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Artist of the Week – Gella Scheven

9 November, 2015 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Dessislava Berndt mit der Sängerin Gella Scheven

Jeder, der Musik liebt, verfolgt wahrscheinlich mit Spannung die fünfte Staffel der Sendung „The Voice of Germany“, bei der Stefanie Kloß, Rea Garvey, Michi Beck und Smudo sowie der neue Coach Andreas Bourani Talente entdecken und für den Kampf um den Titel „The Voice of Germany“ coachen.

In das Team von Rea Garvey hat es auch die 26-jährige Fotografin und Sängerin Gella Scheven aus Wuppertal geschafft. Mit einer Version von “Everytime” von Britney Spears verzauberte sie nicht nur Rea und Steffi Kloß. Auch Michi Beck von Den Fantastischen Vier meinte: “Da sieht man dieses zauberhafte Geschöpf, das man gehört hat, auch vor sich stehen”.

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Gella Scheven, Foto: www.whatayoufulpicture.de

Unsere Redaktion war ebenfalls beeindruckt vom Talent und der Ausstrahlung der jungen Künstlerin und beschloss, sie persönlich zu treffen und unseren Lesern vorzustellen.

Gella kommt aus einer musikalischen Familie, arbeitet als Fotografin mit ihrem Mann zusammen, singt regelmäßig bei diversen Veranstaltungen, schreibt selber Songs und hat dieses Jahr eine EP aufgenommen. Über all dies und natürlich über ihre Erfahrung bei „The Voice of Germany“ sprach sie mit uns.

Wir haben eine intelligente, charmante und sehr aufmerksame Gella erlebt und sagen: Vielen Dank für das tolle Gespräch liebe Gella und viel Erfolg bei „The Voice of Germany“!

Gella, wie kamst du auf die Idee, dich bei „The Voice of Germany“ zu bewerben?

Ich selber hätte mich glaube ich nicht getraut, mich zu bewerben. Ich war schon seit mehreren Jahren immer wieder mal irgendwo angemeldet, aber bin nie hingegangen. Mein Mann hat mich angemeldet und ich meinte das canadian online casino slots passt jetzt, aber ein Tag vor dem Casting dachte ich, ich gehe nicht hin. Und dann bin ich aber doch gegangen und es hat geklappt.

Als sie das erste Mal meinen Namen ausgerufen hatten, dachte ich, dass es ein Fehler ist oder ich habe etwas falsch verstanden. Aber dann von Station zu Station kommst du weiter, hast Lust und freust dich, dass du weiterkommst. Denn nur 130 Kandidaten schaffen es zu den Blind Auditions.

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Geschafft! Foto: privat

Daher tut es auch so weh, wenn jemand rausfliegt, weil er oder sie die vielen Auswahlrunden vorher geschafft hat und sich viele Gedanken gemacht hat. Als Zuschauer bekommt man nicht mit, wie viel die Kandidaten vorher geleistet haben.

Wie hast du erfahren, dass du dabei bist?

Manche werden persönlich überrascht, aber ich hatte eine E-Mail bekommen und habe mich richtig gefreut. Ich war in der Stadt, habe die E-Mail gelesen und dachte: „Oh, es kann nicht sein, ich darf zu den Blind Auditions. Das ist doch verrückt.“

Wie ging es danach weiter?

Wir sind ein paar Tage vorher angereist. Es war voll schön, weil wir die anderen Kandidaten kennengelernt haben und zusammen Musik gemacht haben. Uns wurde auch alles gezeigt wie z.B. der Weg zur Bühne, damit man sich nicht verläuft und man wurde mit dem Mikro vertraut gemacht. Du bist sowieso aufgeregt und die Organisatoren tun alles, damit du dich in der ganzen neuen Umgebung wohl wühlst. Aber obwohl uns alles gezeigt wurde, bei dem Auftritt fühlte ich mich wie im Traum.

Der Auftritt von Gella mit “Everytime” bei “The Voice of Germany”

Und was mich richtig überrascht hat ist, dass es zwischen den ganzen Sängern kein Konkurrenzdenken gibt. Wir schreiben uns jeden Tag bei Whatsapp und das ist wirklich cool. Man gönnt es jedem zu gewinnen. Das hätte ich nicht gedacht.

Wenn man als Zuschauer die zum Teil sehr jungen Menschen auf dieser Riesenbühne sieht, denkt man wie schaffen sie es so professionell aufzutreten, nicht zu patzen und den Text zu vergessen. Wie war es bei dir?

Bei mir war es so: ich bin auf die Bühne, dann habe ich erstmal gelacht, da ich den Weg nicht so gut gefunden hatte, dann habe ich die ganzen Leute angeschaut und habe versucht nicht zu weinen; dann habe ich das Klicken gehört „klick, klick, klick“ und in dem Moment, wo ich anfing zu singen, merkte ich wie zittrig ich war und wurde total nervös.

Dann machst du aber die Augen zu und merkst nichts mehr. Da habe ich ein paar Sachen anders gesungen als ich wollte. Aber du merkst nicht alles was passiert, du tust es einfach. Als ich sang öffnete ich meine Augen kein Mal. Als ich sie öffnete, dachte ich: “DAS KANN NICHT SEIN”. Ich war so froh, dass sich zwei Coaches umgedreht haben, weil ich dachte, dass ich nicht weiter sein würde:)

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Foto: SAT1/ProSieben, Claudius Pflug

Warum hast du dich für Rea entschieden?

Ich habe mich für ihn entschieden, weil ich denke, dass er den Menschen hinter dem Auftritt sehen kann. Die Fanta Jungs finde ich auch richtig gut, sie sind super lustig und ich mag sie. Sie sind hinter der Kamera genauso wie vor der Kamera. Sie sind so sympathisch.

Ich habe mir Gedanken im Vorfeld gemacht und ich finde, dass Rea mehr sieht. Beim Auftritt kannst du nur eine Facette von dir zeigen. Bei dem Auftritt hast du nur ein Lied und die Töne, die bei diesem Lied rauskommen. Aber es gibt noch viel mehr was du machen kannst, aber man hört es nicht in diesen 90 Sekunden. Ich dachte aber, er kriegt es hin und dass er sich dafür interessieren wird, wer der Künstler dahinter ist. Ich finde, dass Musik mehr ist als nur gut singen zu können. Es ist schon wichtig, dass man auch eigene Gedanken und Ideen hat, eigene Lieder schreibt, Dinge nicht abklatscht und Kopie von irgendetwas ist, sondern dass man selber Künstler ist.

Außerdem hat Lina Arndt, die letztes Jahr im Finale war, mein Herz erobert und ich dachte, wenn er sie mitgenommen hat und ihre leisen Töne den anderen vorgezogen hat, dann finde ich ihn toll.

Was bedeutet Musik für dich?

Mein Papa singt, meine Mama singt, meine fünf Brüder singen, meine Cousins und Cousinen singen. Eigentlich ist es so, dass Musik immer ein Hauptbestandteil meines Lebens gewesen ist. Seit ich Kind war, wollte ich Sängerin werden. Ich finde, dass Musik eine total schöne Ausdrucksform hat und keine Grenzen kennt. Du kannst alles raus lassen, was Du in deinem Kopf und deinem Herz hast. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, außer die falschen Töne natürlich. Du kannst alles was dich bewegt damit so schön weitertragen. Es gibt nichts, was mich so emotional bewegen kann wie Musik.

Gella – Cinematic Orchestra- To Build a Home (Cover) from Tommy Friesen on Vimeo.

Mit wem von den The Voice-Talenten würdest du gern zusammen arbeiten?

Ich liebe die Stimme von Mishka Macková und so wie sie als Person ist. Mit ihr würde ich auf jeden Fall etwas machen. Cihan Morsünbül finde ich auch richtig, richtig gut. Er ist so ein witziger Typ.

Joshua Harfst finde ich auch toll und bin Fan von ihm. Mit Mary Summer habe ich mich auch super gut verstanden. Ich bin sehr beeindruckt von ihr und ihrer Stimme.

Ansonsten liebe ich es mit meinem Bruder zu arbeiten, Pala Friesen. Ich finde es gut, wenn man Musik zusammen macht, der Musik wegen und weil man sich versteht und nicht weil man einen Namen hat.

Brooke Fraser ist ein Musikvorbild für mich, aber sie ist ja weit weg.

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Gella Scheven, Foto: www.whatayoufulpicture.de

Was ist für dich wichtiger, Musik oder Familie?

Menschen sind auf jeden Fall immer wichtiger. Aber ohne Musik wäre ich unglücklich. Es geht gar nicht darum, dass dich jeder Mensch gut findet. Selbst wenn ein paar Leute sagen würden, dass sie meine Musik gut finden, wäre es voll schön.

Wie kam es zur EP und zu dem Video von „Heart & I“?

Ich habe schon immer Lieder geschrieben und wollte so etwas machen. Aber ich habe immer gewertet, dass es perfekt ist. Mein Mann hat aber gesagt: Gella, jetzt machen wir das, wir nehmen es auf.“ Ich habe ganz viele Ideen und bin die Träumerin und mein Mann ist mehr der Businesstyp, so dass wir uns ganz gut ergänzen.

Und ich hatte voll Glück, dass ich so viel Unterstützung von meinem Bruder und von Freunden bekommen habe. Wir haben uns einen Zeitplan gemacht und dann Lied für Lied aufgenommen. Es ist eine Verschwendung, wenn man etwas hat und nicht macht.

“Heart & I” – die EP von Gella bei iTunes

Du wohnst jetzt in Wuppertal? Wie kam es dazu?

Ich komme eigentlich aus Bremen und bin bereits mit 19 Jahren nach Berlin gegangen. Aber weil mein Mann hier studiert, bin ich nach Wuppertal gezogen.

Aber ich liebe Berlin. Jeder Stadtteil ist anders und es ist für jedem was dabei. Ich mag es wenn es multikulturell ist. In Berlin kannst du jeden Tag etwas anderes erleben, auch ohne viel Geld auszugeben. Du musst nur offen für alles sein.

Was gefällt dir in Wuppertal?

Wuppertal ist auf den ersten Blick nicht so schön. Aber durch das Fotografieren hat man viele schöne Ecken entdeckt. Eigentlich ist Wuppertal total grün, hat total schöne Gebäude und versteckte Schätze – wie das Luisenviertel – die man suchen muss. Ich glaube aber, dass Wuppertal gerade am aufblühen ist. Wuppertal ist sehr vielseitig – Beyenburg ist z.B. ganz, ganz anders als Elberfeld. Das mag ich. Und zum Fotografieren hast du überall irgendwelche Kulissen.

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Wuppertal-Beyenburg, Fotos: desenze

Es ist natürlich trotzdem nicht Berlin. Für mich geht nichts über Berlin was Städte angeht. Dort mag ich das Gefühl von „frei sein“ sehr. In Berlin kannst du aber auch aufhören zu denken, da du so viele Eindrücke und Reize von außen bekommst. Dann weißt du nicht was los ist in dir, du entfernst dich von dir selbst.

Aber in Wuppertal mag ich die Schwebebahn. Und wenn du auf irgendeinen Balkon stehst, hast du über und unter dir Gebäude, weil es so bergig ist.

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Die weltbekannte Wuppertaler Schwebebahn, Fotos: desenze

Gella, du bist auch als Fotografin sehr erfolgreich. Was ist wichtig für ein gutes Foto?

Ich finde, dass man bei einem guten Foto den Menschen dahinter sieht. Es ist nicht wichtig, einen schönen Mann oder eine schöne Frau einfach zu fotografieren. Man muss sich mit dem Menschen auseinandersetzen soweit es geht und herausfinden wer diese Person ist und welche Ausstrahlung sie hat. Ich würde es mir wünschen, genau das einfangen zu können.

Ich würde mir wünschen irgendwann Fotos von Menschen zu haben, bei denen man mit einem Blick etwas über ihre Geschichte erfährt. Es ist wichtig dafür, seine Augen aufzumachen. Man muss auch Dinge ausprobieren, wenn die Technik vielleicht nicht so perfekt ist, aber der Moment, dann muss man ihn einfach festhalten. Es ist mir persönlich wichtig, dass sich die Person dabei wohl fühlt und nach Hause mit dem Gefühl geht, dass sie als Person erkannt und wahrgenommen wurde.

Wovon träumst du?

Ich träume davon, dass ich mein Leben gestalten möchte ohne Vorgaben, ohne dass ich mich in eine gesellschaftliche Form pressen lassen müsste, machen könnte was ich schön finde, komplett aus der Kreativität heraus leben könnte. Ich glaube die Menschen sind unterschiedlich und jeder hat seinen Platz. Ich brauche die Abwechslung und ich muss Dinge mit dem Herzen tun. Ich glaube, dass ich geboren wurde, kreativ zu sein.

Ich wünsche mir, dass mein Leben spannend und ein Abenteuer ist. Ich finde es ist wichtig, dass man auch Zeit hat, das Erlebte zu verarbeiten.

www.whatayoufulpicture.de
Facebook Gella Scheven

Hier nochmal der Ablauf und die Regel des Wettbewerbs (Quelle: “The Voice of Germany”, http://www.the-voice-of-germany.de/):

Jeder Coach geht mit drei Talenten in die Liveshows. Die dreiwöchige Livephase der Musikshow startet am Donnerstag, 3. Dezember 2015. Am 17. Dezember 2015 wird das „The Voice of Germany“-Finale ausgestrahlt.

Blind Auditions
I WANT YOU! In den Blind Auditions suchen die „The Voice of Germany“-Coaches Stefanie Kloß, Andreas Bourani, Rea Garvey, Smudo und Michi Beck die besten Stimmen für ihr Team. Mit dem Rücken zur Bühne können sich die Profis nur auf ihr Gehör verlassen. Sobald ein Coach buzzert, ist das Talent in seinem Team. Drücken mehrere Coaches auf den roten Knopf, entscheidet das Talent. Außerdem dürfen sich die Zuschauer wieder auf ihre persönlichen Blind Auditions freuen, bei der die Sänger hinter einem Vorhang verborgen bleiben. Mit 17 Talenten pro Team geht es in die Battles.

Battles
Der Voice-Fight: Stimme gegen Stimme! In den Battles treten immer zwei und einmal drei Talente eines Teams mit einem gemeinsamen Song gegeneinander an. Direkt im Anschluss entscheidet der eigene Coach, wer weiter kommt. Doch eine Niederlage bedeutet noch nicht das Ende bei „The Voice of Germany“: Die drei anderen Coaches können das Talent im „Steal Deal“ in ihr Team holen. Buzzert mehr als ein Coach, sucht sich wieder der Sänger sein Team aus. Jeder Coach darf zwei Talente klauen und startet mit zehn Künstlern in die Knockouts.

Knockouts
Auf den Mars mit Smudo & Michi, auf Tour in der Silbermond-Stadt Berlin mit Stefanie, auf Actiontrip mit Andreas oder Stage Time mit Rea: In den Knockouts nehmen die Coaches ihr Team mit auf eine musikalische Exkursion. Nach der Reise geht es für die Künstler zurück auf die „The Voice“-Bühne: In zwei Fünfergruppen performen die zehn Sänger eines Teams nacheinander ihren Lieblingssong. Schwere Entscheidung: Ihr Coach darf insgesamt nur drei Talente nominieren, die für sein Team in den Liveshows antreten.

Liveshows
Jetzt sind die Zuschauer am Zug! In der ersten Liveshow darf jeder Coach eines seiner drei Talente für die nächste Runde saven, dann haben es die Zuschauer in der Hand. Per Telefon- und SMS-Voting können sie weitere vier Talente in die zweite Liverunde schicken. Von den acht Halbfinalisten wählen die Zuschauer schließlich vier Talente ins Finale – aber nicht unbedingt jedes Team. Am Ende kann es sogar passieren, dass ein Coach mit zwei oder drei Talenten im Finale steht und ein oder zwei andere Coaches nur zuschauen dürfen. Wer singt im Finale mit internationalen Gast-Acts? Wer wird „The Voice of Germany“ 2015?

Kategorien: Frontpage · Musik · Szene

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