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Artist of the Week – Daniel Hofer

26 September, 2012 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Anelia Stoyanova mit Daniel Hofer

Daniel Hofer

Geboren 1982, Fotografie Studium in Dortmund bei Prof. Susanne Brügger. Aufenthalte in New York und Südamerika, jetzt als freischaffender Fotograf von Berlin aus tätig.

www.danielhofer.com

Warum ist Fotografie für Sie persönlich und beruflich so wichtig?

Weil ich davon mein Leben bezahle – und weil sie immer mal wieder sehr sehr viel Spaß macht.

Was gefällt Ihnen am meisten in Ihrer Arbeit?

Dass ich Herr meiner eigenen Arbeit bin, dass ich Einblicke in verschiedenste Themen und Bereiche bekomme, und dass nach viel harter Arbeit ab und zu ein paar Fotos entstehen, von denen ich denke, dass sie Bestand haben und einfach langfristig da sind und mich glücklich machen.

Bestimmte Fotografien haben da einen ganz besonderen Wert für mich.

Daniel Hofer

Was bewerten Sie als wirklich schwierig beim Fotografieren?

Wenn ich Portraits mache ist es schwierig, den richtigen Augenblick abzupassen, indem der oder die Portraitierte nicht mehr für die Kamera „post“, nicht mehr einen nur für die Kamera aufgesetzten Gesichtsausdruck hat.

Manchmal gelingt das mehr, manchmal weniger. Und schwieriger als das Fotografieren ist oft der anschließende Auswahlprozess, wo es um Nuancen geht und man aus dem gewonnen Material dann eine treffende Auswahl treffen muss.

Daniel Hofer

Daniel Hofer

Was ist das Lieblingsobjekt ihrer Kamera?

Tendenziell Menschen, aber auch Interieurs, Landschaften.

Ich habe schon bemerkt, dass Sie Porträtfotografie bevorzugen. Wie inspirieren Sie die Menschen? Was für andere Inspirationsquellen haben Sie?

Manchmal rede ich sehr viel mit den Menschen, die ich fotografiere, versuche, einen Anknüpfungspunkt zu finden. Somit vergisst dann der Portraitierte die manchmal „künstliche“ Fotosituation, die Menschen sind dann entspannter und es gelingen intimere, vielleicht sogar authentischere Portraits.

Unabhängig davon sind für mich hauptsächlich Zeitungen und Zeitschriften sowie Sachbücher Inspirationsquellen, ich lese viel.

Daniel Hofer

Durch Ihre Kunst stellen Sie verschiedene Menschen und Kulturen vor. Wie fasziniert Sie das Fremde?

Die Herausforderung ist es, den Betrachter heute noch zu überraschen, es gibt wahnsinnig viele Fotos, Dokumentationen etc. und online ist immer alles schnell verfügbar, geliked, gepostet.

Dem Fremden, neuen kommt man so aber nur sehr oberflächlich nahe. Mit meiner Kamera versuche ich hingegen, mich tiefgreifender, intensiver mit einem Thema, einer Gegend auseinander zu setzen.

Daniel Hofer

Alltägliches langweilt mich schnell, es ist wohl meine neugieriges, rastloses Naturell, was mich immer mal wieder weit weg zieht, um etwas Neues, Fremdes zu erfahren. Außerdem ist die deutsche Perspektive auf die Welt doch eine sehr spezielle, es gehört zu den reichsten und politisch stabilsten Ländern der Welt.

Wenn man aber mehr über diese Welt und die Zusammenhänge erfahren möchte, muss man raus und vor Ort schauen, wie das Leben am anderen Ende des Globus aussieht.

Daniel Hofer

Erzählen Sie etwas Interessantes aus Ihrer Erfahrungssammlung als Fotograf!

Eine für mich sehr schöne Erfahrung ist, dass jeder Betrachter meine Bilder für sich entdecken kann und 2 Personen manchmal was ganz unterschiedliches in den Fotografien sehen. Fotografie kann ein sehr offenes Medium sein.

Daniel Hofer

Sie haben schon an einem Diplomprojekt über Bolivien gearbeitet und auch zu diesem Thema das Buch „Salar“ ausgestellt. Welche Eindrücke haben Sie aus Bolivien?

Die Bolivianer gehen mit ihrem sozialistischen Präsident Evo Morales einen sehr eigenen Weg, versuchen auf Ihre Weise, das arme Land mit den großen Bodenschätzen nach vorne zu bringen.

Diesen Weg finde ich bemerkenswert, obwohl ich auch die Schwierigkeiten sehe. Das Land selber ist immer eine Reise wert!

Daniel Hofer

Wovon träumen Sie? Verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel?

Mein Ziel ist es, Menschen mit meinen Fotos zu begeistern und neugierig zu machen. Ich finde es spannend, dass ich den Betrachtern mit meinen Fotoprojekten Themen näher bringen kann, von denen er ansonsten vielleicht kaum etwas mitbekommen hätte.

Daniel Hofer

Woran arbeiten Sie jetzt? Könnten Sie uns bitte ein bisschen mehr darüber erzählen?

Es gibt einige Ideen, aber noch keine festes neues Projekt.

Würden Sie etwas den Public-Republic-Lesern sagen?

Dass man sein Leben nicht mit einem Job verbringen sollte, den man nur wegen des Geldes macht.

Daniel Hofer

Kategorien: Allgemein · Frontpage · Visual Arts

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