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Artist of the Week – Rafael Cortés

28 April, 2014 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Dessislava Berndt mit dem Gitarristen und Komponisten Rafael Cortés

Was haben die Stadt Essen und das Ruhrgebiet mit Flamenco zu tun? Die Antwort ist einfach. Hier lebt und arbeitet der spanische Gitarrist und Komponist Rafael Cortés.

Nach einem spanischen Sprichwort wird derjenige, der am 21. Dezember geboren wird, entweder Musiker oder Bandit. Rafael Cortés wurde an einem 21. Dezember geboren und wird heute nicht nur von seinen Fans, sondern auch von Fachleuten als einer der größten Hoffnungsträger der internationalen Flamencoszene gefeiert.

Die zwei Live-Auftritte von Rafael Cortés -die für mich unvergessen bleiben- bewegten mich, mehr über den Künstler und Menschen Cortés zu erfahren, um ihn hier mit dem nachfolgenden Interview vorstellen zu können.

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Foto: Moritz Vahlenkamp

Rafael, Du hast ausverkaufte Shows in Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Holland und Spanien gehabt. Welche sind die nächsten Stationen?

Die nächsten Stationen werden voraussichtlich sein Litauen, Portugal und Polen sein.

Der Flamenco kommt aus Andalusien und Du – aus einer Flamenco-Dynastie, die ursprünglich in Granada ansässig war. Wann wurde Dir klar, dass Du die Tradition Deiner Familie fortsetzen möchtest?

Im Grunde, musste ich nie darüber nachdenken. Weil es für mich “normal” war. Ich bin in einer musikalischen Familie groß geworden und in meinem Elternhaus haben alle musiziert.

Was zeichnet Deine Interpretationen und eigenen Kompositionen aus?

Ich hatte das Glück, in einem multikulturellen Ambiente aufgewachsen zu sein. Daher darf ich Menschen verschiedenster Nationalitäten zu meinem Freundeskreis zählen. Dies hat mein Spiel und meine Kompositionen sehr stark beeinflusst.

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Foto: Moritz Vahlenkamp

Kennst Du die bulgarische Musik oder bulgarische Musiker?

Ja, ich habe in einer “Soleá por Buleria” eine Intro komponiert. Dafür habe ich mich von den Stimmen eines bulgarischen Frauenchors inspiriert und vom Thema etwas übernommen.

Reagiert das Publikum in den verschiedenen Ländern immer gleich auf die Flamenco-Musik?

Nein, aber ich habe das Gefühl, dass der Flamenco vor allem in den Ostblock-Ländern mehr geschätzt wird.

Du hast große Freude mit anderen Musikern zu arbeiten. Wo und mit wem hast Du bis jetzt gespielt?

Goran Bregovic, Carles Benagend, Kitflus, Mille Petrozza, Stoppok, Fantastischen vier, Alpha Blondie, MFÖ, Yeni Türke, Rosa, Jose de Lucia, Ute Freudenberg, Al di Meola, El Cigala, Piraña und viele andere.

Du hast 1995 den Titel für den Kinofilm „Der Strand von Trouville“ komponiert? Was für eine Erfahrung war es für Dich?

8 Stunden Arbeit für 2 Minuten Musik.

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Foto: Moritz Vahlenkamp

Mit dem “Gitarrengott“ Paco de Lucia hattest Du 2006 zum zweiten Mal die Bühne beim Jazz-Festival in Leverkusen geteilt. Besteht eine besondere Freundschaft zwischen Euch?

Paco de Lucia, war immer das Vorbild jedes Flamenco-Gitarristen, denke ich. Natürlich war es für mich eine große Ehre ihn supporten zu dürfen. Er war mein geistiger musikalischer Vater.

Dein erstes Album: „Eclipse de Luna” wurde 1999 veröffentlicht, 2001 erschien das zweite Album „Gitanos del Agua“ und 2004 wurdest Du nach dem dritten Album „Campo Libre“, das die Flamenco-Popballade für den spanischen Megastar ROSA enthält, mehrfach im spanischen Fernsehen eingeladen. Freut Dich die Anerkennung in Spanien mehr als die Erfolge in Deutschland?

Ja, weil es mir beweist, dass obwohl ich in Deutschland groß geworden bin, alles richtig gemacht habe.

In 2007 freuten sich die Fans über die CD-Produktion „Alcaiceria”, die nach der Stadt in der Provinz Granada benannt ist. Was bedeutet Dir Andalusien?

Andalusien ist die Heimat meines Vaters und die Wiege des Flamencos, es bedeutet mir sehr viel.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Den Fantastischen Vier?

Ein Freund von mir, Lilo Scrimalli, rief mich an und fragte, ob ich Lust hätte meine Gitarre bei einem Song von den Fantas einzuspielen und ich sagte ja.

Kannst Du uns etwas mehr über die Entstehung der neuen CD „Cagini“ erzählen?

Die CD entstand zum ersten Mal in kompletter Eigenregie. Ich habe komponiert, arrangiert, aufgenommen und gemastert. Mir war es auch wichtig auch mal über den Tellerrand des Flamencos zu schauen um meinen musikalischen Ideen mehr Freiraum zu lassen, weil es immer nach Flamenco klingen wird. Es ist meine Sprache.

Wie sehen Deine Pläne in 2014 aus? Wird es besondere Termine geben?

Ich werde dieses Jahr das erste Mal in Litauen spielen worauf ich mich sehr freue und gegen Ende des Jahres werde ich eine neue CD vorstellen.

Rafael, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

http://www.rafaelcortes.com/

Kategorien: Frontpage · Musik · Szene

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