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Artist of the Week – The Magic Sticks

4 Februar, 2015 von · Keine Kommentare

The Magic Sticks – Elektrische Illusionisten der Musik

Ein Interview von Laura Popow

Voller positiver Energie, Enthusiasmus und Erzeugnis bewegen ” The Magic Sticks” die Seelen der Tanzenden zur Musik. Es geht ihnen dabei vor allem darum, das Leben zu spüren, den Moment zu berühren und sich für ein flüchtiges Weilchen gehen zu lassen, einfach da zu sein.

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Foto von Lydia Pakebusch

Erstmalig treffe ich eines der Gruppenmitglieder an einer U- Bahnstation, in der Nähe von der Freien Universität Berlin. Es ist ein Lächeln, dass uns verbindet und mich dazu führt, ihn anzusprechen.
Bescheiden erzählt er davon, dass er so ganz nebenbei Philosophie studiere und ein wenig Musik machen würde.

Wie hat sich „ The Magic Sticks“ als Gruppe gefunden?

The Magic Sticks formierten sich während meiner Oberschulenzeit. Basti, der Pianist und ich hatten irgendwann mal die Idee zusammen Musik zu machen, da wir beide Klavierunterricht hatten und elektronische Tanzmusik gerade am kommen war, haben wir uns entschieden das irgendwie miteinander zu verbinden.

Erst war das ganze nur für unsere Freunde zum anhören gedacht, aber dann kamen ein paar Auftritte.

Richtig los ging es aber dann erst, als Lars mal mit mir alleine auf einer Vernissage aufgetreten ist und mit Saxophon über mein Set improvisiert hat.
Das hat den Leuten so gut gefallen, dass wir für Silvester gebucht wurden. Dann haben wir uns entschieden dass zu dritt durchzuziehen.

Inzwischen haben wir zwei EP‘s rausgebracht und ein Soloalbum von mir. Es ist immer noch ein Hobby, bei dem man aber ein bisschen Taschengeld verdient.
Besser gehts eigentlich nicht.

The Magic Sticks ( feat. Anna Hauss) – Zirkus

Wo hattet ihr bisher eure erfolgreichsten Auftritte
und wo sind welche für die Zukunft geplant?

Der größte Auftritt war letztes Jahr auf dem Plötzlich am Meer Festival. Da haben wir am ersten Abend des Festivals auf der Live-Bühne gespielt.
Als wir anfingen dämmerte es gerade, es standen ca bitcoin casino usa. 30 Menschen vor der Bühne … nach drei Liedern guck ich wieder ins Publikum und sehe nur noch tanzende Menschen, die Lächeln, pfeifen und Spaß haben.

Das war ein großartiges Gefühl.
So eine Energie habe ich noch nie gespürt. Das ist der Moment, in dem sich auszahlt, dass man etliche Stunden in seinem Wohnzimmer sitzt, an Tracks bastelt und sie vorerst einsam und allein feiert. Geplant für die Zukunft haben wir nicht so viel, ich denke dass wir weiter an unserem Netzwerk an Kontakten arbeiten werden und probieren regelmäßiger aufzutreten.
Ich glaube aber dass wir wieder auf dem Plötzlich am Meer spielen werden.

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Foto von Sophia Malaika

Wen möchtet ihr mit eurer Musik erreichen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere Musik sehr gut bei verschiedenen Generationen ankommt. Ich setze mich nicht an einen Track ran und denke mir dabei, wen ich erreichen will.
Nicht wie in der Popindustrie … ich mach einfach worauf ich Bock habe, bis jetzt bin ich damit eine ganz gute Schiene gefahren.
Die Leute finden Live Instrumente im Club geil, das Feeling ist einfach anders, als wenn jemand nur Track eins in Track zwei mixt.
Mir ist es wichtig so viel wie mögloch live zu machen.
Außerdem spielen wir anders als DJ‘s ausschließlich unsere eigenen Tracks.
Ich würde sagen dass es auch geiler ist uns live zu sehen, als wenn man sich die Lieder zu Hause anhört, klar sind die auch cool, aber der Kick des Projekts kommt erst so richtig rüber, wenn man im Club ist und Lars seine ersten Saxophonmelodien anstimmt, während Basti die Tasten des Klaviers zum glühen bringt und ich die Drums und Synthesizer erklingen lasse.

The Magic Sticks- Spülwasser

Welche Konzeptidee steckt hinter dem Video „ Spülwasser“ ?
Tragen die Bananen eine bestimmte Bedeutung?

Spülwasser war ein Projekt, dass ich im Lette-Verein zusammen mit Katja ausgearbeitet habe. Eigentlich alsoeine Schulaufgabe, die ich für meine Musik genutzt habe.
Ein Freund hat das Video sehr treffend als beautifully random beschrieben. Hinter jeder Szene steckt jedoch eigentlich eine Idee, entweder ist sie ästhetisch oder hat sogar eine Aussage, aber das muss jeder für sich selber herausfinden.
Die Banane ist unser Symbol.
Da ich gelernter Grafikdesigner bin liebe ich es mir Konzepte und Looks auszudenken.
Die Idee mit den Anzügen, den Hosenträgern und den Zylindern kommt von mir und einer Zeit, in der ich gerne Zauberer gemalt habe.
Die Geschichte der Banane ist eine ganz einfache, die dem ganzen ein bisschen den Zauber nimmt.

Ich hatte Weihnachten 2009 oder so kein Geld für ein Geschenk für meine Eltern.
Ich wusste aber dass sie ein Bild für die Küche brauchten.
Da ich in meiner Zaubererphase war malte ich natürlich einen Zauberer, der etwas aus seinem Hut zaubert.
Da das Bild über die Obstschale gehangen werden sollte malte ich einfach eine Banane in seine Hand. Ich fand das so lustig und irritierend, dass ich dieses Konzept für The Magic Sticks verwendet habe.
Außerdem sind Bananen lecker, gesund und sehen geil aus.

Ich liebe Bananen. Lecker!

Du studierst nebenbei Philosophie.
Welchen Zusammenhang siehst du zwischen der Musik und der Philosophie?

Oh Gott. Also kurz zu meinem Studium, ich wollte das unbedingt noch machen, nachdem ich meine Ausbildung zum Grafiker absolviert habe wollte ich nochmal was ordentliches lernen
… also Philosophie.
Das ist nur um ein bisschen was in meinen Kopf zu kriegen und dummes Zeug zu reden, dachte ich, dann ist mir aber klar geworden, dass ich Philosophie extrem interessant finde.
Man bekommt eine ganz andere Sichtweise auf Dinge, so auch auf die Musik.
Ich für meinen Teil finde besonders Denkansätze der chinesischen Philosophie interessant.
In denen wird oft Unzufriedenheit und Sehnsucht nach mehr als ein massives Problem für ein gutes Leben beschrieben.
Ich sehe das auch bei mir, meine Phasen in denen ich rumnörgel, dass ich zu wenig habe, mehr will, dass es besser laufen könnte mit meinen Projekten, bevor ich erstmal gucke was ich schon alles erreicht habe.
Dass ich Menschen um mich habe, die mich und meine Musik unterstützen, die
manchmal sogar darauf warten, dass ich was neues veröffentliche. Insofern steht die Musik schon in einem Zusammenhang mit der Philosophie, im weitesten Sinne jedoch, weil Philosophie vieles in meinem Kopf verändert und durcheinander wirbelt.
Ich werde dadurch glaube ich ein bisschen gechillter.
Meditieren nennen das die Philosophen und mein Onkel hat immer gesagt meditieren ist besser als dumm rumsitzen.

Wie reell kann man, deiner Meinung nach, Musik wahrnehmen?

Das komische an Musik ist doch, dass man nicht weiß wer die Melodie am Ende toll findet.
Musik ist etwas extrem unterbewusstes.
Warum kommen manche Popmelodien so krass gut beim Publikum an, obwohl sie simpel und meiner Meinung nach einfach nur flach und beschissen sind?
Andere wiederum floppen, weil die Sounds nicht so ins Ohr gehen. Wie real kann das sein?
Es ist nicht greifbar, nicht vorhersehbar, deswegen würde ich
meinen es ist magisch und kein bisschen real. Musik ist einfach was Feines, genau wie Tanzen.
Das ist Leben!

SIMON 2

Was hast du dir für das neue Jahr 2015 vorgenommen?

Einiges!
Ich will verschiedene Sachen nach vorne bringen. Meine Boardfirma, in der ich die Designs mache, wir heißen Curly Boards.
Das Projekt The Magic Sticks weiter vorantreiben.
Ich will Niksn‘s Album rausbringen, ein Kumpel von mir, der rappt, ich mache einige seiner Beats und das Design für das Ding, das wird groß,
hoffe ich, er ist sehr talentiert.
Ich will weiterhin Grafikjobs übernehmen, an ihnen wachsen, Erfahrungen sammeln.
Außerdem bisschen gechillter werden, wie schon erwähnt ist Philosophie dabei sehr hilfreich. Wenn mein Puzzel am Ende fertig ist und das wird noch zwei-drei Jahre dauern, dann weiß ich, dass all meine Bemühungen einen Sinn hatten.
Mein Puzzel wird im Jahr 2015 um ein paar Teile erweitert. Ich probiere in ein für mich sehr interessantes Seminar reinzukommen, probiere mit einem Freund Briefkastenwerbung abzuschaffen,
probiere meinen Freunden und Verwandten weiterhin ein guter Freund und Helfer zu sein.
Du siehst ich hab so einiges vor, vielleicht kann ich euch 2016 davon erzählen.

Kategorien: Art Café · Frontpage · Lebensfragen · Modern Times

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