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Jennifer’s Body – Die Reize des Grauens

12 November, 2009 von · Keine Kommentare

Viara Jekova


Jennifer’s Body – German / Deutscher Trailer (mit Megan Fox)

Wie man so schön sagt: Sex sells! Die einfachsten Sachen im Leben verkaufen sich immer am besten. In dem Fall hier gilt aber: Horror auch! Aus unbekannten Gründen ist dieses Kino-Genre oft ein echter Renner gewesen und übt immer wieder eine enorme Anziehungskraft auf das Publikums aus. Wer sich einmal darauf eingelassen hat, tut es immer wieder.

Wenn man im Film Sex mit Horror verbindet, ergibt sich daraus ein echter Leckerbissen. Zumindest hofft eine Menge der Teeny-Bevölkerung dieses Planeten darauf – und stürmt die Kinosäle. Normalerweise!

Doch beim neuesten Karyn Kusamas Film „Jennifer’s Body“ scheint die Grundlage der Geschichte zu floppen. Als blutige Horrorstory geplant, erzeugt sie hin und wieder Gelächter. Mit der Entwicklung der Handlung ist man sich dann irgendwann sicher, dass es sich um eine Parodie handelt.

Dass Diablo Cody als Drehbuchautorin für die Lacher verantwortlich sein könnte, erweist sich auch als ein Tick zu viel erwartet – denn anders als bei „Juno“ geht es hier nicht um den gezielt frechen Witz, sondern um verulkte Situationen, die einfach nicht ins Horror-Szenario passen.

Nach viel zu ernsthaften Andeutungen der Werbung, dass der Film einiges an Sex bieten wird, schafft der Zuschauer blitzschnell den sehr weiten Sprung von den feuchten Träumen ins Trockene und gerät schließlich in die Horror-Realität: Sexy Frauen morden gern!

Auf dem ersten Blick beinhaltet der Film keine richtige Aussage. Es scheint ein schlechtes Teenager-Blut-Spektakel zu sein. Doch die verdeckte Ironie, die letztendlich Diablo Cody’s Spezialität ist, lässt viel Platz für Interpretationen.

Ohne zu spekulieren, stellt sich gleich die Frage, ob die Story als Hauptziel, die Darstellung männlicher Fantasien hat, die nichts weiter im Visier fokussieren, als eine weibliche Bestie, von der man schließlich zerfleischt und ausgesaugt werden will? Oder geht es hier um weibliche Fantasien, die sich eine Totalherrschaft mittels körperlicher Reize erträumen, weil das Gegengeschlecht immer auf Sex reinfällt?

Wie in vielen anderen Filmen (Van Helsing, Dracula, From Dusk Till Down etc.) sind auch hier die Bösewichter echte Körper- und Schönheitsknaller. Als Zuschauer träumt man fast schon davon ein Vampir zu werden – übermenschlich stark, außerirdisch sexy und – das wichtigste – unsterblich!!! Was braucht man denn sonst noch im Leben?

Also stellt sich die nächste Frage: Was kommt zuerst – schön sein oder böse sein – und wieso werden diese zwei Eigenschaften stets miteinander verbunden?

Fazit: Man möchte viel zu ungern Diablo Cody das unsinnige Killen zutrauen, denn so kennen wir sie nicht. Mit „Juno“ hat sie bewiesen, dass die gesunde, witzige Vernunft in unangenehmen Situationen der beste Ratgeber ist. Doch in „Jennifer’s Body“ ist weder Vernunft, noch Realität, noch irgendein Rat zu entdecken.

Selbst der für Cody so übliche und hochgelobte arrogante Witz fehlt bis auf die wenigen humoristischen Anspielungen. Mehr als bloßes Sexappeal findet nicht statt und mehr als sexy Kurven wird nicht gezeigt – für die Horror-Fox’ Fans die pure Enttäuschung.

Dafür stimmt die Optik umso mehr. Die bombastische Präsenz von Megan Fox, die als fatale Blutsaugerin hier in ihrer ersten Haupt- und Horrorrolle glänzt, sorgt tatsächlich für Bewunderung.

Überzeugend ist nicht nur ihre äußere Erscheinung, sondern auch ihre schauspielerische Qualität. Die gut ausgearbeiteten, pointierten Dialoge auf Teenager-Sprache sichern die nötige Aktualität, um das Interesse zu steigern.

Kategorien: Art Café · Frontpage

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