Ein Interview von Sandra Schmidt mit der Fotografin Katharina Walter

Wie bist Du zum Fotografieren gekommen?
Ich habe etwa mit 12 meine erste Kamera bekommen und ständig Bilder gemacht. Sei es auf Familienfesten oder in Urlauben mit der Familie oder Freunden. Auch auf Partys war die Kamera ständig dabei. Natürlich waren das erstmal nur Schnappschüsse, die jedoch mit der Zeit immer besser wurden.
Nachdem ich mit 20 dann etwa 1 1/2 Jahre Fotografin für eine Online-Community war und auf diversen Veranstaltungen, Modenshows, Parties und Konzerten regelmäßig Bilder gemacht habe, habe ich angefangen auch immer größeren Wert auf die Qualität der Bilder zu legen.

Food, Städte oder Menschen, was fotografierst du am liebsten?
Derzeit fotografiere ich am liebsten Lebensmittel. Ich finde es einfach faszinierend wie schön alltägliche Lebensmittel aussehen können wenn man sie nur etwas drapiert und herrichtet. Städte zu fotografieren finde ich auch sehr reizvoll – voraus gesetzt es sind Städte die mich wirklich faszinieren. Leider hat man im Urlaub kaum Zeit um auch wirklich alles Schöne richtig fest zu halten, da ich möglichst viel von einer Stadt sehen möchte.

Was oder wer hat Dich in Deinem Leben bisher am meisten beeinflusst?
Ich denke wohl meine Freunde und Familie die mich schon seit langer Zeit begleiten, motivieren und inspirieren. Aber auch mein großes Vorbild Donna Hay und einige andere amerikanische Hobbyköche haben mich in den letzten Monaten was die Food-Fotografie angeht beeinflusst bzw. inspiriert.

Wenn draußen der erste Schnee fällt, dann…
…schappe ich meine Kamera und versuche ein möglichst schönes „Erster-Schnee“-Motiv zu finden.
Wobei kannst Du entspannen und warum?
Am besten entspannen kann ich mich im Urlaub, wenn ich weiß, dass ich den Tag –ganz ohne Termine und Stress anfangen kann und einfach mal genau das tun kann wonach mir gerade ist.
Welches Erlebnis hat Dich am meisten bewegt?
Meine New York-Reise war wohl eins der tollsten Erlebnisse die mich sehr bewegt haben. Aber es gibt eigentlich kein einzelnes, vielmehr sind es die viele kleinen außergewöhnliche Erlebnisse mit Freunden, die mit jedes mal zeigen wie wichtig es ist, den Augeblick richtig zu genießen und nicht schon mit den Gedanken beim nächsten zu sein.

Du verlässt Deine Wohnung nie ohne…?
Unter der Woche ist mein Journal (eine Art Diary) mein ständiger Begleiter, so dass ich in der Pause gleich alles was mich bewegt oder auch Ideen und Inspirationen darin festhalten kann.
An den Wochenenden verlasse ich das Haus niemals ohne meine Kamera. Sie ist fast immer dabei, so dass ich jederzeit die Möglichkeit habe Fotos zu schießen.

Eis oder Schokolade, wo wirst Du schwach?
Komischerweise Eis (vor allem in den kalten Jahreszeiten). Es gibt nichts Leckeres als Eis mit warmen Himbeeren.
Was bedeutet Leben für Dich?
Leben bedeutet für mich gute Freunde haben, Reisen, Freude (aber auch Trauer), neue Dinge entdecken und sich regelmäßig kleine Highlight zu setzen auf die man sich besonders freuen kann.
Ein perfekter Tag…?
Ein perfekter Tag ist ein freier Tag der nicht mit dem nervigen Weckerklingeln beginnt. Ein gemütliches Frühstück in der Sonne gehört für mich dazu bevor es den ganzen Tag auf eine Erkundungstour geht, ebenso wie viele Fotos zu schießen und abends etwas leckeres Kochen (oder essen gehen) und den Tag mit meinem Liebsten ausklingen lassen, ganz ohne Alltagsstress und Streitereien. So gesehen hatte ich in meinem letzten Sommerurlaub viele perfekte Tage.

Du hast viele verschiedene Städte schon fotografiert, bist du gerne unterwegs? Wo möchtest du gerne noch hin?
Ich liebe das Reisen und könnte auf meine 2-3 kurzen Urlaube im Jahr auf keinen Fall verzichten. Mich faszinieren vor allem Großstädte, da ich dort immer ein viel stärkeres Gefühl von Freiheit und auch von Offenheit der Menschen spüre. Eins meiner nächsten Ziele ist London. In ein paar Jahren möchte ich auf jeden Fall noch mal in die USA, auch Japan und Thailand faszinieren mich total.
Weißt Du noch, wann Du Dein erstes Foto gemacht hast?
Am Tag meiner Kommunion – zu der ich meine erste eigene Kamera bekommen habe. Damals hatte ich eine große Schwäche für Blumen-Fotos und fast jede blühende Rose in unserem Garten wurde bildlich festgehalten.

Ein besonders gutes Bild muss sorgfältig geplant sein oder entsteht es eher zufällig?
Ich finde die besten Bilder von Ausflügen oder Festen entstehen spontan ohne dass man viel plant. Schnappschüsse bringen einfach viel besser die Stimmung des Moments rüber.
Essensbilder hingegen müssen –bei mir- immer gut geplant sein. Wie richte ich was an? Welches Geschirr passt am besten? Welche Position bringt alles gut zum Ausdruck? – Es kommt oft vor, dass das Essen selbst schon längst kalt ist, bis ich endlich zufrieden mit dem Bild bin.
Hast Du ein Lieblingsfoto? Wenn ja, warum genau das Bild?
Ich habe zugegebener Weise viele Lieblingsbilder. Zwei gefallen mir aber besonders gut:
Das erste Bild entstand im Central Park in New York. Ich liebe es, da es –wie ich finde- die Größe der Stadt und genauso die Schönheit und Faszination widerspiegelt.
Das zweite entstand spontan bei meinem letzten Kurztrip an den Bodensee. Ich mag es da es mich an einen sehr schönen Urlaub erinnert und das Sonnenlicht dem Bild irgendwie das gewisse etwas verleiht.

Was möchtest Du mit Deinen Bildern erreichen?
Ich möchte die schöne Augenblicke des Lebens für die Ewigkeit einfangen und anderen die Stimmung dieses Moments vermitteln.
Ganz toll finde ich auch, wenn man etwas kleines Unscheinbares oder Alltägliches (auf das die meisten wahrscheinlich nichtmal achten würden) so fotografiert, dass es andere fasziniert.
Mit meinen Food-Bildern möchte ich vor allem zeigen wie lecker und manchmal auch edel ganz normales „Alltagsesse“ aussehen kann, wenn man sich nur ein paar Minuten mit dem Anrichten beschäftigt.

Kurzvita:
Ich bin Katharina Walter und wurde am 01.10.1986 in Grimma (Sachsen) geboren. Mittlerweile hat es mich in den Süden Deutschlands, nach Freiburg verschlagen. 2008 beendete ich meine Ausbildung bei einem Versicherungsmakler wo ich derzeit weiterhin tätig bin.
Mich in meiner Freizeit künstlerisch auszuleben hat mir schon früh viel Spaß gemacht: Mittlerweile hab ich mich jedoch immer mehr auf das Fotografieren & Anrichten von Essen spezialisiert. Ich finde es faszinierend wie man mit wenigen Handgriffen und richtig gesetztem Akzenten aus einem „Alltagsessen“ etwas Besonderes zaubern kann.
Auch könnte ich ohne die vielen kleinen besonderen Momente im Alltag oder auch die vielen neuen Eindrücke im Urlaub nicht leben und versuche sie möglichst oft durch meine Fotografie für die Ewigkeit fest zu halten um sie so mit anderen zu teilen.
















1 Kommentar bis jetzt ↓
ina // 27 Jan, 2010 //
wow danke das sieht ja wunderbar aus. vielen dank sandra für das tolle interview.
liebe grüße
ina _ Katharina ;D
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