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Artist of the Week — Kurt Buschmann

26 November, 2012 von · 3 Kommentare

Ein Interview von Natalia Nikolaeva mit Kurt Buschmann

Kurt Buschmann

Im Frühjahr 1994 produzierte er seine erste Solo-CD „EAU“ in der Bergstedter Kirche, die im Herbst selben Jahres, pünktlich zur ausverkauften Premiere am Ort des Entstehens, erschienen ist.

Die Weltmusikformation Kurt Buschmann & Friends (u.a. mit dem Tablameister Swapan Bhatthacharya aus Kalkutta) spielte danach sehr erfolgreich Konzerte im nord- und mitteldeutschen Raum.

Gleich ein Jahr später veröffentlichte er zusammen mit dem Pianisten Sven Selle das Jazz-Album „You Don’t Know What Love Is“. Seit August 2010 ist nun das aktuelle Album “use your time“ der Kurt Buschmann Group am Start.

“…mit einem Saxophon, das bei Standards wie Summertime, My Foolish Heart… am liebsten die menschliche Stimme übernimmt…“ schrieb die Fachzeitschrift ’Jazz Podium’, und die ’Hessisch-Niedersächsische Zeitung’ rezensierte: “…Buschmanns facettenreiche Musik faszinierte das Publikum von Anfang an… spontan klatschten die Zuhörer in die Hände und ließen sich von den Klängen mitreißen…“.

Im ’Musiker’ war zu lesen: “Kurt Buschmann malt melodische Klangkollagen, wobei er mit seinem Saxophon über der Begleitung schwebt und seinem Instrument einen schönen warmen, nie aufdringlichen Ton entlockt…“.

Seine ersten musikalischen Gehversuche machte der Saxophonvirtuose und Percussionist Kurt Buschmann mit acht Jahren auf dem Akkordeon.

Zwei Jahre später sang er in einem Vokalsextett, zum 14. Geburtstag bekam er seine erste Gitarre, gründete mit sechzehn seine erste Rockband WHO KNOWS, verkündete seinen Eltern: „Ich werde Musiker!“ und zog mit dreiundzwanzig, den bayerischen Blues im Gepäck, nach Hamburg.

Obwohl er damals in diversen Duos und Bands spielte, und auch noch in Hamburg den bayerischen Blues auf viele Bühnen brachte, war die Gitarre nie so ganz sein Instrument. Erst mit sechsundzwanzig hatte er die offenbarende Begegnung mit dem Saxophon. Kurz danach entdeckte er seine (zweite) Liebe zur Percussion.

Eine lange Reihe an Projekten, Bands und Künsterbegleitungen (Ted Herold, London Boys, Inga Rumpf, Peter Behrend u.a.) pflastern seit WHO KNOWS seinen musikalischen Weg.

Über den Gitarristen Rainer Baumann (u.a. Frumpy, Roger Chapman, Jack Bruce, Rainer Baumann Band), der ihn immer wieder zu seinen Clubsessions einlud, öffneten sich für Kurt Buschmann die Türen zur Hamburger Bluesszene.

Im September 2003 feierte er nicht nur seinen 48. Geburtstag, sondern auch gemeinsam mit Henry Heggen sein 30jähriges Bühnenjubiläum.

An diesem Tag nahm er bei einem Konzert in Elmshorn vor über tausend Leuten Abschied von der Rhythm’n Blues Band Heggen’s Heroes, bei der er über sechs Jahre neben Henry Heggen, Roy Dyke, Martin Scheffler, Bernd Ohnesorge sowie Detlef Bösche (seit 2001) die Clubs und Konzertsäle zum Kochen brachte, und die CD „making love in lola – live“ realisierte.

Neben seinen eigenen aktuellen Projekten wie der Kurt Buschmann Group, Sax’n DJ und The Walkin‘ Bushmen ist Kurt Buschmann in Bands wie The Walkin‘ Bamsi Kosaken, Paddy Korn & The Grand Lobby, Liaison (die Band des Jazzgitarristen und Sängers Hartmut Naumann) sowie als Gastmusiker in diversen Formationen wie den Speedos (Walkingact aus Essen), oder 8 to the bar zu hören und zu sehen.

Von 2001 bis 2003 arbeitete er mit dem Schauspieler Wolfgang Kaven, und seit November 2007 mit der Autorin Frauke Baldrich-Brümmer auf literarischen Veranstaltungen zusammen und begleitet musikalisch ihre Lesungen.

Sein eigener Gedichtband “stillos verdichtet“ erschien 2007 im Selbstverlag. Des Weiteren arbeitet er als Songtexter sowie als Autor in den Bereichen Lyrik wie Kurzprosa und hat bereits einige Literatur-Wettbewerbspreise gewonnen. Seine Lyriks sind in diversen Anthologien und Fachzeitschriften für Literatur veröffentlicht.

Kurt Buschmann

Was macht Sie wirklich glücklich?

Wenn mir das Leben gelingt.

Was bereitet Ihnen die größte Freude?

Dass ich endlich meiner großen Liebe und Ergänzung, der Künstlerin Maggie Szuszkiewicz, begegnet bin. Wir arbeiten gerade an einem gemeinsamen Projekt und ich hab das Gefühl, als katapultiert mich diese Liebe auf eine neue Ebene meiner Entwicklung. Ich bin sehr, sehr glücklich!

Wann haben Sie Ihr erstes Gedicht geschrieben? Erinnern Sie sich, was die Inspiration dafür war? Und an das Gedicht selbst?

Daran kann ich mich nicht mehr erinnern, aber an meinen ersten Aufsatz, da war ich 9 Jahre. Das Thema war “Eine Verwechslung“. Ich schaute aus dem Fenster und in mir lief ein kompletter Film ab.

Fünf Minuten vor Abgabeschluss holte mich die Stimme des Lehrers in die Realität zurück: “möchtest du nicht langsam mit dem Schreiben beginnen?“ Ich war völlig verdattert, nahm den Pelikan Patronenfüller und schrieb:
Vor mir gingen zwei. Als ich sie anrief, waren sie es nicht.

Diese Zeilen wurden dann auch bei der Notenvergabe vorgelesen, mit den einleitenden Worten: und hier haben wir noch ein sehr außerordentliches Exemplar! Irgendwie haben mich diese Lehrer nie kapiert, aber ich sie auch nicht…

Kurt Buschmann

Ihr Lyrikband trägt den Titel „stillos verdichtet“. Mich haben besonders Ihre Wortspiele und die Selbstironie fasziniert. Welche Botschaften möchten Sie mit Ihren Gedichten vermitteln?

Keine. Ich schreibe wie ich fühle und denke. Es sind Geschichten aus erlebten, beobachteten und reflektierten Ereignissen, eben so, wie ich die Welt betrachte.

Aber es lässt eben so viel offen, dass genügend Platz für des Lesers eigene Bilder bleibt. Ich erkläre auch meine Texte nicht, denn für den Leser ist das völlig nutzlos zu wissen, was ich damit meine. Er kann sich seine eigenen Vorstellungen daraus machen.

Kurt Buschmann

Welche Kunstarten bevorzugen Sie?

Selbst praktizierend ist es die Musik und das Wort, aber auch in Verbindung mit bildender Kunst und Tanz. Ich liebe diese Crossovers, diese Verschmelzung der Künste und habe bereits einiges mit Künstlerkolleginnen und -kollegen performt.

Was mir besonders am Herzen liegt, ist die wunderbare Zusammenarbeit mit Maggie, in der wir derart symbiotisch in einen Wortfarbklang eintauchen und daraus höchst intensive Bilder entstehen. Der Entstehungsprozess ist ein Liebestanz und nach einer Stunde sind wir jedes Mal völlig platt, aber glücklich.

Kurt Buschmann

Der größte Irrtum Ihres Lebens, was die Kunst betrifft?

Es war ein ziemlicher Irrtum, als ich damals dachte, ich müsste alles verstehen und begreifen, was als Kunst deklariert wird. Irgendwann hatte ich begriffen, und da war mir Joseph Beuys eine erleuchtende Hilfe, dass die vom Leben abgehobene Kunst künstlich ist und jedes Erfassen zwecklos, weil man in’s Nichts greift.

Kurt Buschmann

Wann haben Sie angefangen Musik zu spielen? Welche Musikinstrumente drücken Ihre Persönlichkeit am besten aus?

Mit 10 Jahren bekam ich meine ersten Gesangsstunden und begann Akkordeon zu spielen. Als ich 14 war, begann mich die Gitarre zu interessieren und einige Jahre später entdeckte ich das Saxophon, auf dem ich mich sofort zu Hause fühlte und das noch heute nach wie vor mein Hauptinstrument ist und wohl auch bleiben wird. Ergänzend kamen die Perkussion und das Klavier hinzu.

Kurt Buschmann

Was bedeutet für Sie live zu spielen?

2013 feiere ich mein 40. Bühnenjubiläum und in all den Jahren hatte ich fast jede Größe von Brettern, die angeblich die Welt bedeuten sollen betreten. Jeder Auftritt hat seinen eigenen Reiz, seine eigene Mystik und es ist jedes Mal wieder so spannend und herausfordernd, dass mir vorher immer der Solarplexus kreiselt und ich denke, ich müsste pinkeln.

Ich liebe es life zu spielen und habe in den 40 Jahren nicht einen einzigen Auftritt sausen lassen. Dieser Adrenalinflash ist wirklich irre und es macht einfach wahnsinnigen Spaß!

Wovon träumen Sie?

Mich immer weiter zu dem zu entwickeln, der ich bin. Ich will den Himmel einreißen und Herzflocken regnen lassen. Ich will frei und noch freier sein und mir alles ermöglichen, was mir das Leben lebenswert, gesund und reich auf allen Ebenen macht.

Kurt Buschmann

Würden Sie bitte folgende Sätze zu Ende führen:

Die Musik ist …
… Volkseigentum. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mitkriege, dass in den Familien wieder Hausmusik gemacht wird. Musik und die Künste im Allgemeinen haben eine befriedende Wirkung auf das menschliche Gemüt. Es ist wunderbar, wenn auf der Seelenebene warm kommuniziert wird.

Meine Inspiration…
… wird vom Leben gefüttert. Ich bin ein knall neugieriger Mensch.

Der größte Feind der Inspiration …
… Die Inspiration hat keine Feinde, entweder ist sie da, oder nicht. Das unterliegt keiner Feindschaft und ich fühle mich ebenso gut, auch wenn die Muse mal Urlaub macht.

Das Talent besteht …
… in dem man es für sich erkennt und entwickelt.

Um Erfolg zu haben…
… muss man nicht unbedingt einen 8 Tausender besteigen…

Die Kunst …
… ist, sein Leben so zu gestalten, dass es einen erfüllt.

Die Kunstgeschichte …
… interessiert mich nur in der Praxis, sprich, in der Entstehung und Betrachtung der Kunst.

Die Welt …
… gehört mir und jeden Tag nehme ich mir ein Stück mehr davon.

Kurt Buschmann

Kategorien: Art Café · Frontpage · Modern Times · Szene

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3 Kommentare bis jetzt ↓

  • Holger Waernecke // 1 Dez, 2012 //

    Hallo, tolle Seiten. Schauen Sie doch mal, wer ich bin.

  • Holger Waernecke // 1 Dez, 2012 //

    Guten Morgen,

    ich finde Ihre Seiten sehr sehr schön und i9nteressant.

    Viele Grüße

    Holger Waernecke

    Musiker und Autor

  • Gerhard // 14 Dez, 2012 //

    Hallo Kurt + Maggie,
    wir freuen uns, dass Ihr glücklich seid.

    Gerhard + Felicja

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