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Artist of the Week – Axel Zwingenberger

28 April, 2010 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Dessislava Berndt mit dem Boogie-Wooge-Pianisten Axel Zwingenberger

Zwingenberger

Das XII. Internationale Jazz Festival in Bansko endete am 13.08.2009. Die diesjährige Ausgabe des Jazz Festivals bereicherte mein Leben mit zwei unvergesslichen Bekanntschaften: mit dem Stil Boogie-Woogie und seinem besten Botschafter zurzeit – Axel Zwingenberger.

Zwingenberger

Dank eines Zufalls hatte ich das Glück für den aus Hamburg stammenden Musiker bei der angesetzten Pressekonferenz zu dolmetschen. Tief beeindruckt vom Menschen Zwingenberger erwartete ich mit Spannung seinen Auftritt am Abend. Ich war gespannt, ob seine Musik so bewegend ist wie seine Persönlichkeit und seine Erfahrungen. Schließlich war dies mein erster Kontakt mit Boogie-Woogie…
Wenn Sie mehr über Boogie-Woogie und Axel Zwingenberger wissen möchten, lesen Sie mein Interview mit dem Boogie-Woogie-Pianisten Nummer 1 in der Welt.

Axel Zwingenberger wurde in Hamburg geboren und spielt Blues- und Boogie-Woogie-Piano. Er hat elf Jahre klassischen Klavierunterricht genommen. Sein erster Boogie-Woogie Auftritt war 1973. Seitdem hat er mehr als 4000 Konzerte in ca. 50 Ländern auf vier Kontinenten gegeben, 29 CDs unter eigenem Namen mit über 200 eigenen Kompositionen veröffentlicht und mehr als 500.000 Stück Tonträger verkauft.

Zwingenberger

Axel, Dein Terminkalender ist voll mit Terminen für Auftritte in der ganzen Welt. Wie kam es zur Einladung zum Bansko Jazz 2009?

Ich habe schon einmal 2001 beim Bansko Jazz gespielt und dann bekam ich von der Festivalleitung die erneute Anfrage, ob ich 2009 wieder in Bansko spielen würde.

Zwingenberger

Wie sind Deine Eindrücke von diesem zweiten Besuch in Bulgarien? Gefällt es Dir hier und würdest Du wieder kommen?

Die Eindrücke sind wieder sehr erfreulich: schöne Landschaft, sehr angenehme, gastfreundliche Menschen! Da es mir in Bulgarien gefällt, bin ich 2009 gerne wiedergekommen und 2010 wird es ja einen erneuten Auftritt in Bansko geben.

Der Stil Boogie-Woogie ist ein Teil des Blues und kommt aus den USA. Das Klavier wiederum ist ein klassisches europäisches Instrument. Wie kam es dazu, dass Du ausgerechnet Boogie-Woogie am Klavier spielen wolltest?

Weil Boogie-Woogie die heißeste Musik ist, die je für das Klavier erfunden wurde! Mich begeistern die Rhythmik, der Klang des Boogie-Woogie, der aus dem Blues stammt, der Drive und die Möglichkeit, sehr viel frei zu improvisieren. Das alles an dem Instrument, mit dem ich schon als Kind aufgewachsen bin. So ist der Boogie-Woogie zu meiner musikalischen Sprache geworden, obwohl er nicht aus Europa, sondern den USA kommt.


Lila Ammons & Axel Zwingenberger – Live in Düsseldorf, 2009

Deine neue CD „Lady sings the Boogie-Woogie“ nahmst Du mit Lila Ammons, die Enkelin vom Boogie-Woogie-Pianisten Albert Ammons, auf. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr und welche Songs erwarten uns auf der CD?

Zwingenberger

Lila ist eine wunderbare Sängerin, die ausdrucksvollen Blues mit tollem Timing verbindet, ideal, um Boogie-Woogie vorzutragen. Gemeinsam pflegen wir das musikalische Erbe, welches ihr Großvater Albert Ammons mitgeprägt hat, nämlich den “klassischen” Blues und Boogie-Woogie. Ihr könnt die Zusammenarbeit auch “live” erleben, nämlich beim Bansko Jazz 2010!

Zwingenberger

Du hast große Freude, mit musikalischen „Gesinnungsgenossen“ auf die Bühne zu gehen. Wo und mit wem hast Du bis jetzt gespielt?

Mit sehr vielen, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann, z. B. Lionel Hampton, Big Joe Turner, Champion Jack Dupree, Jay McShann, Sippie Wallace, Mama Yancey, Big Jay McNeely, Bill Wyman…

Aktuell spiele ich mit “The ABC&D of Boogie-Woogie” regelmäßig zusammen, mit dem englischen Pianisten Ben Waters, dem Bassisten Dave Green und Charlie Watts, dem Schlagzeuger der Rolling Stones, an den Drums. Ich war in über 50 Ländern seit über 35 Jahren und bin gerade von einer Japan-Tournee zurück.

Zwingenberger

Findet die Konzertserie „Axel Zwingenberger presents Boogie-Woogie Greats“ in regelmäßigen Abständen statt? Für wann, wo und mit wem ist die nächste Konzertserie geplant?

Solche Konzertserien mache ich seit Jahrzehnten immer wieder. Aktuell bin ich häufig mit Lila Ammons unterwegs, aber es gibt auch immer wieder Projekte mit anderen musikalischen Freunden, so mit meinem Bruder Torsten Zwingenberger am Schlagzeug, mit Vince Weber an zwei Flügeln usw.; da sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, wobei der Fokus immer auf dem klassischen Blues und Boogie-Woogie liegt.

Zwingenberger

In 2004 hat die österreichische Post die Briefmarkenserie „Axel Zwingenberger spielt Boogie-Woogie“ veröffentlicht. In 2007 wurdest Du in den USA in die „Boogie-Woogie Hall of Fame“ aufgenommen. Welche Auszeichnung hat für Dich eine besondere Bedeutung?

Ich freue mich jedes Mal über eine solche Auszeichnung, aber ich jage ihnen nicht hinterher. Hauptsache ist, man behält die Freude am Musizieren, und die habe ich!

Zwingenberger

In 2008 hattest Du gemeinsam mit deinem Bruder Torsten Zwingenberger 35-jähriges Bühnenjubiläum. Wie habt ihr gefeiert?

Mit einigen gemeinsamen Konzerten, die in diesem Jahr verstärkt stattfanden. Aber wir spielen ohnehin immer wieder gerne zusammen, das hängt nicht an einem Jubiläumsdatum.

Würde der Stil Boogie-Woogie mit anderen harmonieren? Könntest Du Dir vorstellen Boogie-Woogie mit z.B. bulgarischer Volksmusik oder spanischen Klängen zu vermischen und zu spielen?

Für eine ungezwungene Session kann das ganz reizvoll sein. Ich bin aber kein großer Anhänger von “Weltmusik”-Konzepten, die alle möglichen Stilistiken wie in einem Baukasten zusammenwürfeln, sondern habe die authentischen Stilformen nach wie vor sehr gerne. Zumal auch im Blues und Boogie-Woogie diese authentischen Stile nur von wenigen gepflegt werden.

Wie sehen Deine Pläne bis Ende 2010 aus?

Konzerte, Tourneen, der Kalender wird ziemlich voll!

Axel, vielen Dank für das Interview! Wir sehen uns in Bansko wieder!

http://www.boogiewoogie.net/

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Kategorien: Art Café · Frontpage · Szene

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