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Die wundersamen Abenteuer des Mulla Nasrudin

11 Januar, 2008 von · Keine Kommentare

Camel
Foto: lovelypetal

Mulla Nasrudin, wer kennt diese eigenartige Figur des Orients nicht? Von Russland bis zu den Philippinen, von Nordafrika bis China-überall sind die humorvollen, zum Nachdenken inspirierenden manchmal auch ein wenig schockierenden Geschichten von Mulla Nasrudin fester Bestandteil des Repertoires von Geschichtenerzählern und Meistern. So soll er auch hier seinen würdigen Platz bekommen und manch einen von uns zum Nachdenken bringen.
Also, Vorhang auf für Mulla Nasrudin!

Und stets lockt das andere Ufer

Ein recht wohlbeleibter Mann kam eines Tages an einen Fluss. Sehnsuchtsvoll blickte er zum anderen Ufer, weil von dort die verlockenden Gerüche eines guten Gasthauses herüber wehten. Der Mann konnte jedoch nicht schwimmen.

„Wie tief der Fluss wohl ist? Vielleicht kann ich ja einfach hinüberwaten?“ Halblaut murmelte er diese Worte vor sich hin.

„Nur zu, du kannst es wagen!“, rief Mulla Nasrudin fröhlich, der gerade in der Nähe war und das Selbstgespräch vernommen hatte.

„Meinst du wirklich?“, fragte der Dicke freudig und leckte sich die Lippen.

„Keine Sorge, junger Mann, das Wasser ist ganz flach“, erwiderte Nasrudin aufmunternd.

Sein letztes Wort war noch nicht verhallt, da war der Mann schon hinunter zum Wasser gelaufen und hineingesprungen. Augenblicklich versank er in den Fluten, weil seine Füße vergeblich nach Grund tasteten. Mit letzter Kraft strampelte und paddelte er zurück ans Ufer und stellte Nasrudin wütend zur Rede.

„Merkwürdig“, sagte der Mulla und zuckte mit den Schultern, „den Enten reicht das Wasser immer nur bis zur Brust.“

Kategorien: Frontpage · Humor

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