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Artist of the Week – Kristof Stößel

25 April, 2011 von · 1 Kommentar

Interview von Dessislava Berndt mit dem Darsteller, Regisseur und Produzenten Kristof Stößel

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Kristof Stößel, Foto: Nina Grützmacher

Kristof Stößel wurde 1979 in Zittau, Sachsen geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Schon früh entschied er sich auf der Bühne zu stehen und begann Tanz-, Gesangs-, und Schauspielunterricht zu nehmen.

Im Jahr 2000 zog Kristof nach Wuppertal, um eine Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten zu machen. Seit 2003 gehört er zum Ensemble des beliebten TiC Theaters und wirkte in mehr als 15 Stücken mit.

Seit 2007 gehört er zum festen Ensemble von Galadinner, wo er in zehn verschiedenen Shows mehrere Rollen übernimmt. Desweiteren arbeitete er im Moviepark Kirchhellen und wirkte bei “Kiss me Kate” an den Wuppertaler Bühnen mit.

Seit 2008 produziert er eigene Shows und Stücke.

Wie Sie sind zur Kunst und nach Wuppertal gekommen?

Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie. Mit 12 Jahren durfte ich im Stadttheater in Zittau, wo ich herkomme, mit meinen Eltern „My fair Lady“ sehen und da wusste ich, dass ich das mal machen will. Im Jahr 2010 durfte ich dann endlich genau dieses Stück am Wuppertaler TiC Theater spielen. Nach Wuppertal bin ich im Jahr 2000 gezogen, um meine Ausbildung zu machen und fühle mich seitdem mit jedem Jahr mehr als Wuppertaler.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Die Entscheidung für den Beruf als Schauspieler ist sicher keine Entscheidung die man mit Kopf und Verstand trifft. Dort entscheidet das Herz. Und dagegen kann man nicht viel tun. Es ist nicht einfach in diesem Bereich genug Geld zum Leben zu verdienen, aber etwas anderes würde mich nicht annähernd so zufrieden und glücklich machen. Inzwischen produziere ich selbst Shows und Stücke und arbeite auch als Dozent. Das bringt eine gewisse Sicherheit, die ich immer mehr zu schätzen weiß und auch suche.

Was lieben Sie an Ihrer Arbeit?

Ich liebe alles an meiner Arbeit, auch das was ich nicht liebe. Ich toure seit mehr als drei Jahren durch Deutschland und auch Österreich und das Tourleben ist hart. Man lernt seine Wohnung und sein Zuhause sehr schätzen. Ich genieße die Vielseitigkeit und die Chance verschiedenste Charaktere spielen zu dürfen und natürlich ist es schön, wenn man sieht, dass man Menschen durch Gesang oder Schauspiel zum Lachen oder Weinen bringt. Dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben und der Moment, wenn das Licht ausgeht und der Applaus anfängt ist der Moment, wo man immer wieder weiß warum man diesen Job macht und so sehr liebt.

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Kristof Stößel, Foto: Nina Grützmacher

Wer oder was hat/hatte einen Einfluss auf Ihre Arbeit?

Ich würde nicht behaupten, dass ich ein Vorbild habe. Ich lerne viel von Kollegen und man trifft immer wieder auf tolle Menschen mit denen man auf der Bühne stehen darf und die einem dann für den Beruf und das Privatleben so viel geben. Ich habe großes Interesse mir auch viel im Theater und auf Bühnen und auch im TV anzusehen und daraus nehme ich dann viel für meine tägliche Arbeit mit.

Es gibt Persönlichkeiten, die eine enorme Ausstrahlung haben – wie Barbra Streisand oder die niederländische Musical-Darstellerin Simone Kleinsma – die mich in ihren Bann ziehen können. Dasselbe passiert aber auch bei Kollegen. Einfluss haben sicher auch die vielen negativen Erfahrungen, die man in diesem Job auch erleben muss oder darf. Diese machen einen manchmal kaputt, aber im Anschluss auch sehr stark und ohne sie wäre ich heute nicht der, der ich bin.

Erzählen Sie uns bitte mehr über Ihre Produktionen „Die Golden Girls – goldige Mädchen“, „Lullaby of Musical“ und “Wunder gibt es immer wieder”.

Dies sind Eigenproduktionen meiner eigenen Firma KS Entertainment Production. Mit „Lullaby“ haben wir am 14. August 2008 im REX Theater in Wuppertal Premiere gefeiert. Eine Musical-Comedy-Show mit Chor und allem drum und dran. Diese Show läuft aktuell in der Villa Media in Verbindung mit einem tollen Menü und es ist schön zu sehen, dass viele der Darsteller und Chorsänger der Show treu geblieben sind.

Die „Golden Girls“ habe ich als TV Serie geliebt und verschlungen und nun endlich auf die Bühne gebracht. Gern hätten wir im Barmer Bahnhof Premiere gefeiert, aber nach dem schnellen Aus des Forum Maximum im Barmer Bahnhof waren wir froh innerhalb kurzer Zeit die Villa Media für die Premiere gewinnen zu können.

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Kristof Stößel, Foto: Nina Grützmacher

Nun gehen wir ab Mai in den Kulturbunker nach Köln, ab Juni ins LEO Theater in Wuppertal und ab September ins Katakomben-Theater nach Essen. Beide Produktionen sind nur möglich, weil ich unglaublich nette Kollegen und Freunde gefunden habe, die diese Produktionen mit Herzblut und Freude als Sänger, Schauspieler und Entertainer mitmachen, auch wenn keine großen Summen fließen. Das macht aber unsere Produktionen aus und kommt eben auch über die Rampe.

„Wunder gibt es immer wieder“ ist eine Schlagerrevue, die fertig in der Schublade liegt und wenn sich ein Restaurant oder Theater findet, die diese Revue machen will, dann kann es sofort zur Premiere kommen.

Gibt es Kooperationen/Projekte mit anderen Künstlern?

Es gibt Kooperationen mit den oben genannten Häusern und auch mit anderen Tournee-Produzenten gibt es Gespräche. Längerfristig suchen wir ein eigenes Haus, da ich mit einer Gruppe von Menschen ein Konzept für eine Eventhalle in Verbindung mit Theater und Kleinkunst gebastelt habe, was sehr gut funktionieren kann und wird. Jetzt suchen wir ein geeignetes Objekt in aber auch um Wuppertal herum und hoffen dieses bald zu finden.

Was gefällt Ihnen an Wuppertal?

Ich mag diese Stadt. Viele meckern über unser Wuppertal, aber ich fühle mich nun seit Jahren hier wohl und habe viele nette Menschen kennengelernt. Mein Glaube an die Wuppertaler Kulturszene ist im Moment allerdings etwas kleiner als noch vor ein paar Monaten. Ich finde alle Kulturmacher und solche, die es werden wollen, sollten sich zusammen raufen und endlich miteinander arbeiten.

Diese Stadt hat es verdient, ein gutes kulturelles Programm zu haben und im Moment werden die Zuschauer von mehreren Seiten vergrault. Das kann für alle Beteiligten nicht gut sein. Ich wünsche mir, dass man auch uns Jüngeren in dieser Stadt die Chance gibt etwas zu bewirken und vielleicht auch etwas zu ändern, sonst gibt es in der Zukunft noch mehr Kulturruinen wie das Schauspielhaus und die Comödie am Karlsplatz.

Was ist das Spezielle an der Theater- und Kulturszene in Wuppertal?

Das Spezielle war oder ist die Vielseitigkeit und das Miteinander, was leider im Moment eher ein Gegeneinander ist. Wuppertal hat das REX, das LCB, die Wuppertaler Bühnen, das TiC, das Leo Theater, die Stadthalle, den Barmer Bahnhof und und und.

Viele tolle Räume und Konzepte, die ohne Problem miteinander gearbeitet haben und das auch wieder sollten. Für die Stadt wäre das nach außen ein Zeichen gegen den schlechten Ruf. Und genau das hat es immer so spannend gemacht.

Eine große Salsa und Tangoszene, dazu große Kabarettisten und Comedians, tolle Theaterstücke und Konzerte. Jeden Abend hat der Wuppertaler alles zur Auswahl und bisher auch alles auf einem sehr hohen Niveau. Wo findet man das schon in so tollen Locations wie hier bei uns? Deswegen sollten sich alle zusammen raufen und zeigen was die Wuppertaler Kulturtreibenden zusammen alles schaffen können.

Wovon träumen Sie?

„Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!“ war lange mein Motto und bisher habe ich dies auch machen können. Natürlich mit Abstrichen und einer ständigen Unsicherheit.

Ein Traum wäre es, wenn ich bis zu meinem Lebensende genau dies machen kann und damit eine Familie ernähren kann. Und wenn es mal ein eigenes Theaterhaus gäbe, das wäre schon ein Traum.

Ich arbeite noch an Theater und Familie und hoffe, dass die beiden Träume in Erfüllung gehen werden.

Was machen Sie in der Freizeit?

Neben der vielen Arbeit nehme ich mir immer öfter meine Auszeiten. Ich habe eine tolle beste Freundin und einen tollen Freundeskreis, mit dem ich gern meine freie Zeit verbringe. Ich liebe das Wasser und so muss Dänemark mindestens einmal im Jahr bereist werden. Wichtig ist es mir auch einfach mal zuhause zu sein und nicht in einem Hotelzimmer. Das eigene Bett wird so schnell zu einem Luxus, den man dann wirklich genießen kann.

Essen und Reisen sind ein Teil Lebensqualität und wenn es irgendwie möglich ist, lebe ich das in guten Restaurants und eben in Ländern wie Frankreich, Dänemark und der Niederlande aus, aber auch hier in Wuppertal kann man hervorragend essen und den Tag genießen.

Wie sehen Ihre Pläne für 2011 aus? Gibt es besondere Termine?

Das Jahr verläuft nun schon wieder ganz anders als an Silvester geplant und deswegen plane ich besser nicht mehr so weit im Voraus.

Am 12. Mai ist die Premiere der „Golden Girls“ im Kulturbunker in Köln.

Alle weiteren Termine für meine Shows und Produktionen findet man unter www.ks-entertainmentproduction.de.

Wer mich als Musical-Darsteller oder Schauspieler sehen will, findet alle Termine unter www.kristofstössel.de. Alles Weitere kommt oder kommt eben nicht!

Web:
www.kristofstössel.de
www.ks-entertainmentproduction.de

Kontakt:
kristofmusical@web.de

Kategorien: Art Café · Frontpage · Lifestyle · Szene

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  • Telmo grutzmacher | Shihtzu4you // 25 Nov, 2012 //

    […] Artist of the Week – Kristof Stößel • Public Republic25. Apr. 2011 … Kristof Stößel, Foto: Nina Grützmacher. Kristof Stößel wurde 1979 in Zittau, Sachsen geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. […]

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