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Ausstellung “Schichten”

14 April, 2012 von · Keine Kommentare

16.04.2012 – 30.04.2012, MO.- FR. 10:00 BIS 18:00 UHR

Roman Kissiov, Antonia Duende

Die Ausstellung “Schichten” von Antonia Duende und Roman Kissjov im Bulgarischen Kulturinstitut in Berlin (16-30.04.2012) entfaltet sich als Grabung durch historische, kulturelle und geistige Schichten, die sich über viele Tausende von Jahren auf der Balkaninsel (insbesondere und in hohem Maße – in Bulgarien) abgelagert haben, um die antiken Anfänge der europäischen Zivilisation zu erreichen, nämlich das erste und älteste Alphabet der Menschheit: die altthrakische bildliche heilige Schrift aus dem fünften Jahrtausend (circa 2000 Jahre vor Sumer und Ägypten). Sie ist ein Prototyp der späteren ägyptischen Hieroglyphenschrift und diente ebenfalls als Grundlage für die bulgarischen Runen des Mittelalters, z.B. die “Rosette von Pliska” aus dem 7-9. Jahrhundert.

Es ist nicht schwer, charakteristische, wesentliche Elemente dieses ersten Schrifttums in den mittelalterlichen glagolitischen Buchstaben als Teil der unsterblichen Arbeit der Heiligen Cyrill und Methodius – Patrone Europas, zu finden. Die Glagolitische Schrift ist ein Thema der visuell-kunststofflichen Forschung, als auch Inspiration für Antonia Duende. Diese Forschung der Künstlerin, die in Berlin lebt und arbeitet, dauert schon mehrere Jahre an und ist in einer Reihe von Ausstellungen in verschiedenen Ländern (Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Indien, etc..) realisiert, die eindeutig “Glagolitische Spuren”, “Die Schriften als eine Brücke” u.s.w. genannt wurden. Einige der Gemälde von Antonia Duende enthalten neben glagolitischen Zeichen auch alte Notenzeichen, die in den Kirchenliedern von Joan Kukuzel verwendet wurden.

Andererseits sind die altthrakischen Hieroglyphen und Runen wegen der wertvollen spirituellen Botschaften und der tiefen Kosmogonie hinsichtlich des Schöpfers, der Schöpfung, des Menschen und der Geheimnisse des Universums eine Inspiration für Roman Kissjov, der in Sofia lebt und arbeitet.

Darüber hinaus empfindet Kissjov diese Schriften aufgrund der Selbst-Erkenntnis und der Entdeckung der wahren geistigen Identität, als auch wegen der rein optischen, archetypischen, symbolischen Formeln und ihrer suggestiven Kraft als stimulierend. So wird der Betrachter in die mystische Atmosphäre des Sakralen eingeführt, um die Geheimnisse der Schöpfung (durch das Wort) zu berühren.

Die Runen- und Hieroglyphentexte in den Bildern von Roman Kissjov sind nicht zufällig und willkürlich, sondern sind sie Fragmente aus bestimmten heiligen Texten von altthrakischen Artefakten. Auch die, von Kissjov behandelten, neutestamentlichen Themen und Bilder, die auf jene große historische und kulturelle “Schicht” im bulgarischen Teil Thrakiens, wo das erste authentische Christentum in Europa geboren und die ersten christlichen Gemeinden und Kirchen persönlich von den heiligen Aposteln Paulus und Andreas gegründet wurden, verweisen, sind nicht zufällig.

Die oberste, sichtbare Schicht – die der Gegenwart – wird auf der einen Seite durch die moderne Bildsprache der Werke zum Ausdruck gebracht, und auf der anderen – durch die eingefügten poetischen Texte von Roman Kissjov, der auch ein bekannter Dichter ist, sowie die Texte, Noten- und Musikpartituren von zeitgenössischen Künstlern und Musikern in den Werken von Antonia Duende.

Die Ausstellung “Schichten” baut auf eine eigentümliche Weise geistige Brücken, führt zu den Anfängen der europäischen Zivilisation und markiert signifikante Phasen der Kultur nicht nur auf der Balkanhalbinsel, sondern in ganz Europa.

Bulgarisches Kulturinstitut
Leipziger Strasse 114-115, 10117 Berlin
Tel.:030-2299527

Kategorien: Frontpage · Nachrichten · Visual Arts

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