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Die Wiederkehr der Polaroids

10 Juni, 2012 von · Keine Kommentare

Heute aus Düsseldorf

Die Polaroid Collection im NRW-Forum Düsseldorf zeigt vom 26.05.2012 bis zum 5.08.2012 in über 500 Beispielen die Geschichte des Polaroid Films. Von Ansel Adams bis Andy Warhol reichen die Bildbeispiele aus der Sammlung des heute untergegangenen Unternehmens.

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Helmut Newton Untitled 1976, Polaroid SX-70, © Helmut Newton Estate

Als 2009 bekannt wurde, dass die legendäre Polaroid Collection mit ihren zwei Standorten in den USA und Europa als Teil der Konkursmasse des insolventen Unternehmens bei Sotheby’s New York versteigert werden sollte, ging ein Aufschrei durch die internationale Fotoszene: Angeführt von Chuck Close, protestierten Künstler, Museen und Fotoliebhaber weltweit gegen den Ausverkauf der über 16.000 Polaroidfotografien. Quasi in letzter Minute gelang es dem Wiener Unternehmer Peter Coeln, den europäischen Teil der Sammlung zu übernehmen und in seiner Gesamtheit mit 4.400 Arbeiten von 800 Fotografen zu erhalten.

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Patrick Nagatani Cinema II, detail from the image: Alamogordo blues 1986, Polaroid Spectra, © Patrick Nagatani

1947 stellte Edwin Land in New York das revolutionäre Verfahren vor, das fertige Fotografien innerhalb einer Minute produzierte. Als er zwei Jahre später Ansel Adams kennenlernte, der die Kunst der Fotografie ebenso wie die Technik perfekt beherrschte, entstand das geniale Unternehmens- und Sammlungskonzept von Polaroid: Das Sofortbildmaterial wurde von Künstlern und Fotografen erprobt, die so an der stetigen Entwicklung und Verbesserung der Filme mitwirkten. Als Mentor der ersten Stunde regte Adams an, Ausstellungen mit den besten Sofortbildern bedeutender amerikanischer Fotokünstler zu realisieren. Daraufhin kamen in den 1950er Jahren weitere Berater zu Polaroid, unter anderem Minor White, Paul Caponigro und William Clift. Ihre Fotografien bildeten die Grundlage der Polaroid Collection.

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Nobuyoshi Araki Untitled 2010, PX 100 Silver Shade, © Nobuyoshi Araki

Aus der beratenden Tätigkeit von Künstlern ging in den frühen 1960er Jahren ein spezielles Förderprogramm hervor. Es war der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit mit einzelnen Fotografen, die Kameras und Filme im Tausch gegen ausgewählte Werke erhielten. Viele Teilnehmer dieses Sammlungsprogramms waren renommierte Fotografen auf der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Daneben war Polaroid vor allem an jungen aufstrebenden Nachwuchskünstlern interessiert.

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Sahin Kaygun, Nude 1983, Polaroid 600 HS, Hand-colored, © Burçak Kaygun

Die Ausstellung umfasst Polaroids von allen Größen der Fotografie-Geschichte – wie Ansel Adams, Nobuyoshi Araki, Robert Mapplethorpe, Stephen Shore, Ralph Gibson, Helmut Newton, Oliviero Toscanis berühmtes Polaroid von Andy Warhol mit seiner Polaroid-Kamera, bis hin zu William Wegman’s Aufnahmen seiner Weimaraner Hunde. Für die Ausstellung im NRW-Forum wurde die Auswahl um weitere Bilder von deutschen Fotografen – wie etwa Reinhard Wolf oder Gerhard Vormwald – wesentlich erweitert. Kuratiert wurde die Ausstellung von Rebekka Reuter Chefkuratorin von WestLicht in Wien, dem Leihgeber der Ausstellung.

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Mark Morrisroe, Nyph-o-maniac 1983, Polaroid 35mm PolaChrome, Cibachrome print with paint, 10.4 × 15.7”

Als das Unternehmen Polaroid 2008 das Ende ihrer Filmproduktion bekannt gab, sahen viele den Todesstoß der analogen Fotografie gekommen. Vier Jahre später hat die in Wien ansässige Firma Impossible nicht nur die Restbestände von Polaroid aufgekauft, man entwickelt – auch mit Hilfe ehemaliger Polaroid-Angestellter – fleißig neue Sofortfilme. Die Nachfrage ist groß. So groß, dass mittlerweile auch der erste Buntfilm auf dem Markt ist. Und natürlich geht auch die Sammlung weiter: für das Impossible Project fotografierten, nun selbstverständlich mit dem neuen Polaroid-Material, schon bekannte Fotografen wie Ed Templeton, Terry Richardson, Nobuyoshi Araki oder Stefanie Schneider.

Die Polaroid Collection
26.05. bis 05.08.2012

NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
www.nrw-forum.de

Di bis So: 11 – 20 Uhr
Fr: 11 – 24 Uhr

Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf zeigt wechselnde Ausstellungen, die aktuelle Fragen vor ihrem kulturellen Hintergrund behandeln. So zum Beispiel Ausstellungen zu den Themen Fotografie, Medien, Mode, Kommunikation, Architektur, Mobilität oder Lifestyle.

Mit Ausstellungen zu Peter Lindbergh, Helmut Newton, Anton Corbijn oder Miwa Yanagi und zur Video-Ästhetik räumt das NRW-Forum der Fotografie und den Neuen Medien einen breiten Raum ein, eine weiterer Schwerpunkt bildet das Thema Mode mit Ausstellungen zu Alexander McQueen, Manolo Blahnik oder Vivienne Westwood.

Eine Sammlung von über 1.000 Videos aus den Bereichen Kunst, Werbung und Musik, die ständig in der MediaLounge aufgerufen werden können, ist eine Fundgrube für alle, die an der Ästhetik unserer Zeit interessiert sind.

Kontakt:
Petra Wenzel, Werner Lippert
+49 / 211 / 9660036
info@projects.ag

Kategorien: Frontpage · Graffiti · Visual Arts

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