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Artist of the Week — Carlos Kellá

7 Februar, 2011 von · Keine Kommentare

Interview von Natalia Nikolaeva mit Carlos Kellá

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Wann haben Sie Ihre Vorliebe für diesen speziellen Fotografie-Stil entdeckt?

Angefangen hat alles mit spannungsvollen s/w-Close-ups rund um erotische Bein-Accessoires und High Heels und einem ersten in 2007 herausgebrachten Bildband. Nachdem die meisten Publikationen und Fotografien nicht ganz meinen persönlichen Geschmack entsprachen, beschloss ich, mich dem Thema vertiefend zu widmen und meine eigenen Ansichten fotografisch umzusetzen.

Carlos Kella

Weitere Ausstellungen und beste Resonanzen folgten. Das war Ansporn genug, sich vollends in die erotische Fotografie zu stürzen. Ich bleibe mal bei der Betitelung “erotische Fotografie”, da ich mich ja künstlerisch in den verschiedensten Bereichen aufhalte, da mag ich mich nicht festlegen.

Carlos Kella

Wie entstehen Ihre Motive?

Seit geraumer Zeit gehe ich in meinen Arbeiten andere Wege: ich lasse die Protagonistinnen meiner Bilder in Korsett, Kostüm, Latex und Kleidern, mit ausgefallenen Accessoires oder Tattoos und natürlich Strümpfen und High Heels eher kleine Geschichten erzählen. An un- und außergewöhnlichen Orten – gerne mit klassischen US-Cars – und mit genau dem richtigen Hauch Fetischismus, ohne billig zu wirken oder in’s pornografische abzugeleiten.

Carlos Kella

Ich sehe mich teilweise auch als ‚Missionar’ in Sachen Weiblichkeit. Für mich gehören hohes Schuhwerk und weibliche Kleidung einfach zu einer Frau dazu. Der Sinn dafür ist – meines Erachtens – teilweise echt abhanden gekommen. Schade eigentlich.

Carlos Kella

Ich möchte in meiner Fotografie zeigen, wie schön Weiblichkeit sein kann. Klar, soll das ganze auch Kopfkino auslösen. Aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Den Rest darf sich der Betrachter meiner Fotos selber denken.

Carlos Kella

Mögen Sie es, die Fantasie der Menschen durch Ihre Fotografie anzustacheln?

Natürlich mag ich das. Ob es gelingt, kann nur der Betrachter entscheiden. Die Geschmäcker und Leidenschaften sind ja nun einmal verschieden… Aber es freut mich, wenn es gelingt, einen Anstoß zu geben oder die Fantasie angeregt zu haben.

Carlos Kella

Ist es Segen oder Fluch, seine Obsessionen zum Mittelpunkt künstlerischen Schaffens zu machen?

Jetzt müssen wir wieder erst einmal das Wort Obsession definieren. Die Fotografie oder die Inhalte als Obsession? Die Fotografie ist natürlich ein lebensbestimmender Teil und als beruflich Ausrichtung natürlich auch Mittelpunkt. Darüber hinaus gibt es aber noch jede Menge andere Mittelpunkte im Leben.

Carlos Kella

Was meine privaten Obsessionen angeht: bei der Bandbreite meiner Arbeiten wären das auch ganz schön viele auf einmal. Aber klar, zeigen meine Arbeiten auch einen Teil von mir und meiner Obsessionen. Aber eben nur einen Teil. Und der wird nicht verraten.

Carlos Kella

Ihre Definition für die Kunst?

Ich bin da nicht so streng. Ich kann da keine Definition für mich zum Besten geben. Soll doch jeder machen wie er denkt. Und so lange ein Künstler sein Publikum begeistert, hat er auch eine Rechtfertigung als Künstler gesehen zu werden.

Carlos Kella

Es sollte aber schon einen wie auch immer gearteten Anspruch haben. Die Mutti mit gespreizten Beinen zuhause billig bestrumpft vor die Blümchen-Tapete zu stellen und zu abzuknippsen, halte ich allerdings dann auch nicht mehr für Kunst.

Carlos Kella

Es gab mal ein ganz cooles Interview mit Dennis Hopper, wo er in den Bergen auf einem Sofa sitzt und verschiedenfarbige Flüssigkeit in den Mund nimmt und diese vor sich auf eine Leinwand rotzt und fragt ‚Is this art?’ Denke, das beschreibt auch meine Einstellung. Kunst ist nicht definierbar.

Carlos Kella

Ist die Fotografie Beruf oder Hobby für Sie?

Muss ich euch ja nicht sagen, dass der Markt nicht einfach ist. Bevor ich meinen Lebensunterhalt damit vollends bestreiten kann, wird noch viel Blut und Wasser geschwitzt. Liegt aber auch daran, dass ich sofort wieder alles in die nächsten Projekte investiere.

Carlos Kella

Und da ich ja am liebsten in gedruckter Form – sprich aufwendige Bildbände, Kalender etc. – und im Eigenverlag publiziere, trage ich das finanzielle Risiko und die Vorfinanzierung immer alleine. Somit ist die Fotografie schon ein wesentlicher Bestandteil meines beruflichen Lebens, aber nicht zu 100%. Es verträgt sich aber extrem gut zu meinem Job und sehe das eher ergänzend. Ich bin seit 15 Jahren selbständig in Werbung, Kommunikation und Produktion.

Carlos Kella

Sie sind in den letzten Jahren in die erste Riege der (erotischen) Fotografen aufgestiegen. Wie haben Sie das geschafft?

Extrem viel Arbeit, fotografische Umsetzungen die dem Zeitgeist und dem Bedarf entsprechen, ein bestens gepflegtes Netzwerk, viele Reputationen und – leider – auch enormer finanzieller Einsatz. Und: immer nett und freundlich sein…

Carlos Kella

Verraten Sie uns, was Sie an einer Frau anzieht?

Ich gehe davon aus, dass wir hier über die Arbeit und nicht über das Privatleben sprechen. Von daher ‚zieht’ mich eine Frau im persönlichen Sinne bei der Arbeit nicht an. Generell ist mir eine weibliche Inszenierung der Frauen mit all ihren Facetten und Accessoires wichtig und gewollt und spiegelt auch einen Teil meiner Persönlichkeit wider.

Carlos Kella

Bereiten Sie alles für Ihre Bilder vor, wie gehen Sie heran?

Ich bereite so gut wie alles alleine für die Produktionen vor. Die Herangehensweise ist aber jedes mal eine andere und ist motivabhängig. Habe ich eine klare Bildidee, suche ich die Location, das passende Model, die Klamotten und organisiere alles weitere. Es kann aber auch sein (gerade bei den US-Cars), dass eine Location kurzfristig zur Verfügung steht und dann die Bildidee spontan und sehr kurzfristig darauf aufgebaut werden muss.

Carlos Kella

Wie entwickelt sich, Ihrer Meinung nach, die Fetischszene?

Ich denke die Bedeutung der Fetisch-Szene wird größer. Ob als Flucht aus dem Alltag oder als pures Genussmittel, Sucht und der ständigen – auch gesellschaftlich verursachten – Gier nach immer neuen Entdeckungen oder als Mittel gegen die Langeweile. Die Hemmschwelle sinkt ja auch immer weiter, auch was das Outing und das Ausleben in der Öffentlichkeit angeht. Fetisch wird immer mehr gesellschaftsfähig.

Carlos Kella

Wie suchen Sie Ihre Modelle aus?

Es gibt für mich keine klaren Regeln bei der Auswahl der Modelle. Die von mir viel zitierten Frauen ‚mit Ecken und Kanten’ sind mir in jedem Fall lieber als die im Sinne der Mode/Werbung perfekten Models. Weiterhin sollte es in jedem Fall menschlich harmonisieren. Daher lerne ich die Modelle vor einer Entscheidung, ob es zu einem Shooting kommt, immer persönlich kennen. Sollte das mal nicht möglich sein, höre ich auf mein Bauchgefühl. Das hat bisher ganz gut geklappt.

Carlos Kella

Das größte Kompliment bis jetzt für Ihre Fotografie?

Ich erfreue mich am meisten über die zahlreichen Mails, Kommentare und Briefe, von mir nicht bekannten Menschen, die mir mitteilen, dass Ihnen die Arbeiten gefallen und sich auf die nächsten Publikationen und Ausstellungen freuen. Aber ich bin ehrlich: auch die erfolgreiche, kommerzielle Verwertung empfinde ich als wohltuendes Kompliment…

Carlos Kella

Wie würden Sie sich selbst definieren? Als Fotokünstler oder eher mit einer Neigung zum Fetischfotografen?

Ich habe ja schon die Bandbreite meiner fotografischen Arbeiten aufgezählt. Darüber hinaus mache ich natürlich auch noch Auftragsarbeiten in anderen Bereichen wie z.B. Produkt-, Industrie oder auch mal etwas andere Portrait-Fotografie sowie Redaktionsstrecken.

Carlos Kella

Somit kann ich mich nicht ernsthaft als Fetischfotograf bezeichnen. Auch sehen ich nicht zwingend einen Unterschied zwischen normal und Fetisch. Auch das muss jeder mit sich selber ausmachen. Ich möchte wir nicht anmaßen, zu beurteilen, was normal ist und was nicht.

Carlos Kella

Ist Kreativität der Ausdruck einer individuellen Vision?

Absolut. Mit einer individuellen Vision hat quasi alles angefangen. Mich haben die Arbeiten von anderen Fotografen und Publikation auf dem Markt – ohne Wertung der Qualität – schlichtweg nicht angemacht. Damit wurde der Grundstein für die eigenen Inszenierungen gelegt.

Carlos Kella

Carlos Kella

Ihre persönliche Definition von Erotik?

“Weniger ist mehr” stimmt bei mir schon einmal nicht. Ich ziehe eine leicht bekleidete Frau – gerne mit einem Hauch Fetischismus – einer nackten in jedem Fall vor. Das gehört zu meinem fotografischen Grundsätzen. Ich bin kein Akt-Fotograf.

Carlos Kella

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Zur Zeit läuft ja noch bis Mitte Februar eine Ausstellung in der Botique Bizarre in Hamburg. Parallel laufen die die Vorbereitungen und die ersten Shootings für den nächsten Wochenkalender ‚Girls & legendary US-Cars 2012’ auf Hochtouren, zum Jahresende gibt es turnusgemäß die jährlich Model-Edition. Das zum Tagesgeschäft ;-)

Carlos Kella

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Carlos Kellá | Photography
Carlos Kellá liebt extravagante US-Cars. Und er ist ein wahrer Meister auf dem Gebiet der erotischen Fotografie. Für ihn Grund genug, bei seinen Shootings vorwiegend Muscle Cars der 50er, 60er und beginnenden 70er Jahre mit seiner Leidenschaft für extravagante erotische Accessoires, High Heels und Strümpfe zu kombinieren. Das Ergebnis dieses ebenso erotischen wie anspruchsvollen Projektes versetzte nicht nur die V8-Szene in helle Begeisterung.

Die Liebe zum Detail zeichnet alle Arbeiten von Carlos Kellá aus. Man fühlt es – sei es bei der Auswahl der Accessoires und der erotischen Outfits oder bei der Kombination von Fahrzeug, Location und Modell. Man spürt den kompromisslosen Perfektionismus, der die unvergleichliche Qualität dieser Bilder erst ermöglicht. Charakteristisch sind auch seine ungewöhnlichen Bildkompositionen, die dem Betrachter eine völlig neue Sicht auf die möglichen Facetten der erotischen Fotografie bieten.

Carlos ist immer seinem Konzept des Storytelling treu geblieben. Aus Überzeugung. Denn für ihn ist es nach wie vor eine der reizvollsten fotografischen Techniken, um ganz individuelle Geschichten im Kopf des Betrachters entstehen zu lassen. Einmalige Bilder voller Erotik, Obsessionen und Begierden, aber auch Skurilles und Amüsantes gehört dazu.

Carlos Kellá, Jahrgang 1968, begeistert schon seit Jahren ein anspruchsvolles Publikum mit seinem fotografischen Können und seinem Gespür für den ganz besonderen Augenblick. Zu sehen sind seine Werke u.a. in diversen Veröffentlichungen wie Fotostrecken für Magazinen oder in folgenden Buch- und Kalender-Publikationen:

Bildband „Private Arrangements Part 1“
Postkartenbuch „Erotic to go“
Bildband „Model-Edition Vol. 1“
Wochenkalender „Girls & legendary US-Cars 2009“
Wochenkalender „Girls & legendary US-Cars 2010“
Wochenkalender „Girls & legendary US-Cars 2011“
Bildband „Model-Edition Vol. 2“

Booking & Kontakt:

PA PUBLISHING | MY-PA
Stockmeyerstr. 43 | 20457 Hamburg
Tel.: +49 (0) 40 271 63 69-3 | Fax: +49 (0) 40 271 63 69-9
E-Mail: info@carloskella.de
USt-IdNr.: DE253994942
Web:
http://www.carloskella.de
Webshop:

http://www.my-pa.de

Facebook:

http://www.facebook.com/carloskella

Carlos Kella

Mädchen und Motoren – die Erotik des Carlos Kellá
Der neue Wochenkalender ‚Girls & legendary US-Cars 2011’

Die heimliche Liebe von Carlos Kellá trägt sexy Nylons, geilen Lack, blitzenden Chrom und atemberaubende High Heels. 52-mal gab er sich ihr wieder hin. Mit Leidenschaft und ohne Kompromisse.

Für seinen neuen Wochenkalender „Girls & legendary US-Cars 2011“ hielt der Meister der erotischen Fotografie mit seiner Kamera nicht einfach nur drauf, er hielt inne. So entstanden neue extravagante Kunstwerke an ausgewählten Orten, die den Kunst- und Erotikliebhaber magisch berühren und ihn immer wieder inspirieren. Ob im Werkstattspind oder im Büro der Chefetage, mit Carlos Kellás benzingetriebenem Meisterwerk kommt jede Woche ein neuer erotischer Spirit ins orbitale Bewusstsein des neugierigen Betrachters.

Speziell und einzigartig die amerikanischen Fotomodelle der Marken Dodge, Plymouth, Chevy, Ford und Chrysler, speziell und einzigartig die Fotomodelle der Marken Lady, Bitch, Queen und Pin-up. Dazu gehören u. a. Szene-Größen wie Bernie Dexter (USA), Belle la Donna (DE), Xarah von den Vielenregen (DE), Sandy P. Peng (AT) uvm.

Aber erst die Kernschmelze aus beiden Spezies macht daraus diese unverwechselbare explosive Mischung. Mit Liebe zum Detail, professioneller Inszenierung und leidenschaftlichem Auge überrascht Carlos sein Benzin und Fetisch liebendes Fachpublikum wieder einmal aufs Neue.

„Girls & legendary US-Cars 2011″ – für alle Liebhaber der besonderen erotischen Fotografie jenseits des Mainstreams. Macht süchtig, öffnet Augen und Geist. Jetzt die limitierte Ausgabe bei http://www.my-pa.de sichern.

Produktinformationen:
Titel: Girls & legendary US-Cars 2011
Fotos von: Carlos Kellá

ISBN: 978-3981166378
Format: DIN A3 (42 x 29,7 cm)
Umfang: 55 Blatt (davon 52 Kalenderblätter)
Material: Bilderdruck 150g/m2
Bindung: Wire-O in Silber (zum Umklappen, nicht Abreissen)

Kategorien: Frontpage · Lifestyle · Modern Times · Visual Arts

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