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Artist of the Week – Mario Hossen

13 Juli, 2010 von · Keine Kommentare

Interview von Dessislava Berndt mit dem Violinist Mario Hossen

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„Vollständiger Genuss… in Paganinis 1. Violinkonzert stand ein wahrer „Paganini“ zur Verfügung. Mario Hossen imponierte durch frappierende Technik und einen vollen, wohlklingenden Geigenton, mit dem er in einer Zugabe nochmals betörend auftrumpfte…“
Standard, Österreich

“Hossens lyrische Interpretation bringt die Aussage des Komponisten hervorragend zur Geltung mit selten tiefem Ausdruck und blendender Virtuosität. Seine glühend schlichte Darstellung der Hauptthemen geht direkt ins Herz. Solist und Orchester erreichen eine mitfühlende Partnerschaft, die diesem Werk voll und ganz gerecht wird“
Music Teacher Magazine, USA

“Erstaunliche Reife und technische Perfektion… Mario Hossen – ein hervorragender Solist… Technisch hervorragend geschult, spielt er mühelos die schwierigsten Passagen und lässt durch seinen schönen, großen Ton aufhorchen….”
Salzburger Nachrichten


Nach erfolgreicher Teilnahme am 14. Internationalen Bellapais Musikfestival in Nord Cypern traf ich den berühmtesten Vertreter der heutigen bulgarischen Geigenschule Mario Hossen im Mai 2010 zu einem Interview für Public Republic.

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Mario, welche Eindrücke vom Festival in Nord Cypern bringen Sie mit?

Ich bin sehr beeindruckt. Bellapais liegt oberhalb von Kyrenia in ca. 700m Höhe und ist berühmt mit seiner Abtei aus dem 13. Jahrhundert. In der Kathedrale einer solchen Abtei zu spielen, war ein ganz besonderes Erlebnis für mich und meine Studenten vom Orpheus Academy Orchestra.

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Wie und warum wurde das Orchester gegründet?

Das Orpheus Academy Orchestra wurde 2006 von mir gegründet und besteht zurzeit aus 20 Musikern. Das Ziel des Orchesters ist durch interessante Musikprogramme und Konzerte das Musikleben von und in Bulgarien und in Europa zu popularisieren und jungen Talenten eine Bühne zur Verfügung zu stellen.

Welche sind die nächsten Termine mit dem Orpheus Academy Orchestra?

Die nächsten Konzerte mit dem Orpheus Academy Orchestra sind bei den Musikwochen in Sofia, in Plovdiv und beim Festival „Varnensko Liato“. Es sind auch Konzerte in einigen europäischen Städten geplant.

Paganini, \"I Palpiti\"

Erzählen Sie uns bitte mehr über Ihre aktuellen Projekte.

Zurzeit arbeite ich parallel an einigen Projekten.
Meine Konzerttätigkeit betreffend bereite ich alle Beethoven Sonaten vor, die ich mit Prof. Milena Mollova in Wien und mit Marisa Blanes in Madrid, Valencia und Saragossa spiele.

Im Februar 2011 werde ich bei einem Konzert mit dem großen Dirigenten Vladimir Fedossejev und dem Tchaikovsky-Symphonieorchester in Moskau spielen, das bereits ausverkauft ist und das ich mit großer Freude erwarte.

Im Juni dieses Jahres werde ich auch ein Konzert mit Adrian Oetiker bei dem Schumann-Fest im Schloss Thun in der Schweiz geben.

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Und natürlich freue ich mich auf die Konzerte im Juni 2010 mit dem Orpheus Academy Orchestra u.a. bei den Musikwochen in Sofia, wo auch der bekannte österreichische Komponist Rainer Bischof und Wolfgang Panhofer dabei sein werden. Ich bin stolz auf meine Studenten, die unter großer Konkurrenz Stipendien für ein Studium in Madrid bekommen haben und sehr erfolgreich Konzerte in Wien und Bratislava geben. Die Zusammenarbeit mit ihnen inspiriert mich für meine Konzertauftritte und Musikaufnahmen.


Vivaldi – Four seasons, Winter

Neben meinen Konzertauftritten nimmt die Pädagogik einen besonderen Platz ein. Ich bin Künstlerischer Leiter von Orpheus Academy Orchestra und Direktor von der Internationalen Musikakademie Orpheus, welche von der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia in Zusammenarbeit mit den Musikuniversitäten, Musikhochschulen und Konservatorien von Athen, Milano, Madrid und Wien organisiert wird.

Die Idee dieser internationalen Musikakademie ist, eine Plattform sowie Stipendien für junge Musiker aus Osteuropa zur Verfügung zu stellen. Sie fördert durch Meisterkurse, intensiver Auseinandersetzung mit der Musik und ihrer Wirkung sowie durch gemeinsames Musizieren, den künstlerisch geistigen Gedankenaustausch zwischen den renommierten Professoren und den Studenten der Musikhochschulen der südosteuropäischen Länder. Ab 2011 wird der Sitz der Akademie in Wien sein.

Außerdem unterrichte ich eine Violinklasse an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia und an der Escuela Superior „Reina Sofia“ Madrid.

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Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich bin Workaholic. Der Begriff „Urlaub“ existiert für mich nicht. Ich muss immer in Bewegung sein und verschiedene Projekte realisiert sehen. Die Arbeit motiviert mich.

Mein Hobby ist der Fußball. Wenn ich in einer Stadt irgendwo auf der Welt bin, muss ich immer das jeweilige Stadion besuchen und mir dort am besten wichtige Spiele ansehen. Ich bin schon zwei Mal bei einem Champions League-Finale gewesen.

Ich habe auch Philosophie und Geschichte studiert und interessiere mich daher für Altgeschichte und die thrakische Zivilisation. Zurzeit schreibe ich ein Buch über die Rolle der Musik in den thrakischen Orphiker-Ritualen und Praktiken. Ich möchte gern ein Konzert an Plätzen wie z.B. Perperikon (eine heilige Felsenstadt, Hauptstadt und Festung mit Königspalast der Thaker in Bulgarien) geben, die wichtig für die thrakische Kultur waren.

Mario, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei allen Projekten!

www.mariohossen.com

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Mario Hossen wurde in Plovdiv geboren, wo er seine Ausbildung beginnt. Später studiert er in Wien bei Prof. Michael Frischenschlager und Conservatoire Superieur, Paris bei Prof. Gerard Poulet.

Als Solist spielte er mit namhaften Orchestern wie die English Chamber Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, Sofia Radio Sinfonie Orchester, Bruckner Orchester Linz, Tchaikovsky Symphonieorchester des Moskauer Rundfunks, Orchestra da camera de La Scala di Milano, Philharmonisches Orchester Sofia, Charlotte Philharmonic Orchestra, Orquesta Sinfonica del Estado de Mexico u.a.

Seine Konzerttätigkeit führt ihn in die USA (Carnegie Hall), Österreich (Konzerthaus Wien, Brucknerhaus Linz), Italien, Frankreich (Salle Gaveau Paris), in die Schweiz (Victoria Hall Genf, Tonhalle Zürich), Spanien, Lettland, Albanien, Mexiko, Ungarn, Slowenien, China, Kroatien, Russland (Grosser Saal des Moskauer Konservatoriums) oder Japan. Er konzertiert mit Partnern wie Philippe Bernold, Jean Bernard Pommier, Adrian Oetiker, Gerard Caussé, Dong Suk Kang, Milena Mollova, Vladimir Fedossejev, Lior Schambadal, Hansjörg Schellenberger u.a.

Seit 2004 ist Prof. Mario Hossen Leiter einer Violinklasse an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia und an der Escuela Superior „Reina Sofia“ Madrid.

Mario Hossen spielt eine G. B. Guadagnini (1749), eine Leihgabe aus der Sammlung der österreichischen Nationalbank.

Kategorien: Frontpage · Szene · Um die Welt · Visual Arts

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