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Artist of the Week — Vessy Borisova

18 Oktober, 2009 von Vanya Nikolaeva · Keine Kommentare

Ein Interview von Vanya Nikolaeva mit Vessy Borisova
Übersetzung aus dem Bulgarischen: Rossitza Yotkovska

Ich habe das Vergnügen, diese lächelnde und positive Frau, die ihren Träumen folgt und an die Schönheit des Lebens und das was darin passiert glaubt, persönlich zu kennen.

Wie würde sich Vessy Borisova selbst vorstellen?

Ich hatte eine herrliche Kindheit, voll von Freude, Lächeln und Liebe, die mir von meinen Eltern – meinem Vater, dem Schauspieler und meiner Mutter, der Wirtschaftlerin – geschenkt wurde. Zwei sehr unterschiedliche Berufe, die mich gelehrt haben, gleichzeitig zu fliegen und fest auf der Erde zu stehen.

Von Beruf bin ich Produzentin für Spielfilme.

Das Lächeln ist ein untrennbarer Teil meines Lebens. Ich mag die Reisen, das Adrenalin, die Suche und das Finden der kleinen Dinge, versteckt, damit sie nur die Neugierigen finden können. Ich glaube, dass die Einförmigkeit der Killer der menschlichen Seele ist, und die Vielfalt nur von uns abhängt.

Welches Gefühl liegt in der Umarmung des Ozeans und der Feerie, die zu berühren nur wenigen gelingt?

Es ist schwer, so ein Gefühl zu beschreiben. Zeitlosigkeit. Unermesslichkeit. Schönheit. Mystik.


Das Unglaublichste, was du unter Wasser erlebt hast?

Unter dem Wasser herrscht absolute Stille, abgesehen von den Augenblicken, in denen die Delfine singen. Das ist das Schönste, was irgendjemand erleben kann. Man sieht sie nicht, man weiß nicht, wo sie sind, aber die Musik erfüllt die Seele.

Ein anderes unglaubliches Erlebnis ist das Treffen mit den gigantischen Meeresmonstern – man hält den Atem an und ist soooo klein …

Und wenn du Glück hast, dann kannst du mit Delfinen spielen, die von selbst kommen, um dich zu berühren.

Ich plane in diesem Herbst mit Haifischen zu tauchen, ich werde dann erzählen, wie das war.:)

Wo hast du getaucht?

Im Schwarzen Meer, im Atlantischen Ozean, im Roten Meer und im Mittelmeer.

Womit verbindest du dein erstes Unterwassererlebnis (deine erste echte “Eintauchung”)?

Mit der freundschaftlichen Umarmung des Wassers und dem Entdecken einer ganz anderen Welt, sogar nur ein Meter unter der Oberfläche.

Was ist das Spezifische bei der Unterwasserfotografie?

Das Wichtigste ist es, zu lernen, unbemerkt zu bleiben – sei es für die Fische oder für die Models. Das Nirvana der Schwerelosigkeit zu erreichen, um frei schaffen zu können.

Was wünschst du dir vom „Goldfisch“?

Ihm irgendwo unter Wasser zu begegnen:). In den Tiefen der unterschiedlichsten Plätze immer weiter aufnehmen zu können. Die Welt mit Taucherausstattung und Fotokamera zu umreisen.

Was ist schwieriger zu erlernen – ein guter Fotograf oder ein guter Taucher zu sein?

Um ein guter Fotograf zu sein, sollte man ein guter Taucher sein. Wenn man ein guter Taucher ist, dann bedeutet das jedoch nicht, dass man auch ein guter Fotograf ist.

Worauf richtest du immer deine Aufmerksamkeit, was bleibt deinem Blick nicht verborgen?

Jeden Tag entdecke ich Sachen, die ich vorher nicht bemerkt habe – und das würde ich jedem wünschen. Wir sind von einer Welt umgeben, die wunderschön ist und die viel Energie schenkt, wenn du sie kennen lernst. Die Makrofotografie ist ein Beweis dafür.

Wie verläuft dein Tag?

Ich habe zwei sonnige Kinder und einen Hund. Mein Tag ist voll mit Arbeit am Drehort und mit Fröhlichkeit zu Hause. Egal wie viele Pflichten ich auch habe, ich finde immer die Zeit ein Foto aufzunehmen:)

Ich mag es zu reisen und meinen Kindern verschiedene interessante Plätze in der Welt zu zeigen. Sie lernen auch mit dem Tauchgerät “laufen”.

Woran glaubst du?

Ganz einfach, ich glaube an Gott, der mich nie verlassen wird. Ich glaube an das Lächeln und an positive Beziehungen, sogar in den schwierigsten Momenten. Das sind die Sachen, die mir die Kraft dazu geben, nach dem Fallen wieder aufzustehen.

Was hat dich dazu inspiriert, dich mit der Fotografie zu beschäftigen?

All das, was mein Blut feurig vor Glück macht. Der Wunsch, es jenen zu zeigen, die durch den Alltag verblendet sind und die vergessen , ihren Blick auf die Sonne zu richten.

Was würdest du gerne aufnehmen, wozu du bisher aber noch keine Möglichkeit gehabt hast?

Das Leben der Meeresmonster und… das Polarlicht:).

Wenn die Freude ein Kader ist, was steckt dahinter?

Einmal habe ich einem Nomadenkind in Namibia eine Flasche Wasser geschenkt. Die ganze Freude der Welt brach in seinen Augen aus. Das ist mein Kader der Freude.

Ich lächle, wenn…

… ich aufwache, wenn mich die Kinder umarmen, der Hund mich an der Nase leckt, wenn der Wind weht, der Regen rauscht und bei noch so vielem mehr.

Ich strebe danach …

… meine Kinder und die Menschen, denen ich begegne, zu berühren – die Dinge, die ewigen Wert in unserem Leben haben. Die Freude gehört auch dazu.

Foto: Vessy Borisova

Ich mag…

… die Streiche, die Herausforderungen und die neugierigen Menschen.

Kategorien: Frontpage · Um die Welt · Visual Arts

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