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Die Schönheit der Natur

13 Dezember, 2009 von · Keine Kommentare

Ein Interview von Sandra Schmidt mit Thomas Ludewig

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Thomas Ludewig wurde 1962 in Zwickau geboren, lebt und arbeitet inzwischen in Halle an der Saale. In seiner Freizeit versucht er das gestalterische Wirken der Natur dem Betrachter nahe zu bringen, ihn für die Schönheit der Natur zu begeistern.

Wie bist du auf den Gedanken gekommen, Keramiken mit Schwemmholz zu kombinieren?

Nun, mein Blick für schönes Holz war zuerst da. Dann hatte ich angefangen zu töpfern. Und irgendwann später haben sich die beiden Dinge zu etwas neuem verschalten. So entstehen seitdem Assemblagen, die ich meist nicht tituliere, sondern lediglich „Objekte“ nenne und deren Interpretation dem Betrachter überlassen bleibt.

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Welche Materialien und Techniken verwendest du?

Keramik und Holz hauptsächlich, in der letzten Zeit auch Glas und Metallstücke. Diese finde ich am Straßenrand, verloren oder als wertlos weggeworfen, manche sind von Autos überrollt. Wenn ich sie verwende, werden sie so zum 2. Leben erweckt.

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Mit welchem Material arbeitest du am liebsten?

Eindeutig mit Ton. Seine Möglichkeiten sind einfach unendlich. Mit den anderen Materialien arbeite ich streng genommen nicht, sondern ich säubere sie eventuell lediglich.

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Warum Treibholz/Schwemmholz? Was hat dich auf die Idee gebracht?

Am Treibholz interessiert mich deren Oberflächenstruktur. Während der langen Wasserreise werden die weichen Holzanteile weggespült; die harten bleiben übrig und ergeben interessante Strukturen. Diese inspirieren mich. Zudem steckt am Ende in einem solchen Stück Holz viel Philosophie: ihr ehemaliger Verwendungszweck, der lange Weg und dann das Wirken der Urgewalten Wasser, Holz, Ton im Feuer gebrannt.

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Kannst du dich an deine erste Assemblage erinnern? Wenn ja, was für eine war es?

Ja, kann ich. Ich hatte ein Brett aus dem Wasser gezogen, dass mit unzähligen kleinen Holzwurmlöchern übersät war. Das habe ich mit einem kleinen lustigen Kopf aus Keramik kombiniert.

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Was ist entscheidend oder zuerst da? Die Idee oder entscheidet die Form des Holzes die Assemblage

Das Holz gibt alles vor. Ich platziere es in der Werkstatt so, dass wie zufällig immer mal mein Blick darauf fällt. Früher oder später weiß ich, was es werden soll.

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Wann hast du die besten Ideen?

Abends, mit Hintergrundmusik.

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Hast du Ideen, die du aber noch nicht umsetzen konntest???

Ja, viele. Hauptsächlich die richtig großen, im wahrsten Sinne des Worts. Sie scheitern daran, dass ich das Holz nicht wegtragen kann und später, dass der Brennofen eben begrenzt ist.

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Hast du eine Lieblingsskulptur?

Mehrere. Ihr besonderer Reiz besteht in ihrer Unwiederholbarkeit. Das Holz ist ein Unikat, aber auch Ton und Glasuren brennen kaum zweimal gleichartig.

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Was möchtest du mit deinen Werken erreichen?

Es wäre viel erreicht, wenn ich den geneigten Betrachter über die Keramik, die an der Wand hängt, für das Holz, für die Schönheit der Natur begeistern könnte.

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Hast du zur Zeit Ausstellungen?

Im Deutschen Bienenmuseum Weimar. Für 2010 sind Tangermünde, Halle und Leipzig geplant. Das erscheint jeweils aktuell auf meiner homepage www.keramik-ludewig.de.

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Gibt es Ausstellungen mit anderen Künstlern?

Ja, das strebe ich an. Dabei lasse ich mich vom Besucher leiten, der mehr davon hat, wenn in einer Ausstellungen mehrere Kunstrichtungen vertreten sind.

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Wo würdest du gerne mal ausstellen?

Schwer zu sagen. Statistisch interessieren sich 5 % der Bevölkerung für Kunst; die suche ich, überall.

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Kategorien: Art Café · Frontpage · Visual Arts

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