Zu Favoriten hinzufügen
Public Republic random header image

Artist of the Week – Alfonso Gravina

28 Februar, 2011 von · Keine Kommentare

Interview von Dessislava Berndt mit dem Didgeridoo-Spieler Alfonso Gravina

alexandra gravinaa
Alfonso spielt Didgeridoo und Djembe, Ölbergfest, Wuppertal, Foto: Alexandra Gravina

Warum spielst Du Didgeridoo, Fujara, Hang und Komus?

Damit die Menschen in unserem Kulturenraum auch andere Klänge hören und auch wahrnehmen, dass diese Klänge sie miteinander verbinden.

Die Instrumente, die ich spiele sind:
Didgeridoo, Fujara, Hang, Maultrommel (Khomus), Gimbri, Setar, Xiao, Hu lu si, Bawu, Djembe, Satara, Mundbogen, Peuhl und Lure.


Ombelico, Café Ada Wuppertal

Wo hast Du gelernt, diese Instrumente zu spielen und wie kam es dazu?

Also, es fing mit dem Didgeridoo an…
Es ist eine kleine Geschichte: Vor 13 Jahren war ich eines Tages in meinem Friseurgeschäft und dachte darüber nach, ob das alles ist was ich erleben werde und mir schien es ziemlich wenig, ein Leben lang Haare zu schneiden. Wie auch immer. Kurz danach hatte ich einen sehr intensiven Traum. In diesem Traum fuhr ich mit einem Segelschiff über das Meer. Irgendwann angekommen, sah ich rote Erde und links von mir Dünen. Ich entschied mich Richtung Dünen zu gehen und da saß ein Ureinwohner, der in ein langes Rohr pustete. Das war‘s.

a. fischer
Live perfomance “Platons Höhlengleichnis” von Diego Lis, Islandufer Wuppertal, Foto: Andreas Fischer

andreas fischer
Live perfomance “Platons Höhlengleichnis” von Diego Lis, Islandufer Wuppertal, Foto: Andreas Fischer

Am Morgen wachte ich mit einem sonderbaren Gefühl auf und war von dieser Erfahrung vollkommen gefangen. Sechs Wochen später auf einem Stadtfest in Elberfeld (dabei ging es um eine australische Zigarettenmarke) sah und hörte ich das Didgeridoo. Da kam das Gefühl aus meinem Traum hoch. Natürlich kaufte ich mir sofort ein Bambus-Didgeridoo und nahm Unterricht bei Dirk Mannfeld in Duisburg. Ab da hat mich diese archaische Musik vollkommen in ihren Bann gezogen. Darauf folgte die Fujara (eine slowakische Hirtenflöte), die ich mir selber beigebracht habe und der Rest entwickelte sich von selbst. Unterricht nahm ich bei den Saiteninstrumenten und bei der Djembe.


Wuppertal 24Stunden live, Trinkwasserbehälter

Wie sehen die Pläne für 2011 aus? Gibt es besondere Termine?

Ich werde meine Solo-CD aufnehmen, bei der die einzelnen Instrumente deutlich zu hören sein werden. Im Mai nehme ich an einen Weltrekordversuch teil, bei dem es darum geht, eine Komposition von mehreren hundert Didgeridoo-Spielern zu vereinen.

giuliano gravina
Feier zum 150-jährigen Jubiläum des Kölner Zoo, Foto: Giuliano Gravina

Wer ist Ombelico und wie ist die Idee dazu entstanden? Was bedeutet der Name?

Ombelico ist kreativ, inspirierend, energiegeladen und bedeutet „Bauchnabel“. Dieses Projekt wurde 2003 von mir ins Leben gerufen. Die Idee ist, verschiedene Musikkulturen zu vereinen und zwar nicht unter dem Deckmantel Weltmusik. Musiker aus jeder Kultur sind dabei als Gäste willkommen.

Die Musik soll sich melodisch vermischen, sich verbinden und es soll eine Klangentfaltung entstehen, die durch den Bauchnabel fliest und wirkt. Das bedeutet, dass jeder Mensch mit Ombelico sich selbst spürt und sich mit allen anderen Menschen und Natur verbunden fühlt. Und das egal aus welcher Kultur er auch immer abstammen mag.

01

10
Wuppertal 24Stunden live, Trinkwasserbehälter, Fotos: D. Berndt

Was gefällt Dir an Wuppertal?

Wuppertal zwingt uns genauer hinzuschauen; die Stadt hat viel Charakter und Schönheiten zu bieten. Natur wie auch Kultur sind hier in Überfluss. Das gefällt mir besonders.

Was bedeutet Musik für Dich?

Auch wenn laute Töne klingen, soll man sich auf den feinen Klang im Herzen konzertieren (Upanishad).

„Wer das Geheimnis der Töne kennt, kennt auch das Mysterium des ganzen Weltalls“ (Hazrat Inayat Khan). Ich muss ihn zitieren, da es keinen anderen gibt, meiner Meinung nach, der besser beschreiben kann was für mich Musik bedeutet.

Das Wunderbare an Musik ist, dass man durch diese unabhängig vom Denken zu Konzentration und Meditation gelangen kann. In diesem Sinne überbrückt sie die Kluft zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen Form und Formlosigkeit. „Wenn irgendetwas existiert, was mit dem Verstand fassbar und wirklich vorhanden ist, aber gleichzeitig keine Form hat, so ist das Musik“ (Hazrat Inayat Khan).

Gibt es Kooperationen/Konzerte mit anderen Musikern?

Ja, immer und diverse Konzerte sind in Planung.

P1050274
Wuppertal 24Stunden live, Trinkwasserbehälter, zusammen mit Marvin Dillmann, Foto: D. Berndt

Wovon träumst Du?

Ich lebe gerade meinen Traum.


Wuppertal 24Stunden live, Trinkwasserbehälter, zusammen mit Marvin Dillmann

Was machst Du in der Freizeit?

Alles was Spaß macht.

Wo sind die nächsten Live-Auftritte?

In den Elba Hallen an der Moritzstrasse in Wuppertal. Auf dem Hof sind monatliche Ombelico-Konzerte geplant und zwar vom Mai bis September 2011.

Alfonso Gravina wurde 1967 geboren und wuchs in Kalabrien, Italien auf. Heute lebt und arbeitet er in Wuppertal.
Alfonso spielt Didgeridoo, verschiedene Flöten, darunter die slowakische Hirtenflöte Fujara, das Hang, eine runde und an einen Ufo erinnernde Klangschale, Maultrommeln verschiedener Kulturen, darunter die Khomus (Maultrommel aus dem Altaigebirge) und verschiedene Saiten und Schlaginstrumente.

www.ombelico-music.de

Kategorien: Allgemein · Art Café · Frontpage · Szene · Um die Welt · Visual Arts

Tags: , , , ,

Keine Kommentare bis jetzt ↓

  • Noch hat keiner kommentiert. Machen Sie den Anfang!

Kommentar schreiben