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Bansko Jazz 2011 – Elina Duni Quartett

28 April, 2011 von · Keine Kommentare

Interview von Dessislava Berndt mit der Sängerin Elina Duni

Jazz Festival Bansko

Das XIV. Internationale Jazzfestival in Bansko steht bevor.

Wie in den Jahren zuvor werden hochkarätige Musiker die Bewohner und Gäste von Bansko mit ihrer Musik erfreuen. Wir möchten Ihnen in unserer Reihe „Bansko Jazz“ einige dieser Musiker vorstellen.

Heute lesen Sie ein Interview mit der Sängerin Elina Duni.

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Elina Duni, Foto: Andrin Winteler

Wie können Sie Ihre Musik beschreiben?

Wir nehmen Folklore-Lieder aus dem Balkan (Albanien, Kosovo, Bulgarien, Rumänien, Griechenland) und mischen sie mit modernem Jazz. Dabei entsteht ein ganz spezieller Sound…


“Lume, lume”

Wie kam es zu der Einladung zum Bansko Jazz 2011? Werden Sie zum ersten Mal teilnehmen?

Das wird das erste Mal sein, dass wir in Bansko spielen. Wir sind immer sehr interessiert auf dem Balkan zu spielen und das Publikum mit unserer Interpretation der Folklore-Lieder zu konfrontieren.

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Elina Duni, Foto: Francesca Pfeffer

Wie ist Ihre Beziehung zu Bulgarien? Wie gefällt Ihnen das Land?

Ich bin noch nie in Bulgarien gewesen und freue mich sehr, dort aufzutreten. Die bulgarische Folkmusik ist mir bekannt und ich liebe sie sehr. Ich bin sehr beeindruckt von den bulgarischen Stimmen, beispielsweise aus der CD „Le Mystère des voix bulgares“. Wir haben in unserem Repertoire auch zwei bulgarische Lieder.


“Kaval Sviri”

Was erwarten Sie von Bansko Jazz? Was werden Sie dort vorstellen?

Ich habe gelesen, dass Bansko Jazz ein sehr bekanntes und wichtiges Festival in Bulgarien und auf dem ganzen Balkan ist und ich bin ganz gespannt zu erfahren, welchen Empfang unsere Musik dort haben wird. Wir werden Lieder aus dem ganzen Balkan präsentieren.


“Dhen Mboro Manoula”

Wie wurde das Elina Duni Quartett gegründet?

Die Idee, Volkslieder aus dem Balkan mit Jazz zu mischen, hatte zuerst der Pianist Colin Vallon. Wir haben als Duo angefangen und daraus wurde im März 2005 ein Quartett. Seitdem sind zwei Alben „Baresha“ (Meta Records, 2008) und „Lume Lume“ (Meta Records, 2010) erschienen und wir haben in ganz Europa getourt.

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Elina Duni Quartett, Foto: Andrin Winteler

Wie sehen Ihre Pläne in 2011 aus? Gibt es besondere Termine?

Nach Bansko werden wir in Nis, Serbien auftreten und dort werden wir auch das erste Mal in Serbien spielen. Als Albanerin ist dies was ganz besonderes für mich.


“Ka nje muaj glysem viti”

Was machen Sie in der Freizeit?

Ich lese, denke, spaziere und schaue gern Dokus und gute Filme.

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Elina Duni Quartett, Foto: Andrin Winteler

Wo sind die nächsten Live-Auftritte?

Im Sommer werden wir in Bansko und bei verschiedenen Festivals in Frankreich, Schweiz, Serbien und Österreich spielen.

Was macht mehr Spaß – Singen und Komponieren oder die Schauspielerei?

Singen und Komponieren ist mein Beruf. Ich habe als Schauspielerin keine Ausbildung außer meiner Erfahrung in einem Film und verschiedenen Theaterstücken. Ich würde sehr gern mehr Filme machen, um zu sehen wo meine Grenzen als Schauspielerin sind.

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Lume, Lume, Foto: Andrin Winteler

Wovon träumen Sie?

Von Weisheit.

Was oder wer inspiriert Sie?

John Lennon.

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Elina Duni Quartett, Foto: Andrin Winteler

www.elinaduni.com

Elina Duni wurde 1981 in Tirana, Albanien in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Im Alter von fünf Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Bühne und lernte gleichzeitig Geige spielen. Zwischen 1986 und 1991 nahm sie an mehreren ‘Kinder-Festivals’ teil und sang für das albanische Radio und Fernsehen. 1992 zog sie nach Genf, Schweiz um. Dort studierte sie klassisches Klavier am Conservatoire de Musique de Genève und am Collège de Saussure, wo sie den Jazz entdeckte.

Sie spielte im Film „Yllka“ (Albanien-Schweiz, 2002) mit und komponierte dazu die Musik. Begleitet vom Pianisten Gentian Rushi gab sie mehrere Jazz-Konzerte in Albanien (CD „Live in Tirana“) und spielte in den Theaterstücken „Drei Possen“ von Tschechow und „Little Foxes“ in der Inszenierung von Spiro Duni.

Mit José Luis Asaresi gründete sie die Gruppe „Extrangers in the Noise“, (CD „Harpatic“; Empiriko). Danach ging sie nach New York, um sich mit der Einsamkeit der Großstädte auseinanderzusetzen.

Zurück in der Schweiz, spielte sie im Theaterstück „La preuve du Contraire“ in der Inszenierung von Freddy Porras. 2005 erhielt sie in Tirana den Sonderpreis der Jury für die CD „Lakuriq“ mit der Gruppe „Retrovizorja“ aus Prishtina.

Von 2004 bis 2008 studierte sie Gesang und Komposition an der Hochschule der Künste Bern, Abteilung Jazz. In dieser Zeit bildete sich das Elina Duni Quartett mit Colin Vallon am Piano, Patrice Moret am Bass und Norbert Pfammatter am Schlagzeug.

2007 wurde Elina Duni Trägerin des Friedl Wald-Stipendiums. 2008 erschien “Baresha”, das erste Album des Elina Duni Quartett. Darauf folgten mehrere Tourneen in Europa und der “Coup de coeur” – Preis des Kantons Bern.

Duni erhielt das HKB-Stipendium “Best-Berufseinstieg”, sang für das Theaterstück “Engel” (Regie Christian Probst, Bern), an dessen Komposition sie gemeinsam mit Colin Vallon und Rico Baumann mitwirkte.

2009 tourte das Elina Duni Quartett durch Europa und spielte bei zahlreichen Festivals wie Jazzfestival Willisau (CH), Cully Jazz Festival (CH), Jazzfestival Schaffhausen (CH), Grenoble Jazz Festival (FR), Festival Jazzycolors Paris (FR) u.a.

Elina Duni wurde vom Festival „Suisse Diagonales Jazz“ für die Teilnahme am “SDJ Mentoring Project with Bugge Wesseltoft (Norwegen)” sowie von Pro Helvetia für die “prioritäre Jazz Förderung” 2010-2012 ausgewählt.

Im Februar 2010 veröffentlichte das Quartett sein zweites Album “Lume, Lume” (Welt, Welt). 2010 wurde Elina Duni vom französischen Musiker Manu Katché für diverse Konzerte und Festivals eingeladen.

Kategorien: Frontpage · Szene · Um die Welt

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