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Artist of the Week – SEVEN

17 Juni, 2019 von · Keine Kommentare

Interview von Dessislava Berndt mit dem Schweizer Musiker Seven

In unserer Rubrik „Artist of the Week“ verfolgen wir mit großem Interesse die Entwicklung interessanter Künstler, die wir für Sie „entdecken“.

Seven ist einer dieser Künstler, der hauptsächlich im deutschsprachigen Raum bekannt geworden ist. In Deutschland kennt man ihn vom Tauschkonzert 2016, wo er mit der Song-Interpretationen von Samy de Luxe, Nena und BAP beeindruckte.

Danach folgten zahlreiche Auftritte in Deutschland, Schweiz und Österreich sowie die Alben „Best Of 2002-2016“ und „4COLORS“. Und im Jahr 2017 freuten sich die Besucher und Fans des Internationalen Jazzfestivals in Bansko (Bulgarien) auf eine sehr gelungene Premiere mit seiner tollen Band.

Was ist seit dem passiert? Wie geht die musikalische Reise weiter? Dies und mehr konnte ich bei einem Interview mit Seven vor seinem Auftritt in Bochum für unsere Leser in Erfahrung bringen.

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Seven mit seiner Band und den Gast des Abends Roman Lob, Foto: desenze

Seven, wir erinnern uns hier in Deutschland ganz gut an die klang- und farbenreiche 4COLORS-Tour. Nun folgt die Soulmate Tour. Wie kam es dazu?

Ungefähr 2011/2012 hatte ich zum ersten Mal in der Schweiz eine Tour gemacht, die in etwas gediegenere Locations – mit Sitzplätzen und mit einer Pause – stattfand. Dabei hat sich dies etwas anders angefühlt, weil du etwas tiefer gehen und emotionaler werden kannst und auch mehr ruhige Stücke als in einer Clubatmosphäre spielen kannst. Und ich hatte Bock, das mal wieder zu machen. Und ich hatte Bock in Deutschland nach den letzten zwei Touren, wo wir mehr oder weniger in gleichen Locations gespielt hatten, die Leute zu verwirren.

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Seven und seine Band in der Christikirche Bochum, Fotos: desenze

Und weil ich das gleiche nicht nochmal machen wollte, ließ sich in diesem „Tour-Kleid“ ein Traum, der länger in mir wohnt, perfekt vereinen. Ich hatte Bock, das mit all diesen Künstlern und vor allem mit den vielen deutschen Künstlern, die ich die letzten Jahre kennengelernt habe, zu machen. Denn es passt nicht immer einen gemeinsamen Song aufzunehmen, ins Studio zu gehen usw. Alle haben ihre Pläne, ihre Welten und Geschichten. Und jetzt konnte ich mit all diesen Musikern spielen, mit denen ich – bis auf Wolfgang Niedecken und Stefanie Heinzmann – noch nie zusammen auf einer Bühne gesungen habe.

Und das ist für uns, für mich und meine Band eine Herausforderung. Das Publikum kriegt jeden Abend etwas, was es nur einmal gibt und zum ersten Mal steigt die Nervosität. Wir haben z.B. jetzt die Songs des heutigen Abends geprobt. Und das gibt dem Ganzen noch eine Aufregung oben drauf, etwas „nackt zu sein“, weil du die Musik riechen und durch alles durchschauen kannst. Deswegen passt das zu einem Konzert, bei dem die Leute sitzen.

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Seven und seine Band in der Christikirche Bochum, Fotos: desenze

Und jetzt war es an der Zeit, diese beiden Ideen zu vereinen und mit „Soulmate“ ist ganz klar, was gemeint ist: Ich habe nämlich jeden Abend einen Freund dabei und wir machen Soul zusammen. So ist die Idee entstanden.

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Und wie kam es zu genau dieser Auswahl an Freunden?

Viele der Künstler kenne ich seit mehreren Jahren. Mit einigen bin ich aber erst die letzten drei, vier Jahre in Kontakt gekommen. Und wenn ich gute Sänger, tolle Künstler kennenlerne bin ich sehr gespannt, was passieren würde, wenn wir zusammen Musik machen. Ich bin immer sehr interessiert an anderen Herangehensweisen. Sehr lange schon war ich in meinem eigenen Gärtchen, habe lange Zeit mein eigenes Ding gemacht. Bei dem Tauschkonzert konnte ich mich mit anderen Künstlern austauschen und Musik machen, und das hat mir schon die Tür zu einem Gefühl geöffnet, das stärker geworden ist.

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Seven, seine Band und Roman Lob in der Christikirche Bochum, Fotos: desenze

Ich finde es wichtig, denn Musik machen wir zusammen. Und das alles sind Wunschkandidaten, die ich angerufen und gefragt habe, ob sie mitmachen würden. Ich bin sehr stolz und war überwältigt, dass alle zugesagt haben und meinten “Hey, was für eine geile Idee, wunderschöne Set-Ups und coole Locations. Da kommen wir gern vorbei.“

Schade, dass man nicht bei allen Terminen dabei sein kann.

Ja, es ist interessant. Wir haben noch nie so viele Leute, die uns nachgereist sind; denn wirklich jeden Abend sind mindestens drei Songs anders, mit einem anderen Künstler und das Gefühl ist anders, denn jede Location ist einzigartig und jeder Gast gibt dem Abend einen anderen groove. Wir machen immer gemeinsam Songs vom Gast und von mir sowie von jemand anders, d.h. wir müssen beide den Garten verlassen, was ein Risiko ist und dabei ist man immer aufgeregt. Das spürt das Publikum und genau das ist es, was ich so mag.

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Seven & Band & Roman Lob in der Christikirche Bochum, Fotos: desenze

Was ist aus dem Angebot, das TV-Tauschkonzert in der Schweiz als Gastgeber zu begleiten, geworden?

Ende 2019 werden wir die Show auf Gran Canaria drehen. Wir haben dort eine coole Location, am Hang mit Blick zum Meer, gefunden. Anfang 2020 wird die Sendung dann ausgestrahlt.

Bei diesem Format ist viel spezifische Expertise gefragt. Daher haben wir ein großes Joint Venture mit der deutschen Fachmannschaft von „Sing meinen Song“ gemacht, um die gleiche Qualität wie in Deutschland liefern zu können.
Und das ist mir wichtig, denn in der Schweiz haben wir so viele gute Künstler und keine Plattform, um das zu zeigen. Bei uns geht es darum, etwas Stolz für den Musikplatz Schweiz zu entwickeln und Schweizer Musik und Kulturgut zu feiern und zu zeigen: „Hey, live Musik im TV – das können wir auch“.

Jetzt eine etwas gemeine Frage: Auf wen hast du dich am meisten bei der Soulmate-Tour gefreut?

Das ist wirklich eine gemeine Frage. Ich freue mich natürlich auf alle. Aber die Spannung ist am größten bei diesen Künstlern, mit denen ich noch nicht zusammen gearbeitet habe. Mit einer Mietze Katz beispielsweise. Wir waren zusammen bei einer TV Show, aber ich habe mit ihr noch nie gesungen und ich war sehr gespannt wie sich die zwei Stimmen finden werden.

Und wie war es mit Roman Lob, mit dem du heute Abend singen wirst?

Wir haben viele Lieder zusammen mit Thomas D. für sein Album zu dritt geschrieben, d.h. wie kennen uns musikalisch schon, standen aber noch nie auf einer Bühne und haben noch nicht ein Duett zusammen gesungen. Aber ich wusste, dass es mit unseren beiden Stimmen funktioniert. Und heute spielen wir in einer besonderen Location (red. Anm. Christi Kirche Bochum). Ich habe noch nie in einer Kirche gespielt und bin total gespannt wie es heute Abend wird.

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Roman Lob & Seven, Foto: desenze

Wie sehen deine Pläne aus?

Wir sind mitten in einer neuen Produktion. Wann die Songs veröffentlicht werden, steht noch aus. Wir spielen diese dennoch jeden Abend bei der Tour. Das habe ich auch noch nicht gemacht. Bin aber ungeduldig und muss es jetzt schon wissen, wie dieser neue Sound, den ich für mich gefunden habe, auch beim Publikum ankommt.

Du bist immer in Kontakt mit dem Publikum; auf der Bühne und über die sozialen Medien. Aber was möchtest du heute und über unsere Plattform deinen Fans unbedingt sagen?

Was ich nicht genug oft sagen kann ist: Seit der Sendung (red. Anm. „Sing meinen Song“ auf VOX) sind genau drei Jahre vergangen. Ich mache jetzt eine Tour, aber ich habe kein neues Album, keinen neuen Song im Radio laufen und die Leute kommen trotzdem. Und das mit einem Konzept, bei dem sie sich fragen: „Warum spielt er bestuhlt? Was soll das? Wir wollen doch tanzen.“ Dieses Konzept wirft Fragen auf, aber die Leute kommen und haben Vertrauen. Und das, insbesondere in der heutigen schnelllebigen Zeit, ist etwas Besonderes.

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Seven und seine Band in der Christikirche Bochum, Fotos: desenze

Ich denke, wenn ich mich langweile, wird sich vielleicht auch das Publikum langweilen. Daher gehe ich immer Risiken ein, um mir und dem Publikum etwas Neues zu bieten, das überrascht, mich fordert und herausfordert und bei dem ich auch immer wieder neues lernen und ausprobieren kann.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß heute Abend!

www.sevenmusic.ch
www.facebook.com/sevensoul

Kategorien: Frontpage · Musik · Szene

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