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Artist of the Week — Natascha Loch

1 Februar, 2010 von · Keine Kommentare

Interview von Natalia Nikolaeva mit der Modedesignerin Natascha Loch

Natascha Loch
Foto: Moritz Möller

Wann und wodurch entdeckten Sie die Mode?

Ich entdeckte die Liebe zur Mode schon sehr früh. Zum einen durch meine sehr modeinteressierte Mutter, die es liebte mich immer neu einzukleiden, nicht immer nach meinem Geschmack. Aber auch durch das Einkleiden meiner Barbies.

Zuerst entwarf ich Modelle für Barbies und bald dann für mich und die gesamte Familie. Diese setzte ich anfangs mit der Unterstützung meiner Tante, die Feintäschnerin ist, um.

Später erlangte ich meine Fähigkeiten durch diverse Nähkurse und Workshops. Bis ich dann letztendlich nach einer Ausbildung zur Modeschneiderin ein Modedesignstudium absolvierte.

PHÖNIX1

Worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe als Designerin?

Früher dachte ich immer das Kreieren neuer Trends wäre wichtig. Doch mittlerweile sind viele meiner Aufgaben organisatorisch. Kontakte zu knüpfen, immer wieder neue Projekte zu starten, Trends aufzuspüren und um so auf dem Laufenden zu bleiben, was auf den Messen gezeigt wird.

Events diverser Richtungen zu besuchen, sich für alles interessieren, sammeln, inspirieren lassen, filtern und schließlich den Input, den man erhalten hat, umzusetzen.

Wichtiger wird es aber, immer mehr den Willen des Kunden zu kennen und ihn immer wieder aufs Neue zum Kauf zu animieren.

PHÖNIX2

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?

Ich beschreibe meinen Stil gerne als elegant, ausgefallen, bequem und angenehm, aber geprägt von ungewöhnlichen Schnitten und dennoch tragbar.

PHÖNIX3

In welchem Maß bedeutet Mode für Sie Kunst?

Für mich wird Mode zu Kunst, wenn neue Formen entwickelt werden, wenn Farbkombinationen entstehen, an die ich nicht einmal im Traum gedacht hatte, oder auch durch die Art, wie gewisse Trends und Kleidungsstücke miteinander kombiniert werden.

Solche Trends entstehen oft auf der Strasse und so beginnt eine neue Modeentwicklung. Modelle, die den Körper schmeicheln.

PHÖNIX4

Wie entstand Ihre Kollektion „Einsamkeit“? Welche Idee steht dahinter?

Zu dem Thema fand ich durch die damaligen Umstände auch in meinem Leben. Dahinter steht die Idee, dieses melancholische, aber auch kreativ beflügelnde, verändernde Gefühl, in Mode umzusetzen, in Form und Farbe.

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Hier ein kurzer Auszug aus meiner Kollektionsbeschreibung:

Einsamkeit ist in vielen Bereichen und allen Altersklassen gegenwärtig und wird oft als etwas Negatives empfunden.

Sie ist wie ein Nebel an einem kühlen Herbstmorgen, der sich schleichend, gleich einer zweiten Haut, des Seins bemächtigt. Sie kann aber auch eine Chance sein.

In der Aufklärung wurde Einsamkeit oft positiv gewertet als Rückzug des Menschen aus dem hektischen Alltag zum Zwecke geistiger Aktivität und Selbstbesinnung.

Die Epoche der Empfindsamkeit und Romantik sieht im Einsamen den schwermütig-melancholischen, in seine eigene Innerlichkeit zurückgezogenen Menschen, der sich den derben Zumutungen einer verständnislosen und oberflächlichen Außenwelt zu entziehen sucht.

Durch diesen Rückzug eröffnet sich zugleich die Möglichkeit des aufmerksamen, differenzierten In-sich-Hineinhörens im Dienste der Selbstvergewisserung über das eigene Ich.

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Wie gehen Sie an das Entwerfen einer neuen Kollektion heran? Welcher ist Ihr Ausgangspunkt, und wie entwickelt sich daraus eine Kollektion?

Das Thema entsteht durch mein eigenes Empfinden, Gefühle und Impressionen beeinflusst durch mein Umfeld, Begegnungen und gesellschaftlichen Ereignissen, die ich dann umsetze.

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Was waren die größten Herausforderungen, seitdem Sie im Bereich Strickdesign kreieren?

Die größte Herausfordung ist immer der Direktverkauf — der Abverkauf, die Zielgruppe, die passenden Läden zu finden. Tragbare, aber ausgefallene, bequeme und stilvolle Strickmode zu einem bezahlbaren Preis herzustellen.

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Wo finden Sie Inspiration für neue Designs?

Überall, vor allem im täglichen Leben, durch die unterschiedlichsten Kontakte, Events, aber auch durch andere Kulturen.

Was haben Sie während Ihres Praktikums bei Vivienne Westwood in London gelernt? Welche waren Ihre aufregendsten Eindrücke von der Designerin und von den Mode-Shows, die sie dort begleitet haben?

Mit ungewöhnlichen Materialien zu arbeiten, Drapieren an der Büste, Verantwortung.

Das Begleiten zu den Shows nach Paris, der Stress, das Aufeinanderabstimmen, die Hektik vorher, wie sich alles zusammensetzt und ein komplettes Bild ergibt.

Ihre eigenwillige Art, ihr Stil des Drapierens, den Körper zu schmeicheln, aber auch zu verformen, die Anpassung durch den Einsatz von außergewöhnlichen Schnitten.

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Wie hat sich Ihr Modegeschmack verändert, seitdem Sie in der Branche arbeiten und seit Ihrer Fortbildungen an der Neuen Kunstschule in Zürich und in Central Saint Martins in London?

Durch die diversen Fortbildungen und Schulen erhielt ich unterschiedliche Einblicke, wie zum Beispiel man seine Fähigkeiten schult und neue kreative Wege geht, immer mutig zu sein und auszuprobieren.

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Wolfgang Joop sagte in einem Vogue-Interview: „Ich entwerfe einfach das, was ich auch selbst tragen will“. Wie lautet Ihr Motto?

Das finde ich auch sehr passend. Die beiden Zitate, die ich immer im Hinterkopf habe, sind:

“Luxus ist, wenn das unsichtbare so luxuriös ist wie das Sichtbare. Der eigentliche Luxus steckt im Futter” (Karl Lagerfeld 1992).

“Land des Lächelns – Ästhetik ist hier Lebensstil und Weltanschauung zugleich” (Paulo Coelho).

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Was unterscheidet Berlin von anderen Mode-Städten? Würden Sie unseren Lesern Ihre persönlichen Top-10-Adressen für einen modebewussten Menschen in Berlin nennen?

Berlin erfindet sich immer neu, ständig anders – im Wandel. Eine Stadt die ständig im Umbruch ist, dynamisch, hektisch, hungrig, jung und voller Leben, die sich jeden Tag neu erfindet. Eine Stadt, die man liebt und hasst. Eine Stadt, die einem so viele unterschiedliche Eindrücke gibt. Eine Stadt, die anders als wie Paris keine erwachsene, strukturierte Form und auch in der Modeszene keine definierten Strukturen hat. Ein Stadt, die niemals schläft.

Die 10 spannenden Läden:
1
The Corner

2
Claudia Skoda

3
Berlinomat

4
F95

5
Wunderkind

6
Konk

7
Apartment

8
Les Mads von Andreas Murkudis

9
Hugo Boss orange Flagshipstore

10
Butterflysoulfire neuer Flagshipstore

Und natürlich CUBE unser POP – Up Shop für den wir ständig neue Locations suchen und neues Interior entwickeln. Wir ziehen circa alle drei Monate an einen anderen Ort in Berlin.
Um auf dem laufenden zu bleiben lohnt ein Blick auf folgende Seite www.cube-berlin.net

PHÖNIX14

Was wünschen Sie sich und Ihren Kunden für das Neue Jahr?

Gesundes , erfolgreiches, glückliches Jahr voller Energie, Positivismus, vielen Eindrücken und neuen Projekten/Kontakten.

Wo sind Ihre Kreationen zu finden?

AusBerlin, Berlinomat, CUBE, Flagshipstore, Wolke7 in Berlin, At first sight in Wien

PHÖNIX15

Was unterscheidet die Sommer-Kollektion 2010 von Ihrer vorherigen Kollektion?

Phoenix – Il neonato – im altägyptischen als Benu bezeichnet, war er einstmals ein Totengott später in der Antike als Symbol der Unsterblichkeit verehrt, da er “bei Sonnenaufgang in der Glut der Morgenröte verbrennt und aus seiner Asche verjüngt wieder aufersteht.” Dargestellt wird er in Gestalt eines “menschengroßen Reihers mit langen Hinterkopffedern und golden-rotem” Gefieder.

So steht der Phoenix sowohl für den Untergang, das Ende einer Epoche, einer bestimmten Periode, aber vor allem auch für den Neubeginn, der hieraus entstehen kann. Jede Veränderung bringt etwas Neues, Innovatives zum Vorschein. Dies ereignet sich “interaktiv” mit dem Untergang des alten, gewohnten. Denn: Wenn dieses nicht vorher gewesen wäre, könnte sich nichts daraus entwickeln.

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Er ist somit ein Symbol der für Zukunft, Freiheit, Veränderung und Innovation steht. Nicht umsonst wählte die IRA diesen als ihr Symboltier. Auch viele Firmen, die ihren Fokus auf Innovation legen, verwenden den Phönix in Bild oder Schrift.

PHÖNIX17

Diese Kollektion verbindet alte Methoden mit neuen. Sie besticht durch ihre Vielseitigkeit, aber — wie schon immer bisher — durch ihre Qualität in der Herstellung und den verwendeten Materialien.

Erweitert wurde sie durch einige Basics und Accessoires, die einen Gegenpol zu den asymmetrischen ausgefallenen Kleidern und Jacken bilden.

Das Spiel von Dichte und Transparenz wird als Muster eingesetzt und erzeugt ein spannendes Streifenmotiv.

Die Modelle sind weit, eng oder beides, spielen mit Volumen, das den Körper betont oder umspielt.
Die Farben orientieren sich an dem Vorbild des Phoenix und bewegen sich somit im orange, creme, gelb-gold Bereich sowie einige Modelle in Schwarz und Grau.

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PHÖNIX5

Natascha Loch
Strickdesign
Holteistrasse 12, 10245 Berlin
Telefon: +0049-(0)3061656987
E-mail: info@nataschaloch.de

Seit 1. 01.2007 diverse Projekte im Bereich Film, Kostüm, Mode/Styling
und Kunst unter anderem mit Aernout Mik – John Bock

Modedesign – Strick – Grafik – Styling – Kostüm
10 .01 – 06 .06 Modedesignstudium an der Fachhochschule für
Technik und Wirtschaft in Berlin
10 .05 – 06 .06 Suchen und Finden – Cercare e Trovare
Diplomarbeit: Drapieren in Strick
Abschluss als Diplom Modedesignerin
04 .05 – 05 .05 Drawing Blood
Kostümabteilung des englisch –
sprachigen Thrillers
10 .04 – 06 .04 Supermarket Style/Strickprojekt
Auslandssemester über das Erasmusprojekt an der
Nouva Accademia di Belle Arti in Mailand, Italien
09 .03 – 01 .04 Staatsoper unter den Linden/Berlin
Praktikum als Assistentin der Kostümabteilung/
Ballett
08 .02 – 10 .02 Label Darja Richter,Paris, Frankreich
09 .00 – 04 .01 Vivienne Westwood, London, England
Praktikum über das Leonardo Da Vinci Projekt
Red Label/Gold Label
01 .01 – 03 .01 Central Saint Martins, London
Experimental Fashion Drawing
11 .98 – 04 .01 Neue Kunstschule, Zürich
Fernstudium Modezeinen/Design
1997 – 2000 Berufsfachschule für Bekleidung in Nürnberg
Abschluss als Modeschneiderin

Auszeichnungen:

05.07.07 Lucky Strike Junior Award
Besondere Anerkennung
20 .06 .06 Carpi – fashion Award 2006
1. Preis im Bereich Strickdesign/Studenten
18 .03 .00 Auszeichnung für Modellentwurf und
Fertigungstechnik
1. Preis verliehen von der Berufsfachschule für
Bekleidung in Nürnberg

Sommerkollektion 2010
Thema: “Il neonato” – ” Phönix”
Fotograf: www.renefraissinet
Model: Saskia/
www.indeedmodels.com

Kategorien: Frontpage · Lifestyle

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