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Artist of the Week – Mariya Kovacheva

5 August, 2014 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Tsvetelina Mareva mit der Balletttänzerin
Mariya Kovacheva

Mariya_Kovacheva

Würden Sie uns bitte erzählen, wie Ihre Ballettkarriere angefangen hat?

Mein Werdegang im professionellen Ballett begann mit der Aufnahme in die Ballettschule in Sofia. Bereits davor tanzte ich immer durchs Haus meiner Eltern. Für besondere Anlässe wie Weihnachten habe ich mir meist etwas Besonderes ausgedacht und einstudiert. Musik, Kostüme und sogar einen Vorhang entwarf ich selbständig. Meine Tante war Demi-Solist-Tänzerin in der Staatsoper Sofia und ich liebte es, wenn sie mich zu den Proben mitnahm. Inspiriert wurde ich auch von Tanzfilmen wie ‚Flashdance’, ‚Dirty Dancing’ und ‚All That Jazz’.

Ist Ihre bulgarische Herkunft ein Hindernis bei der Behauptung auf internationaler Bühne?

Nein, überhaupt nicht. Ich denke sogar, das Gegenteil ist der Fall. Es kommt auf das Talent an, nicht auf die Herkunft. Im Palast stehen Künstler*innen aus 23 Ländern für die weltweit größten Ensuite-Shows zusammen auf der Bühne.

FSP_Hausansicht

Worauf haben Sie im Namen der Ballettkunst verzichtet und wozu hat diese Kunst in Ihrem Leben beigetragen?

Balletttänzerin war immer mein Berufswunsch und dieser ist in Erfüllung gegangen. Die harten Jahre des Trainings in der Ballettschule haben sich mit dem Arrangement im Friedrichstadt-Palast, der größten Theaterbühne der Welt, bezahlt gemacht. Ich bin sehr glücklich, an diesem traditionsreichen Haus tätig sein zu dürfen. Auf keiner anderen Bühne weltweit können wir so häufig und so vielseitig – und vor fast einer halben Million Gäste im Jahr – auftreten.

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag bei Ihnen aus?

Von Dienstag bis Freitag beginne ich um 10 Uhr am Vormittag mit dem klassischen Balletttraining im Palast. Anschließend folgen Proben für die Abendvorstellung und neue Grand Show, sowie Workshops mit hochkarätigen Choreographen. Von 14 Uhr bis 18 Uhr haben wir Zeit für uns. Danach beginnen die Vorbereitungen für die Abendvorstellung (schminken, aufwärmen). Die Show läuft in der Regel von 19:30 Uhr bis 22 Uhr. Samstags gibt es zudem oft eine Vorstellung am Nachmittag. An den Montagen haben wir überwiegend frei.

Mit welchen berühmten Tänzern und Choreographen haben Sie bereits zusammengearbeitet? Was haben Sie von diesen gelernt?

Ich habe bereits mit Jan Linkens, Ronald Savkovic, Roland Gawlik und Sean Cheesman zusammengearbeitet. Vor allem für die neue Grand Show des Friedrichstadt-Palastes, THE WYLD, wurden weltbekannte Choreographen engagiert. Wir trainieren beispielsweise mit Itzik Galili und Brian Friedman. Auch Nikeata Thompson gibt regelmäßig Unterricht im Palast. Jeder Choreograph hat seinen eigenen Stil zu tanzen. Von jedem lerne ich etwas Neues. Die hohen Anforderungen werden von uns Tänzern des Palastes stets professionell umgesetzt.

FSP_THE_WYLD

Welche war die schwierigste Etappe Ihrer Ballettkarriere?

Alle Etappen meiner Karriere waren sehr anspruchsvoll. Angefangen von meiner Aufnahme in die Ballettschule bis zur Audition im Palast. Berufsbegleitend habe ich ein Studium der Ballettpädagogin in Sofia erfolgreich absolviert. Weiterführend begann ich ein Studium als Ballett-Regisseurin in Plovdiv, dessen Abschluss bereits in Vorbereitung ist. Die schwierigste Etappe wird jedoch noch folgen, wenn ich meine aktive Ballettkarriere beende und mich neuen Herausforderungen stellen muss.

Welche sind Ihre Lieblingsrollen auf der Bühne?

Jede meiner Rollen, sowohl vergangene als auch aktuelle, habe ich gern. Natürlich mag ich als Bulgarin besonders die temperamentvollen, dominanten Charaktere, bin aber auch in der Lage, zarte Persönlichkeiten auf der Bühne darzustellen.

Was denken Sie über das moderne Ballett? Wie sehen die Entwicklungen der Ballettkunst in Zukunft aus?

Meiner Meinung nach geht die Entwicklung hin zu einem/r universellen Tänzer*in. Das beinhaltet beispielsweise eine gute klassische Ausbildung, Step, Jazz, modernes Ballett, Hip Hop, Boden- und Luftakrobatik. Heutzutage muss ein/e Tänzer*in alles können. Besonders im Friedrichstadt-Palast lässt sich diese Universalität finden.

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An welchen Ballettveranstaltungen nehmen Sie aktuell teil?

Seit dem 2. Oktober 2012 tanze ich in der Erfolgsproduktion SHOW ME im Palast. Die Proben zur neuen Grand Show THE WYLD laufen bereits seit März 2014. Die Weltpremiere wird am 23. Oktober stattfinden. Das Showkonzept stammt von Manfred Thierry Mugler (Regisseur, Autor und Designer der neuen Show) und Roland Welke (Co-Autor der neuen Show). Es wird eine aufregende neue Erfahrung, auf die ich mich schon freue.

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Würden Sie nochmal auf der bulgarischen Bühne tanzen und in was für einer Veranstaltung wäre dies?

Ich habe schon auf sehr vielen bulgarischen Bühnen getanzt. In der Zukunft sehe ich mich eher als Ballettpädagogin, Choreographin oder Style-Trainerin, um das Wissen und die Erfahrungen meiner Tanzkarriere weiterzugeben.

Zur Info www.palast-berlin.eu

Kategorien: Art Café · Frontpage · Modern Times · Szene · Um die Welt

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