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“Die Immigrantin” von Roumen M. Evert – Buchpräsentation in Berlin

8 Mai, 2009 von · Keine Kommentare

Dittrich Verlag präsentiert am 13. Mai in Berlin den Roman “Die Immigrantin”

die immigrantin

“Die Immigrantin”

Der Schrei, der aus meiner Brust will, kann nicht heraus, wieder bin ich kalt geworden wie der Frost auf den Feldern, still wie die Nacht.«

Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nach dem Fall des Kommunismus dem Massenelend in ihrer bulgarischen Heimat entflieht, um schließlich im Wiener Exil durch einen irrationalen Akt der Befreiung zu sich selbst zu finden.

Roumen M. Evert versteht es, seiner außergewöhnlichen Heldin eine authentische Stimme zu verleihen. Und ihr abwechslungsreiches Leben, seine tragischen wie komischen Momente, erzählt er ebenso literarisch anspruchsvoll wie unterhaltsam.

Die Geschichte der Protagonistin ist auf weniger als 24 Stunden zusammengedrängt. Während wir sie an einem normalen Arbeitstag in einem Gasthaus in Wien begleiten, werden in einer Reihe von Rückblenden Schlüsselerlebnisse ihrer Vergangenheit – vom Anfang der 60er bis Mitte der 90er Jahre – beleuchtet und mit dem Alltag ihres Lebens als illegale Immigrantin verknüpft.

Die sorgfältig komponierte und ergreifende Geschichte wird von der Hauptperson Lena erzählt: ihre idyllische Kindheit in einer abgelegenen Bergarbeitersiedlung in den bulgarischen Rhodopen; die schwierige Jugend, an deren Ende die Protagonistin aus der provinziellen Enge ihres Heimatorts in eine ebenso kurze wie katastrophale Ehe entflieht; ihr Versuch, in der Großstadt als alleinstehende Mutter zwei Kinder aufzuziehen.

Als sie glaubt, die Probleme ihres Lebens gemeistert zu haben, stürzt das kommunistische Regime und mit ihm das ganze Land in ein heilloses Chaos.

Lena ist gezwungen, ihre Kinder zu verlassen und in Wien als illegale Immigrantin den Lebensunterhalt für ihre Familie zu verdienen. Dort treiben sie der Schmerz über die Trennung von ihren beiden Söhnen sowie die ständige Furcht vor Abschiebung zu der verzweifelten Entscheidung, eine Vernunftehe mit einem Inländer, einem Österreicher, zu schließen.

Erst im letzten Moment entscheidet sie sich anders – und gewinnt damit die Chance zur Selbstbestimmung, um die sie ein Leben lang gerungen hat.

Dittrich Verlag

Buchpräsentation
Roumen M. Evert

“Die Immigrantin”
Roman

Mittwoch, 13. Mai 2009, 18 Uhr
Berliner Rathaus
Raum 338, 3. Etage
Rathausstraße 15, 10178 Berlin-Mitte
(Zugang über die Jüdenstraße)

Roumen M. Evert

Roumen M Evert

Geboren 1952 in Kiel. Anfang der 1970er Zeitungsreporter in München, später Musikkritiker, Autor und Übersetzer in London. Veröffentlichte eine Biografie über Bob Marley, einen Roman für Kinder und schrieb Drehbücher. Ausgedehnte Reisen in Europa, Asien und Afrika. Längere Aufenthalte in Griechenland, im Nahen und Mittleren Osten, in Wien und Norwich, wo er einige Semester Kunst, Philosophie, Literatur und Geschichte studierte.

1996 wurde er in die Orthodoxe Kirche aufgenommen und lebt seitdem mit seiner bulgarischen Ehefrau in Plowdiw/Bulgarien und in den Wäldern längs der Arda. Nach dreißigjähriger Abwesenheit seit Ende 2005 wieder in Deutschland, wo er jetzt in Berlin mit der Veröffentlichung seiner in den vergangenen zwei Jahrzehnten entstandenen Texte begonnen hat.

Im November 2008 erschien »Nur Stückwerk, lauter Scherben«.

Die bulgarische Ausgabe der »Immigrantin« wird im Sommer 2009 herauskommen.

Einen Tag im Leben einer jungen Immigrantin aus Bulgarien, die als Kellnerin in einem Wiener Gasthaus arbeitet, präsentiert uns Roumen M. Evert in seinem Roman “Die Immigrantin”. Gleichzeitig nimmt er uns aber auch mit auf eine Reise in die Vergangenheit der Protagonistin, die uns in ihre Kindheit und Jugend in einer abgelegenen Bergarbeitersiedlung in den bulgarischen Rhodopen, in ihre von Gefühlskälte, Gewalt und Demütigung geprägte Ehe, in ihren mit den beiden Söhnen unternommenen Ausbruchsversuch in die Großstadt, sowie in ihre Flucht aus der Heimat nach dem Sturz des Kommunismus führt.

Letztendlich landet Lena Iwanowna in einem Wiener Gasthaus, in dem sie den Gästen Speis und Trank serviert, zugleich aber auch immer ein offenes Ohr für deren Probleme und Sorgen hat. Derer hat sie auch selbst zur Genüge, lebt sie doch von ihren Söhnen getrennt in der Fremde, in ständiger Angst vor der Abschiebung, in einer Spirale aus Einsamkeit, Trostlosigkeit und Existenzängsten, der sie nur durch eine Zweckehe mit einem Österreicher entkommen zu können scheint. So schwankt Lena zwischen Ehrgefühl und der Sehnsucht nach ihren Söhnen, zwischen endgültiger Aufgabe und neuer Hoffnung.

Evert zeichnet das Bild einer zutiefst verletzten und verunsicherten Frau, die in all ihrer Not aber ungeheure Kraft und Lebensmut besitzt. In den vielen Rückblenden, in denen Schlüsselerlebnisse ihres Lebens enthüllt werden, eröffnet sich das Schicksal dieser jungen Frau, die Glück und Frieden nur in den ersten achtzehn Jahren ihres Lebens kannte. Dieses Schicksal schildert der Autor offen und schonungslos, in all seiner Tragik und Härte.

Dennoch empfindet man als Leser kein Mitleid mit der Heldin, sondern vielmehr Bewunderung, Anerkennung und Respekt für ihre Willenskraft und ihre Stärke. Wir sehen Lenas Geschichte durch ihre eigenen Augen, teilen ihre Gedanken, fühlen ihren Schmerz, leben und erleben mit ihr. Die Reise durch Lenas Leben ist traurig, spannend, aufregend, aber teilweise auch erstaunlich komisch. So schildert der Autor die vielen Verehrer Lenas, die regelmäßig ihr Gasthaus besuchen und sofort eine Zweckehe mit der jungen Frau eingehen würden, auf ironische Art und schafft somit Komik in der Tragik.

Susan Mahmody

Mehr Info unter:

Dittrich Verlag, Berlin
T 030 785 27 33, F 030 788 999 06
E-mail: info@dittrich-verlag.de

Kategorien: Frontpage · Nachrichten

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