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Claude Monet Teil 1 – eine Ausstellung des Von der Heydt – Museums, Wuppertal

10 Dezember, 2009 von · Keine Kommentare

Dessislava Berndt

Claude_Monet
Claude_Monet

11. Oktober 2009 – 28. Februar 2010

Normalerweise müsste man Museen in aller Welt besuchen, um sich einen Überblick über die Werke Claude Monets zu verschaffen. Seit dem 11.10.2009 und bis zum 28.02.2010 genügt eine Reise nach Wuppertal. Das Von der Heydt – Museum zeigt fast 100 Gemälde des Impressionisten, darunter nicht nur die grandiosen späten Seerosenbilder, sondern Werke aus allen Schaffensphasen Monets.

Im Teil 1 unserer Serie lesen Sie über den Inhalt der größten in Deutschland gezeigten Ausstellung des Impressionisten.

Vorschau

2001 zeigte die Hypo-Kunsthalle München “Claude Monet und die Moderne”, 2005 zeigte die Kunsthalle Bremen “Monet und Camille” und 2006 die Staatsgalerie Stuttgart Monets “Felder im Frühling”. Aber das Gesamtwerk Claude Monets, des bedeutendsten unter den Impressionisten, ist in Deutschland wohl noch nie gezeigt worden.

Dies ist nun dem Von der Heydt – Museum Wuppertal gelungen, das seit dem 11.10.2009 eine außergewöhnlich große Überblicksausstellung von Werken Monets zeigt. Maßgeblich unterstützt wird das Museum dabei von der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Wuppertal, dem Musée Marmottan-Monet, Paris, dem Wildenstein Institut, Paris, und von renommierten Experten zum Thema Impressionismus und Monet.

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Claude Monet
Seerosenteich, Spiegelung von Trauerweiden

Bedeutung des Monet-Schaffens

Als Monet sich 1890 in Giverny nördlich von Paris niederließ und dort seinen Garten mit dem berühmten Seerosenteich anlegte, eröffnete er der Kunst damit ganz neue Möglichkeiten. Aus den Spiegelungen im Teich gestaltete Monet Bilder, in welchen das Oben und Unten nicht mehr eindeutig zu bestimmen ist. Welche Pflanzen, Blumen und Blüten befinden sich tatsächlich in dem Teich, welche spiegeln sich nur darin, fragt sich der erstaunte Betrachter dieser Bilder. Dimensionen und Perspektive geraten aus dem Gleichgewicht, eine getreue Maßstäblichkeit ist in diesen großen Gemälden nicht mehr festzustellen. Monet hat damit alle Dimensionen der Malerei gesprengt. Es ist ihm gelungen, die Malerei aus der Gegenständlichkeit des 19. Jahrhunderts zu befreien und die Fenster zu einer völlig neuen Kunst, zur Abstraktion, zum Absoluten aufzustoßen.

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Claude Monet
Der Seerosenteich, linker Teil

Inhalt der Ausstellung

Dem Von der Heydt – Museum ist es gelungen, eine größere Werkgruppe Monets, vor allem der „Nympheas, aus dem Musée Marmottan-Monet, Paris, als Leihgabe zu erhalten. Diese enge Kooperation mit dem Musée Marmottan-Monet machte die Ausstellung überhaupt erst möglich.

Die größte je in Deutschland gezeigte Werkschau des Impressionisten zeigt die Entwicklung des Franzosen zu einem der wichtigsten europäischen Künstler.

Die meisten Exponate – neben 44 Bildern aus dem eigenen Bestand – stammen aus dem Pariser “Musée Marmottan-Monet”. Aber auch Museen aus New York, Toronto, Den Haag, Wien und Budapest stellten herausragende Leihgaben für die Wuppertaler Ausstellung zur Verfügung. “Mehr als 100.000 Besucher” erwartet Museumsdirektor Finckh in den kommenden knapp fünf Monaten und sagt: “Monet war einfach ein Genie – und das sagt man nicht so leicht.”

1873 malte Monet das Bild „Impression – Soleil levant (Sonnenaufgang)“, das dem Impressionismus seinen Namen gab. Die Bilder aus dieser Zeit stellen einen ersten Höhepunkt der Ausstellung dar.

1889 und 1892 begann Monet mit zwei für die Geschichte der Kunst ganz neuen Projekten: Er malte die Bildserien der Heuschober und der Fassade der Kathedrale von Rouen, wobei es ihm auf die Darstellung der jeweiligen besonderen Lichtstimmung ankam. Das Arbeiten in
Bildserien war bis dahin nicht üblich. Monet führte damit mit Bravour eine neue Methode in die Kunst ein. Aus diesen Serien werden in der Ausstellung einige Beispiele gezeigt.

Die zwanzig großformatigen Seerosenbilder aus dem Partnermuseum bilden den Abschluss und Höhepunkt der Ausstellung. Ergänzende Bleistiftskizzen des 1926 verstorbenen Malers zeigen, wie akribisch er bei der Vorbereitung seiner weltberühmten Bilder vorging, die in seinem eigenen Garten entstanden. Bis zu zehn Gärtner waren damit beschäftigt, die Seerosen-Körbe im Teich nach seinen Anweisungen so zu platzieren, dass die Wasserspiegelungen in seinem extra dafür errichteten Gartenatelier perfekt zur Geltung kamen. Durch diesen Hang zur Perfektion, so Museumsdirektor Gerhard Finckh, “entstanden Bilder, in denen das Oben und Unten nicht mehr eindeutig zu bestimmen ist”.

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Claude Monet
Seerosen

Katalog

Begleitet wird die Ausstellung von einem Katalog, in welchem Experten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in verständlicher Form vortragen und anhand der prächtigen Abbildungen erläutern.
Film

Zur Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem ZDF ein Film entstanden, der das Leben und Wirken Monets an den Originalschauplätzen und in den Bildern lebendig werden lässt.

Leihgeber

Amsterdam, Van Gogh-Museum
Baden, Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown
Berlin, Staatliche Museen zu Berlin – Alte Nationalgalerie
Budapest, Museum of Fine Arts
Colmar, Musée d’Unterlinden
Den Haag, Gemeentemuseum Den Haag
Dresden, Galerie Neue Meister – Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Edinburgh, The National Gallery of Scotland
Frankfurt am Main, Städel Museum
Genève, Musée d’Art et d’Histoire
Köln, Wallraf-Richartz-Museum
Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek
Lausanne, Musée Cantonale des Beaux-Arts
Le Havre, Musée André Malraux
Leipzig, Museum der bildenden Künste
Liège, Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain
Lille, Palais des Beaux-Arts de Lille
London, Tate
Mâcon, Musée de Mâcon
Montpellier, Musée Fabre
Morlaix, Musée de Morlaix
New York, The Metropolitan Museum of Art
Paris, Musée de l’Orangerie
Paris, Musée Marmottan Monet
Paris, Musée d’Orsay
Paris, Petit Palais – Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris
Reims, Musée des Beaux-Arts de Reims
Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Riehen/Basel, Fondation Beyeler
Rom, Galleria Nazionale d’Arte Moderna-Arte Contemporanea
Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen
Saint-Etienne, Musée d’art Moderne
Sankt Gallen, Kunstmuseum Sankt Gallen
Toronto, Art Gallery of Ontario
Tournai, Musée des Beaux-Arts de Tournai
Tours, Musée des Beaux-Arts de Tours
Wien, Belvedere Wien
Zürich, Kunsthaus Zürich
Zürich, Stiftung Sammlung E.G. Bührle.

Von der Heydt-MuseumTurmhof 8
D – 42103 Wuppertal
Information / Führungen:
Telefon 0202 – 563 6231
www.von-der-heydt-museum.de

Öffnungszeiten der Monet-Ausstellung:
Di + Mi: 11 – 18 Uhr
Do + Fr: 11 – 20 Uhr
Sa + So: 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen
www.monet-ausstellung.de

Kategorien: Frontpage · Nachrichten · Um die Welt

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