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Die Denklandschaften von Hamburg

8 Februar, 2009 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Natalia Nikolaeva mit dem jungen Designer Gradinko Aladinkov

Übersetzung: Silvia Vasileva

Hamburg ist die Stadt, in der ich schon 7 Jahre lebe und seine interessanten Gesichter, überraschenden Verwandlungen und seinen einmaligen Charme immer wieder neu entdecke.

Hamburger mindscapes

Es ist kein Zufall, dass die unvergessliche nördliche Schönheit von Hamburg und seine originelle Architektur viele Künstler inspirieren. Einer von ihnen ist der Bulgare Gradinko Aladinkov, der am 26. August seine Ausstellung “Hamburger mindscapes” in Sofia eröffnete.

All denjenigen, die neugierig sind, Hamburg aus einer anderen, innovativen und fantasiebewegten Perspektive zu sehen, präsentieren wir ein Dutzend spannende Fotocollagen und ein Interview mit dem Künstler Gradinko Aladinkov.

Portret na Gradinko Aladinkov

Hamburg spielt in dieser Ausstellung eine zentrale Rolle. Wie kam es dazu?

HamburgIch habe drei Monate in Hamburg verbracht und ziemlich viele Fotos gemacht. Ich habe auch die Webseite von Mentos für ihre Web-Agentur “Pilot” gebaut. Ich hatte viel Freizeit, ich ging herum und fotografierte viel.

Ich bin ein großer Fan der deutschen Architektur, ich hatte fast nur Gebäude auf meinen Fotos.

Warum hast du den Titel “Hamburger mindscapes” für die Ausstellung gewählt?

Er ist sowohl beschreibend als auch witzig. HamburgBeschreibend, weil die Bilder richtige Denklandschaften sind — das sind Collagen aus vielen Fotos, die Gebäude existieren wirklich, nicht aber die Orte und die Zusammensetzungen.

Andererseits fand ich es schon immer amüsant, dass die Einwohner von Hamburg Hamburger heißen. Ich stelle mir vor, wie ich auf der Straße gehe und das Menü von Burger King um mich herum läuft.

War es schwierig, den Inhalt des Projekts zu bestimmen?

HamburgIch hatte Inhalt, noch lange bevor ich ein Projekt hatte. Als ich die Fotos machte, hatte ich noch keine Ahnung, wie ich sie zeigen würde. Die Collage-Idee kam später, als ich über das Material nachgedacht habe und als es mir bewusst wurde, dass einzeln dargestellt, die Fotos für jeden Besucher, der kein Architektur–Fan ist, langweilig sein würden.

Dieses Problem habe ich durch Collagen gelöst, in welchen die Architekturästhetik zusammengefügt ist, die Gebäudeformen vom Kontext befreit sind und durch eine irreale fantastische Perspektivennutzung intensiver wirken.

Was war dir besonders wichtig, während du die einzelnen Elemente der Ausstellung vorbereitet hast?

Das Endergebnis sollte sehenswert sein. Manche Kompositionen sind realen Orten in Hamburg relativ nah, andere bestehen aus Gebäuden in verschiedenen Stadtgebieten und wieder andere sind völlig abstrakt. Ich habe nach der Skala „dokumental-abstrakt“ experimentiert. Dabei war es mir wichtig, dass ich die Bilder auch bei mir zuhause gerne an die Wand hängen würde.

Wie wurde deine Ausstellung vom bulgarischen Publikum aufgenommen?

HamburgDie Besucher, die ich persönlich gefragt habe, fanden sie gut, aber ihnen kann man nicht trauen. In der Presse gab es auch positive Reaktionen, aber auf diese kann man sich noch weniger verlassen. In Bulgarien gibt es momentan keine gut funktionierende Kritik für moderne Kunst.

Wie würdest du deine eigene Kunst beschreiben?

HamburgSie ist eher in Richtung „Design“ als konzeptuell. Ich glaube, ich bin zu jung, um den Leuten meine Ideen über die Welt ohne ansprechende Gestaltung und schöne Farben präsentieren zu können.

Die Werke der bulgarischen Kollegen, die in meinem Alter sind und versuchen, reine konzeptuelle Kunst zu machen, finde ich oft langweilig, oberflächlich und dazu noch hässlich.

Wird diese Ausstellung auch in Hamburg gezeigt?

Hoffentlich.

Würdest du in Bulgarien bleiben und weiter Kunst machen?

Ich bin schon in Bulgarien. Hier bin ich zu Hause, hier habe ich Freunde, ich habe einen Namen und Kontakte. Ich möchte nicht irgendwo anders von Null anfangen.

Hamburger mindscapes

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Kategorien: Frontpage · Szene

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