Interesse der Weltnationen stehen sie außerordentlich wohlwollend und offen gegenüber, halten aber zugleich auch eifrig an ihren Traditionen und ihrem heidnischen Glauben fest.
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