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Vladimir Zarev

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Vladimir Zarev, geboren 1947 in Sofia, in zweiter Ehe verheiratet, 3 Kinder, Autor von bisher neun Romanen, einigen Erzählbänden und Sachbüchern. Im Brotberuf arbeitet er als Chefredakteur der Vierteljahrszeitschrift Sawremennik“ (Zeitgenosse), die er in den 90er Jahren, als das Literaturleben in Bulgarien am Boden lag, vor dem Konkurs rettete. Er studierte Bulgaristik an der Universität Sofia und debütierte bereits mit 24 Jahren (1972) als Erzähler mit dem Band „Aufruhr der Gefühle“. Einen Meilenstein in der Entwicklung der bulgarischen Literatur setzte sein 1978 erschienener Roman „Bitieto“ („Genesis“), den Zarev bis 1985 zu einer Trilogie ausweitete.

Nach einer traumatischen Krise von 1988 bis 1996 meldete sich Zarev eindrucksvoll zurück mit dem Roman „Bogomil und die Vollkommenheit der Angst“, der an die Wurzeln des bulgarischen Dualismus geht und in mehreren Varianten das Leben des berühmtesten bulgarischen Ketzers aus dem 10. Jahrhundert erzählt, dessen Lehre bis nach Frankreich ausstrahlte (Katharer, Zisterzienser).

Zarev ist auch der erste, der den Schock der Wende/der Transformation in zwei großen Romanen verarbeitete – nicht nur in der plastischen Darstellung der wichtigsten Motive des mentalen, sozialen und wirtschaftlichen Übergangs, sondern auch in der entsprechend gewandelten Literatursprache.

Der erste dieser Romane, „Verfall“ (Rasrucha), erschien 2003 in Sofia und erlebte rasch mehrere Auflagen; der zweite Roman, „Welten“ (Swetowe) erschien 2005. „Verfall“ wurde auch im deutschsprachigen Raum sofort als DER Roman der bulgarischen, ja, der osteuropäischen Wende begriffen, in mehreren Literaturzeitschriften erschienen Vorabdrucke. Im März 2007 erschien die deutsche Übersetzung bei Kiepenheuer & Witsch.

Zur aktuellen Lage in Bulgarien erschien am 22. Juni 2007 ein Artikel Zarevs in der Süddeutschen Zeitung, der auch mehrfach nachgedruckt wurde.

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