Interview von Mariana Velichkova mit dem Fotografen Martin Nikolov
Übersetzung aus dem Bulgarischen: Dessislava Georgieva
Welchen Platz nimmt die Fotografie in deinem Leben ein?
Um ehrlich zu sein, steht Sie momentan an zweiter Stelle mit der Tendenz, Ende Juni auf den dritten Platz zu rutschen – dann kommt mein Sohn auf die Welt
Familie stand für mich schon immer an erster Stelle, und vielleicht erhält danach auch die Fotografie ihren Platz.
In der materiellen Welt, in der wir leben, gelingt es der Fotografie, mich zu entführen und meine Welt ein bisschen schöner zu machen – auf eine Weise, von der ich keine Ahnung hatte, bevor ich zu fotografieren begann. Es braucht so wenig, um jemanden zum Lächeln zu bringen… Bei mir geschieht das mit Hilfe der Fotografie.
Was denkst du über die sozial engagierte Fotografe?
Ich bewundere Bilder, die etwas suggerieren. Durch die sozial engagierte Fotografie bringt man Menschen zum Nachdenken – sie hören auf, sich über ihr eigenes Leben zu beklagen, weil es viel schlimmere Dinge gibt. Was die Fotografen angeht, so respektiere ich diejenigen, denen es gelingt, die Menschen zum Nachdenken zu bewegen.
Gibt es eine Botschaft, die du mit deinen Fotografien suggerieren möchtest?
Vielleicht ist es klischeehaft, aber wenn eines meiner Bilder auch nur einen Menschen zum Lächeln bringt, dann zählt das für mich als gute Tat. Die Welt zu einem besseren Lebensort zu machen, ist eine gute Devise, die auch durch Fotografie erreicht werden kann.
In welche Richtung gehen deine Experimente?
Es gibt viele Fotografen, die in einem bestimmten Bereich gut sind. Fürs Erste kann ich nicht genau bestimmen, was ich fotografieren möchte. Ich nehme sowohl Landschaften auf, als auch Makrofotografien, aber auch Portraits, die ich jetzt ernsthafter studiere.
Ich will auch lernen, wie man Kinder fotografiert… Überhaupt liebe ich es zu fotografieren, egal was. Es muss hauptsächlich schön sein und mir gefallen.
Wenn du mit einem Bild die Welt verbessern könntest, wie würde es aussehen?
Eine sehr ernste und verantwortungsvolle Frage. Es ist schwierig, darauf zu antworten… Unabhängig vom bevorstehenden Ereignis denke ich, dass das Bild eines Kindes fast ausnahmslos jeden rühren würde. Es umfasst fast alles… Vergangenheit und Zukunft, Angst und Zufriedenheit, Stärke und Schwäche… alles.
Welche sind deine Erkenntnisse über die Fotografie?
Ich kann sagen, dass meine innere Welt schöner und ruhiger geworden ist, seitdem ich fotografiere. Vielfältiger. Ich sehe viele Dinge, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Nur schöne Dinge, für die mir die Fotografie die Augen geöffnet hat. Dafür bin ich sehr dankbar. Sogar das Wort selbst – malen mit Licht – trägt Schönheit in sich.
Was würdest du einem angehenden Fotografen raten?
Was wohl? Sich nicht auf nur eine Art Fotografie zu beschränken. Zu experimentieren. Sich umzuschauen, denn um uns herum existieren viele Dinge, die darauf warten, entdeckt und der Welt gezeigt zu werden. Und viel zu fotografieren.
Anfangs wird die Qualität unter der Quantität leiden, aber später wird sich das Verhältnis umkehren. Am wichtigsten ist allerdings, dass es ihm Spaß macht, denn die Schönheit in der Fotografie (und auch überall sonst) kommt erst dann zum Vorschein, wenn man das, was man tut, liebt.
Biografie:
Martin Nikolov wird vor 30 Jahren in Varna geboren. Vor etwa drei Jahren entdeckt er die Fotografie als Hobby und verfällt gänzlich ihrer Schönheit. Was man mit einem Bild zeigen kann, kann man mit tausend Worten nicht ausdrücken.
Er macht seinen Master in Wirtschaftsmanagement an der Wirtschaftsuniversität in Varna, geht aber danach in eine völlig andere Richtung. Künftig möchte er professionell fotografieren, doch momentan ist diese Idee nur ein Traum. Er will ständig dazulernen und immer besser in seiner Arbeit werden, denn er glaubt daran, dass seine Beständigkeit eines Tages belohnt wird.









































1 Kommentar bis jetzt ↓
rossinini // 9 Sep, 2009 //
Es ist faszinierend die Schönheit des Lebens auch in die kleinen Dinge zu sehen und es jeden Tag neu zu entdecken!
Die Gewissheit, dass andere Menschen so denken wie ich macht mich glücklich!
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