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Artist of the Week – Stylecklicker

24 Oktober, 2010 von · Keine Kommentare

Interview von Dessislava Berndt mit dem Fotografen und Fashion-Blogger Gunnar Hämmerle

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Foto: Stylecklicker

Gunnar Hämmerle wurde 1971 in München als erstes Kind einer Schwedin und eines Deutschen geboren. Nach der Schule verbrachte er drei Monate an der University of California San Diego, wo er den “American way of life” kennenlernte.

Gunnar Hämmerle studierte Betriebswirtschaft an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München. Die Liebe zur Fotografie entdeckte er während seines Zweitstudiums an der Hochschule Film und Fernsehen, das er mit einem Diplom in Filmproduktion abschloss.

Im Sommer 2006 entstand eines der erfolgreichsten Streetstyle fashion blogs “styleclicker.net“, den er zusammen mit seinem Bruder betreibt. Bei seinen Reisen durch die Fashion-Metropolen hat er auf der Suche nach authentischen Looks seine Kamera immer dabei, um den jeweiligen Modestyle festzuhalten.

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Foto: Stylecklicker

Gunnar, Du warst zuletzt in Kopenhagen und Stockholm unterwegs. Wohin geht die nächste Reise?

Voraussichtlich geht es wieder nach Stockholm und danach nach Madrid.

Wie suchst Du die Städte aus, die Du besuchst? Kommt Osteuropa auch in Frage?

Natürlich. Ich wähle Städte, die mich interessieren und bei denen sich die Reisekosten in Maßen halten. Bei bestimmten Orten weiß ich einfach, dass ich dort auch was finden werde.

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Foto: Stylecklicker

Wie findest Du Deine „Models“?

Die suche ich alle selber aus. Vorher mache ich mich schlau, wo die angesagten Orte sind und hole mir ein paar Tipps über die interessantesten und angesagtesten Stadtteile. Oder wenn ich jemanden sehe, der irgendwie anders angezogen ist, frage ich ihn aus welchem Stadtteil er ist oder in welchen Stadtteilen mehr solche Leute zu finden sind. Dann laufe ich durch die Stadt und spreche sie an. Wenn sie nicht wissen, was ein Blog ist, erkläre ich es kurz und frage sie, ob ich ein Foto machen kann.

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Foto: Stylecklicker

Du hast Betriebswirtschaft studiert und abgeschlossen. Dein zweites Studium war an der Filmhochschule. Was oder wer genau hat Dein Interesse für die Fotografie ausgelöst?

Wir hatten an der Filmhochschule einen Professor, der uns ziemlich gut in die ganzen technischen Sachen eingewiesen hat. Natürlich arbeiteten wir damals noch mit Filmkameras und mit echtem Film.

Alles was wir da gelernt hatten, wie z.B. Bildgestaltung oder Lichtführung, sind genauso beim Foto anzuwenden. Das hat mir viel Spaß gemacht und ich habe beschlossen, eine gebrauchte Analogkamera zu kaufen und damit zu fotografieren. So habe ich angefangen.

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Foto: Stylecklicker

Während der Zeit an der Filmhochschule habe ich einfach Fotos von Freunden oder Familie gemacht, einfach von Leuten, die ich kannte. Meistens hatte ich die Kamera dabei und habe herum geknipst. Damals natürlich noch analog. Zum Teil habe ich Fotos auch selbst entwickelt und bei den Schwarzweißfilmen, die ich gedreht habe, auch die Prints in der Druckerei selber gemacht.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, genau so einen Fashionblog zu machen?

Nach dem Studium an der Filmhochschule wollte ich doch was anderes als Filme machen. Mein Bruder arbeitete bei einem Start-up-Unternehmen, wollte dort aber auch nicht weitermachen. Daher hatten wir zusammen überlegt, was man generell im Internet machen könnte.

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Foto: Stylecklicker

Wir hatten verschiedene Ideen u.a. auch der Stylecklicker. Ursprünglich planten wir aber eine Community-Seite, bei der man Fotos selber hochladen sollte. Im Zuge der Recherche habe ich circa zehn Seiten mit Streetstyle blogs entdeckt. Darunter befanden sich Blogs wie „The Sartorialist“ aus New York oder „Hel Looks“ aus Helsinki. Auch in Tokio gab es die ersten Fashionblogs. Das fand ich ganz cool und verfolgte es erstmals als Hobby-Projekt. Keiner wusste damals, dass es ein Trend werden wird. Es war nur so, dass ich gern fotografiere und wildfremde Leute auf der Straße anspreche.

Wie entstehen die Fotos?

Ich lege sehr viel Wert auf die Qualität der Bilder und benötige wahrscheinlich viel länger bei der Endauswahl der Bilder als andere. Die Fotos sind nicht mit Photoshop bearbeitet.

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Foto: Stylecklicker

Die Bilder entstehen aus der Situation heraus, wobei ich dabei eine ähnliche Ästhetik habe. Alle Bilder werden mit Normalobjektiv 50mm aufgenommen. Ich zoome nicht irgendwelche Leute heimlich hin, sondern suche und frage sie gezielt. Ich suche den Hintergrund aus, der dazu passen würde. Die Leute sind mit mir konfrontiert, da ich denen ziemlich nahe stehe. Dabei versuche ich mich so zu verhalten, dass sie gar nichts machen, sondern so bleiben wie sie sind, nur dass sie in die Kamera schauen.

Wie wurde die Seite eigentlich entdeckt?

Wir hatten Glück, dass wir zu der ersten Welle der Streetstyle-Blogs gehörten. Ich habe auch keine Werbung für unseren Blog gemacht. Wir haben uns einfach mit den anderen Blogs verlinkt und so bekamen wir immer mehr Besucher. Dabei hatten wir auch Glück, dass es damals nicht so viele solcher Seiten gab. Und warum gerade unsere Seite Erfolg hatte, liegt vielleicht daran, dass es dort einfach gute Fotos gibt.

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Foto: Stylecklicker

Deine Fotos findet man auch in diverse Fashionmagazine. Welche Erfahrungen hast Du dabei im Hinblick auf Urheberrechte gemacht?

Die Leute, die ich fotografiere, erklären sich vorher damit einverstanden. Und ja, einmal hatte ein Magazin was abgedruckt, bei dem mein Name vergessen wurde, aber das war nicht absichtlich. Insofern habe ich bis jetzt keine schlechte Erfahrungen gemacht.

Wie sehen Deine Pläne bis Ende des Jahres aus?

Während der STROKE.ARTFAIR in Berlin vom 7. bis zum 10. Oktober 2010 waren Arbeiten von mir zusammen mit anderen Bloggern ausgestellt. STROKE.ARTFAIR ist die weltweit erste und einzige Messe, die sich ausschließlich den künstlerischen Entwicklungen aus dem Bereich der Urban Art widmet.

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Foto: Stylecklicker

Es steht voraussichtlich eine Ausstellung während der Fashion Week in Berlin bevor. Ich finde die Sache mit den Ausstellungen und überhaupt die Kunstrichtung ganz gut und würde sie weiterverfolgen.

Mit meinen Bildern möchte ich ein Museum finden, das die künstlerische Bedeutung der Fotos erkennt und sie in seine feste Sammlung aufnimmt.

Eine erste Erfahrung damit machte ich mit der Ausstellung „styleclicker City – Menschen des 21. Jahrhunderts“ im NRW-Forum in Düsseldorf vom 25. Juli bis 8. August 2010. Diese erste Museumsschau von Fashion Blog-Fotografie in Deutschland zeigte über 1000 Fotografien, die von mir in Stockholm, Berlin, New York, Paris und London aufgenommen wurden.

http://www.nrw-forum.de/styleclicker_city_menschen_des_21_jahrhunderts

Was machst Du in Deiner Freizeit?

Zuletzt habe ich ein Heimmusikstudio gekauft und möchte Musik machen. Wie es dann klingt wird man sehen.

Gunnar, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei allen Vorhaben!

http://www.styleclicker.net/

http://twitter.com/styleclicker

Gunnar Hämmerle
contact@styleclicker.net
Tel. +49 (0) 176 10314572
Graf-Vieregg-Str. 2
82327 Tutzing
Germany

Kategorien: Art Café · Frontpage · Lifestyle · Modern Times · Szene

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