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Artist of the Week — “Künstlerkontakthof”

5 Februar, 2013 von · Keine Kommentare

Schriftsteller und Eventmanager Henrik Lüchtenborg im Interview mit Jasmina Tacheva

 Henrik Lüchtenborg

Hallo Henrik, wie geht’s? Neben Schriftsteller und Diplom-Eventmanager bist du auch Gründer der Austauschplattform “Künstlerkontakthof” – kannst du ein wenig mehr darüber sagen? Wie bist du auf die Idee gekommen?

Hallo, liebe Jasmina.

Ersteinmal herzlichen Dank für Deine Bemühungen, mir zu helfen, den Künstlerkontakthof der Öffentlichkeit vorzustellen. Mir geht es einfach blendend, spiele ich mit dem Gedanken, dass das Projekt Künstlerkontakthof nun ins Rollen kommt.

Ich wohne wunderschön, bei Berlin auf dem Lande und habe viel Zeit und vor allem Ruhe, mich um dieses aufregende neue Projekt zu kümmern. Nebenbei verfasse ich gerade noch den „Feinschliff“ meines neuen Kinderbuches „Kinderzimmerattacke” und organisiere für zwei Berliner Musiker Touren durch Europa.

Oskar und die Dame in Rosa Henrik Lüchtenborg
Oskar und die Dame in Rosa
Henrik Lüchtenborg liest in einem gemütlichem Rahmen die Geschichte des kleinen Oskas vor.
Musikalische Begleitung durch den aus England stammenden in Berlin arbeitenden Musiker Stephe Moult -auf der Trompete

Ja wie bin ich auf die Idee gekommen, eine neue Initiative zu gründen…

Ich hatte, nach vielen kleinen Initiativen für Künstler u.a. das Organiesieren von 123 Vernissagen, 101 Konzertorganisationen uvm, die Idee, eine Plattform von Künstlern für Künstler zu schaffen.

Es ist leicht, sich für Künstler weit aus dem Fenster zu lehnen und Versprechungen zu machen, viel schwerer allerdings ist es, diese auch ehrlich und erfolgsversprechend umzusetzten FÜR den Künstler, nicht ausschliesslich für sich selber.

Der Künstlerkontakthof soll keine Künstleragentur sein, kein commerzieller Treffpunkt. Hier, so meine Idee, sollen sich Künstler treffen, sich austauschen, sich selber ihren Weg zum erfolgreichen Arbeiten erleichtern.

 Henrik Lüchtenborg

Es gibt keine sogenannte „gesunde Konkurrenz“. Konkurrenz bedeutet doch immer eine gewisse Engstirnigkeit. Wenn Künstler Augen und Ohren so wie ihr kreatives Herzchen offen lassen, wird es allen ein leichteres werden, erfolgreich Kunst zu vermitteln oder zu arbeiten.

So könnten sich zum Beispiel ein Maler aus Berlin mit einem Maler aus Paris hier treffen und z.B. einen Atelietausch vornehmen. (das Beispiel könnte man als „Ateliesurfing, abgeleitet von dem sogenannten Couchsurfing, beschreiben) um Ihren Blickpunkt und ihre Arbeiten zu erweitern und Ihre Kunst an verschiedenen Stellen Europas vorzustellen.

Gibt es irgendwelche Helfer oder Enthusiasten, die mit dir zusammen am Projekt arbeiten und die du unseren Lesern vorstellen willst?

Nun, die Facebookseite besteht nun seit 2 Monaten und wir haben fast 2000 Künstlerfreunde. Es werden tagtäglich mehr Anfragen, worüber ich mich sehr freu. Das Prinzip wird verstanden. Jeder ist ein MACHER hier. Wenn jeder einen Stein legt, könnte das Haus schnell gebaut sein.

Ich sehe mich lediglich als jemanden, der den ersten Stein mitgebracht und gelegt hat. Die Enthusiasten sind die Künstler, die bisher unsere Seite nutzen, um ihre Arbeit vorzustellen oder mir Anfragen zu stellen nach Atelies oder Austellungsmöglichkeiten oder auch viele Anfragen von Musikern nach Konzertmöglichkeiten usw…

 Henrik Lüchtenborg

Wozu können die Künstler die Plattform nutzen?

Für Sich! Diese Seite gehört keinem einzelnem, jedes Mitglied ist ein Baustein des ganzen Projektes, am Ende muss dann jeder Künstler selber für sich entscheiden, wie er diese Plattform am besten nutzen und unterstützen wird.

Ist “Künstlerkontakthof” kostenlos?

Natürlich! Wofür soll ich denn Geld nehmen? Hier arbeiten ALLE. Am Ende sollen aber auch alle ausbezahlt werden, damit meine ich, jeder einzelne soll durch sein Engagement hier auch Nutzen ziehen, in welcher Form auch immer, für seine eigenen Projekte.

Wer kann am Projekt teilnehmen und wie – gibt es irgendwelche Anforderungen und Beschränkungen? Außer Künstlern, können auch Kunstverkäufer, Kunstkäufer und Galeristen sich beteiligen?

Eingeladen ist, wer sich ernsthaft mit Kunst auseinadner setzten möchte. Wir haben alle redlich wenig davon, wenn die Plattform für private Belustigungen benutzt wird. Hier soll gearbeitet werden, auf einem Niveau, welches alle nach vorne preschen lässt ..

Ebenfalls sind politisch engagierte Gruppen oder Einzelpersonen hier wohl fehl am Platze… es geht um Kunst… auch wenn die eine oder andere politische Sichtweise wohl auch recht „Künstlich“ wirkt.

 Henrik Lüchtenborg

Ist die Plattform nur für Berliner geplant, oder können Künstler aus der ganzen Welt mitmachen?

Berlin wäre wohl zu eingegrenzt. Kunst sollte keine Grenzen kennen. Ich wäre sehr froh, wenn sich diese Plattform grenzenlos verhalten würde.

Außer der interaktiven Form, sind “live” Veranstaltungen vorgesehen?

Ich denke da an eine Jahresveranstalltung. Einmal im Jahr treffen sich alle gemeinsam zu einem tollen Abend. Lernen sich bei guter Livemusik und Wein persöhnlich kennen.

Aber auch dies liegt nicht an mir alleine, dafür brauche ich viele helfende Hände.

Das Projekt hat seine eigene Facebook Seite – ungefähr wie viele Künstler nehmen zurzeit daran teil?

Immoment sind wir knapp 2000 aus allen Herren Ländern (wenn auch überwiegend aus Berlin), doch es werden täglich mehr (:

 Henrik Lüchtenborg

Was ist die Botschaft, die du durch diese eigenartige künstlerische Kampagne vermitteln willst?

Wenn wir uns alle an die Hand nehmen, wird Kunst ein stabiler, hochwertiger Berufzweig auf der Welt werden können.

Kunst muss in die Welt!

Das Logo von “Künstlerkontakthof” fällt sofort ins Auge – es ist sehr kreativ und ideenreich – was genau bedeutet es.

Nun was wir sehen, sind kleine Figuren, die sich gegenseitig an der Hand halten und somit eine Gemeinschaft bilden. Nur einer am linken unterem Ende fällt ein wenig aus dem Rahmen… Er verbeugt sich. Diese Figur stellt den Künstler allgemein dar. Er verbeugt sich vor seinem Publikum, nach getaner Arbeit.

Hinter ihm halten die Figuren sich gegenseitig aneinader und bilden somit einen starken Rahmen, in dem sie sicher arbeiten können. Wenn wir uns fest genug gegenseitig an die Hände nehmen, wird das Verbeugen (die Belohung, der Applaus, die Bezahlung) für viele Künstler ein realistisches und leichteres Ziel werden…

Der name „Künstlerkontakthof“ ist im Übrigen an meiner persönlichen Erfahrung aus Wuppertal mit der Choreographin Pina Bausch gelehnt… Das Stück Kontakthof hat mich sicherlich in meiner Sichtweise, an das Leben und an Gemeinschaft herranzutreten, verändert.

Aber auch persöhnliche Begegnungen mit ihr oder einigen Tänzern aus ihrem Ensemble waren immer beeindruckend!

 Henrik Lüchtenborg


Mir persönlich scheint dieses Portal ein Weg zu sein, zurück zu den Wurzeln der Kunst zu kommen und die Gesellschaft daran zu erinnern, dass sie nicht so viel mit Geld und Markt zu tun hat, sondern mit menschlicher Wärme und Verständigung. Ist meine Intuition auf dem richtigen Weg?

Jo, im Grossem und Ganzem ist es so. Geld ersetzt keine Ideologie, keine Idee, keine Kreativität. Geld ist nicht sinnfrei… jedoch nicht der erste Baustein für ein Kunstwerk……

Geld macht NICHT REICH!

Was sind die bisher größten Herausforderungen gewesen?

Ich denke, das Logo hat bisher viel in Anspruch genommen; ich habe mit vielen Freunden gemeinsam einige Logos entworfen… dieses aber hat uns allen am Ende am meinsten zugesagt.

Ich glaube, die grösste Herausforderung kommt nun erst noch auf uns zu… in 1000 kleinen Aufgaben der Koordination von nun schon fast 2000 kreativen engagierten Köpfen aus der ganzen Welt. Aber das schaffen wir schon (:

Was sind deine Wünsche für die Zukunft im Kontext von “Künstlerkontakthof”?

Ich wünsche mir ganz herzlich, dass der Künstlerkontakthof ein Kontakthof wird, der vielen Künstlern das Künstlerleben, nicht nur erleichtert, sondern auch verschönert. Dass aus virtuellem Freundschaften echte Beziehungen werden und dass Gemeinschaft Freude macht!

Lieben Dank (:

Kategorien: Frontpage · Szene · Visual Arts

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