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Bansko Jazz Teil 2 – Das Festival

11 November, 2009 von · Keine Kommentare

Dessislava Berndt

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Das XII. Internationale Jazzfestival in Bansko, Bulgarien endete am 13.08.2009. Hochkarätige Musiker haben – wie auch in 2008 und den Jahre zuvor – die Gäste und Bewohner von Bansko mit ihrer Musik erfreut. Und wie jedes Jahr sind die Konzerte für das Publikum kostenlos.

Wir möchten Ihnen in unserer Reihe „Bansko Jazz“ das Festival und einige der Musiker vorstellen.

Heute lesen Sie über die Geschichte und die großen Namen des Festivals.

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Der Ort

Bansko liegt etwa 160 km südwestlich von der bulgarischen Hauptstadt Sofia entfernt, am Fuße des Pirin-Gebirges.

Die Natur ist der größte Reichtum der kleinen Gebirgsstadt. Wegen der Vielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren wurde der schönste Teil des Pirin-Gebirges 1974 zum Nationalpark erklärt. Der Pirin-Nationalpark steht seit 1983 auf der Unesco-Liste des Welt-Naturerbes.

Bansko ist nicht nur einer der schneereichsten Orte im Land, sondern besitzt auch ein reiches architektur-historisches Erbe. Bansko ist der Geburtsort von vielen bedeutenden bulgarischen Aufklärern, Dichtern, Malern und Revolutionären.

Im Winter ist die Stadt ein beliebtes Zentrum für Wintersport mit modernen Skianlagen.

Im Sommer trägt die größte Jazz-Veranstaltung in Bulgarien zur Anziehungskraft der Stadt bei – das Internationale Jazzfestival. Jedes Jahr brechen im August Jazzliebhaber nach Bansko auf, da dort Gruppen und Solisten aus der ganzen Welt auf einer Freilichtbühne auftreten.

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Die Musiker

Das Internationale Jazzfestival wurde 1998 gegründet.

Seitdem spielten auf der Bühne in Bansko die Saxophonisten Scott Hamilton (USA), Igor Butman (Russland) und Charles Papasoff (Kanada), Axel Zwingenberger (Deutschland) – der Boogie-Pianist №1 in Europa sowie Silvan Zingg, Jo Bohnsack und Christoph Steinbach, genannt ”Boogiewolf”.

Unvergessen blieben die Konzerte der Jazz-Pianisten Milcho Leviev und Mario Stanchev aus Bulgarien, Igor Bril (Russland), Wlodek Pawlik (Polen) und Sergej Manukjan (Russland).

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Über 150 Musiker aus 20 Ländern kamen beispielsweise in 2009 nach Bansko. Darunter, Namen wie Candy Dulfer aus den Niederlanden, das Judy Lewis Trio aus Israel, Maciej Sikala Trio aus Polen, Otto Heijnic Trio aus Tschechien und der Slowakei, die Gruppe Brother Hood aus der Schweiz, Michaela Rabic and Robert Pavlic aus Österreich und viele andere. Bemerkenswert war die Präsenz von einigen bekanten Vokalisten wie die Sängerin Großbritanniens Clear Teal und „der Schokoladenbariton“ Jamie Davis aus den USA.

In den vergangenen Jahren haben in Bansko mehr als zwanzig Big Bands gespielt. Neben der regelmäßigen Teilnahme der Big Band des Bulgarischen Nationalradios mit Dirigent Yanko Miladinov, die normalerweise das Festival eröffnet, waren hier auch die bulgarischen Formationen von Willy Kazasyan, Georgi Borissov, Angel Zaberski, die IKS Big Band und andere Orchester aus Deutschland.

Bei der zehnten Jubiläumsausgabe des Festivals spielte das außergewöhnlichste Orchester in der Geschichte des Festivals: die SHAPE International Big Band, die Teil des NATO-Orchesters ist.

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Das Programm

Das Programm enthält jedes Jahr einige Hauptthemen. Einerseits werden die historischen Wurzel des Jazz – Blues, Bebop, Swing, Dixieland und Boogie präsentiert – und andererseits die moderne Abzweigungen der „freien Musik“. Auch Ethnomusik hat ihren Stammplatz bei Bansko Jazz. „Krakatau Band“ aus Indonesien, „Yehya Khalil Band“ aus Ägypten, „Bulgara“, Theodosii Spassov, Elitsa Todorova und Stoyan Jankoulov aus Bulgarien waren schon da.

Gespielt wird abends auf der Hauptbühne des Zentralplatzes „Nikola Vaptsarov“; nachmittags – in ausgewählten Hotels.

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Der Anfang

„Bansko Jazz“ ist die Geschichte einer Männer-Freundschaft.

Vor mehr als zehn Jahren eröffnete Dr. Iliev, bekannter bulgarischer Dermatologe und Akupunkturspezialist, seine Sommerklinik in Bansko. Nur hier sah der anerkannte Arzt mit Praxiserfahrung in Bulgarien und Deutschland die besten Bedingungen dafür: herrliches Klima, viele Heilquellen, saubere Luft und wunderschöne Natur.

Zur selben Zeit in Bansko geschäftlich tätig, befand sich auch Hans-Jürgen Köllen –Mitglied der Deutsch-Bulgarischen Regierungskommission und Leiter der Arbeitsgruppe für Investitionen und Banken. Er war mehrere Jahre Kulturbeauftragter an drei Universitäten und hatte erste Jazz-Festivals in Bulgarien sehr erfolgreich organisiert.

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Das Interesse und die Leidenschaft für Jazz und Kultur brachten beide Männer zusammen. Und so wurden erste Konzerte mit bekannten bulgarischen Jazzmusikern für die Gäste und Patienten von Dr. Iliev organisiert. Die hochgebildeten, kulturinteressierten Leute sollten in dem kleinen Gebirgsstädtchen nämlich Kunst und Kultur nicht missen. Sie kamen nach Bansko aus verschiedenen europäischen Ländern und entspannten in ihren Ferien mit gesunder Ernährung, ausgezeichneter medizinischer Betreuung und Wellness-Angeboten.

Für die auftretenden Musiker war die schöne Stadt am Fuß des Pirin-Gebirges ebenfalls eine Entdeckung und es entstand der gemeinsame Traum, ein Jazzfestival zu gründen.

Dr. Iliev überzeugte den damaligen Bürgermeister der Stadt Bansko, dass hier ein Internationales Jazz-Zentrum seinen Platz finden kann. Für mindestens eine Woche. Jazz in Bansko? In der Erntezeit? Auf den ersten Blick unmöglich. Damals. Heute hören wir diese Geschichte mit einem Lächeln.

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Die Zukunft

Bansko hat sich in den letzten Jahren verändert. Zahlreiche Hotels und modernste Skipisten und –anlagen entstanden. Ein großer Teil der Bewohner ist heute – auch nicht zuletzt wegen „Bansko Jazz“ – im Tourismusbereich beschäftigt, denn in den letzten Jahren hat „Bansko Jazz“ jährlich mehr als 20 000 Gäste angelockt. Journalisten aus mehr als 50 bulgarischen und ausländischen Medien berichten über das Sommer-Ereignis.

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„Bansko Jazz“ ist gelebte deutsch-bulgarische Freundschaft. „Bansko“ Jazz ist gelebter Europa- und Welt-Musikaustausch. „Bansko Jazz“ steht für eine einzigartige Atmosphäre in lauen Sommernächten, für viel Idealismus und positiver Energie.

Und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht abzusehen…

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Fotos: Dessislava Berndt

Für den Artikel wurde Pressematerial von Albena Bezovska, BNR verwendet.

Kategorien: Frontpage · Szene · Um die Welt

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