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Eurovision Song Contest 2011 – Bulgarien

22 Februar, 2011 von · 1 Kommentar

Interview von Dessislava Berndt mit Tzvetelina Tchendova und Bastien Gaisne

Der 56. Eurovision Song Contest wird am 10., 12. und 14. Mai 2011 in der ESPRIT Arena in Düsseldorf stattfinden.

Zurzeit laufen die Vorentscheide der teilnehmenden Länder. Nachdem Deutschland am 18.02. „Taken By A Stranger“ für Lena wählte, steht am 23.02. auch das Finale in Bulgarien an.

Bulgarien wird bei dem Eurovision Song Contest 2011 im zweiten Halbfinale am 12. Mai antreten. 19 Lieder gehen ins Rennen. Mit Nr. 13 starten auch Tzvetelina Tchendova und Bastien Gaisne, mit denen Public Republik über die Vorbereitung und den Wettbewerb sprach.

Tzvetelina, Bastien wie kam es zur Teilnahme an der Eurovision-Finale für Bulgarien?

Tzvetelina: Anfang Februar wurde ich vom Bulgarischen Nationalen Fernsehen angerufen und gefragt, ob ich daran teilnehmen möchte. Dies ist für mich eine großartige Gelegenheit und Herausforderung, die ich gern angenommen habe.

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Foto: Adrian Vella

Bastien: Während eines Besuchs von Freunden in Bulgarien performte ich eine wilde Version von „Just A Gigolo“. Tzvetelina, die auch dort war, gefiel meine Interpretation sehr und nachdem wir einander vorgestellt wurden, beschlossen wir in Kontakt zu bleiben.

Wir begannen an eine Zusammenarbeit zu denken, nachdem wir feststellten, dass wir die Musik und den Stil des anderen mögen. Sie lud mich nach Bulgarien ein und eines Tages spielte ich ihr „The Luxury Hotel” vor und fragte nach ihrer Meinung. Sie mochte den Song sehr und ich beschloss damit unsere Zusammenarbeit zu starten.


Eurovision pre-selection song for Bulgaria 2011, Music and Lyrics: Bastien Gaisne

Der Song ist sehr speziell für mich. Vor drei Jahren reiste ich mit meiner schwedischen Freundin durch Mexiko und kam auf die Idee, ein Lied über Hotels zu schreiben. Das Thema „Hotel“ kann sehr inspirierend sein. Wie Sie wissen, gibt es viele Lieder darüber (Hotel California, Chelsea Hotel, Hottellounge…). Meine Freundin fand die Idee gut und wir fingen an, unsere Ideen und Gedanken zusammenzufassen. Ich wollte ein Lied – bittersüß, lustig, sarkastisch – basierend auf Fakten oder Fantasien schreiben: Geschäftsleute, Gigolos, Drogen, Diebe, Affären, Mysterien…

Und so kam mir diese Bossa-Nova Popmelodie, die sich wie Easy Listening Jazz mit scharfsinnigen Worten anhört.

Ich war noch nicht ganz fertig mit dem Song als meine Freundin bei einem tragischen Unfall verstarb. Ich fiel in Depressionen und nur die Musik und gute Freunde retteten mich.

Der Song wurde nach der Zusammenarbeit mit Tzveti fertig und verkörpert somit eine echte internationale Musikerfahrung. Wenn wir im Finale gewinnen, würden wir sozusagen auch von Frankreich und Schweden als Europavertreter unterstützt.

Tzvetelina, planst Du etwas Spezielles für den Auftritt am 23.2.?

Die Zeit ist etwas knapp für grandiose Projekte, außerdem mag ich kein großes Tamtam.

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Foto: Adrian Vella

So, werden wir auf der Bühne zu Dritt auftreten – Bastien, Stefan Koshucharov-Kongi und ich. Ich hoffe, unser Lied mit Stil, viel Gefühl und Finesse präsentieren zu können.

Wie ist Eure Zusammenarbeit?

Tzvetelina: Ich habe Bastien vor einem Jahr kennengelernt. Wir wollten etwas zusammenmachen und deswegen habe ich ihn eingeladen, mit mir und Orchester Karandila auf dem Artfestival Apollonia in Sozopol, Bulgarien zu spielen. Der Auftritt war sehr gelungen und wir setzten unsere Bühnenbegegnungen fort.

Wir haben ein gemeinsames Projekt „Sofia calling Paris“, bei dem wir zwei Konzerte in Sofia hatten. Im Sommer 2011 werden wir das Projekt in Paris mit einem dritten Konzert abschließen.

Veneta Rajnovskaa
Foto: Veneta Rajnovska

Das Interessante bei unserer Zusammenarbeit ist, dass wir sehr unterschiedlich sind und viele neue Ideen austauschen können. Wir ergänzen uns und bereichern einander. Ich freue mich sehr, ihn getroffen zu haben!

Bastien: Apollonia war super. Es war für mich eine Erfahrung fürs Leben – von Paris kommend und mit Tzveti und Karandila – eine verrückte Gipsy Brass Band – auf der Bühne spielend. Ich habe es geliebt!

Tzvetelina ist wie ich. Wir teilen die Leidenschaft fürs Performen. Wir verstehen uns auf der Bühne ohne Worte. Sie hat eine innere Kraft und einen großartigen Charakter.

Wie sehen Eure Pläne für 2011 aus?

Tzvetelina: Es sind Konzerte in Paris und New York, die Teilnahme am Jazz-Festival in Nepal und viele neue Lieder geplant.

Bastien: Ich bin dabei, Material für ein neues Album zu schreiben, bereite neue Songs für unser Duett mit Tzveti vor.

Zudem können Arbeiten von mir bei der großen Dinosaurier-Ausstellung “Dans l’ombre des dinosaurus” (http://dinos.mnhn.fr/) im Nationalen Historischen Museum in Paris besichtigt werden.

William Beaucardeta
Foto: William Beaucardet

Eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern der US-Band “Blue Oystrer Cult” steht im Sommer bevor…

myspace.com/tzvetelinatchendova
bastiengaisne.com
myspace.com/bazltd

Kategorien: Frontpage · Modern Times · Nachrichten · Szene · Um die Welt · Visual Arts

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1 Kommentar bis jetzt ↓

  • Christel Ianuschewa // 25 Mai, 2012 //

    Christel Ianuschewa, mit einem bulgarischen Mann, Musiker, seit 10 Jahren verheiratet, bin entsetzt darüber, wem man da, mit welchen Lied, nach Baku geschickt hat.
    Ich weiß, dass Bulgarien ein Land voller toller Musiker und Sänger ist. Warum schafft man es nicht, den Besten, die Beste, zu diesem Song Contest zu schicken? Das, was man sich in Baku erdreistet hat, auf die Bühne zu bringen, ist nur eine Schande für dieses wunderbare, musikalische Land! Von vornherein stand schon fest, dass mit dieser Dame und diesem vorgestrigen Hipp-Hopp-Song kein Blumentopf zu gewinnen ist. Wer dreht da am Rad? Mein Mann Ianosch und ich sind sehr traurig darüber, da wieder einmal ein Chance vertan wurde, dieses wunderschöne Bulgarien in die Weltöffentlichkeit zu bringen.

    Wir grüßen euch aus Berlin

    Christel und Ianosch Ianuschew
    Ps. Mein Mann Ianosch hätte einen viel besseren Song für diese Veranstaltung auf Lager…

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