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Artist of the Week – Holger Weber

26 Mai, 2014 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Dessislava Berndt mit dem Maler Holger Weber

Holger, unser letztes Interview war in 2010. Was ist seitdem passiert?

Um mal nur das Angenehme zu erwähnen: ich habe ein gebrauchtes Elektrofahrrad erworben und ein kleines Gärtchen gepachtet, das nicht zu einem Kleingartenverein gehört.

01

Du gestaltest jedes Jahr einen Kalender. Kannst Du uns etwas mehr über die Motive und die Entstehung erzählen?

Es sind ja wie jedes Jahr Wuppertal-Motive. Zu einem großen Teil sind es Abbildungen von größeren Leinwandbildern oder aber kleine Winterküchentischmalereien.

Deine Pläne in diesem Jahr?

Statt des jährlichen A5-Kalenders werde ich mal einen A3-Kalender gestalten und drucken lassen. Ansonsten habe ich in diesem Jahr einen 15-Jahresplan aufgestellt um nicht durchzudrehen.

02

Am 28.6.2014 findet der Lange Tisch in Wuppertal statt. Public Republic wird dort u.a. Deine Arbeiten zeigen. Wie findest Du das Magazin?

Da bin ich wieder…habe soeben reingeschaut und bin seit meinem letzten Interview nicht dort gewesen. Würde gern mehr Zeit dafür haben und Public Republic regelmäßig lesen.

03

In Wuppertal gibt es viele Bürgerinitiativen wie z.B. die Wuppertalbewegung e.V. oder „(M)eine Stunde für Wuppertal“? Wie findest Du die Entwicklung der Stadt Wuppertal?

Ich glaube, dass es in wenigen Städten so viel Engagement gibt wie in Wuppertal. Die Lage der Entwicklung kann ich so nicht einschätzen, weil ich nicht weiß wie sich die Politik verändern wird. Aber die letzten Jahre zeigen einen Verfall auf kultureller und sozialer Ebene, wie in vielen anderen Städten auch.

Leider gibt es nur wenige gute Beispiele im Land, bei denen man darauf achtet, dass Bürger nicht in Leid geraten.

04

Wenn zum Beispiel Wuppertal als grünste Stadt Deutschlands gekürt wird und dann das große Kettensägenmassaker kein Ende nimmt und Bäume willkürlich gefällt werden, so nach dem Motto “Wir haben ja genug”, dann tut das weh.

Gibt es die Künstlergruppe Decembinat noch? Welche Idee steckt dahinter?

Das war damals in Duisburg 1992-1994. Eine Idee oder ein Konzept gab es nicht. Lediglich zur günstigen Miete einen Raum zu haben um zu malen. Dann mussten wir aus einem der schönsten Industriepaläste ausziehen, da es zu der jetzigen Küppersmühle umgebaut wurde und heute als Museum für zeitgenössische Kunst dient.

05

Die Schwebebahn taucht in fast allen Deinen Bildern auf. Warum? Was inspiriert Dich?

Das war eigentlich gar nicht so geplant, dass ich so der Schwebebahn verfalle. Aber so mit den ersten 6-7 Motiven war da ein kleiner Erfolg in kommerzieller Hinsicht auf Stadt-oder Straßenfesten. Da bin ich also erstmals dabei geblieben, weil es natürlich Freude macht und ich auch fast davon leben konnte, zumindest bis zur Finanzkrise.

Eigentlich habe ich kein bestimmtes Motiv im Kopf. Sobald ich aber denke, das könnte da oder da sein, füge ich die Dinge (Häuser, Plätze usw.) hinzu.

06

Kann man Deine Arbeiten demnächst besichtigen und erwerben?

In der Artgalerie Schlagermann oder aber übers Internet www.schwebebahnmalerei.beep.de Da muss ich aber demnächst die Preisliste bearbeiten. Es ist günstiger geworden.

Deine Lieblingsstelle in Wuppertal?

Überall bis in die letzte Ecke.

Was ist für Dich persönlich das Wichtigste, das jemals jemand über ein Kunstwerk von Dir gesagt oder geschrieben hat?

Im Gästebuch in der Zentralbibliothek stand: „Danke, dass ich hier sein durfte…Ich habe wieder Luft zu leben.“

Oder vielleicht die Aussage von Herrn Dr. Finck, Direktor des Von der Heydt-Museums: “Hervorragend”.

Oder aber von einem Kind aus der 2. Klasse: “Die Sonne muss größer”
…und es hatte auch Recht.

Holger Weber
Nützenberger Straße 117
42115 Wuppertal
Tel. 0202/452183
schwebebahnmalerei@arcor.de
www.schwebebahnmalerei.beep.de

Holger Weber wurde am 13. Februar 1957 in Duisburg Marxloh geboren. Nach einer Lehre zum Industriekaufmann arbeitete er zweieinhalb Jahre am Stadttheater Oberhausen als Maler. Von 1982 bis 1985 studierte er Malerei an der Akademie für bildende Künste in München bei Prof. Reipka. Nach dem Studium kehrte er nach Duisburg zurück und gründete die Künstlergruppe Decembinat. 1999 zog er nach Wuppertal um. Seitdem lebt und arbeitet der Künstler hier.

Kategorien: Art Café · Frontpage · Graffiti · Szene

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