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Die Kunst belebt die Seele

17 Mai, 2009 von · 1 Kommentar

Interview von Vanya Nikolaeva mit dem Fotografen Paul Biddle

Übersetzung aus dem Englischen von Mariana Velichkova
Übersetzung aus dem Bulgrasichen von Dessislava Georgieva

Paul Biddle ist englischer Kunstfotograf. Seine Werke überschreiten jegliche Grenzen der Vorstellungskraft. Sie öffnen die Tore zu einer unglaublichen Welt, die – einmal gesehen – nur mühsam wieder vergessen werden kann.

„Meine Inspiration und die verschiedenen Einflüsse reichen von der Kunst der Renaissance bis zum Dadaismus und Surrealismus, von Picasso bis zu den unterschiedlichsten Dingen, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während ich am Meer entlang spazieren gehe, ganz in der Nähe meines Hauses.“

„Nach einigen Experimenten an der Kunstschule stellte ich fest, dass es die Fotografie war, die mich mehr als alles andere fesselte. Ihre Unmittelbarkeit und das Schaffen verschwommener Grenzen zwischen der Realität und dem Gefühl der Unsicherheit darüber, was genau geschieht, gefallen mir besonders.“

„Manche Fotos sind simpel und bereits von Anfang an in meiner Vorstellung, doch die meisten meiner Werke beginnen mit der Inspiration durch die Objekte selbst. Das kann etwas sein, das ich in einem Secondhandshop aufstöbere, oder das am Strand nahe meinem Haus herumliegt, oder ein Gegenstand aus meiner Vergangenheit wie Holzbuchstaben aus einem Kinderspiel, oder eine Palette als Überbleibsel aus meiner Zeit als Kunstschüler.“

„Oft häufen sich solche Gegenstände zu einer ganzen Kollektion an, und im Anschluss experimentiere ich damit herum – auf der Suche nach der perfekten Zusammenstellung von Komposition, Form und Farbe. Das ist wie Zeit zum Spielen. Manchmal entsteht eine Idee, die im Vorfeld nicht beabsichtigt war. Doch ich bevorzuge es, wenn die Menschen meine Darstellungen nach ihren Wünschen interpretieren, und ich hoffe, dass sie sich aufgrund der visuellen Stimulation daran ergötzen.“

Was hat dein Interesse an der Kunst geweckt, und wie es das genau passiert?

Als ich noch sehr jung war, gewann ich einen Malwettbewerb, dessen Preis ein wunderschönes Kunstbuch war; sobald ich mich darin vertieft hatte, erkannte ich die Bedeutung und die Magie der Kunst und… es gab kein Zurück mehr.

Was suggeriert / präsentiert deine Kunst?

Eine interessante Frage, aber der wahre Surrealismus hat keine klare Bedeutung. Und obwohl ich meinen Werken einen Titel gebe, suggeriere ich niemals etwas Bestimmtes. Ich mag es, wenn die Menschen ihre eigenen Schlüsse ziehen, und oft sind die Aussagen, die sie entdecken, viel besser als meine.

Warum brauchen wir Kunst, was gibt sie den Menschen?

Die Kunst belebt die Seele und beflügelt unsere Fantasie.

Wie würdest du dich als Künstler mit wenigen Worten beschreiben?

Ich bin ein Träumer mit dem starken Wunsch und Bedürfnis zu schöpfen.

Wessen Kunst gefällt dir am meisten?

Eine schwierige Frage. Meine Vorlieben wechseln ständig, dennoch beeinflussen mich die Maler stärker als die Fotografen. Anfangs wurde ich zum Maler ausgebildet, doch darin war ich nutzlos, und bereits in der Kunstschule zeigte mir jemand das Fotoentwicklungslabor – ich bin ein Fotograf Autodidakt.

Kann die Kunst als Kunst bezeichnet werden, wenn sie die Fantasie nicht provoziert?

Ich denke nicht, dass die Kunst echt ist, wenn sie die Fantasie nicht provoziert – in diesem Fall wäre sie rein dekorativ.

Wie würdest du sein, wenn dein Leben nicht mit der Kunst verbunden wäre? Was wäre deine andere Berufung?

Ich glaube, dass ich dann als Ökologe arbeiten würde.

Ausstellungen im Vereinigten Königreich:
Assoziation der Fotografen
Gobelin
Königliche Gesellschaft der Fotografie
Stiftung Edward James
Dartington

Weltweit:
New York, Tokio, Köln, Wien, Linz, Arles, Amsterdam, Quebec, Mailand, Wisconsin, Florida

Kategorien: Frontpage · Visual Arts

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