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Die kleine große Welt

26 April, 2009 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Antina Zlatkova mit der Fotografin Radomira Tschipeva
Übersetzung: Silvia Vasileva

Das Schöne und Einzigartige um sich herum von dem ganzen Chaos des Alltags zu unterscheiden –und es in Fotos zu zeigen, ist eine der wenigen Sachen, die sich die Mühe lohnen, die einen Sinn haben und einem Genugtuung bringen.

Wie würdest du dich mit ein paar Worten beschreiben?

Lebensfroh, energetisch, kontaktfreudig und, so gut es geht, immer positiv- das Glas ist für mich halb voll und, auch nachdem ich alles ausgetrunken habe, glaube ich, dass dort noch ein paar Tropfen geblieben sind.


Haben Fotografen eine spezifische Weltwahrnehmung und welche Fähigkeiten sollte ein guter Fotograf besitzen?

Jeder blickt auf die Welt und nimmt sie auf eine unterschiedliche Art und Weise wahr. Ich weiß nicht, ob die Fotografen eine spezifische Wahrnehmung haben, aber ihre Werke zeigen bestimmt, wie sie die Welt wahrnehmen. So kann ein Modell beispielsweise wie der glücklichste oder wie der traurigste Mensch in den Fotos zweier unterschiedlicher Fotografen aussehen. Wie und was ein Autor auch zeigt, das Wichtigste ist, hinreißend zu sein, Gefühle und Gedanken hervorzurufen.

Was gibt dir das Fotografieren?

Die angenehmen Gefühle beim Aufnehmen, Bearbeiten und Mitteilen der Bilder; die Befriedigung etwas zu schaffen, und dass es jemand mag.

Was versuchst du in deinen Fotos einzufangen?

Wenn ich zum Spaß fotografiere, suche ich im Modell die hinreißende Ausstrahlung, die mich begeistern muss. Bei den Hochzeitsfotos, außer bei den offiziellen Bildern, bemühe ich mich, vor allem die natürlichen und spontanen Momente einzufangen, die tatsächlich die Gefühle und Emotionen an diesem speziellen Tag zeigen.

Ich habe das Fotografieren immer gemocht- wahrscheinlich habe ich dieses Interesse von meinem Vater geerbt, der sich vor Jahren sehr aktiv damit beschäftigt hat. Ich kam der Fotografie vor drei Jahren näher, als ich mich entschloss, meine Bilder und mein Hobby im Internet mitzuteilen.

Was findest du an den Makroobjekten attraktiv?

Die Welt der winzigen Dinge ist sehr umfangreich und unglaublich schön, wenn man auf sie aus der Froschperspektive blickt – ein kleiner Kosmos an deinen Füssen, auch nur in einem Wassertropfen. Es ist zwar leicht die feurigen Sonnenuntergänge zu bewundern, die Spiegelungen von Flüssen und Seen oder die majestätischen Berge. Sich aber vorzustellen, wie fein und präzise die Natur in jedem winzigen Detail Wesen geschaffen hat, die wir meistens nutzlos, hässlich oder schädlich nennen-das können wir nur durch das Makroobjektiv.

Magst du Farbfotografie oder lieber die schwarz-weiße und warum?

Ich mag die Farben. Ich habe keine große Erfahrung mit Schwarzweißfotografie, seit kurzem experimentiere ich jedoch damit. Während des Fotografierens denke ich selten darüber nach, ob das Bild farbig sein soll oder nicht; das passiert später, wenn ich entscheide, was genau ich mit dem Bild “sagen” will. In bestimmten Situationen lenken die Farben die Aufmerksamkeit vom Bildakzent ab.

Ich bin eine unbelehrbare Optimistin und ich glaube, dass meine Fotos die Lebensfreude des Menschen hinter der Kamera wiederspiegeln und die positive Energie meiner Lieblingsmodelle mit sich tragen.

Hast du eine spezielle Herangehensweise den Modellen gegenüber?

Man muss die fotografierten Objekte immer für sich gewinnen. Ich bitte sie sich zu entspannen, und nicht an die Kamera zu denken. Daher werden es dann die schönsten Bilder, wenn das Modell nicht weiß, dass es fotografiert wird –wenn es es selbst ist und ohne “das gezwungene Lächeln in die Kamera”.

Hat dich das Fotografieren verändert?

Ja, auf jeden Fall, ich begann mich umzusehen, auf der Suche nach Objekten und so das Schöne und das Einzigartige zu bemerken, an allem, was uns umgibt.

Welche Pläne hast Du bezüglich der Fotografie?

Noch mehr zu lernen, um bessere Fotos machen zu können und mich beruflich mit einem meiner Lieblingsgenres zu beschäftigen- dem Hochzeitsfotografieren.

Wovon träumst du?

Mit einer neuen Kamera, z. B. der neuen Fuji S5 Pro, und in netter Gesellschaft um die Welt zu reisen.

Kategorien: Frontpage · Szene · Visual Arts

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