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Artist of the Week – Wladiswar Nadischana

13 April, 2009 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Vanya Nikolaeva mit dem Künstler Wladiswar Nadischana
Übersetzung: Silvia Vasileva

Wladiswar Nadischana ist Komponist aus Sibirien und Multi-Instrumentalist,
dessen Musikleben mit ethnischer Fusion, Jazz und Weltfusion verbunden ist. Wladiswar spielt mehr als 100 Instrumente und sein unikales Herangehen an die Kunst ist von vielseitigen musikalischen Traditionen aus der ganzen Welt beeinflusst. Er hat die Instrumente Dzuddahord, Plastrimbaphon, Pin-sansa, Rablorrum, Rod-spring Gamelan (u.a.) erfunden und beschäftigt sich unter anderem auch mit Videoart, Webdesign und Tanz.

Wie und wann hast du dich für die Musik entschieden?

Es war eigentlich nicht notwendig, mich zu entscheiden, Profimusiker zu werden. Ich konnte einfach der Musik nicht widerstehen. Mit 15 begann ich mein erstes Instrument spielen zu lernen. Zu dieser Zeit war die Gitarre meine große Leidenschaft, ohne eine bewusste Entscheidung Profi zu werden. Mein großes Interesse weckten bestimmte Musikstile, die seltener sind, was damals in der russischen Provinz außerordentlich schwierig zu finden war. Ein solcher Musiker in Russland zu sein und eine ähnlich seltsame Musik zu spielen bedeutet, dass man verrückt ist. Es besteht kein Markt für sie.

Wladiswar Nadischana beginnt mit dem Gitarrespielen 1990 in Sankt Petersburg. Er beherrscht selbständig ethische Perkussionen (Darabuka, Djembe, Frame drums, Berimbao…); Fretless bass, Mandola, Sitar, Chanzy, Bouzouki, Jew’s harp, Khomus, Winds(Bansuri, Overtone flutes, Zhaleyka, Gayda, Hu-lu-si, Bawu…)und andere.

Wladiswar ist Gründer von einer”Vokalen Mikrooperationsabteilung”- ein Labor für kreative Forschung und Projekte über den Einfluss der Musikinstrumente auf das Bewusstsein und auf die inneren Organe des menschlichen Körpers.

Welches Instrument war für dich am schwierigsten zu beherrschen und welches ist deinem Herzen nahe?

Ich würde zwei Instrumente erwähnen, die sowohl schwierig zu beherrschen sind, als auch meinem Herzen nahe liegen. Ich habe sie seit kuzem, sie waren mein Traum seit langem.Sie gehören zur Gruppe der sog. hybriden Instrumente.

Das erste davon ist Dzuddachord – eine Kombination aus Citar, Mandoline und Gitarre, mit einem doppelten Hals. Drei Instrumente in einem. Es ist schwierig zu beherrschen, aber dann wird man für die Mühe mit einem unikalen Klang und einer unglaublichen Flexibilität belohnt.

Das zweite Instrument ist eine hybride Holzflöte – eine Art Flöte, die die türkische Flöte mit dem persischen Ney, kaukasischen Khobrakh und mit dem armenischen Blul verbindet. Man kann darauf in vielen Mundstückpositionen spielen, es hat neun Öffnungen.Es ist außerordentlich schwierig auf diesem Instrument zu spielen, aber es hat endlose Tonvariationen und eine chromatische Tonleiter von 3 Oktaven.

Sowohl Dzuddachord als auch die hybride Holzflöte sind nach Maß ausgearbeitet und es wird auch noch weiter daran gearbeitet. Beide lerne ich noch.

Wladiswar besitzt eine Sammlung, die mehr als 100 Musikinstrumente aus verschiedenen Ländern umfasst.

Wladiswar lebt momentan in Berlin.Er arbeitet an einigen Projekten, wie 4th race trio und an einem Solo-Programm, in dem mehr als 20 ethnische und seltene Instrumente vorgestellt werden.

Was ist die Musik für dich?

Ich möchte eine bestimmte Realität, einen Kosmos schaffen. Die Musik ist mein Weg, sie zu realisieren. Ich vermute, es ist nicht nur mein Ziel, jede Musik wirkt so. Sie generiert Wahrheiten.

Wo möchtest du spielen?

Sehr gerne würde ich in Indien und in Südostasien spielen, ich war noch nie dort.

Kategorien: Frontpage · Szene

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