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Ilija Trojanow erhält den Preis der Literaturhäuser 2009

6 Mai, 2009 von · Keine Kommentare

Preis der Literaturhäuser: Ilija Trojanow, Do 07.05. 20.00 Uhr, Literaturhaus – Schwanenwik 38 – 22087 Hamburg

Ilija Trojanow
Foto: Martin Savov

Den Preis der Literaturhäuser erhält in diesem Jahr der Schriftsteller Ilija Trojanow, wie die Leiterinnen und Leiter der Literaturhäuser auf der Leipziger Buchmesse bekannt gaben. Der Preis, der seit 2002 jährlich einen Schriftsteller ehrt, der es in besonderem Maße versteht, das Publikum mit den Lesungen für die Welt der Literatur zu begeistern, besteht aus einer Lesereise durch alle elf im Netzwerk literaturhaus.net zusammengeschlossenen Literaturhäuser und ist mit 11.000 Euro dotiert.

Trojanows Werk, das aus Romanen, Reiseberichten, Anthologien, Essays und Filmbeiträgen besteht, lässt sich als eine einzigartige Sammlung von Beispielen der Begegnung von Kulturen verstehen, die nicht unter dem Zeichen des Kampfes stattfindet.

In der Preisbegründung heißt es: „Ihm steht eine orientalisch anmutende Fabulierkunst ebenso zu Gebote wie eine aus der spirituellen Erfahrung und umfassender Menschenkenntnis gespeiste Weisheit; er beherrscht die erhellende, polemisch scharfe Pointe ebenso wie er das Geheimnis von Menschen und Geschichten zu wahren weiß.”

Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgarien geboren. 1971 flohen seine Eltern mit ihm über Jugoslawien und Italien nach Deutschland. Ein Jahr später zog die Familie nach Kenia. In München studierte Ilija Trojanow Jura und Ethnologie.

Er ist neben seinen schriftstellerischen Tätigkeiten u. a. auch Verleger, Journalist, Übersetzer und Vermittler zwischen den Kulturen.

Zu seinen erfolgreichsten Werken zählt der Roman „Der Weltensammler” (Hanser Verlag), der 2006 erschien, den Preis der Leipziger Buchmesse gewann und monatelang auf den Bestsellerlisten stand. Mit den „Klängen des Weltensammlers”, einer Text-Musik-Collage, wird Ilija Trojanow im Literaturhaus Hamburg zu erleben sein. Sie dürfen gespannt sein.

Eine Veranstaltung von literaturhaus.net | ARTE – Kulturpartner NDR Kultur

Karten gibt es ab 20. des Vormonats an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Buchhandlung Samtleben im Literaturhaus.

Literaturhaus – Schwanenwik 38 – 22087 Hamburg
Do 07.05. 20.00 Uhr*, 8,-/6,-/4,-

Der uralte Rhythmus einer indischen Tabla-Trommel, ein Menschenmeer, der Geruch von Henna und faulem Fisch — tausend Eindrücke schwappen dem Neuankömmling entgegen. Als Kundschafter der englischen Krone soll Richard Francis Burton in der Kolonie Britisch-Indien dienen. Für den wissensdurstigen Burton ist dies eine verlockende Aufgabe. Doch aus Neugierde erwächst bald eine regelrechte Obsession, das Fremde zu enträtseln und darin aufzugehen.

So spannend Ilija Trojanows Roman Der Weltensammler beginnt, so spannend geht es weiter: Einen Brahmanen fleht Burton an, sein Lehrer zu sein. Binnen kurzem ist er in der Lage, Tradition und Sprache wie Kleider an- und abzulegen. Als ein englischer General Burtons Wandlungsfähigkeit erkennt, schickt er ihn als Spion unter die Einheimischen. Burton jedoch geht eigene Wege: Von Indien aus reist er nach Arabien, wo er sich als Moslem ausgibt und die Hadsch, die Pilgerreise beginnt. Vom Strudel der Pilger lässt sich Burton treiben, sucht die heiligen Orte Medinas auf und erreicht völlig ausgezehrt Mekka. Wunderbares und Schreckliches gräbt sich tief in sein Gedächtnis ein. Aber auch dieser Fleck Erde kann den Rastlosen nicht halten, der längst ein neues Ziel vor Augen hat — die Suche nach der Quelle des Nils in Ostafrika.

In drei Etappen und aus der Perspektive vieler Figuren erzählt, nähert sich Trojanow einem außergewöhnlichen Menschen. Dabei spielt er mit Fiktion und Realität, denn Der Weltensammler Burton lebte tatsächlich zwischen 1821 und 1890. Trojanow selbst hat eine Vita, die ihn von Bulgarien nach Deutschland, Kenia, Indien, Arabien bis nach Südafrika führte. In den Reisereportagen An den inneren Ufern Indiens und Zu den heiligen Quellen des Islam verarbeitete er als scharfer Beobachter eigene Erfahrungen. Kein Wunder also, dass Der Weltensammler ein so gelungener historischer Roman geworden ist.
Fenja Wambold

Kategorien: Frontpage · Nachrichten

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