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Artist of the Week — Zuek und Nina Dimitrova

20 April, 2011 von · Keine Kommentare


Нина и Зуека, личен архив

Nina und Zuek

Interviewerinnen: Rossitza Yotkovska und Yana Radilova

Nina Dimitrova und Vassil Vassilev-Zuek sind zwei Zeichennamen nicht nur für das bulgarische, sondern auch für das Welttheater. Die beiden eigentümlichen Schauspieler gewinnen die Liebe des Publikums nicht nur durch ihre große Gabe und Hingabe auf der Bühne, nicht nur durch ihre originellen schöpferischen Ideen und die lebendigen, bis auf Symbolen geklärten und zugleich außerordentlich vielschichtigen Bühneninterpretationen, sondern auch durch ihre rein menschliche Unmittelbarkeit.

Sie brauchen keine besondere Vorstellung – ihre Aufführungen, ihre intellektuelle und schöpferische Gegenwart sind viel aufschlussreicher als unsere Worte über sie. Deshalb stellen wir Ihnen auf dem “Podest“ der Zeitschrift «Public Republic» Nina und Zuek selbst vor :)
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Wie entstand die Idee für die Gründung des Theaters „Credo“?

Zuek:
Spontan und auf Notwendigkeit. Und schließlich, wie ich mir jetzt überlege – absolut gesetzmäßig. Wie die bulgarischen Schoppen sagen: was vonnöten ist, es heischt. Alles arbeitete für die Idee zur Gründung eines eigenen schöpferischen Raums, in dem wir die Regeln des schöpferischen Vorgangs allein diktieren und worin wir, vor der zu jener Zeit tödlichen Atmosphäre der staatlichen Theater, weglaufen können.

Wir waren jung, gläubig und voll von Energie, und wir wollten keine wartenden Schauspieler sein. Sie wissen: In jedem Theater gibt es einen solchen Raum, der „Wartende Schauspieler“ genannt wird, und dort stehen die Schauspieler während des Theaterstückes genau vor dem Auftritt auf die Bühne. Wir wollten definitiv nicht, unser Leben im Warten verbringen, dass etwas passiert oder irgendjemand die Aufführung macht, die wir zu spielen träumen.

Nina:
Es gefiel uns außerdem Autoren dessen, das wir spielen, zu sein. Das lernten uns jahrelang unser Professor Ilkov und Julia Ognyanova. Sie öffneten uns die Augen für eine andere – plebejischere, aber intelligentere und ungewöhnliche Art des Theatermachens. Professor Ilkov zeigte uns die Kraft der Einbildung, und Julia Ognyanova – die Macht der aktiven schöpferischen Natur und die Mannigfaltigkeit des multiplikativen Denkens. Uns war es schon langweilig und ungenügend, einfach Schauspieler, die gut nach fremder Pfeife tanzen, die in mehreren Fällen auch falsch spielt, zu sein. Noch als Studenten waren wir von der Freiheit des Schöpfens verführt – wir wollten die Welt auf der Bühne frei, und nicht unter fremdem Diktat gestalten.


Нина и Зуека, личен архив

Nina und Zuek mit Prof. Ilkov auf der Jubiläumsaufführung des «Der Mantel» im März 2009, Privatarchiv
Fotograf Ivo Yovanovich

Dieses Thema über die Freiheit wurde zum Thema unseres ersten Theaterstückes, das schon ein Signum des Theaters „Credo“ ist, „Der Mantel” nach Gogol. Wenn du aber der Autor des Stückes bist, trägst du die gesamte Verantwortung für das ganze Schauspiel. Und du bist mit allen Aspekten seiner Entstehung und seines Lebens auf der Bühne, von der Premiere bis zu seiner letzten Aufführung engagiert. Deshalb haben wir die Begriffe Regisseur, Bühnenbildner, Schauspieler durchgestrichen und machten all das insgesamt selbst.

Wir wollten Freikünstler und nicht einfach Schaupieler-Auftragnehmer, wie unser Beruf in der Steuererklärung gekennzeichnet ist, sein. Die Freiheit ist etwas sehr Süßes und jeder, der ihren Geschmack schon einmal gespürt hat, kann ihr schwer widerstehen. Dasselbe geschah auch mit uns. Die Demokratie fand Zuek als Student an der bulgarischen Schauspielerakademie (NATFIZ) vor, und ich war seine Lektorin. Unter den Studenten vor Abschluss entstand die Idee zur Gründung eines eigenen Theaters. Wie es aber gewöhnlicherweise der Fall ist, sind die Enthusiasten am Tisch sind nicht die Enthusiasten der Tat. Eigentlich blieben wir nur, Zuek und ich. Und wir nahmen uns vor, etwas gemeinsam zu schaffen.

Was hat Sie inspiriert, ein Spektakel nach der Gogol-Novelle „Der Mantel” zu schaffen?

Nina:
Wir begannen nicht an „Der Mantel”, sondern an „Die Nase” von Gogol zu arbeiten. Ich kann mich nicht erinnern wie die Idee genau für Gogol entstand, aber ich erinnere mich ganz gut wie das eine Werk durch das andere ersetzt wurde. Später wurde der Mensch, der uns dazu brachte, unser Freund. Auch bis heute noch, wenn wir in Moskau spielen, kommt er auf unseren Theaterstücken, dann trinken wir Tee in seinem Atelier und machen eine Zusammenfassung der vergangenen Zeit. Das ist der große und einzigartige Yuri Norstein, der schon drei Mal zum Animator aller Zeiten und Völker erklärt wurde, dessen Filme in den Filmakademien der ganzen Welt gelernt werden. Wir haben über ihn in NATFIZ in den Animationsunterrichten gelernt und unser Treffen mit ihm, das dann zur Freundschaft wurde, war etwas, wovon wir nicht geträumt haben, dass es uns passieren kann.

Am Anfang der 90-er Jahre war Yuri in Bulgarien eingeladen und es gab eine Vorführung seiner Filme im Russischen Kulturzentrum. Wir haben in einer unserer Zeitschriften ein vortreffliches Interview mit ihm gelesen und waren von diesem Mensch und vom kleinen gemalten Kopf des Helden in seinem Film „Der Mantel” ganz beeindruckt. Dieses Interview hat viele Aspekte von unserem Verständnis für Gogol und für die Kunst überhaupt auf den Kopf gestellt.


Зуека с аниматора Юрий Норщайн, личен архив

Zuek mit dem Animator Yuri Norstein, zum Tee in seinem Atelier in Moskau, Privatarchiv

Zuek:
2008, als wir in Moskau das Theaterstück „Wie’s der Alte macht …” nach Andersen spielten, hat Yuri schon zwei Bücher über sein Leben in der Kunst herausgegeben und er hat sie uns geschenkt. In dem wir diese Bücher lasen, wurde uns, so viele Jahre später, klar, warum uns dieser einmalige Animator, geniale Künstler und herrliche Mensch so sehr gefällt.

Als wir 1997 Yuri auf dem größten Theaterfestival in Russland, „Die Goldene Maske“, zum ersten Mal kennen lernten, und die Ehre und das heilige Vergnügen hatten, in seinem Atelier auf einer Privatvorführung seines Films „Der Mantel” nach Gogol Gäste zu sein, empfanden wir eine besondere geistige und schöpferische Nähe zu ihm, obwohl wir uns vorher nie getroffen haben. Sie ist bis heute noch erhalten und Yuri Norstein wird für immer unser geistiger Verwandter und der Taufpate unseres „Mantels” bleiben. Das Spektakel, das unser Theater “Credo“ gründete und das bis heute noch (schon die19-te Saison) lebendig ist und uns, aber auch die Zuschauer, wie ich immer feststelle, bewegt.

Nina:
So begann alles – kühn mit dem Kopf vorwärts in das Bevorstehende, in das Unbekannte, in das Neue, indem wir den „Traum an unseren künftigen Mantel“, wie es Gogol gesagt hat, trugen und indem wir unserem Credo folgten und uns bemühten, dieses Credo trotz aller Versuchungen und Schwierigkeiten in diesen fast 20 Jahren bis heute nicht zu verraten.

Und wie entstand die Idee, in dem Spektakel die Figuren von Gogol Panass und Gritzko von “Abende auf dem Weiler bei Dikanka” einzusetzen?

Nina:
Die Idee kam komplex, so zu sagen. Wir hatten unsere Ansicht über die Vision der wichtigste Figur in unserem Spektakel – der Mantel. Sein Skelett ist eine Zelle, und die Zelle ist nichts anderes als Falle. Sogar wenn sie aus Gold ist, entzieht sie dir wiederum dein Recht auf Freiheit. Sie trägt das Thema über die Freiheit, das unserem Spektakel zugrunde liegt.

In der Novelle gibt es einen Satz über die Fallen, die auf dem Lebensweg des Menschen gestellt sind. Wir begannen zum Thema „Fallen“ zu fantasieren und über den Mantel als die heimtückischste davon und entschieden, auf der Bühne eine Metapher über das Mantel-Gefängnis, wo ein winziger Menschengeist geschlossen ist, zu gestalten.

Wir haben den Mantel aus einer Zelle und einigen spärlichen unidentifizierten Stoffstücken gemacht, die wir vorgeblich Fallen genannt haben, unabhängig davon, dass sie überhaupt nicht so aussahen. Und wir mussten eine eiserne Rechtfertigung ausdenken, um den Zuschauer zu überzeugen, dass das, was er sieht, eine Falle ist, und ihn sowohl uns, als auch seinen Augen glauben lassen, und nicht nur logisch, sondern wir wollten ihn auch dazu bringen, durch seine Einbildung die Metapher des Einfalls, die wir ihm anbieten, weiter zu bauen. Mit einem Wort – wir sollten die Verwendung all dieser Sachen im Bühnenbild des Spektakels rechtfertigen. Wir brauchten ein Verbindungselement zwischen dem Bühnenbild und der Geschichte. Sonst würde der zellenförmige Mantel aus Pappstücken interessant, aber zum Selbstzweck und unbegründet sein.

Der Zuschauer muss den Sachen, die er sieht, glauben und er muss sie als logisch empfinden. Deshalb begannen wir uns solche einfache Fragen zu stellen und die erste davon war: Wer verwendet solche Dinge wie Zellen und Fallen? Und die Antwort war auch so klar und simpel – gewöhnlicherweise die Jäger. Es entsteht aber eine andere Frage: Was für Jäger in Petersburg? Und hier kam das Gelesene von Gogol.

Vor ungefähr 200 Jahren, als die Novelle geschrieben wurde, gab es Straßenhunde und auch Leute, die bezahlt wurden, sie zu fangen und die Straßen davon sauber zu machen. Man nannte sie in jener Zeit Hundefänger. Und so entstanden zwei Figuren, die in der Novelle „Der Mantel“ nicht existieren, die aber die Bühnenbildentscheidung in die Welt brachte, damit sie sie rechtfertigt und logisch macht – die beiden Fänger von herrenlosen Hunden Gritzko und Panass.


Шинел, личен архив

Gritzko und Panass in ihrer Zelle, Privatarchiv

Die Namen sind ukrainisch und sie, gemeinsam mit der Idee über die albernen Naivlinge, sind von „Abende auf dem Weiler bei Dikanka” – der ukrainische sonnige Novellenzyklus von Gogol, wo alles, so wie wir es sehen, südländisch warm und frisch, voll von mysteriösen lustigen Geschichten und von belebendem, unverfälschtem, volkstümlichem Humor ist. Wir wollten, dass genau diese beiden Figuren des Südens die Geschichte über den Menschen im kalten Petersburg erzählen. Die Konfrontation von zwei Welten, des Warmen und des Kalten, ist der innere Grund für die Wahl der beiden Erzähler.

Und so, wir hatten schon das Bühnenbild, wir hatten auch die Figuren, deren Attribute die Fallen und die Zellen sind und wodurch sie die Geschichte erzählen können. Es blieb aber die große Frage: Was für eine Verbindung gibt es zwischen diesen von uns vorgeplanten Helden und der Geschichte von Akaky Akakievich und seinem Mantel? Die Verbindung ist das Gespenst von Akaky Akakievich. Aber was genau diese Verbindung sein sollte, wusste nur Gott, und er hat sie uns vorgesagt. Wir haben die Geschichte von Gogol neugeschrieben, indem wir dort begannen, wo er sie abschließt – vom Tod von Akaky Akakievich Bashmachkin und seine Verwandlung ins Gespenst. Ein Gespenst, das nachts durch Petersburg umhergeht und die Mäntel von den Schultern aller herunterzieht. Der Präfekt von Petersburg hat einen Befehl erlassen: „Das Gespenst tot oder lebendig zu fangen“. Beim ersten Anschein ein verrückter und sinnloser Befehl, aber genau der Genius von Gogol lässt ihn überzeugend und ganz logisch klingen.

Zuek:
Die Zuschauer lachen immer, wenn ich diese absurde Replik ausspreche, sie wissen, dass es kein lebendiges oder totes Gespenst gibt, dass ein Gespenst in keiner Zelle gefangen sein kann, aber sie bezweifeln die Worte nicht und nehmen an, dass die unmögliche Tatsache Wahrheit ist. Wie genial Gogol ist! Wie kann er dich vom offensichtlich Unmöglichen überzeugen, das ist das große Talent! Wir entschieden, uns nicht klüger als das Genie anzustellen und uns einfach auf Gogol´s Talent zu verlassen, da wir spürten, dass er sie uns nicht enttäuschen würde.

So nahm dieser verrückter Satz von Gogol „Das Gespenst tot oder lebendig zu fangen“ den Platz des fehlenden Kettenglieds zwischen der Novelle und unseren beiden Helden, deren Erscheinung von einer Zelle und einigen „Fallen“ provoziert wurde, ein. So haben wir unsere Geschichte nach „Der Mantel“ von Gogol geschrieben – die Geschichte der beiden Hundefänger Gritzko und Panass, in deren Falle das Gespenst von Akaky Akakievich gerät, um ihnen sein unfrohes Leben zu erzählen, damit sie sich vom Gehörten rühren und den Befehl des Präfekten brechen und das „gefährliche“ Gespenst frei lassen, wobei sie selbst in die Zelle, also ins Gefängnis geraten. Und indem sie sich vor dem Gericht für ihre Tat rechtfertigen, durchzuschauen, dass sie frei sind, unabhängig vom Urteil der Schöffen (also des Publikums).

So haben wir alle Elemente in unserer Geschichte vereinigt, damit sie ein gemeinsames Bühnenleben zu leben beginnen. Nur so scheint dem Publikum alles gerechtfertigt, sei es auch unsinnig absurd. Die Absurdität ist aber die logischste Nichtübereinstimmung und wir haben uns einfach bemüht, ihre genaue visuelle und spielerische Form auf der Bühne zu finden, so dass der Zuschauer uns glauben kann und gemeinsam mit uns das Spiel „Der Mantel“ anspielt.

Auch heute noch wundere ich mich, was für ein seltsames Wesen der Zuschauer ist – er will immer, dass alles, was er auf der Bühne sieht, logisch und gerechtfertigt ist. Und manchmal sieht er offensichtliche Dinge nicht. Zum Beispiel das, dass der Abstand zwischen den Stäben unseres Käfigs 40 – 50 cm ist und dass wir ununterbrochen dadurch nach innen und nach außen gehen, und keiner stellt sich die Frage, warum diese Beiden eineinhalb Stunden um diesen Käfig schweifen und warum gehen sie einfach nicht raus und warum lassen ihn nicht im Stich. Warum schenken sie ihm so große Aufmerksamkeit?

Denn so ist es im Leben, meine Damen und Herren, und unser Schauspiel ist ein Spiegel unseres absurden Lebens – in unser Vertiefung in kleinen Dingen bemerken wir die einfachen Lösungen unserer Probleme nicht. Deshalb dreht sich unser ganzes Schauspiel um diese kleine Zelle und verwandelt sich in eine endlose Transformation vom Beginn bis zu seiner Ende, wenn wir im Epilog des Schauspiels dem Zuschauer ein „Muster“ durch eine lächerliche Clownerie der Absurdität, in der wir existieren, geben – wir drehen uns, wir ändern den Käfig, aber er bleibt der selbe, unabhängig davon, was wir damit machen oder wie wir ihn bezeichnen. Er bleibt unabänderlich ein Käfig, und wir bleiben unabänderlich in ihm drin, obwohl wir denken, dass wir draußen sind.

Im Finale zeigen wir wie einfach ist es durch die Stäbe dieses Käfigs zu gehen und sich draußen zu beweisen. Das naive Clownspiel des Ein- und Austretens der Helden von der Zelle im Epilog des Schauspiels bietet dem Zuschauer den Schlüssel dafür, was eigentlich die Freiheit ist und wie leicht erreichbar sie ist. Jeder trägt sie in sich selbst, jeder begehrt sie, jeder hofft darauf, vergisst aber, dass er sich ein bisschen anstrengen muss, um sie zu haben. Er muss sich nur ein bisschen anspannen, damit er sich durch die Stäbe der Begrenzungen durchschlängeln kann, wie unsere beiden Helden Gritzko und Panass.


Шинел, личен архив

Gritzko und Panass im Kampf mit ihrer Zelle, Privatarchiv

Sind wir heute zu dieser Freiheit fähig:)?

Nina:
Zur Freiheit fähig ist nur derjenige, der die Freiheit unermesslich begehrt und ohne sie nicht existieren kann. Er wird sich auch durch Nadelohr durchschlängeln, um frei zu sein.

Was meinen Sie, was macht die Hauptfigur Akaky Akakievich so anziehend für das Theater?

Nina:
Seine kindliche Hilflosigkeit vor den Beleidigungen einer kalten, kleinlichen, spöttischen, aber in warmem Mantel gut umhüllten Welt.

Zuek:
Seine Gutmütigkeit, Demut, seine kleinen täglichen Opfer im Namen eines großen Traums – eines Mantels.

Inwieweit streben Sie danach, den „kleinen Menschen“ von Gogol wiederzugeben, und inwieweit – seine Gestalt zu ändern? Wer ist der heutige Akaky Akakievich – wer ist der heutige „Kleinmensch“ – und kann er sich selbst in seiner Verkörperung auf der Bühne erkennen?

Nina:
Wir erzählen die Geschichte eines Menschen, der jeder von uns sein kann. Das ist die Geschichte eines Menschen, dessen Geschick über jeden anderen brechen kann, der sich etwas stürmisch gewünscht hat, der daran geträumt und im Rahmen seiner Fähigkeiten riesige Opfer für diesen Traum gebracht hat.

Wir teilen nicht die Idee über die Teilung der Menschen in „groß“ und „klein“. In diesem Sinne, wenn wir etwas ändern wollen, das ist das Klischee über den „kleinen Menschen“, von dem wir uns alle unter dem Vorbehalt, dass wir “groß” sind, distanzieren. Nichts dergleichen, wir alle sind Akaky Akakievich und Napoleon zugleich. Und es hängt von uns ab, wessen Schicksal über unseren Kopf brechen wird.

Und inwieweit gehen Sie aus der Botschaft des literarischen Originalwerks aus, wenn Sie Ihre eigene Botschaft von der Bühne aufbauen?

Zuek:
Unsere Arbeit ist, die Botschaft des literarischen Werks einzusehen, das ist aber immer unsere eigene Einsicht. Jeder sieht und empfindet einen Autor auf unterschiedliche Weise und darin besteht auch der Sinn des Theaters und der Filmkunst – jeder kann seinen eigenen Gesichtspunkt anbieten, seine eigene Botschaft in Bezug auf ein Werk bzw. einen Autor offenbaren.

Nina:
Vor dem großen Autor muss man auf Knien stehen und der kluge Künstler vergöttert den Autor, vertraut ihm wie der Blinde dem Sehkräftigen vertraut und lässt sich von ihm führen. In diesem Sinne: in einem guten Theaterspiel liegt immer die Botschaft des Autors zugrunde. Die Frage ist zu entscheiden, ob das auch deine Botschaft ist, dem Autor bis auf die Tiefe des großen Werks zu folgen. Wenn du ihm vertraust, wirst nie ertrinken. Wenn du aber dir vornimmst, dass du ein Großschwimmer bist, bist du verloren. Viele Ertrunkene gibt es aus diesem Grunde im Theater, die sich zu retten und aufzutauchen versuchen und die nach dem Publikum wie ein Ertrinkender nach dem Strohhalm greifen. Der Zuschauer hat aber einen angeborenen Instinkt, die Hand nicht zu reichen, wenn er spürt, dass man ihn zum Boden zieht.

Wer sind die heutigen Gespenster, die uns verfolgen? Fangen wir sie von Zeit zu Zeit, was geben wir ihnen von uns selbst?

Zuek:
Unsere eigene Gespenster. Wir schaffen sie eigentlich selbst. Sie sind das Beste von uns – dieser freisinnige Teil von uns, die ununterbrochen versucht, uns den Mantel vom Rücken herunterzuziehen und uns zu treiben, das zu machen, was uns keine Ruhe sogar in jener Welt geben würde, falls wir es nicht im Leben gemacht haben.

Was ist die Rolle des Publikums in der Aufführung, gefällt den Zuschauern ihre Position als “Schöffe”:)?

Zuek:Wollen sie das oder nicht, sind die Zuschauer der Präsumption nach in dieser Position. Wir schlagen ihnen einfach vor, sie auszunutzen. Sie kommen ins Theater nicht zum Genießen, sondern auch zur Verurteilung des Theaterspiels – gut oder schlecht. Und diese Position als Richter ist von der Natur dieser Kunst bedingt – die Menschen oben auf der Bühne machen alles Mögliche, um Gefallen der Menschen unten im Saal zu finden. Im “Der Mantel” wenden wir einfach diese Lebenswahrheit an und verwandeln sie in Bühnenwahrheit, wir nennen das Publikum mit dem spielerischen Namen „Schöffen“.

Nina:

Den Zuschauern gefällt es ganz bestimmt, am Spiel teilzunehmen. In jedem von uns schlummert ein “spielender Mensch“. Einige haben es bewusst gemacht, sie haben ihrem Drang gefolgt und ihn zum Beruf gemacht, andere haben ihn aus einem oder anderen Grund vernachlässigt, aber dieser Spieldrang glimmt in ihnen und sucht ununterbrochen Sauerstoff, um zu entflammen. Nun sind unsere Theaterstücke die perfekte Sauerstoffumgebung für jeden, der das Spiel begehrt.


Шинел, личен архив

Ein Bild vom „Der Mantel“, Privatarchiv

Was änderte sich und was nicht für diese 20 Jahren ab der ersten Aufführung bis heute – im Stück, in den Zuschauern, in Ihnen selbst als Hauptfiguren in diesem Stück?

Zuek:
Es haben sich sowohl das Schauspiel als auch wir und die Welt viel geändert. Das aber, was unverändert und veränderlich blieb, ist unsere Lust und das Vergnügen, unseren „Mantel“ zu spielen und auch die Lust und das Vergnügen des Publikums, ihn zu sehen. Das Schauspiel hat eine ewige Jugend, er hat schon eine Zuschauergeneration durch die nächste ersetzt und ruft das gleiche Großinteresse hervor.

Sonst haben sich die Bühnenkostüme abgetragen, die Zelle reiste vorher mit der ersten Klasse in den Flugzeugen, um nicht zu brechen. Jetzt ist sie zerschnitten, um leichter in einem Koffer reisen zu können, da die Sicherheitsmaßnahmen in den Flugzeugen schon anders sind und die Zelle schon gefährlich für die Fluggäste der „ersten Klasse“ erscheint. In 20 Jahren wurde die Welt verrückt, wir selbst wurden um zwei Jahrzehnte älter und sind vielleicht ein bisschen müder, vielleicht auch ein bisschen klüger.

Beim Lesen dessen, was weltweit über das Schauspiel geschrieben wurde, haben wir im Laufe der Jahre verstanden, was wir geschaffen haben und wir wundern uns weiter über unsere Erfindungen. Wir nehmen es aber immer noch nicht zu ernst an, denn das wäre für uns tödlich.

In diesem Schauspiel lernen wir uns immer besser kennen. Wir erkennen uns immer besser in diesem Spektakel. Wir verstehen immer besser warum die Leuchten im Welttheater sagen, dass wir ein Meisterwerk geschaffen haben, wir wissen schon warum dieses bulgarische Schauspiel so lange lebendig blieb, indem er Jahrzehnte, Grenzen, Generationen, Kulturen übersprang und, wie das Gespenst von Akaky Akakievich, die ganze Welt durchwanderte. Wir wissen schon, dass es Schauspiel-Schicksale gibt. „Der Mantel“ ist unser Schicksal. Wir schenkten ihm Jahrzehnte von unserem Leben und er machte unser Leben schöner als das Leben in unseren Träumen.

Es ist wunderschön, wenn dir der volle Saal Beifall klatscht, aber noch herrlicher ist der Beifall der ganzen Welt. Wir sind Gott und Gogol dankbar, dass sie uns vor 20 Jahren vernünftig machten. Wir erlauben uns nicht, locker zu lassen und unserem „Mantel“ untreu zu werden, wir spielen ihn jedes Mal wie zum letzen Mal, mit der gleichen Hingabe wie vor 20 Jahren. Na ja, unsere Mäntel haben sich ein bisschen abgetragen und wurden ein bisschen enger, aber die Auswirkung unseres Schauspiels auf die Menschen ist immer so unvergänglich. Unglaublich steigerte auch die Zahl unserer Zuschauer in der ganzen Welt.

Jetzt geht der Ruhm von „Der Mantel“ vor uns, egal wo wir in die Welt reisen. Vor zwei Jahrzehnten wussten die Leute in manchen europäischen Ländern überhaupt nicht, wo sich Bulgarien geopolitisch befindet, was bleibt da für das Kennen des bulgarischen Theaters? Unser Pionierschicksal ist vom Gott gegeben. Manchmal, wie Gogol es sagen würde, „verstummt der Herz beim Gedanken“, dass auch wir dazu beigetragen haben, dass über unser Land schon gesprochen wird und dass dank unserem „Mantel“ eine Interesse für das bulgarische Theater bekundet wurde.

Sonst sind wir Traditionalisten – wir spielen immer noch auf der Bühne des „Theaters 199“ in Bulgarien, und das schon 19. Theatersaison. Wir durchwandern immer noch die Welt, indem wir unser Credo tragen und unserem Pionierschicksal folgen.

Nina:
Das, was sich während dieser Jahre generell geändert hat, insbesondere im Theatermilieu, und was lobenswert ist, ist das Verhältnis zur Unabhängigkeit im Theater, das Verständnis über das Theatermachen.

Vor 20 Jahren war das Verlassen des staatlichen Theaters und das Stürzen ins Machen eines unabhängigen, privaten Autorentheaters unbekannt, unerklärbar und unsicher. Es sah sogar nicht prestigehaft aus, wenn auf der Bühne keine unnötige Schauspieler und technisches Personal sich überschlagen, sondern nur zwei Personen, die darüber hinaus alles selbst machen. Und wie jede neue und unterschiedliche Sache, wurde das Schaffen eines freien Autorentheaters mit verächtlicher Geringschätzung seitens einiger „wichtigen“ Theaterschaffenden empfangen. Sogar schlechter – mit Grabesstille.

Schrecklich war das Schweigen der Lämmer in unserer Theaterschicht in Bezug auf den „Der Mantel”. Diese Stille dauerte ziemlich lange, bis der Applaus über den “Der Mantel” in der Welt die Stille auch in Bulgarien durchstach. Dank Gott und der Welt erlebten wir auch in der Stille in Bulgarien. Und Gott sei dank, dass wir den Blick nicht auf diese Stille hefteten, denn sie würde uns töten, falls wir uns an der Gleichgültigkeit einer Hand voll Leute im Theater leiden ließen. Und wir haben unsererseits diese vom heutigen Gesichtspunkt nicht aktuelle Minderheit übersehen und spielten für das bulgarische Publikum, das sich intelligenter als manche unserer Theaterschaffende erwies, weiter.

Vom ersten Tag dieses Theaterstückes atmet das bulgarische Publikum gemeinsam mit uns im überfülltem Saal des „Theater 199” und schenkt uns ihre liebende Unterstützung innerhalb all dieser 20 Jahren.

Und wie schon bekannt ist, wenn dir vorgeschrieben ist, dass du dich erhängst, wirst du nicht ertränken: Uns war es “vorgeschrieben, einige rauschende Tage“ als Akaky Akakievich zu erleben, die schon zweite Jahrzehnte dauern. Und, Gott sei dank, wir haben sie zu Lebzeiten, und nicht nach dem Tod wie der Held von Gogol, erlebt. „Der Mantel” des Theaters „Credo” ist eine Spektakel-Intuition. Er ist ein Geschenk von oben und selbst Gott behütet ihn. Und uns daneben. Er war unsere Rettungsinsel vor dem Schweigen, vor der Aggression, vor der Grobheit, von der Zeitlosigkeit und der Plattheit in den letzten 20 Jahren. Wir erlebten, man kann es sagen, dank dieses Spektakels, er war unsere geistige Rettung.

Es scheint, dass die Tatsache, dass wir ihn so lange spielen, eine Mission ist, die wir durch ihn berufen sind, auf dieser Welt zu erfüllen – die Leute besser und stärker und an die Macht ihres eigenen Potenzials glaubend, zu machen. Und wenn wir selbst erlebt haben, kann jeder erleben. Mit ein bisschen mehr Trotz. Ich habe immer gesagt, dass wir ein Beispiel dafür sind, wie man aus Trotz erlebt.

Welcher Preis für „Der Mantel” macht Sie am stolzesten?

Zuek:
Die Liebe des Publikums, das nach so vielen Jahren das Theaterstück immer noch zu sehen kommt und ihm den größten Preis gibt – ein langes Leben. Und uns – Glauben, dass das Theater und unsere Arbeit im Theater einen Sinn haben.

Nina:
Wenn wir über die Berufspreise sprechen, müssen wir den Preis erwähnen, dass wir 1997 unter den 20 besten Ereignissen aus insgesamt 1600 Titeln in der Rangliste „TOP 20“ der Kritiker des größten Art-Festivals der Welt in Edinburg, Großbritannien waren. Und der eine der beiden Spektakel in der Geschichte des bulgarischen Theaters, die diesen Triumph auf dem größten Weltforum in seiner 60-jährigen Geschichte genießen haben. Theater „Credo“ ist das einzige bulgarische Theater, das im “Mekka“ des Theaters West End in London, auf der Bühne des Barbican Centre gespielt wurde.

Zuek:
Der Preis, dass wir die ersten Bulgaren waren, die an vielen Plätzen der Welt, wo das bulgarische Theater vorher nicht aufgetreten ist, spielten. Es war schon die Rede davon, dass unser Schicksal sich eine Pionierschaft herausstellte. Wenn Nina mir sagt, dass wir für ein Festival irgendwo in der Welt eingeladen sind, frage ich gleich, ob ich mein Pionierhalstuch bügeln muss.


Хайфа

Nina und Zuek im Garten des Stadt Haifa, während ihrer Teilnahme am Festival von Haifa 2007

Nina:
Viele von den großen und heute bekannten Weltfestivalen begannen vor Jahren mit „Der Mantel“ des Theaters „Credo“. Wir waren, zum Beispiel, die ersten internationalen Gäste des größten jetzt Festival in Russland – die „Goldene Maske“. Eigentlich ist der große Erfolg von „Der Mantel“ im Land von Gogol, wie die eifersüchtige russische Kritik hervorhob, der größte Preis für den Spektakel.

„Der Mantel” wurde in 9 Sprachen in drei Kontinenten – Europa, Asien und Amerika – aufgeführt. Welches Publikum war die größte Herausforderung für Sie?

Zuek:
Das japanische. Und nicht weil es das seltsamste ist, wie alle meinen. Da wir, die Ausländer, diese große Nation nicht kennen, bilden wir uns ein, dass sie seltsam ist, weil wir sie nicht nach unserem Maß messen können, weil sie uns selbst nicht ähnelt. Und das verwirrt uns.

Nämlich in seiner kosmischen Andersartigkeit im Vergleich zu uns ist sein Vorteil und darin besteht die Herausforderung, vor dem japanischen Publikum zu spielen. Das ist ein Publikum, das immer noch jungfräulich gegenüber den Lastern der gegenwärtigen Zivilisation ist und weil die Werte, die bei uns schon devalviert sind, dort immer noch aufbewahrt werden, macht es so ergiebig und verwandelt die Kommunikation mit ihm zum größten Vergnügen.

Mit dem japanischen Publikum ist es leicht, mit ihm ist die Kommunikation eine Feier. Es ist so vertrauensvoll, so empfindsam, so offen und dem Hochmut der restlichen Welt fremd, die denkt, dass sie alles weiß und schon lange die Frische der Wahrnehmungen infolge aller Art von Übersättigung verloren hat.


Зуека с Хисаши Шимояма

Zuek mit Hisashi Shimoyama, Direktor des Festivals in Okinawa, und seiner Tochter Asaki Shimoyama, Privatarchiv

Nina:
Ein sehr interessantes Phänomen und eine große Provokation für uns und für das Spektakel war immer auch das russische Publikum, das mit der Einstellung kommt, dass keiner es überraschen kann. Und es zieht sich in den ersten Minuten der Vorstellung zurück, weil es nicht zugeben will, dass es überrascht ist. Es schämt sich, dass es etwas noch nicht gesehen hat, dass es etwas immer noch nicht weiß oder dass es überrascht ist. Denn die Russen lesen viel und wissen viel. Dann vergessen sie das und lassen sich mehr als das Notwendige hinreißen und, typisch slawisch, treiben sie bis zu anderem Extrem. Sie lassen sich so sehr in die Handlung verleiten, dass sie auch lange nach dem Ende des Spektakels nicht aus der Handlung ausgehen. Tagelang können sie neben dir sitzen und ihre Begeisterung ausdrücken, analysieren und sich weiter aufregen, bis sie ihren Rausch von der Vorstellung teilen und gestehen.

Das ist vielleicht die gefährlichste Provokation und die größte Herausforderung – der Beifall des verwöhnten russischen Publikums und die Änderung seiner Vorstellung wie der berühmte „Der Mantel“ von Gogol auf eine ungewöhnliche Weise zu sehen ist. Die Behaglichkeit des russischen Publikums besteht auch darin, dass es gekommen ist, nicht „was“, sondern „wie“ ein ihr schmerzlich bekanntes Werk gemacht ist, zu sehen. Und deshalb gibt es bei ihm keine Primärüberraschung über die Bekanntmachung mit dem Sujet, es kennt das Sujet. Es erwartet von dir eine Erzählung, die ihm bis jetzt keiner erzählt hat. Ein solches vorbereitetes Publikum zu überraschen ist eine große Herausforderung.

Worin unterscheidet sich das Publikum in unterschiedlichen Ländern? Wie ist der Bulgare im Theatersaal?

Zuek:
Es gibt keinen Unterschied. Die Leute als menschliche Gegebenheit sind gleich überall, überall haben sie die gleichen menschlichen Mängel und sind gleich sensibel in Bezug darauf. Der Unterschied ist in der Schale, im Mantel, in dem jede Nation sich bekleidet hat. Unser „Mantel“ lässt aber das Publikum sich warm fühlen und seinen eigenen Mantel sehr schnell ausziehen. Und dann gibt es keinen Unterschied ob man in Sofia, Tokio, Paris oder Moskau ist.

Nina:
Der Bulgare ist ein sehr intelligenter, aber auch schwieriger Zuschauer. Wir, die Bulgaren, sind Ungläubige unserer Natur nach und gehen ein bisschen zurückhaltend an die Dinge heran. Wenn wir aber einsehen, dass es nicht schrecklich ist und dass wir uns nicht bloßstellen, lockern wir uns auf. Das spürt man im Saal.

Es gibt eine technologische Zeit, in der unser Landsmann den Boden sondiert und seine Verwirrung überwindet, dass er aus der Bühne als Partner und nicht als gewöhnlicher Gaffer behandelt wird. Dann sieht er ein, dass die Kommunikation während der Aufführung nicht so unanständig ist und hauptsächlich, dass sie ihn nicht blamiert. Er spürt dennoch die Lust daran und endlich ist er entspannt und nimmt an der Fete teil.

Im Gegensatz treten die Amerikaner z. B. gleich ins Spiel, ohne zu überlegen, sie haben unsere Vorurteile und Befangenheit nicht. Über das japanische und das russische Publikum haben wir schon gesprochen. Die Deutschen sind auch große Spaßvögel. Sehr laut dabei und bereit, wie die Amerikaner, am Spiel teilzunehmen.

Worin unterscheiden sich die Menschen in der alltäglichen Kommunikation von den Menschen als Zuschauer?

Nina:
Dass sie im Dunkel des Theaters sitzen und dir erlauben sie zu belügen, was sie dir auf der Straße nie verzeihen würden.
Was ist schwieriger zur Wiedergabe – das Tragische oder das Komische?

Zuek:
Das Tragikomische. Das Tragikomische ist der Kunstflug im Theater. Am Rande zu spielen, die Zuschauer zwischen dem Lachen und den Trennen zu schleudern – diese Wende, diese Loopings zu drehen war immer die größte Provokation und Herausforderung für den Schauspieler. Und das ist interessanter und komplizierter als das Spiel in einem Reinkomödie oder Reintragödie. Das Leben ist so tragikomisch und darin besteht seine Anmut.

Ich beschäftige mich mit der Komödiegenre seit 20 Jahren im Fernsehen, aber der Schauer auf der Bühne, wenn ich am Rande des Tragikomischen balanciere, ist großartig. Und ich ziehe ihn vor.


Каквото направи дядо, личен архив

“Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig”, Privatarchiv
Fotograf: Ivo Hadzhimishev

Im “Der Mantel” ist die dritte Figur auf der Bühne der Dekor, einmalig ist auch das Bühnenbild von “Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig”. Würden Sie uns mitteilen, wie diese unikale Symbiose zwischen der Regie und den Bühnenbildentscheidungen erreicht wird?

Zuek:

Wir versuchen immer, ein überzeugendes und unerwartetes visuelles Bild für unsere Spektakel zu finden, das die Botschaft des Spektakels in sich trägt und all das, was zu fühlen ist, ohne Wörter sagt. Wir setzen unsere Einbildung in Betrieb ein und lassen uns davon führen.

„Der Mantel“ setzt auf den Minimalismus, denn der Autor verlangt es. In „Wie’s der Alte macht …” sind die Sachen mehr märchenhafter, schöner und prächtiger, denn der Geist von Andersen und die märchenhafte Form des Werks es verlangen. Wir gehen immer aus dem Geist des Autors heraus, aus der Botschaft, aus der Vision. Dann untersuchen wir einfach das, was das Bühnenbild ausspielen kann, was wir selbst nicht können, und lassen es machen, da es besser als uns spielt.

Zum Beispiel im „Der Mantel“: Akaky Akakievich ist nur ein Stück Stoff und ein Kopf, aber diese kleine Figur macht unfassbare und für einen Schauspieler unmögliche Sachen – sie fliegt, sie verwandelt sich in unterschiedliche Buchstaben nur durch ein Umdrehen und gibt für 3 Minuten Bühnenzeit mehr Auskunft als ein Schauspieler für 2 Stunden durch Worte ausdrücken kann. Das Bühnenbild hilft uns nicht nur bildhaft, sondern auch sehr lakonisch zu sein und den Zuschauer nicht mit langen Texterklärungen von Dingen, das anschaulich gezeigt werden können, zu belasten.

Nina:

Das Bühnenbild ist bei uns eine handelnde Person und deshalb sagen wir gerne, dass in unseren Spektakeln drei Schauspieler spielen – wir beide und das Bühnenbild. Wir behandeln es als Partner, und nicht als Handlungsumfeld; es ist ein vollberechtigter Teilnehmer an der Handlung.

Das Bühnenbild ist das visuelle Konzept über den Spektakel. Seine Wahl ist kein Selbstzweck – nur weil es interessant und seltsam ist. Im „Der Mantel“ ist die Zelle eine Metapher des Mantels-Gefängnis, wo unser Geist sich krümmt. Im „Wie’s der Alte macht…” trägt das Bühnenbild die Idee über den „warmen” Schnee und beweist, dass auch im Schnee warm sein kann, wenn es neben dir einen Menschen gibt, der den Schnee durch seine Liebe zu dir wärmt.

Zuek:
Als Nina mir sagte, dass sie, im Lesen von Andersen, nur Schnee sieht, schlug ich vor, einen Stoff, der allen bekannt ist, aber nie in seiner Reinform verwendet wird, zu nutzen – die flaumige Watte. Da sie sehr zart ist, wird sie gebraucht, indem sie durch Stoff bekleidet wird, wir aber verzichteten uns darauf. Und wir ließen sie so, wie sie ist.
Sehr schwierig ist es, eine Stunde in nicht nur einer, sondern in ein paar Schichten 2-cm-dicker Watte zu spielen. Aber im Namen der Idee und der Schönheit des Stoffs fanden wir uns mit der Tatsache, dass wir ein bisschen schwitzen werden, ab.


Каквото направи дядо, личен архив

“Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig”, Privatarchiv
Fotograf: Ivo Hadzhimishev

In “Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig” richten Sie eine „märchenhafte“ Botschaft an die Welt: Das gute Wort, von einem Kuss begleitet, verwandelt sich in Gold, unabhängig davon, was der Mensch neben uns tut. Haben Sie ihre eigenen Goldkisten, die Sie auf diese Weise gewonnen haben:)? Und überhaupt: Kommt so was in unserer Welt, in ihrer eigenen Umgebung vor, dass die Menschen auf diese Weise ihr Gold gewinnen:)?

Nina:
So mit Lächeln und Kuss entstand unser Theater „Credo“, sein erster Spektakel „Der Mantel“, danach kam der andere nach Andersen, wonach Sie jetzt fragen, so wurde unsere herrliche Tochter geboren, wir haben die Schönheit der Welt gesehen und die Welt hat uns gesehen, wir haben viele Kisten durch gutes Wort und einen Kuss gewonnen. Wir umarmen und küssen die Menschen ganz gerne, es kommt uns aus innen:). Besonders Zuek, er ist ein großer Kussprofi:).

Zuek:
Ich habe immer gesagt und ich bekenne mich dazu, dass die Liebe Wunder macht und die beste Währung in der Welt ist. Wenn du Liebe gibst, macht jeder den Riegel seiner Goldkiste mit Bereitschaft auf.

Der zweite Spektakel des Theaters “Credo”, “Wie’s der Alte macht …”, ist dem 200-jährigen Geburtstag von Andersen gewidmet. Und trotzdem: Warum Andersen und warum genau dieses Märchen?

Zuek:
Die Einladung und die Idee kam im Jahre 2000 aus dem Land von Andersen. Lars Seeberg, der Generalsekretär der dänischen Jubiläumsstiftung „Hans Christian Andersen 2005”, schlug uns vor, dieses Märchen von Andersen zu machen und bei der Weltehrung des großen dänischen Schriftstellers dadurch Bulgarien vorzustellen. Die Stiftung „Hans Christian Andersen 2005” unterstützte das Projekt und so zeigten wir im Sommer 2005, neben vielen Theatern aus der ganzen Welt, das Schauspiel in allen großen Städten in Dänemark und hatten das Vergnügen, an einer grandiosen Ehrung eines großen Erzählers teilzunehmen.

Mit Lars haben wir uns getroffen, als er Direktor des größten multikulturalen Festivals in Dänemark und in ganz Skandinavien – das Festival in Aarhus – war. Er kannte schon unsere Arbeit, da er in Bulgarien gekommen war, um „Der Mantel“ zu sehen, und hatte ihn zum Festival in Aarhus 1999 eingeladen. Er bat uns an, dieses Märchen zu machen und so begann alles.

Nina:
Die Geschichte ist anscheinend sehr einfach, wie diese von Gogol, aber sie trägt eine Botschaft, und es erwies sich, dass diese Botschaft nicht nur für die Dänen, sondern auch für uns, die Bulgaren und auch für alle Menschen in der Welt, wo wir bis jetzt gespielt haben, sehr wichtig ist.

Die Platzanweiserinnen im „Theater 199” erzählten uns, dass die Zuschauer nach dem Ende des Theaterstückes heimlich schnupften und gleichzeitig lachten, und waren sehr beeindruckt, dass alte Menschen aus dem Saal Hand in Hand ausgehen, von Ergebenheit und Liebe erleuchtet. Und wir waren von der Wirkung des Spektakels auf unser Publikum angenehm überrascht. Dann aber hörten wir auf uns zu wundern. Eigentlich ist nämlich das die Botschaft dieser Geschichte – uns daran zu erinnern, dass das Paradies auch im Leben möglich ist und dass wir selbst unser Leben zum Paradies oder zur Hölle machen. Und uns zu lernen, dass das Paradies sich von der Hölle nur in einer, aber sehr wichtiger Sache unterscheidet – in der Liebe.

Wenn du liebst, ist alles weiß und rein wie frischer Schnee und alles ist paradiesisch schön und rührend herrlich. Und die Leute sind sehr gut, fast wie Engel. Und das Schönste in diesem Schneeparadies ist der Mensch neben dir, wenn du ihn mit verliebten Augen siehst. Die Liebe geht Hand in Hand mit der Begeisterung und der Sorge für den Anderen, sie vergibt alle dummen Taten des geliebten Menschen. Die Liebe ist das Hauptthema im Werk von Andersen. Und wir haben genau auf sie in diesem Theaterstück gesetzt.


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“Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig”, Privatarchiv
Fotograf: Ivo Hadzhimishev

Das Theaterstück umreist zuerst Dänemark (2005, 16 Vorstellungen auf Englisch), und erst dann debütiert ihr auf der bulgarischen Bühne. Ist das Schauspiel in Dänemark unterschiedlich im Vergleich zu diesem, in Bulgarien?

Zuek:
Ja, dieses Stück, im Unterschied zu „Der Mantel”, hatte zuerst eine internationale Premiere in Dänemark, und erst dann eine bulgarische, im „Theater 199“.

Die Uraufführung war auf Englisch und wir haben zuerst auf einer Fremdsprache repetiert, und erst dann auf der eigenen. Das war auch das Schwierige. Wir strebten, dem Autor ganz genau zu folgen, und natürlich waren wir sehr aufgeregt wie wir von den Dänen angenommen werden, da diese Geschichte von Andersen für sie sprichwörtlich ist. Der Titel „Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig” ist wie ein Sprichwort für sie bis heute.

Das dänische Publikum nahm uns mit großer Begeisterung an, obwohl wir eine „drastische“ Änderung in der Geschichte vorgenommen hatten – anstatt im Sommer entwickelt sich die Handlung in unserem Spektakel im Winter. Und wir waren auf der Hut in Bezug auf die Reaktion der Landsmänner des Autors. Unsere Verlockung, unerwartete „drastische“ Änderungen zu machen, überwog, wie gewöhnlich, die Besorgtheit, und wir stürzten uns tapfer in den Schnee und in die Watte.

Darin besteht auch der Reiz und die Unerwartetheit der Übersetzung eines literarischen Werkes in die Theatersprache – in den anscheinend „drastischen“ Änderungen. Und wie die Russen vom unerwarteten Lesen eines ihrer Chrestomathiewerke begeistert waren, so wurden auch die Dänen von der weißen Märchenschönheit der ihnen bekannten Geschichte beeindruckt, die nicht autorentreu unter den Staubwolken des Sommers erzählt wurde, sondern unter den tiefen Schneewehen im Winter.

Nina:
Der Spektakel hat sich seit seiner Premiere bis heute viel geändert, genau wie „Der Mantel“. Viele Sachen haben wir noch während der Repetitionen für die Premiere in Bulgarien umgearbeitet. Im Laufe der Zeit haben wir viele Sachen reduziert, denn der Vorteil dieser Geschichte ist, dass sie sogar ohne Wörter verständlich ist. So wurde sie auch ausgestaltet: visuell begreiflich und auf die Sinne des Zuschauers einwirkend.

Diese Aufführung bewies den Bedarf der Menschen an Schönheit und an Erinnerung wie wichtig die Liebe und das Vermögen zu Verzeihen sind, und die Fähigkeit, einfach wie in den Märchen zu leben. Nur dann wird das Leben zum Märchen und ist sein Ende immer glücklich.

Das Glück ist erreichbar und kann manchmal nur durch einen Kuss erreicht werden. In dieser Geschichte erweist sich, dass ein Kuss mehr als Gold kostet. Er kann dir das irdische Paradies gewinnen und sogar eine Goldkiste dazu.

“Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig” umreist auch die Welt. Was Neues brachte Ihnen diese Aufführung, nachdem Sie schon die Weltbühne durch „Der Mantel“ erobert haben:)?

Zuek:
Die Welt ist sehr groß und es gibt immer vieles zur Eroberung. Und das ist das Anspornende und das Herausfordernde. „Wie’s der Alte macht …” öffnete uns den Weg zu Japan und überhaupt zum Fernen Osten. „Der Mantel“ war schon in Seoul, in Südkorea gespielt, auch wir machten uns 2001 auf den Weg nach Osten. Die Geschichte von Andersen führte uns aber noch weiter.

In Dänemark wurde die Vorstellung vom Direktor des großen Festivals in Okinawa, Hisashi Shimoyama, gesehen und eigentlich er hat diesen Schauspiel auf sein Festival eingeladen. Ein Festival, von dem alles, was uns schon 6-tes Jahr mit Japan verbindet, begann.

„Der Mantel” gehörte nicht zu den Plänen für Okinawa. Im Laufe des Gesprächs über die bevorstehende Aufführung aber ließen wir ein Wort darüber fallen. Und so bekamen wir einen begeisterten Brief von Herrn Shimoyama, dass er eigentlich „Der Mantel“ noch vor 10 Jahren, 1995, in Russland gesehen hat und dass ihm die Vorstellung sehr gut gefallen hat. Und es wurde entschieden, dass wir mit beiden Theaterstücken ein Gastspiel geben werden, wobei „Der Mantel” auf Japanisch und „Wie’s der Alte macht …” – auf Englisch, mit einzelnen Repliken auf Japanisch, zu spielen ist. Und so folgte diesmal „Der Mantel” nach „Wie’s der Alte macht …”, und dann begann jeder Theaterstück ein eigenes Leben zu leben und für vier Jahre haben wir Japan bald mit einem, bald mit dem anderen schon sechs Mal besucht.

Nina:
„Der Mantel” machte uns berühmt und ermöglicht uns immer noch uns frei zu fühlen. Die Aufführung nach Andersens Geschichte ist eine Fortsetzung dessen, was „Der Mantel” begann, und es lässt uns ein bisschen besser fühlen. Aber es gibt noch viel, was von uns in dieser Richtung zu wünschen ist – dass wir ein bisschen weiser wie der Opa und die Oma in der Geschichte des großen dänischen Erzählers werden. Aber alles mit seiner Zeit.

Im Märchen machen Sie Verweise auch auf die heutige Gesellschaft: Wir sehen hier den Kaufmann, wir sehen hier den Schacherer, wir sehen auch den reichen „Spieler“; sogar im Spiel der Oma klingt von Zeit zur Zeit eine ironische Note. Am Ende werden aber alle Negative irgendwie klein, und die Menschen – rein vor der rückhaltlosen Liebe. Glauben Sie selbst, dass die Liebe die Welt retten kann?

Zuek:
Nie habe ich daran gezweifelt, dass nur die Liebe uns retten kann. Ich würde sagen, dass ich nur darauf hoffe und dass ich an ihre märchenhafte, wundertätige Kraft glaube. Lassen wir uns die Finale von Faust erinnern: Die Engelpfeile der Liebe, die vom Himmel als Rosen fallen, schlagen die Teufelarmee nieder und retten die Seele von Faust.

Nina:Die Liebe ist die stärkste Waffe. Sie ist Gottes Waffe. Aber auch Gottes Geißel zugleich.
Sie ist Kraft für diejenigen, die sie besitzen und Strafe für diejenigen, die darauf verzichtet haben.
Die Liebe ist eine Rettung vor der Grobheit, vor der Herzlosigkeit und vor der Dreistigkeit dieser Welt.

Und die größten Krämergeister, Spieler, sogar die gestocktesten Nassauer werden früh oder spät niedergeschmettert werden und mit Demut vor der Liebe knien und davor wie Hunde den Schwanz einziehen. Und sie werden die Leere ihrer Existenz, die bisher von diesem Gottesfunken nicht beschienen war, einsehen. Und wenn sie sich von der Liebe nicht ändern lassen, wird sie ihnen zur Strafe. Denn Liebe zu tragen, ohne sie zu teilen, ist Hölle. Sich der Liebe, die überall um dich strahlt, bewusst zu werden, durstig danach zu sein und sie nicht erleben können – es gibt keine schrecklichere Strafe weder auf dieser, noch auf jener Welt. Denn das ist die Hölle – Existenz ohne Liebe.

Welche Rollen und Stücke spielt das Theater “Credo”außerhalb der Bühne:)?

Nina:
Auf der Bühne ist es klar – dort spiele ich Schauspielerin. Hinter der Bühne mache ich die restlichen notwendigen Dinge, die mit der Bühne verbunden sind und ich spiele 10 Rollen zugleich – den ganzen Tag spiele ich Managerin, Buchhalterin, Sekretärin usw. des Theaters „Credo“. Und in der Freizeit repetiere ich die Rolle der guten „Mutter Courage“. Die Repetitionsperiode hat sich sehr lange gedehnt, schon 11 Jahre, aber ich fühle, dass die Premiere nicht bald kommen wird. Ich habe noch viel an dieser Rolle zu arbeiten. Das ist vielleicht meine Rolle für das Benefiz im Alter und ich hoffe, dass mir meine Tochter dann viel applaudieren wird.

Zuek:
Es gelang mir viele Rollen im Fernsehen innerhalb der letzten 20 Jahren versuchen, unter die Haut vieler bekannten Gesicher und ausgedachter Helden zu dringen und ich mache es ganz gerne auch heute. Eigentlich konnte ich nur die Rolle des Stars, die mir aufgedrängt wird, nicht ganz gut bewältigen und ich kann mich daran schon so viele Jahren nicht gewöhnen. Ich will aber ein Star im Leben meiner Tochter sein. Es gefällt mir sehr zu denken, dass ich ein Star in ihren Augen bin.


С екип на Public Republic

Zuek und Nina mit ihrer Tochter und ein Teil des Teams von Public Republic

Würden Sie mit den Lesern von Public Republic die weiteren Ambitionen des Theaters „Credo“ teilen?

Nina:
Wir arbeiten schon lange an einem anderen Werk von Gogol: „Der Tagebuch eines Wahnsinnigen“ und wir wundern uns weiter über die Erfindungen, die wir während der Arbeit an diesem genialen Text machen. Das ist der interessanteste Teil – die Erfindungen während des Suchens und der Schaffung eines Theaterstückes. Der Antrieb zu lernen und zu erfinden, ist vielleicht das sinnvollste Ziel, das für den Künstler verfolgenswert ist.

Zuek:
Axenty Ivanovich Poprishchin zu spielen, war ein sehr alter Traum von mir. Ich versuche ihn zu verwirklichen.Gebe Gott, dass es mir gelingt.

Was würden Sie den jungen Schauspielern, die Ihre Erfolge erreichen möchten, wünschen?

Nina:
Glauben. Ungestümen Glauben an eigene Kräften und Ideen, Beharrlichkeit und Trotz in ihrer Verteidigung. Und nie aufgeben oder verzweifeln.

Zuek:
Und Liebe gegenüber dem Zuschauer. Damit sie hundertmal vermehrt zu ihnen zurückkommt.

Nina Dimitrova und Vassil Vassilev – Zuek beginnen ihre schauspielerische Tätigkeit als Zöglinge der Bulgarischen Akademie für Theater- und Filmkunst NATFIZ „K. Sarafov“ im Fach Puppenschauspielerkunst. 1992 schaffen die Beiden eine eigene unabhängige Theaterformation, Theater „Credo“.

Vassil Vassilev – Zuek ist auch dem Fernsehpublikum noch von den berühmten bulgarischen Sendungen “Kuku” und „Kanaleto“, dann von „Gospodari na efira“ /“Sendungsherrscher“/ und „Palna ludnitza“ /“Volles Irrenhaus“/ bekannt.
Das Theater „Credo“ eröffnet seine erste Theatersaison mit dem Spektakel “Der Mantel” nach Gogol, der den Anfang der nationalen und internationalen Berühmtheit des Theaters bildet – über 500 Aufführungen in 9 Sprachen (Bulgarisch, Russisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Japanisch, Griechisch und Serbisch). Er wurde auf mehr als 150 Festivals in Europa, Asien und Amerika gezeigt, unter denen auch das größte Kunstfestival in Edinburg (Großbritannien), wo das Schauspiel in der Rangliste „Top 20“ der britischen Kritiker für die besten Ereignisse des Festivals für das Jahr 1997 gewählt wurde. Das Theater „Credo“ stellt seinen „Der Mantel” in West End, London (2000), auf der Bühne des größten Kulturzentrum in Europa – Barbican Centre vor und die Kritiker der Zeitung “Gardian” reihen ihn unter die 5 besten Titel der Londoner Theateraffiche ein. Mit seinem „Der Mantel” ist das Theater „Credo“ der erste internationale Gast des größten russischen Festivals „Die Goldene Maske“ in Moskau 1997, sowie von vielen anderen internationalen Theaterfestivals in der ganzen Welt.

„Der Mantel” nach Gogol hat 14 internationale Preise. Die russische Kritik betont, dass der Erfolg von „Der Mantel” im Lande von Gogol sein größter Preis ist und bestimmt ihn als „eines der merkwürdigsten Ereignisse im Theaterleben Europas von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.”

Der zweite Spektakel des Theaters «Credo», „Wie’s der Alte macht, ist’s immer richtig” nach Andersen, ist auf Einladung und mit der Unterstützung der dänischen Stiftung „Hans Christian Andersen 2005″ zur Ehrung des 200-jährigen Geburtstags des großen Schriftstellers in Dänemark 2005 geschaffen. Der Spektakel wiederholt den Triumph des „Der Mantel” und bis jetzt ist er auf mehr als 20 internationale Festivals in Bulgarien und in der Welt gezeigt, er hat schon über 100 Aufführungen auf 3 Sprachen. Das Theaterstück hat 3 internationale Preise.

Zum 15. Geburtstag des Theaters „Credo“ hat der „Verband der Schauspieler in Bulgarien“ dem Theater den Sonderpreis „IKAR 2008” für Beitrag in der Verbreitung des bulgarischen Theaters in der Welt gegeben.

Aufführungen in Deutschland:
Stuttgart
http://www.yasni.de/ext.php?url=http%3A%2F%2Fwww.fitz-stuttgart.de%2Ffits_a%2Fmantel.htm&name=Vassil+Vassilev&cat=other&showads=1

München
http://figurentheater-gfp.de/der-mantel.php

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