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Artist of the Week – Stefan Baleev

3 März, 2009 von · Keine Kommentare

Stefan Baleev: “Es geht darum, den interessantesten und außergewöhnlichsten Augenblick einzufangen.”

Ein Interview von Natalia Nikolaeva mit dem jungen Fotografen Stefan Baleev

Übersetzung: Antina Zlatkova

Stefan Baleev

„Jedes einzelne Werk ist ein Teil von meinem Herzen“
Antonio Marras

Stefan Baleev ist erst 16 Jahre alt. Wenn ich aber die Fotografien dieses jungen Menschen betrachte, habe ich das Gefühl, dass jedes Bild ein Teil seines Herzens ist; dass er dynamisch ist und viele Emotionen in sich trägt.

Biagstwoto na esenta
Foto: Stefan Baleev

Neben der virtuellen Reise durch die herbstliche Vielfalt und die winterliche Schönheit kommt Frühjahrsstimmung an die Reihe. Diese kommt zwangsläufig durch seine Werke und unser Interview auf.

Esenna prikazka
Foto: Stefan Baleev

Wir sprachen über das Wunder der Fotografie, den Zauber von Landschaftsaufnahmen und die Dramatik seiner Bilder.

Zlatna esen
Foto: Stefan Baleev

Ist die Fotografie Deiner Meinung nach Kunst?

Fotografie ist heute die größte Kunst. Ein gutes Gemälde braucht Monate, bis es fertig ist, ein gutes Foto den Bruchteil einer Sekunde, aber beides ist mit Mühe verbunden. Man benötigt viel Geduld, Ästhetik und Gefühl. Nicht viele Menschen besitzen alle diese Eigenschaften.

Ranna prolet
Foto: Stefan Baleev

Wie hast Du die Fotografie als Hobby entdeckt?

Anfangs war es nur aus Spaß. Eines Tages, als ich mit meiner Mutter spazieren ging, sah ich das Denkmal der Stadt Schumen, das von der untergehenden Sonne angeleuchtet wurde. Ich entschied mich, das Bild festzuhalten. Zu Hause habe ich die Fotos am Computer mit Photoshop bearbeitet. Mit Photoshop beschäftige ich mich schon lange.

Spomeni
Foto: Stefan Baleev

Einige Bilder wurden sehr gut. Ich veröffentlichte sie auf einer Website, um die Meinung anderer Leute lesen zu können. Mit diesem Bild hatte ich zwar keinen Erfolg, aber seit dieser Zeit veröffentliche ich regelmäßig Fotos, die immer öfters positive Kritiken bekamen. Dadurch werde ich angespornt, immer bessere Fotos zu schießen.

W ochakvane
Foto: Stefan Baleev

Was für eine Rolle hat die Fotografie in Deinem Leben?

Sie spielt eine sehr große Rolle. Ich denke sogar, dass ich nicht genug Zeit für meine Familie habe. Leider gibt es keine andere Möglichkeit, wenn ich ein Profi auf diesem Gebiet werden will. Das geht wohl jedem so.

Was sind Deine Lieblingsthemen und –motive?

Ich versuche die Dramatik in den Bildern so gut es geht einzufangen. Ich versuche sie sinnlich zu gestalten. Derjenige, der die Fotos betrachtet, soll sie in ihrer Tiefe sehen.

Znam che ste doidesh
Foto: Stefan Baleev

Was fotografierst Du lieber – menschliche Gesichter oder landschaftliche Bilder?

Bevor ich mit Reportagenfotos anfing, konnte ich nichts Interessantes daran finden, jemanden zu fotografieren, der etwas anders als der Rest ist. Aber jetzt mache ich genau das. Ich beobachte ständig Menschen und was sie tun, um den außergewöhnlichsten und interessantesten Moment der Situation einzufangen.

Umoreni krila
Foto: Stefan Baleev

Landschaften sind etwas Zauberhaftes. Sie lassen den Menschen träumen und wecken verschiedene Gefühle in ihm. Reportagenfotografie ist für mich als erstes Fotografie als Kunst. Von klein an male ich Landschaften, jetzt setze ich diese Tradition fort. Hier ein sehr kluger Gedanke:
„Die Natur hat den Menschen aus Eitelkeit geschaffen, damit er sie beobachtet. Der Fotograf ist unter allen Menschen der Gottbegnadete, der das macht.“

Maiskite bagri
Foto: Stefan Baleev

Welche ist für Dich die größte Herausforderung in der Fotografie?

Jeder Fotograf ist bestrebt, die bestmögliche Aufnahme eines Geschehens zu machen. Das ist wirklich eine sehr große Herausforderung, denn man muss sich darüber klar sein, dass alles in sehr kurzer Zeit passiert. Man muss immer wachsam sein, um den Augenblick nicht zu verpassen.

Romantika
Foto: Stefan Baleev

Ich habe Bilder von verschiedenen Tragödien der Welt gesehen – z.B. vom Krieg in Irak. Das war für mich ein Schreck, aber gleichzeitig war ich von den Bildern inspiriert. Das waren Aufnahmen voller Dynamik, Angst, Leid und Mitleid…

Tam pochuvstvah
Foto: Stefan Baleev

Echte Journalistik-Fotografie ist ein Risiko und ein Kompromiss, den der echte Fotograf auf sich nimmt. Nur er weiß, warum er es tut. Natürlich verdienen die Fotografen damit ihr Geld, aber das Wichtigste hierbei ist die Fotografie selbst. Ich persönlich mache es der Kunst wegen.

Polyhyt na sutreshniq vqtyr
Foto: Stefan Baleev

Hast Du Lieblingsfotografen und welche sind das?

Der Schumener Ivajlo Sakerlariew ist eines meiner Vorbilder. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich ihn kennen lernen durfte. Er hat viele internationale Wettbewerbe gewonnen. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass er der beste Aktenfotograf der Welt zwischen 2003 und 2006 ist.

Welcher ist Dein größter Erfolg auf dem Gebiet der Fotografie?

Der Preis des internationalen Fotosalons.

Würdest du Dich professionell mit Fotografie beschäftigen und warum?

Warum? Es ist keine Frage, OB ich dass machen würde, da ich mich jetzt schon damit beschäftige. Ich sehe mich als nichts anderes außer als ein Fotograf. Das ist für mich etwas Grandioses, das ich bis zum Ende meines Lebens machen will.

Letni spomeni ot detstwoto
Foto: Stefan Baleev

Wovon träumst du?

Ich träume davon, dass ich ein guter Fotograf, Mensch und Vater werde.

Pytuvam
Foto: Stefan Baleev

Stefan Baleev wurde am 21.März 1991 in Schumen geboren.

Er besucht die „Rajna Knjaginja“ Hauptschule in Plowdiw und beschäftigt sich mit Malerei. Stefan lernt im Kunst-Unterricht der „Sawa Dobroplodni “- Schule in Schumen. In Plowdiw und Schumen bekommt er viele Zeugnisse für seine guten Leistungen in den Malwettbewerben.

Nach dreijährigem Malen entscheidet er sich, dass er etwas Neues entdecken will: Die Fotografie.

Mit 15 Jahren schickt der junge Fotograf eines seiner Bilder an die Zeitung „Schumenski Pokazatel“, welches auf der Titelseite der ersten Ausgabe 2007 veröffentlicht wird. Er gewinnt den Wettbewerb „100 Jahre seit dem Tode von Emilijan Stanew“. Am 15.August 2007 beginnt Stefan seine Arbeit als einziger Fotograf der Zeitung „Schumenski Pokazatel“. Eine Aufnahme der Restauration der Schumener Burg erscheint in der Zeitung „Novinar“.

Die erste selbständige Ausstellung von Stefan Baleev – „ Kreislauf der Jahreszeiten“ – findet am 23. Oktober 2008 in der städtischen Bibliothek „Stilijan Tschilingirow“ statt.
Er nimmt an vielen internationalen Wettbewerben teil, u.a. an einem von FIAP (der internationalen Föderation der fotografischen Kunst) organisierten im internationalen Fotosalon in Varna, Bulgarien. Er bekommt einen Debütpreis.

Jetzt ist er 17 Jahre alt, in der 11. Klasse und arbeitet weiter für die Schumener Zeitung.

Kategorien: Frontpage · Szene · Visual Arts

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