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Artist of the Week – Kaey

18 Dezember, 2013 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Anna Simitchieva mit der Moderatorin, Sängerin, Modedesignerin (und viel mehr) Kaey

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Redaktion: Gabriella Rochberg

Bilder: Hase Oliver

Hallo, Kaey! Deine Berufspalette ist so abwechslungsreich, dass es nicht einfach ist, Dich einer Kategorie zuzuordnen. Was ist denn Deine große Liebe: das Theater, der Gesang, die Mode…?

Natürlich liebe ich alle Bereiche, in denen ich arbeite. Es wird deutlich, dass Kreativität keine Grenzen kennt. Aber am liebsten stehe ich auf einer Bühne und singe. Ich habe immer davon geträumt, Sängerin zu werden und lange gezögert, mir diesen Traum zu erfüllen.

Erst mit Mitte 20 habe ich begonnen, Gesangsunterricht zu nehmen. Das war allerdings eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.

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Du widmest Dich einer ganz besonderen Kunstform. Was ist denn das Besondere an der Phonomimik?

Phonomimik ist auch unter dem Begriff Vollplayback bekannt. Man bewegt hierbei seine Lippen zum Gesang von Bands. Es ist eine eigene Kunstform, die bis zur Perfektion betreiben werden kann. Es gibt etwa eine amerikanische Drag Queen, Lypsinka, die ganze Theaterstücke inszeniert.

Auch die Berliner O-Ton Piraten haben ganze Stücke mit Hilfe von Filmschnipseln und verschiedenen Songs zusammengesetzt.

Im Grunde genommen ist es bei dieser Kunstform wie bei anderen auch. Entweder wird die Technik perfekt beherrscht oder es werden Emotionen übermittelt. Im Idealfall kann man beides gleichzeitig.

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Du leitest auch eine eigene Band. Inwieweit lassen sich die organisatorischen und die kreativen Tätigkeiten miteinander vereinbaren?

Meine Band Strawberry Kaeyk ist im Prinzip ein Duo; wir sind gleichberechtigte Partnerinnen. Organisation und Kreativität sind tatsächlich oft schwer zu verbinden. Manchmal hat man einfach keine Lust zu proben, oder ist von Veranstaltern genervt, mit denen man in ewigen Verhandlungen die Auftrittskonditionen besprechen muss.

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Wir saßen schon sehr oft in Garderoben ohne Spiegeln und haben dann immer wieder bemerkt, dass man nicht davon ausgehen kann, dass alles bedacht wird. Es gilt also, auch die kleinsten Dinge immer wieder zu besprechen.

Wie darf ich mir Deinen Arbeitsalltag vorstellen?

Im Grunde ziemlich spießig. Ich arbeite hauptsächlich als Foto- und Terminredakteurin beim queeren Stadtmagazin Siegessäule. Das heißt, ich bin von 10-18 Uhr im Büro und organisiere Fotos, Fotoshootings, Models, Fotografen und gebe die Termine für den nächsten Monat ein.

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Wenn Dein Leben einen Soundtrack hätte, welcher würde das dann sein?

Ein Soundtrack mit nur einem Lied? Vielleicht „ I am what I am“.

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Ist Berlin die Toplocation für Kreative oder hätte auch zum Beispiel Hamburg gewisse Vorteile für mutige Künstler?

Hamburg ist leider wirklich sehr teuer. Deshalb ist es sicherlich etwas schwieriger, in der Hansestadt Fuß zu fassen. Man braucht wahrscheinlich noch ein bisschen mehr Biss als in Berlin, wo jeder irgendwie Künstler sein kann. Aber ich denke, in Deutschland bietet Hamburg nach Berlin sicher die meisten Möglichkeiten. Vor allem für Musiker.

Welche Bühnen eroberst Du demnächst?

So viele sind ja nicht mehr übrig. Ich würde gerne wieder einmal Theater spielen. Eventuell ergibt sich ein Tanztheaterprojekt in nächster Zeit.

Welche Ziele stehen zukünftig noch vor Dir?

Strawberry Kaeyk wird eine neue Platte aufnehmen. Außerdem wird es auch Zeit, endlich eigene Songs zu schreiben und aufzunehmen . Das wünsche ich mir schon sehr lange.

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Momentan arbeite ich auch noch an zwei Büchern. Und ich will unbedingt irgendwann heiraten. Dafür fehlt nur noch ein Mann, der bei allem mithalten kann.

Kaey, 34, wurde in Halle an der Saale geboren. Bereits mit 15 sammelte sie erste Bühnenerfahrungen in der Theaterjugendgruppe ihrer Heimatstadt.

Nach dem Abitur absolvierte sie eine Berufsausbildung zur Modeassistentin und zog im Alter von 21 nach Berlin. Hier eroberte sie die Bühnen der queeren Szene im Sturm. Zunächt noch in der guten alten Tradition der Phonomimik oder auch Lipsync genannt. Es folgte eine private Gesangs- und Schauspielausbildung parallel zum Modedesign Studium.

Anfang 2010 siedelte sie nach Hamburg über um als Redakteurin beim Beauty- und Modemagazin Tush zu arbeiten. Der Bühne hat Kaey trotz ihres Alltagsjobs nie den Rücken gekehrt. Regelmäßig tritt sie zum Beispiel mit ihrem akkustischen Bandprojekt Strawberry KaeyK auf.

Seit Juni 2013 lebt sie wieder in Berlin und arbeitet als Redakteurin für das queere Stadtmagazin Siegessäule. Kaey ist nicht nur Sängerin, Moderatorin, Autorin, Modedesignerin sondern eine stattliche Diva und selbstbewusste Trans*frau.

Kategorien: Allgemein · Frontpage · Modern Times · Szene

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