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Claude Monet Teil 3 – eine Ausstellung des Von der Heydt-Museums, Wuppertal

12 Dezember, 2009 von · Keine Kommentare

Dessislava Berndt

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Von der Heydt, Wuppertal

11. Oktober 2009 – 28. Februar 2010

Normalerweise müsste man Museen in aller Welt besuchen, um sich einen Überblick über die Werke Claude Monets zu verschaffen. Seit dem 11.10.2009 und bis zum 28.02.2010 genügt eine Reise nach Wuppertal. Das Von-der-Heydt-Museum zeigt fast 100 Gemälde des Impressionisten, darunter nicht nur die grandiosen späten Seerosenbilder, sondern Werke aus allen Schaffensphasen Monets.

Im Teil 3 unserer Serie lesen Sie über das Museum in Wuppertal, dessen Leitung die größte je in Deutschland gezeigte Ausstellung des Impressionisten möglich machte.

Das Museum wurde 1902 nach einer privaten Initiative gegründet. Das Museum verfügt heute über eine der reichsten internationalen Sammlungen in Deutschland, und das ist vielen engagierten Wuppertaler Bürgern, vor allem dem Mäzenatentum der Elberfelder Bankier- und Kunstsammlerfamilie August und Eduard von der Heydt zu verdanken, deren Namen das Museum seit 1961 trägt.

Um eine Gemälde- und Skulpturengalerie aufzubauen, wurden zuerst von Bürgern der Stadt Bilder des 19. Jahrhunderts geschenkt, bald aber bemühte man sich, auch Werke des 17. Jahrhunderts als Grundstock der Sammlung beizufügen. So kann man heute im Von der Heydt-Museum z.B. die Entwicklung der Landschaftsmalerei von Patinir bis Ruysdael und von Constable bis Cézanne fast lückenlos verfolgen.

Schwerpunkte der Sammlung sind das 24-teilige Konvolut des in Elberfeld geborenen Hans von Marées, geschenkt von August Freiherr von der Heydt und Geheimrat Jung und 20 Werke von Paula Modersohn-Becker, dazu 5 Bilder von Spitzweg, 10 von Corinth, 5 von Munch und 5 von Picasso, dazu eine umfassende, bedeutende Expressionisten-Sammlung.

Aus dem 19. Jahrhundert sind darüber hinaus Werke von Blechen, Waldmüller, Constable, Courbet, Daubigny, Rousseau, Degas, Redon, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Leibl, Liebermann und 7 Bilder von Hodler in der Sammlung. Vor 1914 bereits gelangten die Impressionisten und Nachimpressionisten ins Museum: Sisley, Monet, Signac, Cézanne, Vlaminck, Skulpturen von Rodin, Meunier, Lehmbruck und Hoetger.

Innenansicht
Von der Heydt, Wuppertal

Ebenfalls 1911 wurde der erste Picasso „Akrobat und junger Harlekin“ für ein Museum überhaupt erworben, der bereits 1937 mit der Aktion der Nationalsozialisten als entartet beschlagnahmt, 1939 in Luzern versteigert wurde, danach in belgischen Privatbesitz kam und 1989 bei Christie’s in London für 66,6 Millionen DM versteigert wurde und nach Japan ging.

In Barmen, dem anderen Stadtteil von Wuppertal, hatte sich bereits seit 1866 ein Kunstverein um Ausstellungsmöglichkeiten bemüht. Die ersten Ausstellungen des Barmer Kunstvereins fanden im Gesellschaftshaus der Concordia am Werth statt. Die Räumlichkeiten dort waren klein, und als die Concordia den Umzug in einen Neubau beschloss, entstand die Idee zum Bau einer Kunsthalle.

1886 konnte ein Kunsthallenfond eingerichtet werden. Die Barmer Stadtverwaltung beschloss im Dreikaiserjahr 1888 den Bau einer Ruhmeshalle zu Ehren Kaiser Wilhelms I. und später auch Kaiser Friedrichs III. Die Stadt stellte das Grundstück zur Verfügung und der Kunstverein bemühte sich um die Finanzierung.

1895 schrieb der Denkmalausschuss einen Architektenwettbewerb aus. Von 58 eingereichten Entwürfen erhielt der Barmer Erdmann Hartig, Direktor der Barmer Kunstgewerbeschule, den Zuschlag. Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1900 die Ruhmeshalle von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

Architektonisches Vorbild war das Berliner Reichstagsgebäude von Paul Wallot. Dominierender Bauteil war die Vorhalle mit vorgelagertem Säulen-Portikus. Hinter der Vorhalle war die eigentliche Ruhmeshalle mit ihrer Kuppel und den Dreikaiser-Statuen. Die flankierenden Räume beherbergten die Stadtbibliothek und die Zentrale des Bergischen Geschichtsvereins. Das Obergeschoss gehörte ausschließlich dem Kunstverein. Die sieben Säle standen mit ihrer sachlichen Ausstattung in starkem Kontrast zu der aufwendigen Dekoration des übrigen Gebäudes

Innenansicht
Von der Heydt, Wuppertal

1943 wurde das Bauwerk durch Bomben zerstört und stand 10 Jahre lang als Ruine leer. Die Kaiser-Standbilder der Bildhauer Begas, Boese und Cauer wurden erst in der Nachkriegszeit zerstört. Mit dem Wiederaufbau verlor der Bau seine Funktion als Ruhmeshalle.

Der erheblich veränderte Bau ohne Kuppel dient nunmehr als Dependance des Von der Heydt-Museums (Kunsthalle Barmen), als Stadtteilbibliothek und vor allem als Haus der Jugend.

Wie das Barmer wurde auch das Elberfelder Haus schwer beschädigt. Die Kunstwerke waren größtenteils ausgelagert. Als man sie nach dem Krieg zurückholen wollte, waren die Verluste durch Diebstahl, Beschlagnahme und Brand groß. Den Rest der beiden Sammlungen brachte man im Elberfelder Museum unter.

Die weitere Entwicklung des Museums wurde entscheidend durch das Mäzenatentum von Eduard von der Heydt bestimmt. Er war einer der ersten, der mit einem untrüglichen Spürsinn für Qualität den Gedanken einer “Weltkunst” zur Basis seines Sammelns machte.

1986-1990 wurde das Museum am alten Standort nach innen erweitert. Statt bis dahin 4.000 m² stehen dem Haus nun 7.000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung. Das Kölner Architektenteam Busmann und Haberer hat den klassizistischen Bau des alten Rathauses von 1842 sensibel umgebaut. Rundgänge wurden ermöglicht, Erlebnisräume geschaffen, vielfältige Treppenläufe inszeniert, der alte Baukomplex wurde grundlegend saniert und auf moderne Bedürfnisse hin restauriert.

Von der Heydt-Museum
Turmhof 8
D – 42103 Wuppertal
Information / Führungen:
Telefon 0202 – 563 6231
www.von-der-heydt-museum.de

Öffnungszeiten der Monet-Ausstellung:
Di + Mi: 11 – 18 Uhr
Do + Fr: 11 – 20 Uhr
Sa + So: 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen
www.monet-ausstellung.de

Kategorien: Frontpage · Nachrichten · Visual Arts

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