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Carsten Stagge: “Coaching heißt Unterstützung, um erfolgreich und gestärkt durch die Krise zu kommen”

7 Februar, 2010 von · Keine Kommentare

Interview von Natalia Nikolaeva mit dem Coach Carsten Stagge

Carsten Stagge

Sie sind Diplom-Psychologe. Wann und wodurch entdeckten Sie das Coaching?

Rückblickend habe ich eher den Eindruck, dass ich Coaching weniger „entdeckt“ habe, als viel mehr, dass wir uns gegenseitig gefunden haben. Dies geschah nicht durch ein konkretes Ereignis, sondern in einem fließenden Prozess. Begonnen habe ich meine „Laufbahn“ 1992 als Kommunikationstrainer und Organisationsberater.

Seit Jahren arbeite ich mit Gruppen und Unternehmen, indem ich sie dabei unterstütze, Lösungen für ihre Probleme zu finden: Prozesse optimieren oder überhaupt in Gang bringen, interne Konflikte „entgiften“, Führungskräfte ausbilden, internationale Projektarbeit besser managen usw.

Immer häufiger kamen einzelne Kunden auf mich zu, mit ihren individuellen Fragestellungen und Problemen, die sie nicht in größeren Trainingsgruppen, sondern vertraulich unter 4 Augen behandeln wollten. Meine psychologische Ausbildung und mein Interesse an Menschen paarten sich gut mit diesem Bedarf. So haben wir uns, das Coaching und ich, gegenseitig gefunden.

Seit wann arbeiten Sie als Coach und wie hat sich Ihre Coaching Philosophie verändert, seitdem Sie in der Branche arbeiten?

Seit 1998. In den 12 Jahren intensiver Coachingpraxis hat sich mein Grundverständnis vom Coaching natürlich weiterentwickelt, v.a. vertieft. Ich betrachte und betreibe Coaching als eine besondere Kommunikationsform, in der der Klient der Experte für sich selbst , der Coach der Experte für den Kommunikationsprozess ist.

Der Coach stellt kluge Fragen, hört empathisch zu, analysiert gemeinsam mit dem Klienten das Problem, gibt Rückmeldung zur Wirkung, stellt Beobachtungs- und Verhaltensaufgaben und sorgt für eine Erfolgskontrolle. Für die tatsächliche Umsetzung im Leben, bei der Arbeit, ist der Coach nicht verantwortlich.

Im Vergleich zu früher arbeite ich deutlich Ressourcen-orientierter, kompakter und noch lösungsorientierter. Ich wende verhältnismäßig weniger Zeit für die Problemdiagnose und das Herumwühlen in alten Geschichten auf und mehr für das Finden und Erfinden von Lösungen.

Erzählen Sie mir etwas über den Einsatz von der Hamburger Kommunikationsschule in Ihrer Arbeit?

Durch meine Ausbildung in Hamburg hatte ich das Glück, direkt an der Quelle zu schöpfen: Ich studierte bei ihren 2 Gründern, Prof. Schulz von Thun und Prof. Alexander Redlich. Die Hamburger Kommunikationsschule hat ein knappes Dutzend Kommunikationswerkzeuge entwickelt, die in Beratungs- oder Trainingssituationen extrem hilfreich und praktisch, d.h. gut anwendbar sind. Einige dieser Modelle haben sich so bewährt, dass sie in Deutschland Einzug in den Schulunterricht gefunden haben und wie das Einmaleins gelehrt werden.

Kommmunikationsquadrat

Das bekannteste Modell ist wohl „Kommunikationsquadrat“. Jede, wirklich jede Aussage, die wir machen, hat nicht nur einen Aspekt, sondern vier Seiten, daher auch die Metapher „Quadrat“. Immer, wenn wir miteinander reden, wird nicht nur etwas Sachliches – Zahlen, Daten, Fakten – mitgeteilt. Im Paket inbegriffen sind noch 3 weitere Aspekte: eine Beziehungsbotschaft – wie wir zum Gesprächspartner stehen und wie wir über ihn denken; ein offener oder verdeckter Appell – was der andere tun, denken oder fühlen soll, und, viertens, die offene oder verdeckte Auskunft darüber, wie es uns selbst geht.

In Weiterbildungen zu Führung oder Kommunikation in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gehört mittlerweile das Kommunikationsquadrat, neben anderen Modellen der Hamburger Kommunikationsschule (wie z.B. das „Innere Team“ oder das „Werte- und Entwicklungsquadrat“) zum Standard-Repertoire. Kaum ein Kommunikationstraining, kaum eine Team- oder Führungskräfteentwicklung ist ohne zumindest eins der Modelle der Hamburger Kommunikationsschule denkbar.

Wodurch zeichnet sich Ihre Handschrift als Coach aus? (Wie würden Sie Ihren Coaching-Ansatz beschreiben? Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?)

Ich habe einen sehr wohlwollenden Blick auf meine Kunden und ihre Situation. Gleichwohl scheue ich nicht, unbequeme Fragen zu stellen und kritische Rückmeldungen zu geben. Und gerade, weil meine Grundhaltung eine wertschätzende ist, nehmen meine Klienten die kritischen Anmerkungen an und gehen nicht in den Widerstand. Darüber hinaus kombiniere ich hohes Abstraktionsniveau mit lösungsorientiertem Vorgehen und, nicht zu vergessen, mit Humor. Im Coaching darf gerne gelacht werden!

Neben der Hamburger Kommunikationsschule ist mein Stil durch die Systemische Beratung von Fritz B. Simon und Steve de Shazer stark geprägt.

Über welche Eigenschaften sollte man verfügen, um ein erfolgreicher Coach zu werden?

Ein guter Coach ist der, der dem Klienten nachhaltig helfen kann. Angesichts der Tatsache, dass sich nicht alle Klienten auf einen gemeinsamen Nenner bringen und pauschal beschreiben lassen, denke ich, dass es nicht so etwas wie „Den Besten Coach“ gibt, sondern viele unterschiedliche Coaches und Coaching-Stile, die für unterschiedliche Klienten mit unterschiedlichen Zielen unterschiedlich gut sind. Was aber jeder Coach leisten sollte, ist den Klienten dabei zu unterstützen, eine für ihn und seine Situation individuelle Lösung zu finden und diese auch umzusetzen. Die gegenseitige Akzeptanz von Coach und Klienten ist dabei eine Grundvoraussetzung!

Die Attribute eines guten Coachhaben weniger mit seinem Fachwissen zu tun, als viel mehr mit seiner professionellen Haltung. Neben den gut erlernbaren Techniken kommt es v.a. auf die eigene glaubwürdige Persönlichkeit, auf die Authentizität an.

Wenn der Coach darüber hinaus noch erfolgreich sein möchte, sollte er in der Lage sein, sich gut zu vermarkten. Viele gut ausgebildete und aus meiner Sicht sehr fähige Kollegen und v.a. Kolleginnen scheitern an dieser Hürde.

Welchen Rat geben Sie einem jungen Coach?

Er sollte sich qualifiziert ausbilden lassen, um die Coachingwerkzeuge zu erlernen, und gleichzeitig sollte er viele Gelegenheiten suchen, das Gelernte auch zu trainieren. Mit dem Absolvieren einer Ausbildung ist es noch lange nicht getan. Fast gleich wichtig ist die pro-aktive Eigenvermarktung. Dies geschieht zuerst durch die eigenen Netzwerke: Kollegen von Freunden, Freunde von Kollegen, denen man die eigenen Kompetenzen anbieten kann.

Viele scheuen verständlicherweise diese Ansprache, aber vielleicht ist es hilfreich, sich dabei ständig vor Augen zu führen, dass der Coaching-Bedarf riesig ist. Allerdings kommen viele Menschen einfach nicht auf die Idee, wenn sie ein Problem haben, sich professionelle Unterstützung zu holen.

Außerdem ist für viele die emotionale Hürde, nach einer solchen Unterstützung zu fragen, sehr hoch. Und drittens, auch wenn die potentiellen Kunden bereit für Unterstützung durch einen Coach sind, kennen sie keinen persönlich. Und diese Chancen sollte man nutzen.

  • Coaching allgemein:

Was sind typische Anlässe für Coaching?

Die Anlässe für Coaching sind so vielfältig und einzigartig, wie die Klienten und deren Alltag selbst. Sie reichen vom Umgang mit schwierigen Kollegen, Chefs und Mitarbeitern über kritische berufliche Situationen wie organisationale Veränderungen (Fusionen, Umstrukturierungen), Kündigungen bis hin zu Motivationsblockaden, Burn out und persönlichen Krisen.

Im Moment z. B. coache ich einen CEO, der eine Fusion umsetzen soll, einen anderen, der von seinen Mitarbeitern als arrogant und überheblich wahrgenommen und in seinen Entscheidungen sabotiert wird; zwei andere Geschäftsführer und Partner, die ein mittelständisches Metallunternehmen durch die Krise führen; einen Verkaufsleiter, der sein Team komplett neu strukturiert; einen Wirtschaftsprüfer, der sich mit dem Gedanken trägt, sein Unternehmen zu verlassen und sich selbständig zu machen; eine Mitarbeiterin, die ihre Angst vor Gruppen zu sprechen überwinden will.

Das Spektrum ist sehr breit und abwechslungsreich. Das, was alle Anlässe gemeinsam haben, ist die subjektiv wahrgenommene Herausforderung der Klienten.

Wie verläuft ein Coaching? Wie muss man sich das vorstellen?

Ein Coaching-Prozess besteht aus 5 Etappen. Den Anfang bildet immer ein unverbindliches Erstgespräch, indem sich Coach und Klient kennenlernen, die gegenseitigen Erwartungen und Akzeptanz überprüfen und eine Auftragsklärung vornehmen.

Wenn beide das Coaching zusammen durchführen möchten, wird im nächsten Schritt eine Problemanalyse vorgenommen. In der darauf folgenden, dritten Phase geht es um das Finden und Erfinden von Problemlösungen. Strategien werden gemeinsam erarbeitet und präzise bewertet.

Hier ist das Können des Coach besonders gefragt, da er oft beim Klienten alte, d.h. vertraute und gern praktizierte Verhaltensmuster aufdecken, Blockaden aufspüren und einen Perspektivwechsel initiieren sollte. Dann geht es in die Phase der Umsetzung. Erfolge und Schwierigkeiten werden mit dem Coach besprochen und analysiert. Ggf. werden Korrekturen vorgenommen. Die letzte Phase dient dem Abschluss: der gesamte Prozess wird reflektiert, bewertet und gewürdigt.

Das Timing und das Tempo der einzelnen Sitzungen werden individuell abgestimmt. Das hängt von den Fragestellungen, dem Problemdruck, aber auch von ganz praktischen Aspekten wie Verfügbarkeit ab. Ich hatte einen Klienten aus Dubai, der natürlich nicht wöchentlich für 2 Stunden nach Hamburg gekommen ist. Wir haben das Coaching in Kompaktsitzungen gestaltet: seltener, dafür ganztägig. V.a. Manager, die viel und auf der ganzen Welt unterwegs sind, greifen auf dieses Format zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Therapie?

Auf den ersten Blick weisen Coaching und Therapie Ähnlichkeiten auf: das Setting (Zweiergespräch), der Anlass (Probleme, Herausforderungen), das Hauptwerkzeug (verbale Kommunikation).

Der Unterschied jedoch ist zentral. In der Psychotherapie geht es um Heilung von Kranken, von Menschen mit Leiden wie Angststörungen, Depressionen, Phobien, Süchten, Zwangsstörungen etc. oder Schizophrenie. D.h. sie behandelt Abweichungen, die das Leben der Patienten maßgeblich beeinträchtigt und sie oft arbeitsunfähig macht. All dies kann und soll Coaching nicht leisten.

Coaching arbeitet mit psychisch gesunden Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden oder sich persönlich weiter entwickeln wollen.

Im deutschsprachigen Raum haben Coaches häufig eine psychologische oder psychotherapeutische Grundausbildung. Das ist zwar von großem Vorteil, was der Umgang mit Menschen und die Gesprächsführungskompetenzen angeht, aber ein guter Coach sollte seine Grenzen kennen und innerhalb dieser arbeiten.

Wenn also während der Coaching-Sitzungen Probleme sichtbar werden, die die Kompetenz des Coaches übersteigen, sollte der Coach dies seinem Klienten deutlich machen und ihn ggf. weiter verweisen.

Ich hatte einen IT-Berater als Kunden, der Panikattaken erlebte, wenn er etwas präsentieren sollte. Oder einen Verlagsleiter, der mit einem massiven Alkoholproblem kämpfte. Beides sind Coaching-Anfragen, die ich nicht angenommen und weiter verwiesen habe, obwohl ich ausgebildeter Diplom-Psychologe bin und dazu noch ein halbes Jahr in einer psychosomatischen Klinik gearbeitet habe.

Was sind die größten Herausforderungen beim Coaching?

Das Grundprinzip des Systemischen Coachings trifft den Nagel auf den Kopf: „Beratung ohne Ratschlag“. D.h. das eigene Bild von der Welt und von der vermeintlich besten Lösung dem Klienten nicht zu überzustülpen, egal wie genial es dem Coach selbst erscheint. Diese Herausforderung findet Ausdruck in der professionellen Haltung „bei zwischenmenschlicher Nähe Distanz wahren“.

  • Coaching Academy:


Wie kommt es dazu, dass Sie als Deutscher eine Coaching-Ausbildung in Bulgarien anbieten?

Ich bin privat mit Bulgarien verbunden: meine Frau, mit der ich über 10 Jahre verheiratet bin, ist Bulgarin. Aber auch beruflich habe ich seit ca. 4 Jahren in Bulgarien als Berater zu tun. Die Idee für die Ausbildung hatten wir schon vor 3 Jahren gefasst, unsere damaligen Recherchen ergaben jedoch, dass der bulgarische Markt noch nicht reif war. Jetzt ist es soweit.

An wen richtet sich die Ausbildung?

An erster Stelle natürlich an diejenige, die als Coaches arbeiten möchten. Darüber hinaus gibt es auch weitere Zielgruppen, die von der Ausbildung sehr profitieren können und viel davon in ihrem Berufsalltag umsetzen werden, z.B. Trainer und Berater, Personalverantwortliche, die eine Coaching-Expertise bekommen möchten, Managers, die die Coaching-Aspekte ihrer Rolle ausbauen wollen, oder auch selbständige Unternehmer, die oft die Rolle des Managers, HR-Verantwortlichen und internen Beraters wahrnehmen.

Wie schätzen Sie den Coaching-Markt in Bulgarien ein?

Im Moment ist der Coaching-Markt in Bulgarien noch am Anfang, wogegen ich aber den Bedarf als immens einschätze. Wie soll der Markt auch gut entwickelt sein, wenn man die im Lande tätigen Coaches an einer Hand abzählen kann? Es ist wie mit der Henne und dem Ei: keine Coaches heißt kein Angebot, kein Angebot heißt keine Nachfrage (obwohl der Bedarf da ist), weil woher sollen die Kunden das Coaching kennen und ihren Bedarf formulieren; keine Nachfrage heißt kein Angebot usw.

Gleichzeitig bin ich zuversichtlich, dass die Bulgaren auch diese Entwicklung ziemlich schnell übernehmen werden, wie bei vielen anderen Dienstleitungen auch. Die Fähigkeit Ihrer Landsleute, aus ihrer Umwelt zu lernen, meistens aus dem Westen (wenn auch nicht immer nur Positives), und das Gelernte umzusetzen, ist schon bemerkenswert. Ich beobachte das seit ca. 15 Jahren und kann sagen, dass für diese Zeit die Bulgaren in vielen Bereichen eine Art Crashkurs durchgemacht haben.

Was unterscheidet die Ausbildung vom bereits bestehenden Ausbildungsangebot?

Es gibt zwei Hauptunterschiede: Erstens, ist diese Coaching-Ausbildung die einzige auf dem bulgarischen Markt, die Coaches ausbildet. Zweitens handelt es sich bei ihr um eine langfristig angelegte Ausbildung. Als Gesamtkonzept setzt sich die Ausbildung aus einem Grundkurs und einem Aufbaukurs zusammen.

Der Grundkurs schafft die Basis, der Aufbaukurs den Feinschliff. Diese zwei Kurse werden nicht in einer Woche absolviert, sondern erstrecken sich über 8 bis zu 12 Monate. Der Sinn ist die Verzahnung von Theorie und Praxis, und zwar Praxis der Teilnehmer als Coaches. Und dafür ist Zeit notwendig. Zwischen den einzelnen Modulen setzen die Teilnehmer das Gelernte in der Praxis um.

Im nächsten Modul wird darauf aufgebaut, d.h. auf die konkrete, persönliche Erfahrung der Teilnehmer als Coaches und nicht lediglich auf die Erzählungen der Kursleiter. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit, nicht nur konkrete Methoden und Instrumente kennenzulernen, sondern diese auch selber in der Praxis anzuwenden und ihren eigenen, individuellen Coachingstil zu entwickeln.

Ist man in der Lage, im Anschluss an die Ausbildung selbständig als Coach zu arbeiten?

Auf jeden Fall. Nach mehr als 100 intensiven Lernstunden und dazwischen liegenden Praxiseinheiten hat jeder Teilnehmer eine solide Basis, als Coach zu arbeiten.

Der Zeitpunkt: Spricht die Krise für oder eher gegen den Zeitpunkt der Ausbildung?

Eindeutig dafür. Coaching heißt Unterstützung, um erfolgreich und gestärkt durch die Krise zu kommen.

Was war bei Ihren Klienten das vorherrschende Thema im Krisenjahr 2009?

Der zunehmende Erfolgs- und Leistungsdruck, die schlechte Stimmung in vielen Unternehmen, der Umgang mit Auftragsrückgängen, die Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Krisen sind immer auch Anlass, sich die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen: Tue ich das, was ich tun will? Erfüllt mich meine Arbeit? Lebe ich das Leben so, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht habe?

Wo sehen Sie die Chance, die doch in jeder Krise stecken soll?

Oft entsteht der nötige Antrieb zu einer lang geplanten Veränderung erst in der Krise, so bitter das auch klingen mag. Viele Probleme, die wir Monate, zum Teil auch Jahre vor uns herschieben, lösen wir nicht, weil uns der nötige Leidensdruck fehlt – wir sind Meister darin, uns Komfortzonen einzurichten und sie zu hüten.

Die Krise rüttelt und schüttelt mächtig an diesen gemütlichen Komfortzonen und manchmal katapultiert sie uns buchstäblich da raus. Gleichzeitig bin ich mit der heutzutage viel zu gern und viel zu oft proklamierten Devise, in jeder Krise steckt auch eine Chance, vorsichtig, so sehr der Satz inhaltlich stimmen mag. Menschen, die von der Krise ihre berufliche Existenz und die Existenz ihrer Familien bedroht sehen, können diesen Satz leicht als weltfremd oder arrogant auffassen.

Was raten Sie für 2010?

Ich würde gern die viel gescholtenen, diskreditierten Neujahrsvorhaben rehabilitieren. Die meisten von uns treffen schon keine Vorhaben mehr, weil sie damit, oder genauer mit ihrer Realisierung, schlechte Erfahrung gemacht haben. Andere wiederum, die solche Vorhaben immer noch treffen, verabschieden sich spätestens in den ersten Januarwochen davon.

Aus meiner Sicht spricht das nicht grundsätzlich gegen Neujahrsvorhaben, sondern dafür, die Vorhaben intelligent zu formulieren. Das heißt, v.a. realistisch, spezifisch und messbar. Also statt „mehr Sport treiben“, lieber „Mittwochs und Sonntags abends 20 Minuten joggen“.

Außerdem: Da wir meistens ehe schon genug zu tun haben, ist es klug, für jedes neue Vorhaben ein altes sein zu lassen. Ich z.B. habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mehr auf meine Erholung zu achten. Mein Vorhaben lautet „jeden Tag 30 Minuten länger als bisher zu schlafen, dafür werde ich auf Fernsehnachrichten verzichten“.

Mehr Info unter: ICG Infora

Beraterprofil

Diplom-Psychologe
Carsten Stagge

Arbeitsschwerpunkte seit 1992

  • Beratung von Unternehmen bei Veränderungsprozessen
  • Trainings im Bereich Führung, Kommunikation und Konfliktmanagement
  • Workshops zur Teamentwicklung, Konfliktklärung und Strategieentwicklung
  • Coaching von Führungskräften, Projekten und Teams

Studium
Psychologie und Business Administration Universität Hamburg
und University of California, Berkeley

Weiterbildung
Teacher Assistent (PMF, Trondheim/Norwegen), Systemischer
Prozess- und Projektberater, Systemischer Coach, Konfliktmediator

Referenzkunden

Address Group Capital Bulgaria, Alu Menziken, Austria Metall, BAUER Verlag, Best Foods, Cognis, Computerwoche, Daimler, FZ Hafen Hamburg, Hamburger Hochbahn, Hotel Investment Bulgaria, Hubert BURDA Media, IDG, IG Metall, Lever Fabergé, Lloyd Dynamowerke, Lufthansa, Museum der Arbeit Hamburg, OTTO Versand, Stahlwerke Bremen, SME, STEG, Suntours Bulgaria, Tchibo, TEMAprojekte, Time/system, Tomorrow Focus, Verlagsgruppe Milchstraße, Unilever, Volkswagen WohnungsbauKreditanstalt u.a.

Lehraufträge

Universität Hamburg, Arbeitsbereich Beratung und Training bei Prof. Dr. Schulz von Thun und Prof. Dr. Alexander Redlich, Fachgebiet: Konfliktmoderation zwischen Gruppen

Veröffentlichungen

  • «Mit der Gans über den Weihnachtsbraten reden – Zum Umgang mit schwierigen Situationen bei Organisationsveränderungen», Hamburg 1997
  • «Dialoge statt Gutachten – Prozessberatung in Museen» in: Handbuch Museumsberatung, Bielefeld 2000
  • «Kooperative Hochschulentwicklung» in: Hochschulmanagement, Frankfurt 2000
  • «Wir? Nein, ihr! Konfliktmoderation zwischen Gruppen», zusammen mit Prof. Dr. Alexander Redlich in: Frischer Wind für Mediation, Berlin 2007

Arbeitssprachen

Deutsch, Englisch, Norwegisch

Kategorien: Frontpage · Modern Times · Um die Welt

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