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Artist of the Week — Angelika Rinck

27 Oktober, 2011 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Petya Hristova mit der Künstlerin Angelika Rinck

angelika rinck

Angelika Rinck: “Die Grenzen meines Schaffens habe ich noch nicht erreicht und ich hoffe, dass dies auch so schnell nicht geschehen wird. Man muss für alles offen sein.”

Wer ist Angelika Rinck? Was für Botschaft vermittelt sie durch ihre Kunst?

Angelika Rinck, Malerin und Designerin, wurde 1950 in Hamburg-Bergedorf geboren. Sie lebt und arbeitet in Hamburg-Winterhude.

aufmeinerinsel

Meine, überwiegend großformatige und ausdruckstarke Bilder, vermitteln Lebensfreude, Ruhe und Gelassenheit.
Mein Anliegen ist es, die Einzigartigkeit und die Schönheit der Natur, in ihrer expressiven, eigenwilligen Ausdrucksform festzuhalten, und weiter zu geben.

Wann haben Sie eingesehen, dass Sie sich der Kunst hingeben werden?

Schon als Kind habe ich viel und intensiv gemalt. Begeistert war ich schon damals, von den farbintensiven Bildern des Malers Franz Marc. Die Erkenntnis, dass ich Malerin werden möchte kam damit sehr früh in meinem Leben. Die Umsetzung aber sehr viel später.

bambus

1984 Studium der Malerei in der Hamburger Kunstschule JAK
1989-1991 Studium der Malerei bei Gerda Reichert. Prof. an der Fachhochschule – Hamburg
Studienreisen an die Adria, Mittelmeer und in die Schweiz. In der Schweiz Zusammenarbeit, mit dem Maler und Bildhauer KARL-LUCAS HONEGGER und Bildhauerin SYLVIA SPYCHER.

Ab 1990 Selbständig in den Bereichen Innenarchitektur, Design, Malerei.

Ab 1998 Ausschließlich als freischaffende Kunstmalerin tätig.

georgiaII

Die Motive Ihrer Werke wandelten sich mit der Zeit, aber die Natur ist im Zentrum Ihrer Bilder geblieben. Wie sind Sie der Versuchung widerstanden, sich mit anderen Themen zu beschäftigen?

Die Natur inspiriert mich immer wieder, da sie ein weites Spektrum der Formen und Farben bietet, die ich für die konstruktive Umsetzung für meine Werke benötige. In der Umsetzbarkeit gerade dieser Formen, Farben und der Nuancen habe ich meinen eigenen Stil gefunden. Ich lasse mich von „schnelllebigem“ Stilrichtungswechsel nicht beeinflussen.

kamen

Sie sind viel gereist. Welcher Ort, welcher Zeitpunkt oder welches Ereignis hatte die größte Auswirkung auf Ihr Schaffen?

Allgemein bin ich sehr stark durch den Süden Europas (Levante) beeinflusst worden. Insbesondere meine vielen Reisen an die Kroatische Küste. Die Adria hatte wohl die größte Auswirkung auf meine Arbeiten. „In der Ruhe liegt die Kraft“ – und die finde ich am Meer.

kuerbisfenster

Wie gehen Sie mit den Farben um, welche Einstellung haben Sie dazu? Geben sie Ihre Emotionen wieder?

Farben drücken per se schon Emotionen aus. Daher brauche ich alle Farbnuancen, je nach Sujet. Gelb drückt Heiterkeit und Sonnenwärme aus, Rot die Vitalität und Stärke, Blau und Grün drücken Harmonie und Entspannung aus. An mir liegt es jedoch, diese Komposition in ein Ganzes umzusetzen.

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Wer oder was inspiriert Sie?

Die Inspiration für meine Werke beziehe ich im weitesten Sinne aus der Natur. Ob es die Muscheln sind, die Steine, Zitronen, Oliven oder ganz banale Dinge wie eine einzelne Blume am Straßenrand. Inspiration findet man überall… Man muss nur eines tun, die Augen offen halten.

Ebenso hatte ich ein sehr großes Vorbild. Georgia O’Keeffe, US Malerin, die genau dieses immer wieder mit ihren Bilder ausgedrückt hat…gehe mit offenen Augen durch diese Welt.

mohnfenster

Haben Ihre Malkurse Ihnen geholfen, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen?

Ja, teilweise, doch selbstverständlich gilt dies nur für die Fähigkeiten. Die Grenzen meines Schaffens habe ich noch nicht erreicht und ich hoffe, dass dies auch so schnell nicht geschehen wird. Man muss für alles offen sein.

orangentreppe

Interessieren Sie sich für andere Kunstformen? Welche sind Ihre Lieblingsbücher, Lieblingsfilme und Lieblingsmusik?

Natürlich. Musik und Theater. Musikalisch sehe ich mich im Bereich Jazz und instrumentale Musik aller Couleur. Zur Entspannung lese ich gerne und viel. Genre: mäßig Kriminalromane, aber auch, was nahe liegend ist, sehr viele Kunstbücher.

redpapyrus

Welche ist die größte Befriedigung und die größte Herausforderung für Sie als Künstler?

Die größte Befriedigung für mich als Künstlerin ist, wenn Kunstinteressierte, Kunstliebhaber und meine zahlreichen Kunden begeistert von meinen Werken sind und immer wieder sehr gerne zu meinen Ausstellungen kommen.

rosentraum

Die größte Herausforderungen sind die, mit allen künstlerischen Freiheiten ausgestattete, Auftragsarbeiten der Kunden. Diese Herausforderung wird, dies bestätigen mir die Kunden immer wieder, meisterlich bewältigt.

steinlandschaft

wasserperlen

zitronenstufen

PROFIL

1984-1988
Sie findet ihr Grundmotiv “DIE NATUR”. und beschäftigt sich mit Flora und Wasser, fertigt Landschaftsstudien in Bleistift, Buntstift und Kohle an. Aquarell wird ihr bevorzugte Technik, die sie auf Seide umsetzt und sich hier die höchste Fertigkeit erarbeitet. Seide, die nicht als Medium der angewandten Kunst dient, sondern der freien Malerei.

1989-1991
Nach ihren Aufenthalten an der Adria wandeln sich ihr Motive. Das Sujet wird reduziert, sie setzt Kontraste in dem sie architektonische Objekte und Natur-objekte polarisieren lässt. Die Farben und Motive erlangen eine surrealistische Anmutung. Sie schließt den Zyklus der Arbeiten auf Seide ab und es entstehen einige Collagen aus Seide.

1992-1993
Nach einer kurzen Rückkehr zum Aquarell auf Seide, in dem sie sich mit Blumen-, Blüten- und Fruchtmotiven beschäftigt, entstehen nun die für sie typischen Bilder. Bilder der Sehnsucht und südlicher Besinnlichkeit. Jaxonkreide und Tinte auf Papier sowie Acryl auf Leinwand werden nun ihre bevorzugten malerischen Mittel. Die Arbeiten strahlen eine heitere Stille aus. Sie erregen ein Bedürfnis nach Meditation. Die, in den südlichen Regionen vorgefundene, Lebensart inspiriert sie zusätzlich. Die Ruhe, Lebensfreude und Kraft, die sie dort schöpfte, fließen in großem Masse in ihre Werke ein. Bewusst lässt sie Nebensächlichkeiten weg und konzentriert sich ganz auf das Wesentliche, so dass ihre Bilder dadurch eine große Ausdruckskraft erlangen.

Eine reduzierte Palette aus klaren Pigmentfarben unterstreicht ausdrucksvoll die Motive. Angelika Rinck, eine leidenschaftliche Malerin, die schon sehr früh ihr Passion erkannte und dieser seit fast fünfundzwanzig Jahren konsequent folgt. Ihre Kreativität setzt sie auch in ihrer Arbeit als Designerin um. Beide Bereiche ergänzen sich und schaffen neue Räume der Kreativität.

1994-2001
Nach erneuten Studienreisen, die sie an die Adria und in die Schweiz führten, findet sie ihre Inspiration in Licht, Wasser und Flair des Levante-Raumes. In der Schweiz kommt sie mit dem Maler und Bildhauer KARL LUKAS HONEGGER, sowie der Bildhauerin SYLVIA SPYCHER zusammen. Das Wasser, ein vorherrschendes Element, dominiert in Ihren Werken. Ihr Werk “DIE WELLE” ist ein Synonym der Lebensfreude und Kraft. Es ist inzwischen zum Markenzeichen geworden.

2002-2011
Ihr Vorbild findet sie in der amerikanischen Malerin GEORGIA O’KEEFFE. Das Motto der Amerikanerin macht sie sich zu eigen: “Das weite, strahlende Himmelsblau wird es immer geben, auch nach allem Zerstörungswerk des Menschen”.

AKTUELLE AUSSTELLUNG

LEVANTEHAUS
Hamburg
Mönckebergstrasse 7
20099 Hamburg

Dauer:
6. Juli bis 29. Oktober 2011
Geöffnet:
Dienstag-Freitag 12:00 bis 19:00 Uhr
Sonnabend 12:00 bis 18:00 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung

Kategorien: Frontpage · Visual Arts

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