Zu Favoriten hinzufügen
Public Republic random header image

DIE QUADRIENNALE DÜSSELDORF 2014

29 Juli, 2014 von · Keine Kommentare

Heute aus Düsseldorf

Nach den Themen „Der Körper in der Kunst“ (2006) und „Kunstgegenwärtig“ (2010) findet die dritte Quadriennale Düsseldorf unter dem Leitthema „Über das Morgen hinaus“ statt.

Vom 5. April bis zum 10. August 2014 beschäftigen sich die Museen und Kunsthäuser mit Vorstellungen von Zukunft in Kunst, Wissenschaft und Technik. Erstmals entwickelte Dr. Wolfgang Ullrich, Professor für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, gemeinsam mit den Düsseldorfer Kuratorinnen und Kuratoren die Leitidee und die Dramaturgie des Festivals.

Quadriennale_Ad_landscape
© Quadriennale GmbH

Die Quadriennale Düsseldorf möchte die Bildende Kunst auf die Straße holen und damit Menschen ansprechen, die bislang noch keinen Zugang zur Kunst und zu Museen haben.

Beispielhaft stellen wir die Werke von Tomás Saraceno und Nam June Paik in K21 STÄNDEHAUS vor.


Video: Ralph Goertz
Produktion: IKS – Institut für Kunstdokumentation

Zur Vorbereitung der spektakulären Netzkonstruktion setzte Saraceno verschiedene Spinnenarten nacheinander in Vitrinen und ließ sie, auf den Netzen ihrer Vorgänger aufbauend, hybride Netzstrukturen kreieren. Für den Künstler sind Spinnennetze nicht nur durch ihre idealen Materialeigenschaften interessant (bezogen auf ihr Gewicht sind Spinnfäden viermal belastbar als Stahl und können um ein Vielfaches ihrer Länge gedehnt werden). Sie stehen für ihn sinnbildlich für Sozialverhalten und Venetzung innerhalb der Gesellschaft.

2014-07-27_14-55-14_826
in Orbit, Foto:desenze

Die riesige Rauminstallation in orbit des Künstlers Tomás Saraceno schwebt in mehr als 25 Meter Höhe über der Piazza des K21. Es ist eine Konstruktion aus Stahlnetzen, die in drei Ebenen unter der gewaltigen Glaskuppel aufgespannt ist. Innerhalb der insgesamt 2.500 Quadratmeter umfassenden Netzstruktur sind ein halbes Dutzend “Sphären”, luftgefüllte PVC-Kugeln von bis zu 8,50 Metern Durchmesser, platziert. Besucher können die transparente Installation betreten und sich auf den drei Ebenen zwischen den Kugeln frei bewegen.

2014-07-27_14-49-52_540
in Orbit, Foto:desenze

Der Raum in der Schwebe wird zu einem schwingenden Netz von Beziehungen, Resonanzen und synchroner Kommunikation. Wenn mehrere Personen gleichzeitig die kühne Konstruktion betreten, gerät sie in Bewegung, die Spannung der Stahlseile und der Abstand der drei Netzebenen verändern sich. Die Besucher können ihre Aktivitäten koordinieren und den Raum, ähnlich wie eine Spinne im Netz, durch Vibrationen wahrnehmen.

2014-07-27_14-49-46_211
in Orbit, Foto:desenze

Auch wer das Netz über dem Abgrund nicht betreten mag und die Installation nur visuell erkundet, wird mit den Themen Fliegen, Fallen und Schweben konfrontiert und von den damit verbundenen archetypischen Emotionen erfasst..

in orbit wurde von Saraceno in den vergangenen drei Jahren mit Ingenieuren, Architekten und Biologen geplant und ist die bisher aufwändigste Installation des Künstlers. Auch wenn die Netzkonstruktion allein 3 Tonnen und die größte der “Sphären” 300 Kilo wiegt, wirkt das präzise in die räumlichen Bedingungen des Ständehauses eingepasste Werk ausgesprochen leicht und bezieht sich in Feinheit und Stabilität auf die Struktur von Spinnennetzen. Seit vielen Jahren studiert der Künstler die Netzbautechnik unterschiedlicher Spinnenarten und fügt seine Erkenntnisse über Funktionalität, Schönheit und Stärke der Netze in seine künstlerische Praxis ein.

2014-07-27_14-30-06_270
in orbit, Foto:desenze

Jede einzelne Installation — auch in orbit — ist ein Bestandteil seines visionären Großprojektes Air-Port-City, einer schwebenden Stadt der Zukunft. Die Wolkenstadt versteht der Künstler als Verwirklichung eines sozial-utopischen Traums und als Antwort auf die zunehmende Unbewohnbarkeit der Erde, das weltweite Bevölkerungswachstum und die dramatischen ökologischen Probleme.

Nam June Paik – TV Garden

2014-07-27_14-19-15_447
Nam June Paik Seoul (KR) 1932-2006 Miami (US)
TV-Garden, 1974-1977/2002
Foto:desenze

Auf allen Monitoren des “Fernsehgartens” flimmert der Film Global Groove. Nam June Paik produzierte ihn 1973, als man optimistisch in die Fernsehwelt von morgen blickte. Global Groove ist die Vision einer friedlichen, durch die Künste zum globalen Dorf vereinten Welt. Der medienkritische Paik nutzt die Technik der Collage, um die Zuschauer zum Mitdenken aufzufordern.

DIE QUADRIENNALE DÜSSELDORF 2014

LAUFZEIT 5. April bis 10. August 2014

BETEILIGTE MUSEEN UND AUSSTELLUNGSHÄUSER

Stiftung Museum Kunstpalast | Kunst und Alchemie. Das Geheimnis der Verwandlung
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 | Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 | Unter der Erde. Von Kafka bis Kippenberger
KIT – Kunst im Tunnel | Pauline M’barek – Der berührte Rand.
Kunsthalle Düsseldorf | Smart New World
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen | Zukunftsperspektiven – Zum Beispiel Les Immatériaux

WEITERE PARTNER
Akademie-Galerie | Auf der Spur der Erfindung– Bildhauer zeichnen
Filmmuseum Düsseldorf | Visionen und Alpträume – Die Stadt der Zukunft im Film
Hetjens-Museum | Ton. Ein Aufruf. Plastik und Baukeramik 1910-1930
imai – inter media art institute | The Invisible Force Behind. Materialität in der Medienkunst
JULIA STOSCHEK COLLECTION | Number Eight: STURTEVANT
KAI 10 | Arthena Foundation | Backdoor Fantasies
Langen Foundation | Otto Piene – Inflatables und Sky Event

Die Quadriennale GmbH
Die Quadriennale Düsseldorf ist ein Festival der Bildenden Kunst, das seit 2006 alle
vier Jahre über mehrere Monate in Düsseldorf stattfindet. Verantwortet wird es seit 2008
von der Quadriennale GmbH, deren alleinige Gesellschafterin die Landeshauptstadt Düsseldorf ist.

Unter einem gemeinsam entwickelten Leitthema konzipieren die renommierten Kunstmuseen, Ausstellungshäuser und Galerien der Stadt einzigartige Werkschauen, Präsentationen und ein umfangreiches Begleitprogramm. Partner aus anderen Sparten werden eingeladen, sich an dem Festival zu beteiligen. Die erste Quadriennale fand 2006 unter dem Thema „Der Körper in der Kunst“ statt (Besucherzahlen: 380.000); 2010 folgte „Kunstgegenwärtig“ (Besucherzahlen: 250.000). Das Leitthema der Quadriennale 2014 lautet Über das Morgen hinaus, für dessen Umsetzung ein Budget von über vier Millionen Euro von der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Verfügung gestellt wird.

www.quadriennale-duesseldorf.de

Kategorien: Frontpage · Modern Times · Szene · Visual Arts

Tags: , , , , ,

Keine Kommentare bis jetzt ↓

  • Noch hat keiner kommentiert. Machen Sie den Anfang!

Kommentar schreiben