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Artist of the Week – Sofia from Sofia

3 Februar, 2009 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Vanya Nikolaeva mit der Designerin Sofia Hussein

Backstage

Das Projekt „Sofia from Sofia“ startete im Januar 2008 während meines Modedesign-Studiums an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg.

Während eines Photoshootings für meine „Trash-Couture collection“ in Sofia, Bulgarien, machte die Make-up-Artistin (eine Freundin von mir) den Vorschlag, mein Label „Sofia from Sofia“ zu nennen – ich heiße ja Sofia und komme wirklich aus Sofia – es passte wie angegossen.

Trash Couture_Collection

Seitdem arbeite ich unter diesem Namen als Freelance-Designerin und Stylistin. Mein Ziel ist es, „SofiafromSofia“ nicht nur als ein neues und junges Mode-Label weiterzuentwickeln und zu etablieren, sondern auch an Projekten mit Künstlern aus anderen Bereichen wie Photographie, visuelle Kunst und Grafik mitzuwirken.

Trash Couture_Collection 3

Im März steht mir die Präsentation meiner Diplom-Kollektion mit dem Titel „Rückkehr der Eleganz“ bevor — eine Kollektion inspiriert von den 20er und 30er Jahren, von der Befreiung der Frauen aus den damaligen Mode-Dogmen und von der neugefeierten Weiblichkeit und Emanzipation.

Trash Couture_Collection

Das ist auch die Idee hinter „SofiafromSofia“ — Mode, die nicht auf freigegriffenen und despotischen Trendgesetze beruht, sondern auf der persönlichen Lebenseinstellung jeder Frau – eine eklektische Mode für eine eklektische Welt…

projekt_Angeschnitten

Welche Wirkung hat die Mode auf die Individualität des Menschen?

Die Mode kann die Individualität eines Menschen wunderbar bereichern und zum Ausdruck bringen, gleichzeitig ist sie auch imstande, sie zu unterdrücken. Die Grenze ist leicht zu überschreiten. Man darf sich nicht hinter kurzlebigen Tendenzen und Trends „verstecken“ – dafür ist die Mode nicht da.

Für mich ist sie vor allem ein Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen – die Art sich selbst in der Gesellschat so darzustellen und zu „inszenieren“ wie es einem gefällt. Die Mode ist wie eine Momentaufnahme davon, wie wir uns fühlen oder wie wir uns gerne fühlen möchten.

projekt_Angeschnitten

Mehr Vergangenheit oder mehr Zukunft gibt es in der Mode?

Die Vergangenheit ist die Basis, worauf die Zukunft stattfindet und sich weiterentwickelt. Heute redet man von „Recycling“ als die neue Kreativität. Man darf aber nicht zu sehr in die Vergangenheit zurückschauen – sonst besteht die Gefahr dort „stecken zu bleiben“ und die Ideen von morgen zu übersehen.

projekt_Movements

Wer ist dein bevorzugter Modemacher und warum?

Es ist schwierig, nur einen zu nennen. Ich mag die bunte Expresivität von Galliano, die Zukunftsvisionen von Hussein Chalayan oder die Selbstironie und den Witz in den Kollektionen von Viktor&Rolf. Aber der Designer, dessen Stil ich am meisten bewundere, ist Elie Saab. Für mich stellen seine Modelle höchste Weiblichkeit und zeitlose Eleganz dar.

Modenschau

Wovon träumst du?

Ich träume von meinem eigenen Label, von seinem Erfolg und vor allem davon, die Möglichkeit oder, besser gesagt, die Freiheit zu haben, immer das zu tun, was ich will und was mich inspiriert –- nämlich: Modelle zu kreieren, in denen sich die Frauen einfach schön, begehrenswert und wohl fühlen.

collection_Spring-Summer 2008

Was ist die Mode für dich?

Mode und Design – das ist meine Zukunft. Eine Leidenschaft, ein Traum, die ich jeden Tag neu erleben möchte – und zwar für immer. Etwas Anderes kann ich mir einfach nicht vorstellen.

projekt_Happiness

Deine Lieblingsfarbe?

Ich habe immer Phasen, wenn ich die eine oder die andere Farbe ganz besonders mag – ich nenne sie „meine Farbwellen“. Dann entwerfe ich ausschließlich in dieser Farbe. Zur Zeit habe ich eine „graue Welle“. Grau ist für mich eine der vielfälchtigsten Farben, die es gibt. Sie ist eine Mischung aus Schwarz und Weiß – sie vereinigt solche Kontraste auf eine so homogäne Art. Meine persönliche Lieblingsfarbe ist aber hellblau — so wie der klare Himmel an einem sonnigen Tag.

projekt_One night in September

Was ist für dich die “perfekte” Kleidung”?

Die perfekte Kleidung kann ich nur mit einem Wort beschreiben – Wohlgefühl. Sich im Kleidungsstück schön und wohl zu fühlen, ohne daran zu denken. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Frau, die ständig an ihrem Outfit was „rumzupft“ – dann verliert auch das hübscheste Kleid seinen Reiz. Mode soll dafür da sein, dem Menschen zu dienen und nicht umgekehrt!

projekt_Transformations

projekt_Transformations

Kategorien: Art Café · Frontpage · Szene

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