Von Martin Holze
Vor einigen Monaten hat mich Natalia Nikolaeva ( Chefredakteurin von Public Republic ) in der Rubrik – Artist of the Week – als Fotogaf vorgestellt. Als ich ihr vor einigen Tagen von meiner Island Fotoreise erzählt habe, hat sie mich zu einem kleinen Reisebericht animiert.



Meine Reise begann am 18, September in Berlin über Frankfurt nach Reykjavik. Der Flug von Frankfurt nach Reykjavik dauert ca. 4 Stunden. Als ich ankam gab es Regen und Sturm . Das Flugzeug konnte erst im zweiten Anflug einigermaßen sicher landen.

Eine Islandreise ist in ihrer Planung nicht so einfach. Ohne Auto geht dort nichts. Es gibt keine Eisenbahn. Zu den Fotomotiven geht es nur mit dem Auto. Sobald man von der Hauptstraße abfäht wird es abenteuerlich.
Viele Location sind nur mit dem Geländewagen zu erreichen. Die Preise für Mietwagen,Unterkunft und Essen sind relativ hoch.Ich glaube für eine erste und zweite Reise ist eine geführte Reise zu empfehlen.

Island ist für einen Fotografen ein Traum. Ein Traum aus Feuer, Wasser, Eis, Stein und Wolken.
Oft seht man da und kann kaum fotografieren, man fragt sich wie ist das aus der Erde gekommen, wie ist das entstanden. Alles ist vulkanisch und unwirklich schön.
Man hat fast immer eine interessante Wolkenbildung und sehr wechselde Lichtstimmungen.


In der Zeit ab Mitte September sind kaum Touristen unterwegs. Wenn man Reykjavik verlassen hat wird es sehr sehr still und einsam. Man sieht den ganzen Tag keinen Menschen außer an der Tankstelle oder im kleinen Supermarkt.
Island hat mit seinen ca. 300 000 Einwohnern die geringste Bevölkerungsdichte in Europa. Es gibt dort wohl mehr Schafe und Pferde als Menschen.


Neben der unglaublich monumentalen einmaligen und oft sehr wilden Natur ist Island ein sehr angenehmes Reiseland. Die wenigen Menschen empfand ich als hilfsbereit, unaufdringlich und freundlich.
Aufgrund des sehr niedrigen Verkehrsaufkommens und der entspannten Fahrweise kann man an fast jeder Stelle einfach stehen bleiben und seine Bilder machen.


Ich bin mit Reinhard Falk, einem Anbieter, der sich auf Kleinstgruppenreisen u.a. für Fotografen spezialisiert hat, gereist. Es war eine goldrichtige Entscheidung. Allein hätte ich in zehn Tagen nie so viele Motive gefunden. Neben einigen bekannten Highlights gab es unglaugliche,beeindruckende verstecke Motive.


Es gab immer Zeit zum fotogrfieren. Nie hatte ich den Eindruck von Hast und Eile.

Es war so schön das ich im Januar eine zweite Islandreise machen werde. Das waren ein paar kurze Eindrücke. Da ich Fotograf und kein Journalist bin sage ich nun – Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.


Die stürmische Begrüßung des isländischen Wetters beim Landeanflug hat Hoffnungen geweckt, die bei meiner Fotoreise durch den Südwesten und den Norden der Insel nicht enttäuscht wurden.
Bald minütlich wechselten sich während meiner zweiwöchigen Reise das Licht und die Wolkenformationen dank des Windes. Ganz nach meinem Geschmack: Abwechslungsreiche Himmel sind mir lieber als plattes Sonnenlicht.


Die besten Fotomotive liegen abseits der Hauptstraßen – dort, wo man nur mit einem Geländewagen hinkommt. Daher hatte ich mich für eine geführte Reise mit Iceland-Tours von Reinhard Falk entschieden.
Mit seinen zwei Fahrzeugen erkundeten wir das herbstliche Island mit seinem Farbenzauber, wie man ihn vom Indian Summer kennt.


Unter dem spannenden Wolkenschauspiel am Himmel erlebte unsere Gruppe Naturwunder, die selbst einen leidenschaftlichen Fotografen wie mich vorübergehend vergessen lassen, den Apparat zu zücken. Im Süden führte uns die von Reinhard Falk extra für eine Fotografengruppe zusammengestellte Tour zu bizarren Basaltformationen an der Küste.
Im Hinterland zogen uns die Wasserfälle in ihren Bann, deren Flüsse sich ihren Weg durch die von Vulkanen geformte Landschaft schneiden. Die Gletscherkappen schimmerten mysteriös im weichen Herbstlicht, mal strahlend weiß, mal geheimnisvoll türkis, mal düster grau. Stundenlang begegnet man in diesen Landstrichen keiner Menschenseele.
Die Insel unterm Polarkreis hat nur rund 320 000 Einwohner. Offenbar gibt es in Island mehr Pferde und Schafe als Menschen – und fotogen sind die Tiere am Straßenrand allemal.
Die Landwirtschaft hat jedoch auch andere Spuren hinterlassen.
Halb zerfallene Stallungen verlassener Höfe oder verrostete, ausgediente Landmaschinen, die achtlos zurückgelassen werden, sind reizvolle Motive.

Die nächste Station der Fotoreise war die Halbinsel Snaefellsness. Es heißt, man könne auf diesem Landstrich im Westen ganz Island en miniature erleben. Mit bizarren Klippen in Arnastapi am Fuße des Gletschers Sneafellsjökull wurde diese Ankündigung mehr als erfüllt.
Wieder ist es vulkanisches Material, das die ungewöhnlichsten Formen annimmt – so dass man sich manchmal fragt, wie diese Gebilde in die Landschaft gekommen sein können.

Im Norden erlebten wir mit dem Dettifoss einen weiteren tosenden Wasserfall, auch dieser umrahmt von den typischen geometrischen Formen der sechseckigen Basaltsäulen.
Im Gebiet um den Myvatn im Nordosten, dem größten See der Insel, konnten wir noch einmal den Zauber der Herbstverfärbung genießen, bevor es über die letzte Hochlandstrecke unserer Tour zum Fährhafen nach Seydisfjördur ging.
Drei Tage Kreuzfahrt über den stürmischen Nordatlantik mit einem kurzen (Foto)-Stop auf den Färöer-Inseln waren der Abschluss meiner zehntägigen Rundreise.

Die Entscheidung, mich Iceland-Tours anzuschließen, war goldrichtig. Island ist für Anfänger nicht leicht zu erschließen. Dank seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung kennt Reinhard Falk reizvolle Orte und gigantische Motive abseits der bekannten Touristen-Ziele. Wir hatten unterwegs immer ausreichend Zeit, uns mit der Motivwahl ausführlich zu befassen.
Ich bin so begeistert, dass ich im Januar gleich die zweite Islandreise gebucht habe, um mit Iceland-Tours auf Motivsuche im winterlich-eisigen Island zu gehen – dieses Mal als Dozent. Ich werde mit meinem fotografischen Fachwissen der Reisegruppe bei den faszinierenden Motiven und spannenden Lichtverhältnissen mit Rat und Tat unterstützen.
Informationen unter www.iceland-tours.de.

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Artist of the Week — Martin Holze: Interview von Natalia Nikolaeva mit Martin Holze

















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