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Artist of the Week – Maggie Szuszkiewicz

25 März, 2013 von · Keine Kommentare

Künstlerin Maggie Szuszkiewicz im Interview mit Anelia Stoyanova

13.05.2011

Wie beschreiben Sie Ihren eigenen Malstil?

Vordergründig sind meine Arbeiten, außer bei einigen Hinterglasmalereien, informell und abstrakt einzuordnen. Erst in den Betrachtungen danach erkenne ich selbst, dass sich figürliches abzeichnet. Mein Element ist die Farbe, in diesem Element bewege ich mich völlig frei.

Das geht so weit, dass ich mich während des Schaffensprozesses in einem Zustand befinde, der mich zwischen Leinwand und bereits aufgetragener Farbe katapultiert und sich die vierte Ebene aus mir heraus färbt.

2012, Ordnung im Chaos, Acryl auf Papier auf Holz, 33 x 33 cm 2012, order in chaos, acrylic on paper on wood, 13x13 inch

Halten Sie sich an bestimmte Regeln beim Malen?

Natürlich gibt es Regeln, aber die entspringen den natürlichen Gesetzen. Ich habe u.a. auch Biochemie und Mathematik studiert, mich intensiv mit Astronomie beschäftigt und die Essenz in die Farblehre adaptiert. Aber um wirklich innovativ sein zu können, muss man sich von den Regeln befreien, was nicht heißt, dass man sie missachtet.

Sie sind immer anwesend, schwimmen in der Blutbahn, doch bilden sie eben nur den Tellerrand, über den man sich bewegen muss, um etwas Einzigartiges zu schaffen, eben das zum Ausdruck zu bringen, was in einem schlummert. Ich erwecke mich so zu sagen selbst, das ist die immer wiederkehrende Herausforderung.

Cinemo Paradiso I, 2012, Acryl auf Papier 100 x 70 cm

Was sind die anspruchsvollsten Aspekte Ihrer Arbeit?

Mir im vollsten Umfang darüber bewusst zu sein, dass ich bei jedem neuen Werk bei null anfange. Ich versetze mich in eine quasi kontemplative Haltung und mache mich zum “Sprachrohr“ meines Unterbewussten, das, während ich mich im Schaffensprozess befinde, sich seinen Weg direkt in meine Hände bahnt.

Ich entdecke meine Bilder immer erst Tage oder Wochen nach ihrer Fertigstellung und oft auch durch die Augen anderer Betrachter.

Was befriedigt Sie als Künstlerin am meisten?

Befriedigung scheint mir nicht der treffende Begriff. Befriedung oder Befreiung liegt mir schon näher. Aber eigentlich ist es Erfüllung, wenn ein Werk abgeschlossen ist, ich Schweiß gebadet in meinem Atelier auf dem Boden liege, die weiße Zimmerdecke meine Augen entspannt und ich glücklich, komplett ausgepowert wieder bei mir lande.

Face 3, 2012, Acryl auf Glas, 30x30 cm

Welche Besonderheiten in der Kunst wollen Sie durch Ihre Tätigkeit vermitteln?

Keine. Die Besonderheit liegt nicht in der Tätigkeit, sondern in der Genauigkeit von Auffassung und Beobachtung dessen, was mich umgibt. Das beschränkt sich nicht alleine auf das Augenscheinliche.

Das, was ein Kunstwerk am Leben erhält, ist der Mensch, der es betrachtet und darin etwas sieht, das ihn anspricht und bewegt. Damit habe ich dann nichts mehr zu tun, denn wenn ein Werk in der Welt ist, dann gehört es der Welt.

Für welche anderen Kunstformen interessieren Sie sich?

Neben der Malerei schreibe ich auch – überwiegend Lyrik, aber auch Prosa. Es haben sich im Laufe der Jahrzehnte Stapel an A4 Notizbüchern und mehrere Kartons gefüllt von beschriebenen Zetteln, Bierdeckeln und Servietten mit Skizzen und Texten angesammelt – polnisch, deutsch und gemischt. Ich muss das alles immer erst mal handschriftlich raus lassen, bevor ich es abtippe.

Ich liebe Ballett, ich liebe Musik. Letztere läuft auch immer wenn ich male, instrumental, von Jazz über Weltmusik bis Klassik. Sie inspiriert mich kolossal und ich lasse mich von ihr in die Leinwand tanzen. Der Begriff “Farbton“ bekommt eine ganz neue Qualität. Ich liebe diesen Crossover! Es wurden übrigens auch schon einige meiner Texte vertont.

Face, 2011, Acryl auf Glas, 30x30 cm

Als Künstlerin sind Sie vielleicht viel gereist. Was ist der interessanteste Ort, den Sie besucht haben?

In all den Jahren bin ich tatsächlich um den ganzen Erdball gekommen und jede Reise hatte ihre eigene, fantastische Geschichte. Die meisten waren privat, naja sagen wir halbprivat, denn es gab fast immer neue Kontakte in Bezug auf die Kunst. Ausgestellt habe ich bis jetzt mehrfach in Polen und Deutschland, Italien, Kirgistan und Kasachstan.

Mit welchen anderen Künstlern haben Sie gearbeitet? Was haben Sie von ihnen erfahren?

Als bildender Künstler ist man ja eher Solist und “Einzelkämpfer“, ganz im Gegenteil zu den Musikerkollegen. Natürlich hatte ich auch auf meinen Vernissagen Musik und/oder Literatur, aber so intensiv und eng, wie ich seit Mitte 2012 mit Kurt Buschmann zusammen arbeite und lebe, ist das für mich eine ganz neue Erfahrung. Schon am ersten Tag unserer Begegnung entstand bei einer gemeinsamen Art’n Music Live-Session unser erstes Kunstwerk.

Lauf, 2012, Acryl auf Glas, 24x18 cm

Erzählen Sie uns bitte mehr über Ihre gemeinsame Arbeit mit Kurt Buschmann.

Bevor wir uns an diesem besagten Tag begegneten, kannte ich bereits seine Musik und war so inspiriert, dass daraus zwei kleinformatige Bilder entstanden. Ich liebe seinen Saxophonton und was mich völlig faszinierte war, wie er meine Werke betrachtete und sich äußerte.

Kaum jemand hat sie so intensiv durchdrungen wie Kurt und somit war klar, dass wir einfach zusammen arbeiten müssen. Zu dieser Zeit liefen die Vorbereitungen zu meiner Ausstellung “Zwischen Himmel und Erde“ in Gorlice/Polen und er bot mir an, auf der Vernissage zu spielen.

Ich war völlig aus dem Häuschen vor Freude, klemmte mich sofort an’s Telefon und rief den Galeristen an, damit Kurt auf dem Plakat mit angekündigt wird. Ich wollte, dass er ein kleines Saxophon-Solo Konzert spielt und kleine klangliche Miniaturen, während die Besucher die Bilder betrachten.

Daraus erwuchs dann auch ganz schnell unser gemeinsames ArtWord’nMusic-Project, an dem wir kontinuierlich arbeiten und die Ideen einer gemeinsamen Performance mittlerweile reichlich Formen angenommen haben. Diese wunderbare Ergänzung von Liebes- und Arbeitsbeziehung hatte ich mir immer gewünscht und wir rannten damit gegenseitig offene Türen ein.

Wir werden, so wie es aussieht, im Herbst unsere erste Ausstellung performen und die Arbeit, sofern man “Arbeit” dazu sagen kann, macht uns beiden unglaublich viel Spaß! Wir möchten aber im Vorwege noch nicht zu viel verraten.

Mind, 2012, Acryl auf Papier, 100 x 70 cm Schnitt2

Wo kann man Ihr Werk anschauen?

In natura natürlich auf den Ausstellungen, aber auch auf meiner Webseite www.maggies-galerie.de, die demnächst komplett neu überarbeitet wird. Ebenso kann man mich auf Facebook unter www.facebook.com/Maggie.Szuszkiewicz und www.facebook.com/pages/Maggie-Szuszkiewicz-Art/267657643294442 finden.

Würden Sie den Public-Republic-Lesern etwas sagen?

Klar, fragt mich!

Seele, 2012, Hinterglasmalerei, 60 x 50 cm

Ausstellungen Maggie Szuszkiewicz Auswahl

2012 Nationalmuseum in Bischkek / Kirgistan
Mehr Licht / Museum Geesthacht
Zwischen Himmel und Erde / Galerie Dom Polsko-Slowacki in Gorlice Polen
2011 Daheim / Atonale 13 Hamburg
Gemeinschaftsausstellung Museum „Dwór Karwacjanów” in Gorlice Polen
Künstler für Kinder / Internationales Kunstprojekt Leszno
2009 Ra(z)Putin / Galerie Art-Cooperation Hamburg
Der Tag wie eine Brücke / Krügersches Haus Museum Geesthacht
N Hoch n / Westkaschubisches Museum Bütow Polen
2008 Poster Galerie Hamburg
2007 Erkenne dich selbst / Kunst in Gutshaus Glinde
2006 Galerie ArtCenter / Hamburg
2005 Labyrinth der Freiheit / Lola Kulturzentrum Hamburg
Sein, werden und vergehen / HosenStall New Art Off Gallery & Kultur – Hamburg
Blau, HosenStall New Art Off Gallery & Kultur – Hamburg
2004 Polnisches Konsulat / Hamburg
Internationale Galerie Schäfer / Hamburg
Quo Vadis / IHK Lüneburg & Wolsburg
Kunstmesse Osnabrück
2003 Biennale Internazional Dell´Arte Contemporanea / Firenz Italien
2002 Begegnungen / IHK Lüneburg & Wolfsburg
2000 Kunst und Gestaltung am Designdepartment der Hochschule für Angewandte
Wissenschaften in Hamburg

Kategorien: Art Café · Frontpage · Modern Times · Szene · Visual Arts

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