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Artist of the Week – Klio Karadim

3 November, 2014 von · Keine Kommentare

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Ein Interview mit der Berliner Malerin Klio Karadim
von Dessislava Berndt

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Klio Karadim, Foto: Privatarchiv

Klio, wie bist Du zur Malerei gekommen?

In den 80er Jahren musste man sich in Bulgarien nach der 7. Klasse entscheiden in welcher Schule mal weiter lernen möchte. Ich wollte keine Sekretärin werden und im Büro sitzen und da meine Mutter Fotografin, meine Tante Bildhauerin und mein Opa Maler waren wollte ich etwas mit Kunst machen. So habe ich mich auf die Schule für Angewandte Kunst in Sofia im Fachbereich Textil beworben. Nach meinem Abitur habe ich Bilder gemalt und diese am Schwarzen Meer auf der Straße verkauft.

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In der Galerie im Nikolaiviertel findet der Besucher Postkarten, Taschen, Untersetzer, Frühstücksbrettchen, Bilder, Buddy Bären und noch vieles mehr, Fotos: desenze

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In der Galerie im Nikolaiviertel, Foto: Privatarchiv

1988 lernte ich eine Familie aus der DDR kennen, die eine Arbeit von mir kaufte. 1991, nach der Wende, bin ich von dieser Familie nach Halle an der Saale eingeladen worden und nachdem ich die Aufnahmeprüfung bestanden hatte, studierte ich von 1991-2001 an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle/ Saale.

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Bilder, Untersetzer und Fliesen, Foto: Privatarchiv

2000 bin ich nach Berlin umgezogen und in 2006 habe ich meine eigene „Galerie Am Kollwitzplatz“ eröffnet. Vor Kurzem kam die zweite dazu im Nikolaiviertel.

Wer oder was hat/hatte einen Einfluss auf Deine Arbeit?

Früher habe ich mich von dem Ort, an dem ich gelebt habe, von etwas, das ich aus dem Fenster gesehen habe oder von meiner Familie beeinflussen lassen.

Heute arbeite ich fast ausschließlich im Auftrag und entwickle zusammen mit meinen Kunden ihre Lebensgeschichten, die ich später auf die Leinwand bringe.

Was liebst Du an Deiner Arbeit?

Meine Arbeit ist nie langweilig, selbst wenn ich 40 Mal das Brandenburger Tor malen muss wird jedes Bild anders. Ich kann über meine Arbeitszeit selbst entscheiden. Allerdings muss ich an manchen Tagen mehr als 18 Stunden arbeiten.

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United Buddy Bears „Die Kunst der Toleranz“ – Buddy Bär für Bulgarien,
Foto: Privatarchiv

Was gefällt Dir an Berlin?

Berlin hat mir die Chance gegeben so zu leben und zu arbeiten wie ich es mir immer gewünscht habe. Ich kann machen und tun was ich will und es stört niemanden – Berlin ist offen für alle. Man muss aber viel arbeiten und Glück haben, damit man nicht in der Großstadt untergeht.

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Poster Berlin, Foto: Privatarchiv

Wovon träumst Du?

Ich wünsche mir mehr Zeit für meine Enkaustik-Bilder, da ich mich dort im Gegensatz zu den Auftragsarbeiten frei und kreativ “austoben” kann.

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Taschen und Bilder Berlin, Foto: Privatarchiv

Wie sehen Deine Pläne aus?

Ich lasse mich von der Zukunft überraschen. Es ergeben sich immer neue Möglichkeiten einen Weg einzuschlagen.

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls erzählt Klio Karadim ihre Geschichte im Rahmen der Aktion „25 Unternehmer erzählen ihre Geschichten zum Mauerfall“ bei beBerlin:

Im Sommer 2014 hatten sich 180 Berliner Unternehmer für diese Aktion beworben. Klio Karadim war eine der 25 nominierten Unternehmer. Ihre Geschichte erscheint zusammen mit den anderen 24 beim Elsengold Verlag.

http://www.sei.berlin.de/25/top25

Klio Karadim wurde 1970 in Sofia, Bulgarien geboren. Von 1984 bis 1989 besuchte sie das Kunstgymnasium in Sofia, das sie mit einem Diplom abschloss. Danach arbeitete sie als Malerin und Schmuckgestalterin in Sofia. In den 90er Jahren besuchte sie den Studiengang „Malerei und Grafik“ an der Hochschule für Kunst und Design “Burg Giebichenstein” in Halle/Saale. Danach folgte ein Meisterstudium bei Prof. U. M. Reimkasten. Klio Karadim absolvierte ein Gastsemester an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, in der Meisterklasse für Tapisserie bei Prof. Schulz und ein zweimonatiger Studienaufenthalt in Mexiko.

Karadim war Stipendiatin der internationalen Stiftung “Hl.Kyril und Method” und an der Max-Klinger Akademie in Naumburg. 1996 bekam sie den DAAD-Preis für herausragende Leistungen Ausländischer Studierender. Seit 2000 ist sie Mitglied im Deutschen Verband Bildender Künstler.

Seit 2001 lebt und arbeitet die Malerin und Grafikerin in Berlin. Seit 2006 betreibt sie zusammen mit ihrem Mann eine Galerie am Kollwitzplatz. Seit Juli 2014 ist sie auch im Nikolaiviertel vertreten. Seit zehn Jahren nimmt die Malerin in der Weihnachtszeit mit Bildern und Kalendern am Weihnachtszauber auf dem Gendarmenmarkt teil.

In dem Zeitraum 24.11.2014 – 31.12.2014 kann man der Künstlerin wie jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt am Gendarmen Markt in dem Handwerkerzelt auf der Seite des Französischen Doms von 11:00-22:00 Uhr über die Schulter schauen.

karadim.com

Galerie Klio Karadim
Husemannstr. 3
10435 Berlin (Prenzlauer Berg)

Galerie Klio Karadim
Propststr. 1 (gegenüber AM NUSSBAUM 8 im Nikolaiviertel)
geöffnet Mo.-Sa. 11:00-18:00

Ausstellungsbeteiligungen

1992-1999
Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland – Berlin, Lüneburg, Magdeburg, Dresden, Leipzig, Halle/Saale, Recklinghausen, Karlsruhe, Naumburg, Hannover, Köln u.a.
2000
Gestaltung zum Festakt „10 Jahre Deutsche Einheit“ in Dresden, Auftraggeber: Werkstatt Deutschland e. V
2002
„Urbanes“, Galerie Möbius Köln
2002-2003
United Buddy Bears „Die Kunst der Toleranz“ – Buddy Bär für Bulgarien, Berlin Pariser Platz
2003-2006
Kunstmesse Art-Essenz Nr.5, 6, 7 und 8, Berlin
2006
Eröffnung Galerie am Kollwitzplatz, Berlin
2007
„Modern Art Silk Road“ Galerie ART 21 München
„Modern Art Silk Road“ Art-Center Berlin
Kunstmesse in Roterdam Ahoy / Holland/
Kunstmesse Art-Essenz Nr:9, Berlin
Kunstmesse in Antwerpen / Belgien/
2008
Kunstmesse Art-Essenz Nr:9, Berlin

Einzelausstellungen

1997
„Weben als Meditation“ Halle/Saale
„Ge-schichtet“ Dessau
2001-2002
„Fragmenti I“ und „Fragmenti II“, Berlin
2004
„Fragmenti III“ im Schloss Wotersen, bei Hamburg, im Rahmen der Schleswig-Holstein Musikfestspiele
2007
„365/FRAGMENTI IV“ und „1984-2007 /FRAGMENTI V“, Galerie am Kollwitzplatz Berlin
2009
„Berlin Fragmenti“ im Hollerhaus Irschenhausen bei München
2013
„Berlin Warschau Fragmenti I“, Deutsche Botschaft Warschau

Referenzen:
Deutscher Bundestag, Auswärtiges Amt, Berliner Senat, Kaufhof Berlin, Park In Berlin, Agentur für Arbeit Berlin-Mitte, Firma Haberling, O2 Arena, Buddy Bears Berlin, Berliner Volksbank, Studentenwerk Berlin und viele mehr.

Kategorien: Art Café · Frontpage · Modern Times · Szene

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