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Artist of the Week – Sidesteps

16 November, 2010 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Dessislava Berndt mit der Band Sidesteps

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Foto: Dirk Grimminger

Die Mannheimer Band Sidesteps habe ich beim Internationalen Jazz Festival in Bansko kennengelernt. Die Musiker wurden vom Publikum frenetisch gefeiert und mehrfach zu einer Zugabe “überredet”.

Auch in Deutschland gab es sehr positive Kritik für das Debütalbum der Band.

Sidesteps sind Gerd Baier (Piano, Keyboards), Franz Basler (Bass), Uli Wehrmann (Vocals, Acoustic guitar), Walter Dieterle (Guitar) und Otmar Prokein (Drums).

www.sidesteps.de

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Karikatur von Lutz Hanzig

Wie wurde die Band gegründet und wie habt Ihr den Namen ausgesucht?

Wie der Name genau entstand, weiß eigentlich niemand mehr so genau? Im Zuge einer Bandgründung ist das sowieso meist ein ziemlich zäher Prozess. Irgendwer schlug dann kurz vor dem Morgengrauen SIEDESTEPS vor – vorläufig könne man doch den Namen mal nehmen war Konsens – aber so ist das eben mit Provisorien…

Das „Baby SIDESTEPS“ wuchs dann nach und nach und der Name einfach mit. Heute können wir uns nicht vorstellen, die Band nochmals anders zu nennen. Auch unser neues Album trägt den Titel SIDESTEPS. Eigentlich ist es so, wie bei einer Heirat, wenn man sich auf einen Namen einigt – anfänglich ist es schwierig sich daran zu gewöhnen und wenn´s gut läuft, voila, dann stimmt´s – wenn nicht, dann ist man ganz froh, wenn man das „Ding“ wieder los ist. Da unsere „Ehe“ aber gut läuft, ist der Name mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Wie könnt Ihr Eure Musik beschreiben?

Schwierig – sofern die gängigen Kategorien überhaupt tauglich sind, würden wir unsere Musik als Popjazz bezeichnen – manchmal stimmt´s, manchmal auch ganz und gar nicht. Sowohl live wie auch auf unserem neuen Album rockt es aber hier und da ganz schön!

Würden wir 10 Besucher nach einem Sidesteps Konzert befragen „wie würden sie die eben dargebotene Musik beschreiben“, würden wir höchstwahrscheinlich 10 unterschiedliche Meinungen hören. Unsere Zuhörer entscheiden letztendlich darüber – wir machen nur ein Angebot, damit sie ungefähr wissen, was sie erwartet und da schien uns Pojpazz die beste Kategoriesierung.

Apropos Befragung: Im Rahmen eines unser letzten Konzerte baten wir die Besucher mittels roter, gelber und grüner Karten ihre Meinung zu unseren Stücken abzugeben – erstaunlicherweise schnitten auch unsere Eigenkompositionen gut ab – davon haben wir dann auch gleich ein paar auf die neue CD drauf gepackt – man kann also sagen, dass unsere Fans die Songauswahl des neuen Albums mitbestimmt haben.

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Foto: Dessislava Berndt

Wie kam es zur Einladung zum Bansko Jazz 2010?

Der Legende nach durchwanderte dereinst unser Musikalischer Direktor und Pianist Gerd Baier mit seiner Holden die Region um Bansko, als plötzlich liebliche Klänge sein sensibles Ohr durchfluteten. Und so landeten sie in Bansko, verliebten sich ins dortige Jazzfestival, und dessen wunderbare Atmosphäre, trafen Dr. Emil Iliev und schon war´s geschehen. Schon im darauf folgenden Jahr gastierte Gerd dann mit seinem wunderbaren „Northside Quartett“ in Bansko und ein paar Jahre später packte er uns ins Gepäck und in der Zwischenzeit hatten wir bereits zwei Mal die Ehre dort zu gastieren!!

Tja, wir sollten einfach öfter Wandern gehen – da passieren mitunter wundersame Dinge“.

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Foto: Dessislava Berndt

Wie ist Eure Beziehung zu Bulgarien? Wie gefällt Euch das Land?

Dadurch, dass wir nicht als Touristen ins Land kamen, sondern als Musiker mit einem festen Engagement, hatten wir von vornherein einen anderen Zugang zu Land und Leuten. Wir sind begeistert von der offenen, freundlichen Atmosphäre und der professionellen Arbeit im Umfeld des Jazzfestivals in Bansko. Es ist immer noch eine sehr persönliche Atmosphäre, obwohl das Festival jährlich wächst.

Besonders beeindruckte uns die friedvolle Atmosphäre während der Festivalwoche! Oftmals kamen Familien mit Kindern, Großeltern usw. zu den Konzerten – etwas, was man in Deutschland eher selten erlebt. Tja und ansonsten sind wir total enttäuscht, dass es künftig keinen Mastica mehr geben wird – wirklich bedauerlich. Wir haben die letzten Vorräte in Bansko aufgekauft und werden uns jetzt hier an dem wunderbaren Stöffchen laben!

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Foto: Dirk Grimminger

Wie sehen Eure Pläne bis Ende 2010 aus? Wird es besondere Termine in 2011 geben?

2010 war ein ereignisreiches Jahr für uns. CD – Produktion, zahlreiche Konzerte und viele schöne Begegnungen mit unserem Publikum auch in Bulgarien! Jetzt lassen wir´s langsam ausklingen – unser letztes Konzert spielen wir am 23.12.10 in Mannheim. Danach kreative Pause, dann neue Stücke proben, Programm neu gestalten und dann geht´s wieder los – wer Interesse hat, schaut einfach auf unsere Homepage unter www.sidesteps.de.

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Foto: Dirk Grimminger

Was machen Sidesteps in Ihrer Freizeit?

Musik!!!!!!!!!!!! nein, im Ernst, alles was andere Leute auch so tun – niemand geht jetzt besonders eigenwilligen Hobbys nach, Krokodile züchten oder Modellflugzeuge bauen – wobei, es wurde bekannt, dass ein verdientes Mitglied unserer Runde über Jahre an einer Ritterburg für seinen Sohn bastelte, die er eigentlich vorhatte dem selbigen zu Weihnachten zu schenken. Als sie dann endlich fertig war und die Zugbrücke wirklich reibungslos funktionierte, waren einige Jahre ins Land gegangen und der Sohn hatte auf Grund seines fortgeschrittenen Alters keine große Lust mehr mit Ritterburgen zu spielen…wie bereits erwähnt, wir machen in unserer Freizeit so alles, was andere Leute auch tun…

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Foto: Dirk Grimminger

Wie und wo kann man die neue CD erwerben?

Unser neues Album „SIDESTEPS“ kann man weltweit über alle gängigen Download- Portale erwerben. Wer das Kunstwerk in seiner ganzen Schönheit gerne erwerben möchte, der schreibt uns einfach eine Mail – wir schicken dann die CD unmittelbar zu!

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Foto: Dirk Grimminger

Wovon träumt die Band?

Für uns sind schon einige Träume in Erfüllung gegangen (übrigens – je kleiner sie sind, desto schneller gehen sie in Erfüllung) – aber klar, wäre schon toll, wenn noch ein paar Konzerte auch größeren Zuschnitts unseren Weg kreuzten. Besonders spannend fänden wir es noch ein paar Festivals im Ausland zu spielen – das ist immer eine ganz besondere Herausforderung.

Ansonsten träumen wir davon, dass unsere Konzertbesucher mit einem guten Gefühl nach Hause gehen, möglichst eine CD mit im Gepäck, die sie dann am nächsten Morgen im Auto auf ihrem Weg zur Arbeit hören und auf Nachfrage des Mitfahrers von einem wunderbaren Konzert am Vorabend berichten…

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Foto: Dirk Grimminger

Ihr arbeitet seit 10 Jahren zusammen. Was hält die Band zusammen?

Die Rollen sind klar!!!! Unser Musikalischer Direktor schwingt das Harmoniezepter, beim Auf- und Abbau sind wir alle Sherpas, es wird ehrlich geteilt, häufig diskutiert, bis einem die Ohren qualmen und schon funktioniert das Ganze, ach so und so wenig E-Mails wie möglich – das gesprochene Wort gilt! So einfach ist das.

10 Jahre SIDESTEPS – da liegen wir deutlich über der Dauer einer durchschnittlichen Ehe in Deutschland. Wir haben erst kürzlich in Erwägung gezogen, ein Buch mit dem Titel zu schreiben „10 Jahre SIDESTEPS oder wie ihre Ehe dauerhaft gelingt“ – wenn´s mal mit der Musik nicht mehr gut läuft, wäre das doch eine echte Option oder?

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Foto: Dirk Grimminger

Was oder wer inspiriert Euch?

Es sind so unendlich viele, dass der Platz hier nicht reichen würde! Da hat jeder so seine Schlüsselerlebnisse – das würde aber sicher den Rahmen sprengen!

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Foto: Dirk Grimminger

Viel Erfolg und bis bald!

Kategorien: Allgemein · Art Café · Frontpage · Szene · Um die Welt · Visual Arts

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