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Benedict Wells: “Die Geschichten suchen mich einfach, ich muss sie schreiben”

24 Februar, 2010 von dessi · Keine Kommentare

Interview von Dessislava Berndt mit Benedict Wells

Benedict Wells
Foto: Copyright © Regine Mosimann / Diogenes Verlag

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Mit sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayrische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Jobs.

Sein vielbeachtetes Debüt „Becks letzter Sommer“ erschien 2008 und wurde 2009 mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Seinen aktuellen Roman „Spinner“ begann er mit neunzehn zu schreiben. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich, aber schlecht Fußball und war Mitglied in einer Band.

Benedict, über was oder wen schreibst Du am liebsten?

Ich schreibe am liebsten über Menschen mit Fehlern, die trotzdem liebenswürdig sind. Superman fand ich immer langweilig, mich interessiert eher jemand wie Spiderman, der nichts auf die Reihe kriegt, dessen Liebesleben ein Desaster ist, und der trotzdem irgendwo ein Held ist. Außerdem macht es mir Spaß, Figuren Schmerz zu bereiten. Meine Lieblingsstellen bei “Becks letzter Sommer” sind zum Beispiel die Momente, in denen Beck leidet, seine eigenen Grenzen erkennt oder sich seine Schwächen eingestehen muss. Vor allem aber erzähle ich gerne Geschichten.

Warum hast Du Dich für das Schreiben entschieden?

Ich kann nicht anders. Die Geschichten suchen mich einfach, ich muss sie schreiben. Angefangen hat aber alles, als ich “Das Hotel New Hampshire” von John Irving las. Die tollen Charaktere, die witzigen Einfälle, der wunderbare Humor. Ich wollte auch sowas schreiben.

Wie sehen Deine Pläne für 2010 aus? Gibt es besondere Ereignisse?

2010 möchte ich einfach nur leben, leben, leben. Ich habe ziemlich viel fürs Schreiben geopfert. Ich werde nach Barcelona ziehen und dort in einer WG wohnen. Ich möchte wieder ein bisschen mehr Mensch sein und ein bisschen weniger Schriftsteller.

Was machst Du in der Freizeit?

So viel wie möglich mit Freunden zusammen. Wenn ich dagegen allein bin, dann höre ich Musik, schaue Filme und Sitcoms, spiele Fußball, lese, gehe aus.

Becks letzter Sommer

Für Dein Debüt „Becks letzter Sommer“ wurdest Du 2009 mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Wie hast Du Dich dabei gefühlt? Was bedeutet der Preis für Dich?

Der Preis war eine schöne Anerkennung, das hat mich sehr gefreut. Naja, und das Geld konnte ich natürlich auch gut gebrauchen ;-)

Im „Becks letzter Sommer“ sind „ein liebeskranker Lehrer, ein ausgeflippter Deutschafrikaner und ein musikalisches Wunderkind aus Litauen auf dem Trip ihres Lebens, von München durch Osteuropa nach Istanbul. Kennst Du Osteuropa?

Ja, relativ gut. Ich habe viele Freunde in Osteuropa, auch Litauer. Und ich bin die Strecke wie im Buch selbst gefahren.

Was möchtest Du erreichen? Wovon träumst Du?

Was das Erreichen angeht: ich möchte gesund bleiben, gute Bücher schreiben, meine Fähigkeiten ausschöpfen. Irgendwann Vater werden. Kein Arschloch sein. Bewusst bleiben. Und wovon ich träume? Meistens von schönen Frauen natürlich ;-)

Wovon handelt Dein 3. Roman?

Mein dritter Roman heißt “Fast genial” und spielt in Amerika. Er handelt von der wahren Geschichte der Samenbank der Genies, und von einem 17jährigen Trailerparkjungen. Er erfährt, dass er ein Retortenkind ist, gezeugt von einem genialen Wissenschaftler. Der Junge macht sich auf die Suche nach seinem Vater und will herausfinden, wieso der so ein Genie ist, er selbst aber ein totaler Loser wurde.

Spinner

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Mit sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayrische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Jobs. Sein vielbeachtetes Debüt „Becks letzter Sommer“ erschien 2008 und wurde 2009 mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Seinen aktuellen Roman „Spinner“ begann er mit neunzehn zu schreiben. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich, aber schlecht Fußball und war Mitglied in einer Band.

Kategorien: Art Café · Frontpage · Szene

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